Kann mir einer helfen, daß ich wieder nen gut gelaunten Ehemann bekomm

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von kadderle 28.08.07 - 14:01 Uhr

Liebe User, ich hoffe ich finde hier Hilfe für mein (besser gesagt unser) Problem. Mein Mann ist Konditor und ist auch in diesem Beruf angestellt. Doch der Chef ist voll der Ausbeuter. Mein Mann bekommt netto nicht mal 1100Euro raus. Und der Witz ist, daß er auch noch 6 Tage die Woche arbeitet und jeden Tag mindestens 10Stunden arbeitet. Überstunden werden weder bezahlt, noch bekommt er wann anders frei. Urlaubstage liegen weit unter dem normalen Satz. Meinem Mann geht es damit wirklich schlecht und er ist nur noch mies drauf, was man ja verstehen kann. Jetzt hat auch noch der Magen zu rebellieren angefangen, was ich auf die Arbeitsbedingungen zurückführe. Nun will mein Mann nur noch dort weg. Jetzt meine Frage: Hat jemand Erfahrung in dieser Beziehung? Mein Mann würde jeden Job machen, solange er nicht mehr so ausgebeutet wird! Er liebt zwar seine Arbeit, aber er kann einfach nicht mehr. Dummerweise ist der Chef meines Mannes in keiner Innung, so daß er FAST tun und lassen kann was er will. Und als mein Mann auf dem Arbeitsamt war und gesagt hat, er würde jeden anderen Job annehmen wurde ihm gesagt: "Sie sind Konditor und wir vermitteln sie auch nur in diesem Beruf!" Ende! Also bedanke mich schon jetzt bei Euch. Und falls jemand ein Jobangebot im PLZ 97... hat, immer her damit! kadderle#danke

Beitrag von cinderella2008 28.08.07 - 14:06 Uhr

Hallo Kadderle,

das ist zwar schlimm und ich empfinde das, was Deinem Mann da passiert, auch als ungerecht.

Leider ist das aber heutzutage die gängige Praxis. Mein Lebensgefährte arbeitet auch 6 Tage die Woche. Theoretisch 8 Stunden, in der Praxis aber täglich 11 - 12 Stunden und hat in etwa den gleichen Betrag raus wie Dein Mann. Dazu kommt, dass der Urlaubsanspruch auch nur auf dem Papier besteht und um jeden Tag gehandelt werden muss.

Aber was will man machen, die Arbeitsplätze (auf denen man nicht ausgebeutet wird) liegen nicht auf der Straße.:-(

Beitrag von redegewandte 28.08.07 - 14:09 Uhr

Ich weiß leider auch nicht, wie du deinen Mann wieder gutgelaunt bekommst...sowas ist nicht einfach.

Wenn ich da an mich denke, 10 Stunden/Tag, 6 Tage/Woche und 1000 Euro netto,ich sehe immer öfter, dass das einfach keine Ausnahme mehr ist!

Mich kann man auch nicht aufmuntern was das Thema Arbeit betrifft, einfach nicht drüber reden/nachdenken tut mir am Besten, einfach Ablenkung nach der Arbeit und nen Partner der einen einfach mal kuschelt......

Beitrag von meggy20082005 28.08.07 - 14:16 Uhr

Hallo,

ich weiß nicht, ob das deinen Mann aufmuntert?

Aber meiner geht in Schichten, Nachts, Tags, Wechsel willkürlich, auch Wochenends oder mal 9 (!) Tage ohne einen Tag frei mit 3 Schichtwechseln für weit weniger!

Nämlich für nur rund 750 Euro NETTO und muss davon noch den Arbeitsweg selbst finanzieren.

Ich glaube es geht immer einen Tick schlimmer #cool

LG Anja

Beitrag von peterpanter 28.08.07 - 14:19 Uhr

Hi,

eigentlich hat er einen tollen -aber leider mies bezahlten Beruf.

Ich möchte mal die Sache von einer ganz anderen Seite angehen. Nämlich als Kunde, der gerne beim Bäcker seine Brötchen und sein Brot kauft und hierfür teilweise sehr horende Preise bezahlen muss - und diese auch bereit ist ohne Murren zu bezahlen wenn:

Er endlich mal einen Bäcker und Konditor finden würde der noch backen könnte. Jemand der noch Teig machen kann. Der weiss wie ein richtiger Sauerteig geht. Für den Hefe nicht aus Pulver besteht. Dessen Brötchen noch nicht nicht einmal frisch schmecken. Ein Brot anbieten das man nach 3 Tagen noch essen kann ohne davon eine Staublunge zu bekommen.

und vor allen Dingen, dessen Produkte auch noch Geschmack haben.

Leider wird heute ein Sack Brotmischung aus der Fabrik mit Wasser verrührt und aufgebacken und in irgend einer Filiale verkauft - bäh pfui Deibel!!

