Extreme Mutteranhänglichkeit (2J 9M) - wird mir zuviel... (lang)

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von privatmensch 29.08.07 - 15:06 Uhr

Hallo zusammen,

unser Sohn (2 Jahre, 9 Monate) ist gesund und schon immer sehr schmusig. Meinen Mann liebt er auch. Aber letztendlich ist er ein totales Mamakind und sehr auf mich fixiert: so sehr, dass es mir zuviel wird:-(.

Zum Hintergrund:
Mein Kleiner geht in die KiTa seit er 6 Monate alt ist: zwischen 9:00 und 16:00 Uhr. Ich gehe derweil arbeiten. Es handelt sich um eine Betriebstagesstätte der Firma wo ich arbeite. Diese liegt in einem anderen Stadtteil als wo wir wohnen. Mein Sohn geht schon von Anfang an nicht sonderlich gerne in die KiTa - wobei er dort sehr gut aufgehoben ist. Wenn er aber mal dort ist, integriert er sich gut und macht bei allen Aktivitäten freiwillig mit.
Morgens, wenn ich ihn dahinbringe, will er nicht aus dem Auto steigen, lieber mit mir in die Arbeit gehen, etc.

Leider haben wir an unserer Wohnstätte kaum Freunde für ihn. Ich gehe zwar täglich mit ihm nach der Arbeit noch auf Spielplätze, aber dort sich noch keine solche Freundschaften entstanden, dass die Kinder sich auch zu Hause besuchen.

Zu Hause nimmt mich mein Sohn voll in Beschlag: Er will andauernd, dass ich mit ihm spiele. Ich versuche ihn in Haushaltstätigkeiten einzubinden, aber das gelingt nur begrentzt. Er will abends nicht allein einschlafen - also bleibe ich bei ihm bis er eingeschlafen ist. Nachts wenn er aufwacht, ruft er nach mir so lange, bis ich an sein Bett gehe bzw. mich zu ihm lege. Letzteres mache ich, weil ich ständig müde bin (Arbeit, Kind, etc.). Morgens ruft er wieder als erstes nach mir. Den Papa schickt er raus.

So geht das die ganze Zeit.
Da er auch ein Späteinschläfer (vor 9:30/10:00 Uhr schläft er nicht) und Frühaufsteher (7:00 Uhr ist er wieder fit) habe ich überhaupt keine Zeit für mich. Und dieses ständige an mir kleben wird mir langsam unheimlich und einfach zu viel...

Sicher mache ich viele Sachen falsch. Aber ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.:-(

Würde mich über konstruktive Tips sehr freuen.

Danke schon im Voraus#blume.

Monika

Beitrag von bi_di 29.08.07 - 15:18 Uhr

Ich habe zwei von der Sorte <seufz>. Keine Ahnung, was wir falsch machen, aber bei uns geht das 'Nein, Mama machen!' schon seit Monaten.

Einen Tipp, wie man das ändern könnte habe ich also nicht, aber einen um es zu überleben:
Schick Deinen Mann mit dem Kurzen los oder verschwinde selber stundenweise. Wenn ich nicht da bin, klappt das nämlich vortrefflich mit den Kurzen und Papa.

Grüsse
BiDi

Beitrag von zwerg76 29.08.07 - 15:22 Uhr

Hallo Monika,

ich kann Dich sehr gut verstehen. Mir geht es ähnlich. Ich arbeite auch normalerweise zwar nur 25 Std. die Woche aber mache auch oft Urlaubsvertretung, so dass ich in der Zeit auf ca. 43 Std. die Woche komme. Das mit Kind, Mann und Haushalt zu kombinieren ist nicht ganz einfach, zumal ich auch schlecht Sachen liegen lassen kann.

Unser Kleiner hängt auch sehr an seinem Vater und vor allem an den Opas und Omas die noch auf beiden Seiten vorhanden sind. Allerdings läßt er sich manche Sachen ausschließlich von mir machen, was da wäre Essen geben, Baden bzw. Abduschen, Zähne putzen, ins Bett bringen und wenn er nachts aufwacht ruft er auch ausschließlich nach mir. Mir geht es dann wie Dir, ich hab schlichtweg abends dann auch wenig Zeit für mich, er schläft auch meistens nur bzw. schneller ein, wenn ich bei ihm bleibe. Meist bin ich selbst so müde, dass ich mit einschlafe und dann ist der Abend gelaufen...............nachts wird er gott sei Dank nicht allzu oft wach aber wenn dann bin ich ausschließlich gefragt, nicht mein Mann. Es ist ja nicht, dass ich ihm das durchschlafen nicht gönne #gaehn aber er reagiert ja auch überhaupt nicht; so nach dem Motto: er ruft ja nach Mama nicht nach Papa #schein

Wie Du siehst Kopf hoch....es gibt sicherlich viele, denen geht es genauso und ich für mich versuche es nicht so eng zu sehen, fühle mich manchmal sogar geschmeichelt, dass mein Kleiner an mir hängt, denn der einzigste Unterschied zu Dir...meiner ist und war noch nie sonderlich verschmußt......also genieß ich das schon auf die ein oder andere Art auch wenn es manchmal zu viel wird.

