Defizite in der Sprachentwicklung-Jemand Erfahrung?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von jose2004 28.08.07 - 12:28 Uhr

Hallo,

mein Sohn ist 3 Jahre und 3 Monate. Er erzählt den lieben langen Tag ein Menge, aber leider sehr undeutlich und manchmal kaum zu verstehen. Er spricht fast alles im "D" aus, d.h. Krankenhaus ist Dadenhaus, Krokodil ist Dodil und auch kann er kein J und KL GL usw usw. Die Liste ist lang.

Nun hatte ich mit dem Kinderarzt gesprochen und der "beruhigte" mich und sagte, dass vor dem 4. Geburtstag eh nix gemacht werden kann. Also keine Logophädie oder ähnliches.

Heute hatten wir dann Elterngespräch im Kindergarten und die Erzieherin von Jack hat uns nochmal ans Herz gelegt ihn bei einer Logophädin vorzustellen, bzw. auch beim Ohrenarzt abklären zu lassen, dass alles in Ordnung ist. Sie sagte auch, dass die Kinderärzte meist jetzt noch nix machen, da die Krankenkasse erst ab dem 4. Geburtstag die Kosten dafür übernimmt. Nun bin ich ratlos....

Heute Nachmittag hat der Kinderarzt erst offen und ich kann dort nachfragen.

Hat jemand von euch Erfahrungen damit?? Was kann ich tun? Sollte ich noch warten? Ich hab einfach die Angst, dass es sich bei Jack jetzt so festsetzt und er später Probleme im Kiga bekommt, weil ihn die Kinder nicht verstehen.

Danke und LG

josy

Beitrag von gunillina 28.08.07 - 12:35 Uhr

Hallo,
ich würde auch mit ihm zum Ohrenarzt gehen, um evtl. Hörprobleme so schnell wie möglich ausschließen zu können. Denn wenn die Ohren das Problem sind, ist es am besten so schnell wie möglich Massnahmen einzuleiten.
Ansonsten fällt mir nix ein. Viele Kinder haben aber recht lange Probleme bei der Aussprache von K, D, P etc. Also, wenn die Ohren okay sind, habt ihr schon mal eine Sorge weniger...
L G
Gunillina, die in einer Schule für Hörgeschädigte (Grundschulkinder) gearbeitet hat...

Beitrag von danni64 28.08.07 - 12:38 Uhr

Hallo Josy,

dein Kia hat Recht,muss ich sagen. Mein Sohn bekommt seit einem Jahr Logopädie,weil er sehr grosse Sprachdefizite hatte und noch welche hat. Leider ist es so,dass es nur Übungsmaterial gibt,was Kinder unter 4 Jahren überfordert.

Zudem weigern sich viel Krankenkassen die Logopädie vor dem 4. Lebensjahr zu bezahlen.

Er erzählt und das ist echt wichtig,meiner sagte damals so gut wie garnichts.

Viele können noch nicht deutlich sprechen und haben Probleme mit Buchstaben.

Meine Kleine ist 3,5 Jahre und unsere Logopädin kennt sie natürlich auch. Ich habe auch schon mit ihr gesprochen,weil meine Kleine oft sehr undeutlich spricht und auch einige Buchstaben nicht hinbekommt. Die Logopädin sagt mir immer,dass es völlig normal ist und kein Handlungsbedarf besteht.

So sehe ich es auch bei deinem Sohn. Warte noch, er hat noch Zeit und keine Angst,die Kinder verstehen sich super untereinander.

Meinen Benjamin verstanden die Kinder im Kiga prima,besser als ich ;-).

Wenn die Erzieherin meint,es muss was gemacht werden,dann kann sie sich ja dafür Zeit nehmen ;-).


LG Danni !!!

Beitrag von janamausi 28.08.07 - 12:46 Uhr

Hallo!

Bei meiner Tochter (3 1/2 Jahre) war es genauso. Sie konnte bis vor kurzem dein "F" sagen, also hat z.B. Scharrad anstatt Fahrrad gesagt. Der Kindergarten hat mich auch darauf angesprochen. Ich bin dann zum Kinderarzt, der meinte auch erst, naja die ist ja noch so klein, das legt sich bestimmt. Da ich aber der Sache nachgehen wollte und nicht nachgegeben hab, hab ich dann eine Überweisung zum Ohrenarzt bekommen... da war alles in Ordnung. Ich hatte dann mit dem Kinderarzt vereinbart, dass wir noch paar Monate warten und wenn es nicht besser wird, wir zur Logopädie gehen. Mittlerweile ist es aber deutlich besser geworden und ich bin der Meinung, sie braucht keine Logopädie #freu

Aber ich bin trotzdem froh, dass ich beim Ohrenarzt war. So hab ich wenigstens Gewissheit gehabt und wenn doch was gewesen wäre, hätte man es rechtzeitig erkannt...und je eher, desto besser...

