Sorry Crossposting (Ersttäter) Sonderschulverfahren!!!

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von catshiller 28.08.07 - 12:52 Uhr

Hallo zusammen!

Ich bin echt am Rande der Verzweiflung!Mein Sohn 8Jahre alt in der 3.Klasse steht kurz vor einem Sonderschulverfahren!
Maurice hatte schon einen schweren Schulstart,er ist im 1.Schuljahr direkt an eine Lehrerin geraten die sich sofort auf ihn eingeschossen hat,eine Lehrer-Eltern Komunikation war kaum bis garnicht möglich,letzendlich haben wir zum 2.Schuljahr die Schule gewechselt!

Erst lief es da super,die Lehrerin ist super bemüht und die Zusammenarbeit klappt gut!
Ich muss dazu sagen,Maurice is ein Kind dem es schwer fällt sich an Regeln zuhalten...so nahm das Drama einen Lauf,er stört den Unterricht,lässt Arbeitsmaterial verschwinden etc pp.
Seine Leistung sind nicht schlecht,könnten besser sein wenn er wenn er im Unterricht mitarbeiten würde anstatt den Clown zu spielen.
Jetzt war es vor den Ferien schon mal akut das die Lehrerin in betracht gezogen hat Maurice auf eine Sonderschule zu stecken (es ist mal wieder eskaliert und ich nehme an das es da ein Ohnmachtsschlag ihrerseits war).
Bei einem Gespräch mit dem JA wurde mir meine letzte Hoffnung geraubt!Die Frau sagte mir ganz klar das wenn die Schule das anstrabt wäre die einzigste Chance das Sonderschulverfahren zu umgehen,Maurice in ein Internat oder eine Schule für schwer erziehbare Kinder zu schicken!

Dann lief es eine zeitlang wieder gut,die Lehrerin war zufrieden (Maurice funktionierte also)!
Jetzt sind seid 3Wochen die Ferien um und ich hatte schon den ersten Termin in der Schule,es brodelt wieder an allen Ecken.
Die Lehrerin möchte eine Kollegin von der Sonderschule zu rate ziehen d.h. diese soll am Unterricht teilnehmen und mein Kind beurteilen,ob ihm in einem "normalen" Schulsystem noch zu helfen ist!!!!!
Das habe ich ihr nun verboten,ich weiss nicht vll.hab ich da übertrieben,aber für mich ist das der Anfang vom Ende!!

Ich fühl mich so hilflos,wenn die Schule ihn wirklich loswerden will dann schafft sie das auch....und dann?!

Maurice steckt in einer schwierigen Familliensituation,die ich aber nicht ändern kann!Ihn belastet das sehr das wir nicht mit seinem Vater zusammenleben (haben uns getrennt als Maurice 6Monate alt war) seid er 3Jahre alt war lebe ich mit meinem neuen Partner zusammen,die Beziehung der beiden ist sehr durchwachsen,wir haben 2gemeinsame Kinder.
Allerdings hat Maurice regelmässig Kontakt zu seinem leiblichen Vater.

Seitdem die Schwierigkeiten angefangen haben,haben wir sämtliche Tests durchlaufen,AD(H)S,Hochbegabung etc pp er hat nichts der gleichen.
Jetzt sind wir in einer Erziehungs/Familienberatung extra für Patchworkfamilien (ist vom Gesundheitsamt) dort hat Maurice auch regelmässig Spielgruppen und Gesprächsgruppen mit anderen Trennungskindern,vielleicht hilft es ihm wenn er sieht das er nicht alleine ist mit dieser Belastung.

Jetzt nochmal zu dem Sonderschulverfahren....wer kennt sich aus und kann mir eventuell Tips geben was ich noch tun kann?!

Danke schonmal!

Verzweifelte Grüsse Katja!

Beitrag von galeia 28.08.07 - 13:08 Uhr

Versetze dich in die Situation der Lehrer, der anderen Schüler in der Klasse deines Sohnes und deren Eltern.

Ein dermaßen verhaltensauffälliger Schüler kann den ganzen Unterricht sprengen. Ich als Elternteil eines Klassenkameraden wäre da auch nicht sehr glücklich.

