nörgeln eure Kinder auch ständig?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von laloba2002 30.08.07 - 09:31 Uhr

Hallo zusammen,

ich bin es leid. Mein Sohn, jetzt 4.5 Jahre alt, nörgelt ständig! Ich will das aber haben und nicht das..., was nur ein Mickymausheft hast du mir mitgebracht, ... wieso muss ich jetzt schon wieder aufräumen! Diese und ähnliche Sätze höre ich tagtäglich. Auch das Zähneputzen und Schlafanzug anziehen ist mit einem ständigen Weinen, "Nein, ich will nicht" und trotzigem Verhalten kombiniert!

Gestern war dann wieder alles zu spät, mein Fass am überlaufen. Hab meinen Kleinen ein wenig grob angefasst und in meiner Wut dann das Haus verlassen! Mein Mann hat ihn dann übernommen. Doch eigentlich fühle ich mich sehr hilflos.

Wie macht ihr das mit euren Kindern? Es gibt Tage, da kann ich es gelassen ertragen und momentan eskalieren diese Dinge ständig! Zu all dem haben wir eh viel um die Ohren! Manchmal würde ich am liebsten einfach davonlaufen!:-(

Was kann ich tun, damit es mir gelingt, einfach geeigneter damit umzugehen! Wisst ihr Rat?

LG La Loba

Beitrag von fleur75 30.08.07 - 09:48 Uhr

Hallo,

kann es Dir nachfühlen. Meine grosse Tochter (4) legt ein ähnliches Verhalten an den Tag. Allerdings klappen die alltäglichen Dinge wie ins Bett gehen, Zähne putzen gut.
Bei uns ist es so, dass ihre Frustrationsgrenze sehr gering ist, wenn ihr etwas nicht gelingt oder es nicht so läuft, wie sie es gern hätte, geht das Jammern und Meckern los.
Ich sage ihr immer wieder, dass ich darauf nicht reagiere, sondern dass sie normal reden möge. Dazu gehört auch das Wort "bitte", wenn sie etwas möchte, denn ich sag auch nicht:mach dies oder das, sondern sage "bitte" dabei.
Wenn sie ganz doll meckert und nicht aufhört, muss sie in ihr Zimmer bis sie wieder normal reden kann. Manchmal quittiert sie das oben mit Geschrei, aber dann schliesse ich einfach die Wohnzimmertür hinter mir.
Ich schaffe es allerdings auch nicht, immer ruhig zu bleiben, denn wenn meine kleine Tochter (2) auch noch loslegt, ist der Stress richtig vorprogrammiert.
Mein Tipp: Wenn es eskaliert, geh raus oder schick ihn kurz weg, damit sich beide Seiten beruhigen können.
Mehr kann man wohl nicht machen.

Fleur #blume

Beitrag von sandy_1 30.08.07 - 10:04 Uhr

Hallo loba,

bei uns ist es zur zeit ähnlich und grade im moment sehr streßig und nervig... mein großer wird bald 5jahre und ist auch der meinung er kann an allem und jedem rummeckern... Wenn wir unterwegs sind und ich mit ihm mal schimpfe hält er sich die ohren zu... das bringt mich dann fast auf die palme :-[ so das ich ihm schon drohe #schock das wenn er nicht aufhört zu jammern und zu nörgeln wir gleich wieder gehen usw. oder er dann alleine im zimmer daheim spielen kann... Irgendwie kommt mir das alles zur zeit so extrem vor, denn es war auch schon anders...
Wenn er als daheim so rumspinnt , kann er dann alleine ins zimmer und dort spielen... aber dann läuft er nur bockig weg und meint das stört ihn eh nicht... usw.. auch fängt er gleich an rumzuheulen und ein gesicht hin zu ziehen #heul...
Wirklich tips kann ich Dir auch nicht geben, aber gut ist, wenn Dir alles zuviel wird einfach mal raus zu gehen.. aber ich weiß das es nicht immer so geht.. ..

Wünsche Dir alles gute und gute nerven,
lg, sandra

Beitrag von baby1997 30.08.07 - 10:10 Uhr

Hallo!

Wir kennen das auch. Wenns zuviel wird, muss sie in ihr Zimmer zum "Ausnörgeln".

Aber:
".. nur ein Mickey Maus Heft?" - nächstes Mal gibt es keins
kein Zähneputzen - keine Süßigkeiten

Das sind meine Reaktionen.

Gruß Christiane

Beitrag von gismomo 30.08.07 - 10:43 Uhr

Kann das sein, dass das eine Entwicklungsphase ist ? Mein Sohn ist genauso, seit ein paar Wochen schon (er wurde vor kurzem fünf), und davor war er so richtig vernünftig und verständnisvoll, das ich mich jetzt manchmal frage ob das das gleiche Kind ist...

Ich versuche auch so weit wie möglich Ruhe zu bewahren. Was total kontraproduktiv ist und die Situation eskalieren lässt ist wenn ich selbst ausflippe und schreie (leider schafft man es ja nicht immer, ruhig zu bleiben - ich habe auch noch einen Zweijährigen, und wenn beide schlecht drauf sind ist das Ganze wirklich kein Zuckerschlecken). Aber ich versuche es so weit wie möglich, weil es die Situation leider nur verschlimmert und ich dann nichts gewonnen habe.

Manchmal komme ich weiter, wenn ich so beiläufig hinwerfe: "In Ordnung, du musst keine Strümpfe anziehen, ich denke aber dass es zu kalt ist und dass du dich wohl dann erkältest und Halsweh bekommst, aber wenn du nicht möchtest, ist es OK, es ist deine Entscheidung." Er sagt dann gar nichts dazu, sondern geht in sein Zimmer (manchmal mault er auch noch kurz, aber nicht laut, mehr so vor sich hin) und wenn er zurückkommt hat er doch tatsächlich Strümpfe an ...