Kurze Rede langer Sinn, er soll sich selbstständig machen (bzw. die Voraussetzungen hierfür machen) und soll anfangen richtiges Brot und richtige Brötchen zu backen. Eine große Auswahl ist nicht so wichtig. So etwas spricht sich rum und Samstags um 10 Uhr ist er ausverkauft. Und er weiß für wen er arbeitet.

grüßle

peter



















Beitrag von die_schnute 29.08.07 - 08:31 Uhr

kann ich nur bestätigen.

bei uns ggü ist ein bäcker der den ruf hat der beste in der stadt zu sein (immerhin haben wir etliche davon bei 100 000 einwohnern) und samstags früh ist hier die hölle los....die leute kommen vom andren ende der stadt wegen brötchen.
hab ich vorher NIE verstanden, aber wenn man dann mal die pfannkuchen probiert #freu

das mit dem brot, was anch 2 tagen *bäh* schmeckt kenn ich und hasse es.
kenn ich nicht von früher und ehrlich gesagt bin ich seit einigen jahren ein kaum-mehr-brotesser-geworden. aber seit 3 jahren gehts dann wegen bäcker bauer *g


LG
schnuti

Beitrag von maeuschen06 28.08.07 - 14:36 Uhr

Hallo,

dein Mann steht damit ganz sicher nicht alleine da. Auch wenn er den Job wechselt, muss es nicht besser werden.

Mein Mann arbeitet auch häufig 10 Tage am Stück, viele Wochenenden, selten unter 10 Stunden (ohne Bezahlung der Überstunden) und muß einen Tag von 12 - 22 Uhr arbeiten, am nächsten Tag dann aber schon um 6 Uhr antreten. Das ist heftig, aber besser so einen Job als gar keinen.

So ist leider heute das Arbeitsleben bei sehr vielen.

lg

Beitrag von kleinerkruemmel 28.08.07 - 14:51 Uhr

hallo ,

das heißt aber nicht das man das alles so hin nehmen muß im Leben , denn man hat auch ein recht auf ein Leben, und resignieren und alles dulden ist der letzte Ausweg.

Ich kann Dich gut verstehen denn ich denke das auch ein Familienleben so total drunter leidet............

Ich habe auch leider kein Job für deinen Mann aber ich kann Dir nur raten , nehmt es nicht so hin , es gibt immer eine Lösung auch auf dem heutigen Arbeitsmarkt........

und der Spruch anderen geht es auch so oder noch schlechter bleibt in unserer Gesellschaft der leicht gesagteste Spruch........

Kopf hoch überlegt euch alternativen, kenne ein bekannten (hat zeitarbeitsfirma gebuckelt) der hat sich mit meinem Vater (gewerkschaftler) unterhalten und daraufhin auf sein recht gepocht und plötzlich ging alles ganz anders ..........

Liebe Grüße und alles Gute Mona

Beitrag von kadderle 02.09.07 - 15:19 Uhr

Danke Du sprichst mir echt aus der Seele. Den Spruch, daß es anderen noch schlechter geht hören wir zur Genüge! Es gibt aber bedeutend mehr, denen es viel besser geht als uns. Ich bin eigentlich nämlich eher der Kämpfertyp und sehe nicht ein, alles hinzunehmen, weil es halt so ist!

Beitrag von rudi333 28.08.07 - 15:09 Uhr

Helfen kann man da eher nicht, weil Deinem Mann geht es wesentlich besser als Tausenden anderen, die haben nämlich keinen Job und noch weniger Geld.

Er kann alles weiter so hinnehmen, er kann sich was anderes suchen (selbst - nicht übers Arbeitsamt) oder sich selbständig machen (wobei letzteres noch mehr Arbeitsstunden wären).

Die Entscheidung liegt bei ihm selbst.

Beitrag von coppeliaa 29.08.07 - 09:44 Uhr


er soll

- beim arbeitsamt jobsuchend melden, vielleicht kriegen die ja mal was für einen konditor rein?

- die örtliche tages/wochenzeitung regelmäßig durchschauen

- wer arbeitet im freundeskreis in einer größeren firma? derjenige soll doch mal nachfragen, obs in der firma möglichkeiten gibt. aber diskret, nicht dass der jetzige chef was mitkriegt und stunk macht.

- blind bewerben! bei welcher firma in der umgebung könnte dein mann reinpassen? höflich anrufen, nachfragen, mit bezugnahme telefongespräch bewerbungsunterlagen (müssen top gemacht sein!) hinschicken. aktiv werden!

alles gute!

Beitrag von kadderle 02.09.07 - 15:21 Uhr

vielen Dank für die Tips... das hilf echt....

Beitrag von urbani 29.08.07 - 13:23 Uhr

Helfen kann ich dir leider auch nicht, aber es macht mich dankbar, wie gut es uns eigentlich geht, wenn ich lese, wie es vielen anderen geht. Oft sind auch wir noch am mosern, dass es schlechter geworden ist wie früher, aber dennoch weitaus besser als bei den hier beschriebenen Fällen.

Da hört sich unsere Situation echt wie Luxus an. Mein Mann geht Mo - Fr von 7 - 15.45 Uhr arbeiten, wir haben immer lange Nachmittage für uns. Ich selber gehe Mo - Do von 8 - 13.30 Uhr arbeiten. In der Woche koche ich dann bis mein Mann da ist, danach haben wir gemeinsam Zeit zum Einkaufen, für Unternehmungen. Freitags, wenn ich frei habe, putze ich das ganze Haus und so haben wir das ganze lange Wochenende immer Zeit zum ausschlafen und für die Familie.

Tut mir echt leid für dich!