Vielleicht ist es für deinen Sohn tatsächlich besser, eine Förderschule zu besuchen, dort gibt es eine intensivere Betreuung. ´Höhere Schulabschllüsse kann er auch später noch nachholen.

Ich verstehe aber, dass es für dich hart ist, da du deinen gar nicht dummen Sohn plötzlich in der "Assi"-Schule (Ausdruck meiner 11jährigen Nichte) siehst.

Im übrigen: Eure Familienproblematin muss nicht zwangsläufig zu solchen Verhaltensauffälligkeiten führen, es gibt auch Kinder, die verhalten sich völlig normal, trotz ähnlicher oder noch schwierigerer Familiensituationen.

LG H. #klee

Beitrag von kira2002 28.08.07 - 14:13 Uhr

Hallo liebe Katja,

es ist so, dass du ein Sonderschulverfahren leider gar nicht umgehen kannst, wenn die Schule das unbedingt in die Wege leiten will.... zuerst kommt der Ausschluss vom Unterricht, dann kommen Schulpsychologe, sonderpädagogischer Gutachter etc. Dann kommt vom Schulamt der Bescheid, gegen den du natürlich Widerspruch einleiten kannst, aber das hilft deinem Sohn alles nicht, wenn an dieser Schule sich niemand mit ihm auseinandersetzen kann oder will.

Die Sache ist die, dass die anderen Kinder eben auch ein Recht auf Beschulung haben und das ist nicht möglich, wenn ein Kind den Clown macht (und die Lehrerin evtl. auch nicht in der Lage ist, damit umzugehen!)

Informiere dich doch mal, wie heutzutage die Schulen für Erziehungshilfe (in eine solche würde er dann wohl gehen, wenn er leistungsmäßig keine Probleme hat) arbeiten, die Förderung ist wirklich sehr gut und es ist keine "Dummschule", wie es früher genannt wurde.

Denk an deinen Sohn: er fühlt sich ja in einer Schule, in der er abgelehnt wird, auch nicht wohl. In diesen Sonderschulen gibt es 2 Lehrer auf 10 Kinder, da kann dein Kind viel besser gefördert werden und auch seine Begabung geht nicht unter. Dort sind Kinder, die ebenfalls "anders" sind, eben so wie dein Sohn.

Ich verstehe sehr gut, dass du dich momentan hilflos fühlst und nicht akzeptieren möchtest, dass dein Sohn sich so verhält, aber es ist sicher auch für ihn der bessere Weg, in eine andere Schule zu kommen.

Und ganz ehrlich, ein Internat bzw. Fremdunterbringung finde ich in diesem Alter nicht gut, denn ich denke auch, dass gerade wegen der Trennung dein Kind auch dich als Mutter an seiner Seite braucht.

Du kannst mir sehr gerne auch über meine VK schreiben, wenn du möchtest.

LG
Michaela

Beitrag von sittichgirl 28.08.07 - 14:15 Uhr

Hallo Katja

Kann deine Angst vor der Sonderschule gut verstehen, aber ich denke du solltest dich erstmal richtig informieren worum es überhaupt geht.

Du schreibst selbst dein Kind ist schwierig, kann sich nicht an Regeln halten, lebt in schwierigen Verhältnissen und hat schon in der zweiten Schule Probleme.

Das zeigt doch, es kann nicht nur an der einen "doofen" Lehrerin liegen. Und die Lehrerin sucht doch offenbar das Gespräch mit euch. Was sollte sie denn deiner Meinung nach machen, wenn dein Sohn sich wie beschrieben im Unterricht verhält? Es Ignorieren. Dein Kind braucht Hilfe und manchmal kann das auf einer Sonderschule besser geschehen als auf einer Regelschule. Du schreibst seine Leistungen sind nicht schlecht. Was verstehst du darunter. Hat er überwiegend 2 und 3 auf dem Zeugniss. Dann würde ich mich auch wundern. Aber es gibt auch sehr verschiedene Sonderschulen. Für Lernbehinderte, Körperbehinderte, Schwererziehbare usw.