Lg, Zwerg76 mit Marvin *1.10.2003

Beitrag von 2.monster 29.08.07 - 17:19 Uhr

Kannst du versuchen, Ihn mit sich selbst beschäftigen zu lassen und so eine Auszeit für Dich zu organisieren? Mit drei fängt er doch an zu malen, puzzeln, lego spielen etc.? Kaufe ihm beispielsweise ein Spielzeug das er unbedingt haben will, das er aber nur bekommt, wenn er damit alleine spielt. Und nimm es ihm wieder ab, wenn er Dich während einer bestimmten Zeit nicht in Ruhe läßt. (langsam steigern - ich würde da mit 5 oder 10 Minuten anfangen und bis 30 Min. ausdehnen, er ist ja noch klein.) - Da ich auch berufstätig bin genieße ich die Zeit, die ich mit meinen Kids abends habe. Allerdings habe ich auch eine bestimmte Uhrzeit (spätestens 10#kratz), zu der ich die Kids im Bett haben will. Wenn er dann nicht müde ist kann er gerne noch lesen oder spielen - aber er hat mich in Ruhe zu lassen. Und ich erkläre (während ich Hausarbeiten mache): Zieh Dich schon mal um und putz Dir die Zähne. Ich habe dann eine halbe Stunde (o.ä.) für Dich, und wenn Du schon bettfertig bist können wir länger spielen.
Ich finde, Du solltest ihm klarmachen, dass Du auch Bedürfnisse hast und nicht nur für ihn da bist. Er sollte alt genug sein, das langsam zu verstehen.

Was sagen die Erzieherinnen - kann er sich mit sich selbst beschäftigen?

Viel Glück!

Beitrag von janamausi 29.08.07 - 20:40 Uhr

Hallo Monika!

So ein ähnliches Problem hatte ich auch. Meine Tochter ist 3 1/2 Jahre und ich geh seit Januar wieder arbeiten. Bei uns sah es so aus: Meine Tochter und ich sind früh zusammen um 6 Uhr aufgestanden, um 7.30 Uhr hab ich sie im Kiga abgegeben und bin dann direkt auf Arbeit gefahren, hab bis 16 Uhr gearbeitet, bin direkt zum Kiga gefahren und kurz nach 17 Uhr waren wir daheim, um ca. 20.30 Uhr ist sie ins Bett gegangen und ich meistens mit, weil ich völlig kaputt war.

Ich war zum einen unglücklich, weil ich keine Zeit für mich hatte und meine Tochter hat auch gelitten, weil sie den ganzen Tag im Kiga war und kaum was mit mir unternehmen konnte und auch gar nichts mit anderen Kindern außerhalb des Kigas unternehmen konnte. Und der Haushalt mußte ja nebenbei auch noch gemacht werden... Meine Tochter gefällt es gut im Kiga, aber man hat gemerkt (auch die Erzieherinnen), dass ihr einfach Zeit mit mir fehlt.

Auch war sie früh eine von den ersten im Kiga und Nachmittags eine von den letzten die abgeholt wurde, d.h. sie hat die Kinder kommen und gehen sehen, hat mitgekriegt wie sich andere Kinder/Mütter für Nachmittags am Spielplatz etc. verabredet haben...und Kinderturnen etc. konnten wir auch nicht machen und wenn wir um 17 Uhr auf dem Spielplatz aufgetaucht sind, sind die anderen schon am heimgehen gewesen...

Wir waren so unglücklich, dass ich jetzt meinen sicheren Job gekündigt habe und nächste Woche bei einer Zeitarbeitsfirma anfang, aber ich denke, es ist trotzdem die richtige Entscheidung. Jetzt habe ich seit 3 Wochen Urlaub, hole meine Tochter zwischen 13 und 15 Uhr im Kiga ab und wir unternehmen viel gemeinsam, treffen uns mit anderen Kindern...und meine Tochter blüht total auf #freu Sie ist kaum wieder zu erkennen, sie ist total ausgeglichen, geht freiwillig Abends alleine ins Bett...

