wieder ausziehen?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ronjaa 29.08.07 - 17:34 Uhr

Ich brauche im Moment die ein oder andere Anregung.... ich weiß, letztendlich muß man selbst entscheiden

Bin seit knapp 2 Jahren mit meinem Partner zusammen. Voher laaaaaange Zeit Single. Habe in dieser Zeit meine Unabhängigkeit genossen und sowas wie "Egoismus" entwickelt.

Nach gut einem Jahr bin ich zu ihm gezogen, weil das ewige Hin und Herfahren, einmal da übernachten, einmal da ziemlich genervt hat. Und irgendwann geht man eben diesen nächsten Schritt. Nur leider war das für mich wohl zu früh. Ich wohne also jetzt seit Dezember in seiner Wohnung bzw. Haus mit Garten etc.
Zahle monatlich einen kleinen Betrag, sozusagen als Miete (er muß ja die Hütte abbezahlen) und die laufenden Kosten wie Telefon, Fernseher, Essen zahlen wir halbe halbe.

Naja, jedenfalls läuft es bei uns zur Zeit sehr schlecht. Nur von mir aus! Er findet es ok. Naja, aber ich habe fast keine Gefühle mehr für ihn. Also eher freundschaftlich. Wir haben auch schon viele Diskussionen hinter uns. Ich habe mich "beschwert", aber es ändert sich nicht wirklich was.

Nun würde ich gern ausziehen, um die Situation etwas zu entschärfen und so vielleicht -durch mehr Abstand- wieder zu ihm zu finden. Kann natürlich aus sein, daß wir uns dann trennen.

Aber leider ist so ein Auszug/Umzug keine Kleinigkeit und somit kann ich kurze Zeit später nicht wieder einziehen, wenn ich zurück will. Naja, geht schon, aber ist irgendwie blöd.
Mir persönlich macht es nichts aus, zwei Wohnungen zu haben, auch bei einer sehr gut funktionierenden Partnerschaft. Er findet das nicht (konservativ eingestellt) und er würde dann ja auch in dem großen Haus alleine sein.

Ach mensch... was soll ich nur machen. Und vorübergehend irgendwo hingehen ist nicht! Meine ganzen Freunde können mich nicht "aufnehmen" und Verwandte hab ich hier nicht.

Wie seht ihr das?

Danke für Lesen!

Beitrag von agostea 29.08.07 - 17:39 Uhr

Der Alltag zeigts erst, wie gut man zusammen passt. Viele Beziehungen scheitern kurz nach dem Zusammenziehen, weil es halt doch ein Himmelweiter Unterschied ist, ob man sich gezielt trifft oder tatsächlich den gesamten Alltag miteinander teilt.

Weiss nicht, was euch jetzt grade was bringen würde....entweder, ihr versucht die Hürde "Alltag" zu meistern und dran zu arbeiten oder aber ihr probiert es tatsächlich mit getrennten Wohnungen.

Allerdings denke ich in eurem Fall...ihr seid noch nicht lange zusammen und geht euch jetzt schon auf den Sack...da bezweifle ich, ob ihr auf Dauer überhaupt füreinander geschaffen seid.

Schwierig.

Gruss
agostea

Beitrag von ronjaa 29.08.07 - 17:52 Uhr

Also eigentl. geht nur er mir auf den Sack. Ich hab so viel an unserer Beziehung auszusetzen und ewig nur "dran arbeiten" hab ich auch kein Bock.

Das Problem ist aber auch, daß ich manches einfach falsch sehe bzw. Erwartungen habe, die niemals erfüllt werden können. Wenn bei mir nicht alles 100%ig so abläuft, wie ich es mir in meinen Gedanken vorstelle, dann ist es schon scheiße. Das ist wirklich schlimm, auch für mich. Deswegen muß ich an mir arbeiten.... oder
wie bisher alles aus dem Weg schaffen, was nicht meinen Vorstellungen entspricht. Aber so finde ich nie den Richtigen.... den gibts für mich, mit meiner momentanen "Einstellung" nicht!
Aber ich weiß auch nicht, ob er der richtige ist.
Oh Gott, es wird zu kompliziert ;-)

Jedenfalls danke für Deine Antwort!
Scheinst ja cool drau zu sein (Zwillinge und zu geil für diese Welt)
#pro :-)

