Zentrale Hörstörung

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lisab 29.08.07 - 16:10 Uhr

Hallo,
ich war gestern mit meiner Tochter (6) zum Ohrenarzt, da ich den Eindruck habe, Sie hört manchmal nicht richtig.
Es wurde ein Verdacht auf zentrale HÖrstörung festgestellt. Sie kann, wenn mehrere Leute reden, nicht alles verstehen. Je mehr Kinder im Kindergarten z.B. anwesend sind, desto zurückhaltener wird sie. Ich glaube, es hängt dann damit zusammen, dass sie nicht alles mitbekommt. Wir haben vor kurzem ein Ballspiel mit mehreren Kinder gemacht und es ging laut und wild her. Irgendwie stand sie dann ganz verloren auf dem Spielfeld und machte den Eindruck als wenn sie gar nicht weiß worum es geht. Irgendwie versteht bzw. begreift sie die einfachsten Sachen nicht und ist manchmal etwas zurückgeblieben. Kann das alles damit zusammenhängen. Es wäre nett und würde mir sehr helfen, wenn jemand Erfahrungen hiermit hätte und mir darüber berichten würden. Was kann man dagegen machen. Die Ausklünfte der Ohrenärztin waren nicht sehr zufriedenstellend. Sie hat mich an Professor weiter überwiesen. Dort bekomme ich jedoch erst nächstes Jahr einen Termin weil es sich nicht um einen NOtfall handelt.
Danke und viele Grüße!

Beitrag von babsi1785 29.08.07 - 16:50 Uhr

hallo

meine tochter (3,5 Jahre) wurde festgestellt das sie links nicht richtig hört. (30% nur) Ich habe genau die selben beobachtungen gemacht wie du. Nur unterschied das sie alles was hinter ihr passiert auch nicht richtig mitbekommt. Also wenn Auto von hinten anfährt. Mein Ohrenarzt will mom. auch keine OP`s machen, da er meinte das in den alter meist es sich von selber löst. Bis Weihnachten sollen wir abwarten und wiederkommen.

Bin damit aber gar nicht zufrieden, da sie dadurch auch Sprachprobleme hat.

MEhr kann ich dir leider auch nicht sagen

Babsi

Beitrag von tannenbaum1 29.08.07 - 17:42 Uhr

Hallo,
ich würde mir auf jeden Fall mindestens eine zweite Meinung einholen von einem anderen Arzt!!!
Gruß
T.

Beitrag von tannenbaum1 29.08.07 - 17:57 Uhr

Hallo,
und das fällt dir erst jetzt auf, das macht mich irgendwie traurig. Hast du dein Kind denn vorher nicht beobachtet?
Alles Gute!
T.

Beitrag von gunillina 30.08.07 - 06:38 Uhr

Ja, da hast du ja mal ne gaaanz sinnvolle Antwort gegeben... Es ist ja auch keinem Kinderarzt bei den VUs aufgefallen, oder? UNd die machen ja Hörtests, wenn ich nicht irre...
UND wenn man meint, sie ist eben ein wenig zurückhaltend, kommt nicht gut in großen Gruppen zurecht... dann überlegt man doch nicht UNBEDINGT, ob das denn an den Ohren liegen könnte, wenn sie doch ansonsten normal hört. Oder? Besonders, wenn so etwas in der Familie bisher überhaupt kein Thema war...
Mein Sohn meidet große Gruppen und viel Lautstärke auch, ich werde jetzt mal überlegen, ob es vielleicht an solch einer Sache liegen könnte (wir dachten eher an eine Reizüberflutung).
Finde deine Antwort vollkommen überflüssig.
Gunillina

Beitrag von amorvincitomnia 29.08.07 - 18:40 Uhr

All das, was Du beschreibst, hängt natürlich genau mit der Verarbeitungsstörung zusammen. Sie ist keineswegs "zurückgeblieben", sie versteht nur offensichtlich bei Störschall nichts. Es gibt da verschiedene Abstufungen des Problems, das müssen sie im einzelnen in der Pädaudiologie prüfen. Die Diagnostik ist sehr schwierig und langwierig, lasse Dich nicht abweisen! Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, solltest Du schnellstmöglich Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen, die können Dir weiter helfen. Lasse Dich also auf keinen Fall mit einem Termin im nächsten Jahr abspeisen, das Kind kommt in die Schule, es wird massive Probleme bekommen!!! Genau das sagst Du den Leuten am Telefon, machst es richtig dringend, dann bekommt Ihr auch früher einen Termin. Da ich nicht weiß, wo Ihr wohnt, kann ich Dir mit der Klinik nicht weiter helfen, wir sind in Lübeck an der Uniklinik, die sind ganz toll. Für Niedersachsen wüsste ich auch jemand.

Du kannst sehr gute Infos finden unter http://www.schwerhoerigenforum.de/. Das ist zwar eigentlich nur für "echte" Schwerhörige mit peripheren Hörstörungen gedacht, aber sie haben auch sehr gute Artikel zum Thema AVWS (Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung). Deine Tochter "hört" ja richtig, das Gehirn verarbeitet die Infos nicht korrekt. Es gibt an den Hörgeschädigtenschule des jeweiligen Bundeslandes Pädoaudiologische Beratungsstellen, rufe dort sofort an und lasse Dir weiter helfen. Mein Junge wird durch Schleswig betreut, ist derzeit dort im Internat, die sind hervorragend!

Es gibt, wenn sich der Verdacht bewahrheitet und die HNO sich nicht einfach nur vermessen hat (auch das gibt es! mein Sohn hat sie selben Probleme wie Deine Tochter und ist "nur" schwerhörig), auch Hilfsmittel für diese Kinder, Hörtraining, eine bestimmte Sitzordnung in der Klasse und so weiter.

Schau mal zunächst beim Schwerhörigenforum, ob die Dir weiter helfen können. Bei weiteren Fragen kannst Du Dich gern an mich wenden.

Alles Gute für Euch,

Barbara