Ich würde dir raten, wenn es irgendwie möglich ist, mit dem Job kürzer zu treten. Wenn es dir gut geht, geht es auch deinem Kind gut und wenn Du nur Streß hast und unglücklich bist, leidet dein Kind auch. Die Kindheit geht so schnell vorbei und ich finde es schade, wenn ein Kind die nicht richtig genießen kann.

LG janamausi

Beitrag von baby1997 29.08.07 - 22:05 Uhr

Hallo!

Als erstes: ich kann dich verstehen, dass es dir zu viel wird und lass dich mal #liebdrueck.
Aber: Wenn er Papa morgens wieder rausschickt und du kommst dann, ist doch klar das er das immer so macht. Lass deinen Mann auch Dinge übernehmen. Am Anfang wird er meckern (dein Sohn), schon klar, aber wenn ihr, du und dein Mann gemeinsam, ihm erkärt, dass du auch mal "Freizeit" brauchst wird er das schon verstehen.
Ich hab meiner Tochter immer gesagt: Mama, braucht auch mal Ruhe, sonst hab ich bald nicht mehr genug Kraft um noch mit dir zu toben. Hat sie nach einiger Zeit verstanden.

Nachts: Kann er nicht bei euch mit im Bett schlafen? Wir haben das so gemacht. Hab ihr gesagt, wenn sie aufwacht, kann sie zu uns kommen, so musste ich nicht aufstehen.

Zur Schlafenszeit: Kann er nicht früher schlafen gehen? Was passiert dann? Steht er früher auf? Falls ja, macht er noch Mittagsschlaf? Den dann vielleicht weglassen (Umstellung dauert ein bißchen) oder verkürzen? Dann hättest du wenigst abends mal Zeit für dich / euch.

Was sagt dein Mann dazu. Ist er bereit dich zu unterstützen und zu helfen? Kann er nicht mal am WE mit ihm etwas alleine unternehmen?

Ich hoffe, es wird bald besser, denn ich kann mir vorstellen, das es für dich sehr anstrengend sein muss.

Gruß Christiane

Beitrag von arienne41 29.08.07 - 22:22 Uhr

Hallo

Mein Sohn hatte das Problem mit dem schlafen auch als er 26 Monate alt war und ich ließ den Mittagsschlaf weg.
Ich mußte ihn zwar erstmal über den müden Punkt bringen aber dann war es ok und er ging wieder um 20.00 Uhr schlafen.
Schildere das doch mal in der Kita und bitte darum das er Mittags nicht schläft.


Sicher mache ich viele Sachen falsch. Aber ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Handle nach deinem Gefühl und dann ist das auch richtig.
Was für andere vielleicht falsch ist ist für euch vielleicht gerade richtig.Jeder muß auch mit Kind seinen Weg finden.

Falsch machst du nichts aber vielleicht anders ;-)

Gruß Arienne

Beitrag von privatmensch 30.08.07 - 10:10 Uhr

Herzlichen Dank an alle, die mir geantwortet haben#blume!

Ich habe einige wertvolle Anregungen von euch bekommen.

Viele Grüße
Monika

Beitrag von psylvie 30.08.07 - 20:25 Uhr

hallo
Leider kann ich dir keine Tipps geben, ich kann dir nur sagen: du bist nicht allein! Sein 6 Monaten ungefähr ist Luca total anhänglich, weint und brüllt sobald ich auch nur aufs Klo gehe und auch in der Krippe, in die e seit 2 Jahren geht, brüllt er wie am Spiess wenn ich ihn hinbringe.
Nachts bin nur ich gefragt, mein Mann hat nix zu melden.
Und sowieso ist es NUR Mama die helfen kann...

Wieso das so ist...?? keine Ahnung. Wie das wieder besser wird?? auch keine Ahnung!
Ich merke nur dass das alleine spielen jetzt so langsam etwas besser wird. Luca spielt jetzt seit etwa 1 Monat immer häufiger alleine und sieht sogar Bücher alleine an!
Aber der Rest ist immer noch beim Alten. Er Will zu Oma, doch wenn ich dann gehen will,ist es das grösste Drama...
Ich denke und hoffe doch sehr, dass es wieder eine solche Phase ist...
Und ich denke nciht das man da viel falsch machen kann. Wenn das Kind die Aufmerksamkeit und die Nähe braucht, dann soll er sie haben. IMMerhin ist er alt genug zum Sprechen und somit kann er klar äussern was er braucht (im Gegensatz zu einem Baby)
Das einzige was ich niemals tue: ihn wieder mit nach Hause nehmen wenn er bei Oma bleiben soll oder in der Krippe!Denn das wäre fatal...
Ansonsten denke cih:einfach durchhalten. Irgendwann wissen die hoffentlich dass Mama auch später noch da ist.
Lg Sylvie + Leon (3 wochen) + Luca (3) +#sternLenny