Sonderschulverfahren...ich bin verzweifelt!

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Beitrag von catshiller 28.08.07 - 12:17 Uhr

Hallo zusammen!

Ich bin echt am Rande der Verzweiflung!Mein Sohn 8Jahre alt in der 3.Klasse steht kurz vor einem Sonderschulverfahren!
Maurice hatte schon einen schweren Schulstart,er ist im 1.Schuljahr direkt an eine Lehrerin geraten die sich sofort auf ihn eingeschossen hat,eine Lehrer-Eltern Komunikation war kaum bis garnicht möglich,letzendlich haben wir zum 2.Schuljahr die Schule gewechselt!

Erst lief es da super,die Lehrerin ist super bemüht und die Zusammenarbeit klappt gut!
Ich muss dazu sagen,Maurice is ein Kind dem es schwer fällt sich an Regeln zuhalten...so nahm das Drama einen Lauf,er stört den Unterricht,lässt Arbeitsmaterial verschwinden etc pp.
Seine Leistung sind nicht schlecht,könnten besser sein wenn er wenn er im Unterricht mitarbeiten würde anstatt den Clown zu spielen.
Jetzt war es vor den Ferien schon mal akut das die Lehrerin in betracht gezogen hat Maurice auf eine Sonderschule zu stecken (es ist mal wieder eskaliert und ich nehme an das es da ein Ohnmachtsschlag ihrerseits war).
Bei einem Gespräch mit dem JA wurde mir meine letzte Hoffnung geraubt!Die Frau sagte mir ganz klar das wenn die Schule das anstrabt wäre die einzigste Chance das Sonderschulverfahren zu umgehen,Maurice in ein Internat oder eine Schule für schwer erziehbare Kinder zu schicken!

Dann lief es eine zeitlang wieder gut,die Lehrerin war zufrieden (Maurice funktionierte also)!
Jetzt sind seid 3Wochen die Ferien um und ich hatte schon den ersten Termin in der Schule,es brodelt wieder an allen Ecken.
Die Lehrerin möchte eine Kollegin von der Sonderschule zu rate ziehen d.h. diese soll am Unterricht teilnehmen und mein Kind beurteilen,ob ihm in einem "normalen" Schulsystem noch zu helfen ist!!!!!
Das habe ich ihr nun verboten,ich weiss nicht vll.hab ich da übertrieben,aber für mich ist das der Anfang vom Ende!!

Ich fühl mich so hilflos,wenn die Schule ihn wirklich loswerden will dann schafft sie das auch....und dann?!

Maurice steckt in einer schwierigen Familliensituation,die ich aber nicht ändern kann!Ihn belastet das sehr das wir nicht mit seinem Vater zusammenleben (haben uns getrennt als Maurice 6Monate alt war) seid er 3Jahre alt war lebe ich mit meinem neuen Partner zusammen,die Beziehung der beiden ist sehr durchwachsen,wir haben 2gemeinsame Kinder.
Allerdings hat Maurice regelmässig Kontakt zu seinem leiblichen Vater.

Seitdem die Schwierigkeiten angefangen haben,haben wir sämtliche Tests durchlaufen,AD(H)S,Hochbegabung etc pp er hat nichts der gleichen.
Jetzt sind wir in einer Erziehungs/Familienberatung extra für Patchworkfamilien (ist vom Gesundheitsamt) dort hat Maurice auch regelmässig Spielgruppen und Gesprächsgruppen mit anderen Trennungskindern,vielleicht hilft es ihm wenn er sieht das er nicht alleine ist mit dieser Belastung.

Jetzt nochmal zu dem Sonderschulverfahren....wer kennt sich aus und kann mir eventuell Tips geben was ich noch tun kann?!

Danke schonmal!

Verzweifelte Grüsse Katja!

Beitrag von kawatina 28.08.07 - 12:30 Uhr

Hallo,

warst du schon beim schulpyschologischen Dienst ?
Würde dort mal Rat einholen, bevor unüberlegt gehandelt wird.

Grüße

Beitrag von catshiller 28.08.07 - 12:32 Uhr

Hallo!

Nein DA waren wir natürlich noch nicht!!!!

Danke Dir,werde es gleich mal in Angriff nehmen!

LG katja

Beitrag von laetitiajosephine 28.08.07 - 12:59 Uhr

Ist er außerschulisch auch so schwierig?

Wie findet er die Idee mit der Sonderschule? Ändert er mit dieser Drohung etwas an seinem Verhalten? Oder ists ihm egal? Wie findest Du die Idee? Setz Dich mal damit (auch wenns Dir schwerfällt) auseinander. Dass er in einer Patchworkfamilie lebt, ist kein Grund, sich so extrem zu verhalten, dann würde das ja bald jedes zweite Kind so treiben.

Frag ihn doch mal direkt, ob ihm was fehlt, ob er sich was wünscht, ob er Probleme mit Freunden hat etc. Dein Text dreht sich immer nur um die Leute, die ihn beurteilen, aber seine Meinung ist nirgends zu finden. Mach Dir mal darüber Gedanken.

Wir haben auch eine gute Erfahrung mit dem schulpsychologischen Dienst gemacht, schreib mal, was dabei bei euch rausgekommen ist!