Ich bin auf diese Reaktion gekommen weil ich einmal einfach nicht mehr konnte, ständig die Ermahnungen und seine "Nein, ich will nicht" und das ganze Theater. Ich weiß nicht mehr welche Situation es war, ich dachte nur ich mag jetzt einfach nicht mehr und mir ist es jetzt absolut egal ob er macht was ich sage oder nicht. Und siehe da - zu meinem Erstaunen hat es tatsächlich funktioniert!

Natürlich ist ein bisschen Manipulation dabei (es ist ja nicht gesagt, dass er sich erkältet wenn er keine Strümpfe anzieht, aber es könnte ja passieren, also ist es nicht gelogen ...), aber die Methode funktioniert meiner Meinung nach deshalb, weil
a) ER wirklich das Gefühl hat er darf selbst entscheiden (ich glaube er will sich einfach "groß" fühlen und nicht mehr wie ein Baby
b) ICH nur in den Fällen so reagiere, in denen ich auch wirklich mit seiner Entscheidung leben kann, sollte sie anders ausfallen als ich ich es mir wünsche. D.h. bei den Socken ist es für mich OK. (würde er aber z.B. keinen Fahrradhelm aufziehen wollen würde ich ihm die Entscheidung nicht überlassen sondern sagen dass wir dann nicht Fahrrad fahren können weil das zu gefährlich ist, und dann würde ich den darauf folgenden Wutausbruch versuchen so gelassen wie möglich auszuhalten)

Aber alleine dadurch haben sich die Konfliktsituationen sehr entschärft. Ich glaube ja, dass unsere Kinder in diesem Alter allmählich sehr viel mehr als früher selber bestimmen wollen und schwierig wird es eben dadurch, dass sie oft noch nicht den Überblick haben, aber trotzdem selbst entscheiden wollen. Kleinere Fehlentscheidungen lasse ich ihn machen, und er spürt dann die Konsequenz - nächstes Mal genügt ein kurzes "Weißt du noch, als damals ..." und er entscheidet sich dann dafür es anders zu machen.

Wenn er z.B. keine Jacke mitnehmen möchte, obwohl ich ihm sage dass es wohl zu kalt ist draußen ohne Jacke - dann läuft er eben ein paar Minuten in der Kälte herum. Wenn ich weiß dass wir länger unterwegs sein werden nehme ich heimlich seine Jacke mit und er ist dann sehr froh, wenn ich sie nach ein paar Minuten "Bibbern" aus der Tasche "zaubere". Das nächste Mal hört er dann darauf, wenn ich ihm sage er sollte lieber eine Jacke anziehen.

Würde er keine Zähne putzen wollen, würde ich ihm nicht die Süßigkeiten verbieten - zum einen schadet es den Zähnen sowieso, wenn sie nicht geputzt werden, ganz egal ob man Süßes ist oder nicht, zum anderen würden sich bei meinem Kind dadurch die Fronten nur verhärten. Ich würde die Färbetabletten kaufen die den Belag anfärben und gemeinsam mit ihm einen "Test" machen - meine (geputzten) Zähne und seine ungeputzten. Wir gehen zu einem tollen Kinderzahnarzt, der ihn immer lobt wenn er die Zähne toll putzt, von ihm würde sich mein Sohn sicher sagen lassen wenn die Zähne nicht gut genug geputzt sind. Ich glaube, das würde bei ihm ausreichen als Argument.

Die Schwierigkeit besteht darin, in jeder Situation kurz zu überlegen, ob es eine Sache ist, in der ich ihn allein entscheiden lassen kann (wenn die Folgen zwar nicht optimal wären, aber aushaltbar und akzeptabel) oder ob ich die Entscheidung für ihn treffen muss (aus Sicherheitsgründen), dann bin ich mir aber auch im gleichen Moment bewusst dass ich dann mit einem möglichen Wutausbruch seinerseits leben muss. Aber seitdem ich ihn mehr selbst entscheiden lasse kommt es sogar vor, dass er meine Entscheidungen akzeptiert, obwohl er es anders machen will.

lg!
K.

Beitrag von gismomo 30.08.07 - 10:49 Uhr

Nachtrag wegen dem Mickymaus-Heft: Das kenne ich auch und die erste (gedachte, nicht gesagte) Reaktion ist "Was ist das für ein undankbares Kind, andere Kinder haben nicht mal genug zum Essen -hab ich ihn zu sehr verwöhnt?".
Dann erkläre ich ihm, dass das Heft sehr viel Geld kostet und wir das Geld erst einmal verdienen müssen; dass ich auch vieles habe, was ich mir gern kaufen würde es aber nicht kann weil ich das Geld nicht habe, dass ich mich an dem freue was ich habe/kaufen kann und dass es normal ist, dass man (materielle) Wünsche hat die man sich nicht erfüllen kann, dass das aber nichts Großartiges ist und eben so ist. Und wenn er etwas besonders gern haben möchte kann er sich das gerne zu Weihnachten/Geburtstag wünschen. Meistens ist das Thema damit für ihn erledigt, er kräht dann noch "Mama, das wünsche ich mir dann zu Weihnachten", ich sage "OK" und kurz darauf ist es vergessen. Die "echten" Wünsche sind dann die, die er mehrmals nennt, und die notiere ich mir dann als Geschenke.

Beitrag von laloba2002 31.08.07 - 12:28 Uhr

Hallo,

danke für deine ausführliche Antwort. Bin schon froh, dass es nicht nur mir so geht. Das macht es etwas leichter, damit umzugehen und wahrscheinlich ist es tatsächlich nur eine Phase! Anstrengend aber vorübergehend!

LG

La Loba