An was denkt denn die Lehrerin? Würde den Kontakt nicht abbrechen.

Ach ja bei uns ist es so (bin selbst eine von den schlimmen Lehrerinen ;) ) dass ein Kind nach der 6 Klasse fast keine Chancen mehr hat auf eine Sonderschule zu kommen und dort werden die Kinder eindeutig besser gefördert als bei uns auf der "normalen" Schule. Es gibt mehr Lehrer, kleine Klassen und die Lehrer sind speziell ausgebildet mit schwierigen Kindern zu arbeiten.

Und wenn Hochbegabung, ADS usw ausgeschlossen sind, dann solltet ihr als Familie wirklich überlegen was für euren Zwerg das beste ist. Denn Hauptschule mit 2-4 Wiederholungen und im schlimmsten Fall ohne Abschluß abgehen ist sicher nicht besser als eine Sonderschule. Und die Verhaltensauffälligkeiten sollten doch auch dringend in den Griff genommen werden. Denn Kinder müssen genau wie Erwachsene in der Schule bis zu einem gewissen Grad "funktionieren", sonst kann keiner dort arbeiten. Und ich meine nicht stillhalten und keine eigene Meinung sagen, sondern grundlegende Dinge wie ruhig sitzen, anderen zuhören, andere achten, sich und andere nicht verletzen, Verantwortung für sich und seine Materialien übernehmen usw. Und diese Dinge sind notwendig um in der Schule Erfolg zu haben.

Und die Begutachtung ist doch auch eine Chance. Vielleicht kommt die Lehrerin von der Sonderschule ja zu dem Schluss, dass euer Kleiner garkein Kind für die Sonderschule ist.

Wünsche euch viell Glück

sittichgirl

Beitrag von kati_n22 28.08.07 - 18:59 Uhr

Vielleicht solltest Du dein Kind auch mal einer (Verhaltens)Therapie unterziehen und einem Kinderpsychiater vorstellen.
"Nur" eine Spiel und Gesprächsgruppe für Trennungskinder ist etwas tief gegriffen bei solchen Problemen im Sozialverhalten!
LG
Kati

Beitrag von catshiller 29.08.07 - 08:06 Uhr

Hallo Kati!

Diese Gruppe wird von einem Kinderpsychologen betreut und die Spielgruppen haben schon einen tieferen Sinn!
Das Problem ist das wir nicht wissen was in dem Jungen vorgeht,er ist sehr verschlossen,ausserdem fehlen den meisten Kindern in diesem Alter einfach die Worte um konkret auszudrücken was sie sich wünschen oder was sie bedrückt.So wird dieses anhand von Rollenspielen "erforscht"!

LG Katja

Beitrag von jolly12 29.08.07 - 21:33 Uhr

Hallo Katja!!
Du kommst aus NRW wie ich sehe. Also gehe ich davon aus, dass dein Sohn auf der Schule für Erziehungshilfe beschult werden soll. So Leid es mit tut und ich weiß für eine Mutter ist das verdammt schwer aber nach dem was du über ihn schreibst scheint er tatsächlich auch einen entsprechenden Bedarf zu haben. Kinder mit den Problemen deines Sohnes brauchen kleine Klassen und sehr viel Unterstützung und Hilfe von fachlich geschulten Personal um sich schulisch entwicklen zu können. Also sieh es einfach positiv. Dein Junge hat ein Prolem und dort kann ihm geholfen werden. Wenn das Problem behoben ist geht er wieder zurück ins Regelsystem. Das ist das Ziel dieser Schule keine dauerhafte sondern nur eine vorübergehen de Beschulung. Ständiger Stress und Frust in der Schule führt zumeist zu weiteren Problemen z.B. innerhalb der Familie und dem Sozialsystem. Ansonsten finde ich, dass ihr auch super Hilfe geholt habt. Eventuell wenn sich mittelfristig nichts an der Problemlage ändert könntest du beim Jugendamt eine Betreuung in einer Tagesgruppe beantragen.
LG und alles gute für deine Familie und dich
Jolly