Von Meckerhexen und Trotzteenies

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von b.blue 28.08.07 - 10:16 Uhr

Meine Tochter wird im Winter 15 Jahre und ich bin wirklich komplett überfordert.
Ich bin zu einer regelrechtem Meckerhexe mutiert und sie scheint nur noch dagegen zu sein #augen.
Dazu kommt noch, dass sie seit ihrem 4. Lebensjahr einen Stiefvater hat, den sie seit einiger Zeit leidenschaftlich ablehnt. Jede Geste und jedes Wort ihm gegenüber, zeigt ihre Ablehnung, ja sogar regelrecht Ekel.
Erschwerend kommt meine Unsicherheit hinzu. Meine Mutter zum Beispiel meint: "Du hast Deine Tochter schon mit 18 Jahren bekommen und du hast sie viel zu freundschaftlich behandelt. Das hast du jetzt von deiner ewigen Diskutiererei! Lieber ab und zu ein paar hineter die Ohren!"
Das empfinde ich aber als Schwäche - schlagen kann doch keine Lösung sein.
Leider muss ich aber zugeben, dass ich mittlerweile an der Grenze meiner Kraft bin. Sie ist so respektlos, dabei bin ich wirklich bemüht, dass es ihr gut geht. Sie schreit, lügt und ist auf ihren Vorteil bedacht - ein Beispiel: Sie war im Februar auf einer Skifreizeit. Es war vereinbart, dass sie mich noch einmal anruft, wann sie ankommt, oder ihr Handy anlässt, damit ich sie erreichen kann. Am Vorabend teilte sie mir mit, dass sie gegen 14 Uhr eintreffen. Also kam ich um 14 Uhr. Nur leider war keiner da. Mit meiner kleinen Tochter habe ich dann eine Stunde gewartet, dann musste ich die Kleine zum Balett bringen. Meine Tochter hat weder mich angerufen, noch war sie mit dem Handy erreichbar (wie immer in solchen Situationen!). Nachdem ich es dann noch mal erfolglos während des Ballettunterrichtes der Kleinen versucht habe, habe ich diese abgeholt und bin nach Hause gefahren. Die Große war schon da und hat mich angegiftet - warum ich sie nicht abgholt hätte. Ich sagte ihr, dass ich es versucht habe und sie aber weder da, noch erreichbar war. Ja sie wären 2 Stunden später gekommen und wenn ich weg gemusst hätte, hätte ich ja schließlich auch die Oma anrufen können, damit diese die restliche, verspätetet Stunde auf sie wartet.

So ist meine Tochter, statt einzusehen, dass eine Absprache schwierig ist, wenn sie weder anruft, noch erreichbar ist, verlangt sie, dass sich alles um sie dreht und die Familie dann eben abwechselnd stundenlang wartet.

Zu allem Überfluss gibt es dann täglich Streit mit meinem Partner wegen der Großen. Ich bin wirklich ratlos uns will keine Meckerhexe mehr sein und ich will auch nicht täglich an der Familienfront kämpfen #heul.

Beitrag von hummelinchen 28.08.07 - 14:50 Uhr

Na, da hast du aber einen Tyrannen groß gezogen. Stimmt, schlagen muss nicht sein aber Konsequenz ist wichtig. Wenn deine Tochter sich nicht an Absprachen hält muss sie mit den Konsequenzen leben. Ich meine auf dein Beispiel bezogen, wenn sie nicht anruft bist du halt mal nicht da. Basta!!! Ich hätte auch keine Stunde gewartet. Wenn sie nicht ans Handy geht, hätte ich eine sms geschrieben, sie solle sich melden oder könne zu Fuß gehen.
Bei uns gibt es die Regel, dass die Kids Zeit, die sie uns durch solche Geschichten kosten, zurückgeben müssen, indem sie irgendetwas erledigen was ich da nicht machen konnte. fieses Bügeln, oder so ;-) Seitdem sind die Kids vorsichtiger und nehmen das ganze auch ernst. Denn wozu treffe ich denn Absprachen wenn keiner sich daran hält..
Ich bin auch früh Mutter geworden, mit knapp 19. Das hat damit nichts zu tun. Auch Eltern mit 35 sind manchmal überfordert.