Beitrag von cathie_g 28.08.07 - 13:39 Uhr

Viel Erfolg beim Schulpsychologischen Dienst.

Wenn Dein Sohn normal intelligent ist (wie ist der Test denn ausgefallen?), dann gehoert er auch nicht auf eine Sonderschule. Mir hat man in der Grundschule auch mehrfach damit gedroht und beim Schulpsychologischen Dienst habe ich dann einen IQ Test gemacht, dann war das Thema vom Tisch #freu

Lass Dich nicht unterkriegen und alles Gute

Catherina

Beitrag von kira2002 28.08.07 - 14:38 Uhr

Hallo Catherina,

Sonderschulen gibt es nicht nur für minderbegabte bzw. weniger intelligente Kinder!

LG
Michaela

Beitrag von cathie_g 28.08.07 - 15:42 Uhr

in diesem Fall wird aber offensichtlich genau damit gedroht, denn als *Alternative* wurde ja eine Schule fuer "schwer erziehbare Kinder" angeboten. Ich finde es einfach schade wie wenig Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf integriert werden. Wenn ich mir anschaue wie gut das an der (schottischen) Grundschule meiner Kinder laeuft, wo es extra Lehrer gibt, die sowohl die langsamen als auch die wilden und auch hochbegabten Kinder im Unterricht begleiten (als Zusatzkraft), dann kommt mir bei so einer *Drohung* echt die Galle hoch.

Der Schulpsychologische Dienst kann auf jeden Fall den *Bedarf* des Kindes feststellen und dann kann vielleicht gezielt gefoerdert werden.

Catherina

Beitrag von jellybaby25 29.08.07 - 06:34 Uhr

Hallo Catherina,

leider haben wir in unserem Schulsystem an normalen Regelschulen keine Zusatzkräfte, die die Unterrichtssituation entspannen können, indem sie sich mit einigen Kindern gesondert beschäftigen.

Wenn ich mich mal auf diesen Fall beziehe, dann sieht es so aus: Als normale Grundschullehrerin habe ich neben diesem einem Jungen, der offensichtlich schon seit Jahren Schwierigkeiten hat, noch vielleicht 27 andere Kinder, die ein Recht auf qualifizierten Unterricht haben. Diese 27 anderen Kinder müssen seit Jahr und Tag zurück stecken, weil ich mich mit einem Hauptteil meiner Kraft auf dieses eine Kind konzentrieren muss. Das ist in meinen Augen nicht in Ordnung - ich habe einen Lehrauftrag für alle Kinder meiner Klasse!

Ich habe auch schon Sonderschulaufnahmeverfahren angestrengt, wenn es keine anderen Möglichkeiten mehr gab. Aber zum Glück immer gemeinsam mit den Eltern und nicht gegen sie.

Grüße,
jelly

Beitrag von herzensschoene 02.09.07 - 23:32 Uhr

hallo jelly,

sicherlich ist eine sonder schule für ein lernschwaches kind genau das richtige.

was aber sind den bitteschön sonderschulen für schwer erziehbare kinder.

davon habe ich noch nie etwas gehört und auch im job haben wir noch nie mit solchen schulen zusammengearbeitet.

meines erachtens ist das eine leere drohung der lehrerin.

viele grüße maren

Beitrag von jellybaby25 03.09.07 - 06:14 Uhr

Hallo Maren,

es gibt tatsächlich sogenannte E-Schulen mit dem Schwerpunkt erziehungsschwierige Kinder. Dort arbeiten Sonderpädagogen, häufig im Team, in sehr kleinen Klassen. Der Vorteil ist, dass auf die Besonderheiten einzelner Kinder besser (und oft pädagogisch sinnvoller als in normal großen Klassen) eingegangen werden kann.

Grüße,
jelly

Beitrag von herzensschoene 03.09.07 - 12:55 Uhr

hallo jelly,

also in sachsen-anhalt und berlin habe ich noch nichts davon gehört.

die idee scheint ja nicht schlecht zu sein. der nachteil aller sonderschulen ist es aber, das diese schüler so stigmatisiert werden.
das sieht man ja auch schon bei der ausgangsposterin, die die beobachtung durch eine sonderschulpädagogin abgelehnt hat.

meine tochter ging selber in eine sonderschule für lernbehinderte und es brauchte viel supervision unsererseits, dass sie sich nicht benachteiligt fühlt.

viele grüße maren

Beitrag von kira2002 29.08.07 - 08:10 Uhr

hallo Catherina,

natürlich ist es schade, dass solche Kinder nich integriert werden, und viele Schulen verhalten sich da einfach heuchlerisch... machen große Seminare bzw. "Bildungsforum" nannte es sich, in dem besprochen wird, dass man besondere Kinder nicht ausschließen, sondern integrieren soll und im selben Atemzug wird genau ein solcher Schüler vom Unterricht ausgeschlossen und soll zur Sonderschule gehen....

Es nutzt ja dem Kind auch nichts, wenn es an der Schule abgelehnt wird... er wird immer der Unruhestifter und Buhmann bleiben, selbst wenn er mal nicht schuld an irgendwelchen Unruhen ist.

Dann doch besser eine Schule, in der er auch individuell gefördert werden kann und das Personal entsprechend geschult ist.

LG
Michaela