Beitrag von anjulia 29.08.07 - 17:58 Uhr

hi ronja,

das ist natürlich schwierig - du willst dir über deine gefühle klar werden, hast aber keinen abstand. vielleicht kannst du einfach mal eine woche verreisen? bei freunden, die einen in ruhe nachdenken lassen, wärst du natürlich besser aufgehoben.
ich denke, so ein abstand für eine kurze zeit wäre wichtig.

bzgl. dem "keine gefühle mehr" ... ich hab das gefühl, du vermutest, dass das was mit deinem vorherigen, unabhängigen singleleben zu tun hat. liege ich da richtig?
da könnte es natürlich schon einen zusammenhang geben: der paaralltag ist bei weitem nicht so spannend (auch in völlig intakten beziehungen!) und die liebe kribbelt oft überhaupt nicht so doll, wie sich das viele leute immer vorstellen .... aber das ist ganz normal - beziehungen sind nur am anfang ein ausnahmezustand!! vielleicht hast du das gefühl, du hast dein aufregenderes singleleben aufgegeben und das "opfer" war es nicht wert? deine erwartungen sind sehr hoch?

vielleicht ist dein partner wirklich nicht der richtige. aber ich möchte dir nur versichern, dass eine liebe nicht vorbei ist, nur weil es nicht mehr so doll kribbelt wie am anfang! man muss dann immer genauer hinschauen, dann kribbelt es immer wieder .... ;-)

lg
anjulia #blume

Beitrag von ronjaa 29.08.07 - 18:11 Uhr

Hallo anjulia!

Danke für Deine "Einschätzung"!

Ich befürchte, daß ein "kleiner Urlaub" zu wenig ist, um unser bzw. mein Problem zu lösen.
Und mein Singleleben war im ürbigen nicht aufregend. Ich bin sehr schüchtern und zurückhaltend (bin sogar in Therapie) und habe diese Zeit eher langweilig verbracht. Erst mein Wunsch, mit meinem jetzigen Partner eine Beziehung haben zu wollen, hat mir Kraft gegeben. Aber irgendwie hat es ziemlich schnell nachgelassen und nun sitze ich da und weiß nicht weiter.... ist die Beziehung wirklich schlecht, oder rede ich sie mir schlecht. Ich bin keine 16 mehr, wo man noch ausprobieren kann, weil man ja noch viele Gelegenheiten bekommt. Aber ich will mich auch nicht unbedingt zufrieden geben.
....alles nicht so einfach.
Aber danke für den Hinweis, daß das Kribbeln nicht zwingend erforderlich ist, wie in den meisten Wunschvorstellungen und vielen Hollywood-Film-Romanzen gepriesen.... ;-)

Alles Gute für Deine Schwangerschaft!

Beitrag von anjulia 29.08.07 - 18:31 Uhr

hollywood romanzen sind scheiße!!! ;-) und volksverdummung in genau dieser romantik-hinsicht, wie meine mutter immer sagt! :-)

vielleicht bin ich ein bisl voreingenommen - ich bin selbst geschieden und ich war halt auf der anderen seite (er wollte nicht mehr, meinte die liebe ist weg, ist paarmal fremdgegangen). ich war soo verzweifelt, weil er wollte dass alles schön vom himmel fällt und seinen eigenen anteil nicht gesehen hat. deshalb meine aussage.

ich will damit aber nicht sagen, dass du eine beziehung hinnehmen musst, an der vieles vielleicht nicht stimmt! du sagst, du bist in therapie - ich nehme an, es geht um grundsätzliches, nicht nur um die beziehung.
vielleicht wäre das hier auch was für deine lage: mir hat damals eine eheberatung (geht auch wenn man nicht verheiratet ist) bei der caritas total geholfen. da geht es ständig um solche geschichten, und es wird nicht mal sehr tief gebohrt, sondern ganz pragmatisch geschaut, wie man und was man machen könnte. mich hat es dermaßen aufgebaut und ich hab erstmals wieder den überblick bekommen. der fehlt dir ja anscheinend gerade auch, weil du nicht weißt, wie du das ganze so finden sollst. ging mir damals genauso. natürlich sind wir damals angetreten, um uns wieder zusammen zu raufen, aber letztlich hat es mir die kraft zurück gegeben, meine entscheidung zu treffen. das war es absolut wert!