Mir scheint es als nimmt deine Tochter dich nicht ernst. Sie macht mit dir was sie will. Sie entgleitet dir. Dir hilft nur noch externe Hilfe, denn du alleine schafft nicht etwas abzubauen was über Jahre gewachsen ist. Und du wirst ja nicht über Nacht kosequent.
Und mach es schnell sonst ist sie weg...

lg Tanja
p.s.: meine ist nu 17 und ich 36 #schein.Ich habe ein Bombenverhältnis zu meiner Tochter. Wir gehen sogar zusammen shoppen, denn ihr ist mein Rat wichtig. Natürlich gibt es vieles was ich nicht weiß und auch gar nicht wissen will aber wenn sie Hilfe braucht fragt sie mich und das finde ich schön. Die letzten Tage der Ferien bekam ich sie kaum zu Gesicht, immer auf Achse aber ich vertraue ihr. Und das weiß sie und nutzt das auch nicht aus.
Meine Cotochter ist 12 und ähnlich wie deine, sie wohnt seid einem halben Jahr bei uns und ich bin gerade dabei ihr bei zu bringen das Familie nicht nur nehmen sondern auch geben ist. Und wir sind mit ihr bei einme kinderpsycholgen, denn Mutti hat viel falsch gemacht...




Beitrag von nele0511 29.08.07 - 07:53 Uhr

Guten Morgen,

mit meinem kleinen (willsagen jüngeren) Sohn habe ich gleiche Probleme wie du - und wahrscheinlich aus demselben Grund. Meinen ersten Sohn habe ich mit 20 bekommen. Jetzt ist er bald 19 und gut geraten. Ich habe ein sehr liebes Verhältnis zu ihm, ich glaube, er erzählt mir relativ viel. Bin zufrieden.
Aber der Kleine!!!! Jetzt ist er 13 und spielt mit seiner gesamten Umwelt Jojo. Alles muss sich um ihn drehen, alle müssen nach seiner Pfeife springen... er ist respektlos, arrogant und verlogen, dreht alles so, wie er es braucht. Dabei ist er sehr intelligent.
Damals habe ich dafür kämpfen müssen, dass ich ihn bekommen konnte, und wahrscheinlich dann auch mit "meinem Sonnenschein" viel falsch gemacht. Ich habe ihm immer wieder dieses Vorschuss-Vertrauen entgegengebracht, auch wenn er mich immer wieder enttäuscht hat. Ich wollte auch keine Meckerhexe sein.
Auch mit meinem Partner kommt er überhaupt nicht aus (oder mein Partner nicht mit ihm #kratz). Die ganze Situation wurde so vertrackt, dass wir auch einen Jugendpsychologen aufgesucht hatten. Da musste dann schon manchmal die ganze Familie mit.
Und trotzdem ist dann die Situation so eskaliert, dass mein Sohn zu seinem Vater gezogen ist und (hoffentlich nur vorübergehend) den Kontakt zu uns abgebrochen hat.

Was ich dir sagen will: Kümmere dich um einen Psychologen für deine Tochter. Das ist wichtig. Das ist nervenaufreibend für alle, weil die Übel alle angesprochen und ausgegraben werden. Wenn man die Kurve aber rechtzeitig kriegt, ist so ein Psychologe äußerst hilfreich.

Liebe Grüße und alles Gute #klee

Nele, die nun keine Meckerhexe mehr sein muss, weil der Kleine weg ist #schmoll

Beitrag von manavgat 29.08.07 - 08:59 Uhr

Du kannst alles richtig machen und trotzdem einen extremen Pubertätspickel zuhause haben. Ich kenne Familien mit mehreren Kindern, wo einer/eine völlig abdreht. Kommt vor. Gibt sich auch (meistens) wieder.

Bis dahin brauchst Du starke Nerven und! Konsequenz.

Sie hat ihr Handy nicht an? Da würde ich gar nicht zum Abholen fahren. Wenn sie etwas will, dann muss sie auch was dafür tun.

Was ihr Verhalten Deinem Partner gegenüber anbelangt: ich würde ihr klar sagen, dass sich das nicht gehört und dass ihr beide das nicht akzeptiert. Wenn sie sich so aufführt, dann bitte sie, die Szene zu verlassen und in ihr Zimmer zu gehen, wenn sie miese Laune hat.

Ich würde eher eine Erziehungsberatung vorschlagen - auch damit Du Dich da entlasten kannst (Erzählen hilft manchmal schon). Die bescheuerten Ratschläge Deiner Mutter würde ich nicht diskutieren. Sie kann das ja selbst ausprobieren - ich garantiere Dir, Dein Mädel wird zurückschlagen...

Alles Gute und Kopf hoch. Spätestens wenn sie eigene Kinder hat, dann entspannt sich das wieder.

Manavgat