Normalerweise soll man Kinder nicht verbessern, wenn sie undeutlich sprechen, aber da meine Tochter sehr selbstbewußt ist, meinte der Kinderarzt, ich kann sie ruhig hin und wieder verbessern. Das hab ich dann auch gemacht und dadurch ist es deutlich besser geworden.

Um das Verbessern bißchen zu umgehen, kann man auch das schlecht ausgesprochene Wort deutlich im Antwortsatz wiederholen. Z.B. wenn das Kind fragt "kann ich Scharrad scharen" gibt man ihm die Antwort: "ja wir können Fahrrad fahren". Ich hoffe, ich habs verständlich geschrieben #hicks).

LG janamausi

Beitrag von kleineute1975 28.08.07 - 13:15 Uhr

Hi

ich kann dich verstehen einerseits..wenn der KiA sagt die Krankenkasse übernimmt das vorm 4 Geburtstag nicht, wäre mir das aber egal..ich würde trotzdem vorstellig bei der Logopädin werden, wenigstens um mal sicher zu gehen...und vielleicht mal fragen was man machen kann evtl. Bücher kaufen oder halt selber bezahlen, ob die Krankenkasse das bezahlt oder nicht wäre mir egal, da ist mir mein Kind und die Entwicklung mehr Wert als das Geld was es kostet (klar habe ich auch nicht viel) aber ich bin sogar am überlegen ob ich mit Jonas da er Linkshänder ist, ihn vor der Einschulung (ist noch Zeit er ist ja erst 2 Jahre), mit im einem Kurs gehe, wo er lernt mit links gescheit seinen Stift zu halten (habe im Internet einen Ort gefunden wo solche Kurse geboten werden, damit mit mein Kind mit links eine gute handschrift bekommt..ich übertreibe vielleicht, aber ich will nur das beste für mein Kind..und wenn er sprachprobleme hätte würde ich selbst handeln

LG Ute

Beitrag von prinzessin1976 28.08.07 - 13:21 Uhr

Mein Sohn wird im Okt. 4 udn wir waren letzte Woche zur U8. Er hat auch Probleme beid er Sprachbildung. Allerdings stottert er zusätzlich udn deswegen hat der Kia uns Logopädie verschrieben. Ich habe Morgen ein Vorgespräch (ohne Kind)bei der Logopädin. Ich denke auch man sollte erst mal schauen ob es sich vielleicht mit der Zeit verbessert bevor man gleich zur Logopädie geht. Allerdings würde ich ihn auch bei einem Ohrenarzt vorstellen um zu schauen ob die Ursache bei einem Hörproblem liegt!?

Mein sohn stottert eigentlich von Anfang an udn ich hatte gehofft es sei Entwicklungsbedingt und es würde sich mit der Zeit verbessern. leider musste ich feststellen dass es schlimmer wurde...also muss man nun ran an eine Spezialistin. Bin gespannt was die Morgen sagt!?



Beitrag von julu1982 28.08.07 - 13:46 Uhr

Hi

Lena konnte nie die Buchstaben BL hintereinander sagen. Sie sagte immer Bau (Blau) Böd (Blöd) Bume (Blume) usw.

Im Kiga riet man mir erstmal zu warten. Einen Monat später konnte sies auf einmal ohne das wir jemals mit ihr geübt hätten.

LG Julia

Beitrag von amorvincitomnia 28.08.07 - 13:54 Uhr

Ich kriege wirklich die Wut, wenn ich lese, was Euer Kinderarzt von sich gibt! Das Sprachverhalten Eures Sohnes ist keineswegs normal, das weiß auch jeder, der sich damit intensiver beschäftigt. Genau solchen Leuten wie dem KiA ist es zu "verdanken", dass Hörbehinderungen in Deutschland erst im Alter von knapp vier Jahren diagnostiziert werden! Wir liegen damit ganz hinten in der Statistik!!! Damit will ich nicht sagen, dass Dein Sohn zwingend einen Hörfehler haben muss, es kann auch durchaus andere Ursachen haben (die Lautverschiebungen sind allerdings schon typisch), aber Ihr müsst das Gehör abklären lassen und ihn so schnell wie möglich logopädisch betreuen lassen, und wenn es anfänglich nur auf eine Elternberatung hinausläuft. Die Kinder werden an den Unikliniken schon als Kleinkinder angenommen. Die Haltung zu warten, bis sie vier Jahre alt sind, ist völlig überholt, es sei denn, das Gehör ist nicht stabil. Die Erzieherinnen haben absolut Recht: Schnellstens ab zum HNO, dafür braucht Ihr keine Überweisung (!), vielleicht gibt es dort schon Ergebnisse, zumindest aber eine Überweisung zum Logopäden. Da sind teilweise lange Wartezeiten für Therapieplätze, es lohnt sich also, sich parallel schon um einen Platz zu kümmern. Zweitens solltet Ihr Euch um einen Termin in einer Pädaudiologie bemühen, das sind speziell ausgebildete Kinderhörärzte, mal ganz platt ausgedrückt. Selbst wenn beim HNO nichts heraus kommt, solltet Ihr dort vorbei schauen. Die Krankenkassen übernehmen bei Indikation selbstverständlich jede Art von Therapie. Es ist natürlich möglich, dass der betreffende Arzt bereits sein Kontingent an Verordnungen ausgeschöpft hat und Euch abspeisen will. Dann würde ich auf jeden Fall wechseln. Ergeben sich im Verlauf der nächsten Monate noch weitere Unregelmäßigkeiten über die Sprache hinaus, solltet Ihr das Kind in einem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) vorstellen, die Adressen findest Du hier auch bei urbia. Viel Glück, immer am Ball bleiben, dann habt Ihr das Problem hoffentlich bald gelöst,