also das ist vielleicht auch eine kleine "alltagsflucht" und ich kann es als entscheidungshilfe nur empfehlen.

ich wünsche dir, dass du wieder den überblick kriegst. vielleicht ist er nicht der richtige - dann sollte das alter aber auch nicht die hürde sein, wegen derer du dich jetzt nicht traust, schluss zu machen!

sorry, ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht noch mehr verwirrt.
und danke für die guten wünsche für die schwangerschaft - alles wird gut, auch bei dir :-)

lg
anjulia

Beitrag von manavgat 29.08.07 - 18:48 Uhr

Ich würde mir ganz in der Nähe eine 1-Zimmer-Whg. suchen. Ich verstehe Dein Problem. Ich selbst habe seit 4 Jahren einen festen Partner, aber wir leben in getrennten Wohnungen. Ich würde sonst keine Luft bekommen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von ronjaa 30.08.07 - 10:05 Uhr

Das mit der Luft ist gut ausgedrückt! Ist auch mein Problem. Nach vielen Jahren Single-Leben hat man sich auf das ein oder andere eingestellt/eingefahren und möchte es eigtl. nicht wieder hergeben.

Jedenfalls vielen Dank für Deinen Rat!

liebe Grüße

Beitrag von nick71 29.08.07 - 20:37 Uhr

Ich ziehe getrennte Wohnungen im Grunde auch vor...ab und an übermannt mich zwar schon das "romantische" Gefühl des Zusammenlebens, aber ich habe mit 2 meiner Partner zusammengewohnt und weiss von daher, dass es in den meisten Fällen der Tod der Liebe ist.

Was für Probleme das bei Dir sind, habe ich zwar nicht wirklich verstanden -und es klingt auch irgendwie danach, als wären Deine Ansprüche/Vorstellungen ziemlich unrealistisch- aber es ist halt wie es ist. Du kannst Deine Vorstellungen schliesslich nicht auf Knopfdruck abstellen oder umkrempeln.

Wieder ausziehen kann das Ende bedeuten, es bietet aber auch eine neue Chance darauf, dass Ihr Euch wieder "näherkommt". Und so wie es JETZT läuft, wird der Drops wahrscheinlich eh früher oder später gelutscht sein...deswegen gehst Du m.E. gar kein großes Risiko ein, wenn Du es einfach ausprobierst.





Beitrag von ronjaa 30.08.07 - 10:12 Uhr

...ja, ein Risiko ist wirklich nicht.
und das mit meinen Vorstellungen..... unrealistisch dürfte das richtige Wort sein, aber wie Du schon sagtest... ich denk nun mal so.

Gestern abend habe ich das mal angesprochen, er hat ganz traurig geschaut, aber eine bahnbrechende Reaktion kam wieder nicht von ihm. Er nimmt halt alles so hin, man darf ja nicht undankbar sein!
Das macht mich krank.
Eigentl. müßten wir uns super ergänzen, weil wir genau das Gegenteil voneinander sind. Blos nutzen wir die positiven Eigenschaften des anderen nicht "gewinnbringend", sondern reiben uns daran auf.
Man muß eben rausbekommen, ob wir beide die Hürde schaffen.

viele Grüße und danke für Deine Antwort!

Beitrag von perücke 29.08.07 - 23:25 Uhr

Ich bin jetzt fast 9 Jahre mit meinem Partner zusammen. Etwa 4 Jahre habe ich es mit ihm ausgehalten. Danach haben wir uns räumlich getrennt und so können WIR gerne noch die nächsten 100 Jahre zusammenleben.

Ich kann nicht mit ihm leben, aber auch nicht ohne. Er ebenso. Wir leben gemeinsam unser Leben aber wir MÜSSEN nicht gemeinsam leben.....

Die erhöhten Mietkosten solltest Du allerdings bedenken, ob Du es Dir leisten kannst.

Gruß

Perücke

Beitrag von ronjaa 30.08.07 - 10:13 Uhr

Gratulation, daß Ihr beiden einen Weg gefunden habt, der Euch glücklich und zufrieden macht!

Vielleicht kommen wir da auch noch hin

grüße
ronjaa