Umgang verbieten, so einach!?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von aries23 28.08.07 - 10:09 Uhr

Guten morgen!



Also, ne Freundin von mir ist seit 3 Jahren von ihrem Mann getrennt und seit 2 Jahren auch geschieden, die beiden haben 2 Kinder zusammen, beide das Sorgerecht für die Kinder.

Der große (wird bald 7) hängt sehr an seinem Vater, vielleicht auch nur deshalb weil er bei ihm eben alles darf.
Ich kenne seinen Vater auch ziemlich gut und für ihn sind Konsequenzen ein Fremdwort, er lässt seinem Sohn alles durchgehen.
Wenn der große dann mal in den Ferien bei seinem Vater war, kam er hinterher total frech und brutal zurück, kann sich immer nur sehr schwer wieder in die Familie seiner Mama einleben. Er schlägt seine Geschwister, in der Schule macht er es genauso, hört einfach nicht, macht was er will und ist eben ständig frech.
Seine Mama hat schon oft versucht mit seinem Papa zu reden um ihm zu erklären, dass es eben so nicht geht, dass es an der Zeit ist seinem Sohn eben auch Verbote zu geben, Grenzen auf zu zeigen. Doch das tut er einfach nicht.

Jedenfalls hat meine Freundin nun vor ihrem Exmann den Umgang ab jetzt einfach zu verweigern, bis der dann vor Gericht geht. Sie hat die Hoffnung das dann bei dieser Verhandlung entschieden wird das sie das alleinige Sorgerecht bekommt (es besteht auch ein Gutachten eines Psychologen von vor 2 Jahren, dass besagt, dass der Kontakt zwischen Vater und Sohn eingeschränkt werden soll) und er kein Umgang zugesprochen bekommt.

Ich habe bedenken, die ich ihr auch offen gesagt habe, ich meine es liegen ja nicht wirklich fürs Gericht triftige Gründe vor dem Stattzugeben. Müsste er dafür nicht irgendwie Alki, oder Drogi, oder gar Schläger sein damit das Gericht ihm das Sorgerecht und Umgangsrecht nimmt?
Sie meint, dass es reichen würde, was der Psychologe vor 2 Jahren gesagt hat und eben auch die Tatsache das er keinen Unterhalt bezahlt ja und sich auch nicht um seine kleine Tochter kuemmert!

Habt ihr damit vielleicht erfahrung?
Ich denke, dass sie ne ziemliche Dummheit machen wird, wenn sie es nun wirklich auf ne Verhandlung anlegen will, weil es einen Schuss in den Ofen sein wird!

Liebe Gruesse
Steffi

Beitrag von trillian 28.08.07 - 11:00 Uhr

Ich finde den Plan deiner Freundin einfach nur unmöglich. Ungesetzlich ist es obendrein. Ich denke jede hier, mich eingeschlossen, hat mehr oder weniger Stress mit dem Ex und Vater der Kinder. Aber das gibt KEINEM das Recht, einfach den Umgang einzuschränken, nur weil ihr was nicht in den Kram passt. Und in deinem Posting lese ich nichts, was die Kinder in irgendeiner Form gefährden könnte.

In jedem Haushalt gibt es andere Regeln, die die Kinder, aber auch wir zu akzeptieren haben. Mein Ex lässt meinen Kleiner meiner Meinung nach viel zu viel fernsehen. Ich lasse ihn alleine auf den Hof raus, da kriegt er die Krise. Fazit ist aber, derjenige, bei dem die Kinder in dem Moment sind (also am Papawochenende eben der Papa) entscheidet darüber. Punkt, Ende aus. Keiner hat das recht (solange das Kind nicht ERNSTLICH in Gefahr gerät), dem anderen Vorschriften zu machen. Nicht über Hausregeln, nicht über eventuelle Fremdbetreuung, nicht über neue Partner die einem vielleicht nicht in den Kram passen.

Deine Freundin muss mal ein bisschen erwachsen werden und lernen, nicht ihre Bedürfnisse über die der Kinder zu stellen. Es ist ja sooo leicht zu sagen: oh, das ist aber nicht gut für meine Kinder wenn es ist Wirklichkeit man selbst ist, der etwas nicht gut findet.

Das mit dem alleinigen Sorgerecht kann sie sich eh von der Backe wischen, das wird sie niemals bekommen. Im Gegenteil, sie gefährdet ja das Kindeswohl wenn sie wegen eines solch nichtigen Grundes die Vater-Kinder-Beziehung sabotiert.

Ganz abgesehen davon, dass es alles auf sie zurückfallen wird, wenn die Kinder mal älter werden. Dann steht sie dann alleine da.

Und UNTERHALT hat mit Sorge- und Umgangsrecht GAR NICHTS zu tun.

Deine Freundin sollte sich wirklich schämen.

Beitrag von manavgat 28.08.07 - 11:28 Uhr

Die Strategie der Mutter wäre nicht zielführend. Im Gegenteil: ihr könnte dann das Sorgerecht entzogen werden.

An Ihrer Stelle würde ich mit einer guten Anwältin sprechen. Sicherlich wäre es sinnvoll den Umgang - mit ausreichender schriftlicher Begründung - einzuschränken und den KV auf seine Erziehungspflichten hinzuweisen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von janamausi 28.08.07 - 11:46 Uhr

Hallo!

Deine Freundin darf nicht einfach den Umgang verweigern! Das geht nur nach hinten los und letztendlich schadet es nur ihr.

Auch glaube ich nicht, dass der Junge, sich so verhält, weil er keine Grenzen beim Papa aufgezeigt kriegt. Kinder können es gut auseinander halten, was sie bei Mama und was sie bei Papa dürfen. Sicherlich dürfen doch alle Kinder biem umgangsberechtigten Elternteil mehr als daheim...

Ich denke eher, dass der Junge mit der ganzen Situation nicht klar kommt, evtl. die Streitereien zwischen Mama und Papa mitbekommt und so wie ich es verstanden habe, geht ja seine Schwester nicht zum Papa. Das ist sicherlich auch nicht einfach für ihn.

Das mit dem Gutachten verstehe ich auch überhaupt nicht. Wenn es schon ein Gutachten gibt, warum hat sie dann vor 2 Jahren nichts unternommen? Auch könnte ich mir vorstellen, dass dieses alte Gutachten nicht mehr als Grundlage hergenommen werden kann, sondern ein aktuelles Gutachten erstellt werden muß. Zwei Jahre sind eine lange Zeit, da kann sich vieles ändern...

LG janamausi

Beitrag von zahnfee71 28.08.07 - 14:28 Uhr

Hallo Steffi,

verbieten geht nicht, ich hab das alles schon hinter mir.
Sie könnte ihre berechtigte Sorge dem JA und einem Anwalt schildern.Evtl. könnte Sie ein vorübergehenden begleitenden Umgang erwirken, das ist aber alles.
Und mit dem Sorgerecht ist das auch nicht so einfach, ich habe 5 Jahre dafür gebraucht, auch mit Gutachten ;-)

lg Tanja

Das Verhalten des Jungen wird sich sicherlich wieder ändern, auch solche Zeiten haben wir erlebt

Beitrag von nienchen82 30.08.07 - 22:47 Uhr

Wenn es triftige Gründe gibt, geht das recht schnell. Meinem Ex wurde das Umgangsrecht auch entzogen und er war weder Schläger, Alki noch drogenabhängig.

Bei mir war es der Entwicklung und dem Kindeswohl nicht förderlich.

Ich denke aber nicht, dass die Gründe deiner Freundin ausreichen.