Barbara

P/S.: Wir haben genau Euren Fall auch erlebt, allerdings sprach unser Kind keine uns bekannte Sprache, sechs HNOs sagten, das Gehör wäre super. Stellte sich heraus, er war kombiniert schwerhörig, und zwar hochgradig! Das haben sie erst nach drei Jahren gefunden, nachdem ich schier wahnsinnig geworden bin vor Sorge, und inzwischen therapieren wir die Folgen von rund vier Jahren Schwerhörigkeit. Seit gestern ist mein Sohn (5) wieder im Internat für Hörgeschädigte in Schleswig. Das wäre absolut vermeidbar gewesen, wenn mir mal jemand zugehört hätte! Im Nachhinein sagen sie, der Intellekt unseres Sohnes sei so groß, dass er Kommunikation simulieren könne. Toller Trost. Wäre er dümmer, hätten sie es schneller gefunden... Mein Vertrauen in die Ärzte ist nicht mehr sehr groß, ich vertraue nur noch meinen eigenen Beobachtungen. Das geht den meisten Leuten in dem Bereich so, die Ohrenkunde ist kein besonders weit entwickltes Gebiet innerhalb der Medizin. Sorry für die ernüchternden Worte, aber es ist leider so. Falls Du Fragen hast, kannst Du Dich gern melden.

Beitrag von ariella1979 28.08.07 - 20:47 Uhr

Hallo !

Meine Kleine, gerade 4 geworden, hat das gleiche Problem.
Ich war vor ein paar Tagen mit ihr beim Kinderarzt. Bei der U8 !

Da wurde auch ein kleiner Hörtest gemacht....der nicht besonders gut ausgefallen ist ! Ich habe für meine Kleine eine Überweisung zum Ohrenarzt bekommen. Da muss ich am Donnerstag mit ihr hin.

Ich bin gespannt was dabei raus kommt. Vielleicht besorgst du deinem Sohn auch einfach mal einen Termin. Schaden kann es ja nicht !


Liebe Grüsse

Ariella

Beitrag von melhessen 29.08.07 - 08:19 Uhr

Ich kann nur sagen, geht so schnell es geht zum HNO.

Meine große Tochter hatte nur noch 50 Hörvermögen und da war klar warum sie mit einigen Buchstaben Probleme hatte. Nach 3 erfolgreichen Ops war sie dann über 1 Jahr beim Logopäden. gerade in diesem jungen Alter werden doch sämtliche Bausteine gelegt und wenn man es auf die lange Bahn schiebt wird es nicht besser.

Mein Sohn war auch 6 Monate in logopädischer Behandlung, zwar waren die Ohren ok, aber meine Schwiegermutter ist schwerhörig und dementsprechend ist ihre Sprache.
Laut Logopäden kamen daher auch die leichten Sprachfehler.
( Schwiegermutter hatte ihn 3x in der Woche wenn ich arbeiten war).

Und je früher man ansetzt, desto besser ist es.

Beitrag von jose2004 29.08.07 - 09:00 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für eure Antworten!!

Mir ist jetzt klar geworden, dass ich mich nicht so einfach abspeisen lasse und auf jeden Fall dran bleibe.

Am 10.9. haben wir einen Termin beim HNO und dann schauen wir uns mal die Öhrchen an. Zumindest dies dann auszuschließen. Gestern habe ich erfahren, dass meine Nachbarin eine Logophädiepraxis hat. Wenn ich sie das nächste Mal treffe, spreche ich sie einfach mal an. Und wenn ich das alles selbst zahlen muss.

#danke nochmal und LG

josy