Hat er nachts tatsächlich Hunger oder ist es nur die Gewohnheit???

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Forum: Schlafen

Bitte, Baby, schlaf jetzt ein: Manches Neugeborene macht die Nacht gern zum Tag. Hier könnt ihr Trost nach schlimmen Nächten finden und euch gegenseitig Tipps geben, wie ihr Baby zu einem guten Schläfer wird.

Beitrag von coolejule1976 30.08.07 - 11:32 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Mein Kleiner ist nun 6,5 Monate alt (wie die Zeit vergeht!). Mittags bekommt er seit 2 Wochen Brei (bisher nur ein paar Löffelchen, mehr will er noch nicht), ansonsten stille ich ihn.

Wenn er nachts aufwacht (meist 1-2 Mal pro Nacht) wird er kurz gestillt, im wachen Zustand wieder hingelegt, manchmal bekommt er noch den Nucki und er schläft dann gleich wieder ein. Recht unkompliziert also. Ich bin bisher einfach davon ausgegangen, dass er Hunger hatte. Nun habe ich schon von vielen Müttern gehört, dass sie ihrem Baby nachts nichts bzw. nur Wasser oder den Nucki geben, wenn sie wach werden, damit das Kind lernt, dass es sich nicht "lohnt" wach zu werden. Das leuchtet mir irgendwie ein, ich hab es auch schon versucht, aber er schläft definitiv nicht ein, wenn er nicht an die Brust darf. Andererseits möchte ich ja auch, dass er irgendwann keine nächtlichen Mahlzeiten mehr braucht. Gewöhnt er sich den nächtlichen Hunger vielleicht selbst irgendwann ab, wenn ich die Mahlzeiten am Tage größtenteils auf Beikost umgestellt habe? Oder hat er vielleicht gar keinen Hunger, sondern ist es einfach nur so gewöhnt, dass er gestillt wird? #kratz Wie war das bei euch? Bin gespannt...

Gruß

Jule

Beitrag von lucie_neu 30.08.07 - 12:15 Uhr

Also, Emma hat bis vor 3 Tagen auch immer nachts was zu trinken gebraucht. Wasser wollte ich ihr nicht geben (sie trinkt generell keine "kalten" Getränke) da ich dazu nachts ja ständig aufstehen müsste und das Fläschchen warm machen... also habe ich sie gestillt. Und sie hatte wirklich Durst bzw. Hunger, denn sie trank jedes Mal recht viel.
Allerdings habe ich gemerkt, dass sie gerade mitten in einem Schub steckt - die Beikost war meiner Meinung nach auch dran schuld, weshalb wir zeitweise wieder voll gestillt haben, denn sie kam in der Nacht bis zu 7 Mal...

Es ist alles ein Reifeprozess, Emma braucht jetzt seit 3 Tagen nachts die Brust nicht mehr, es reicht der Schnuller....

lg
Lucie mit Emma (8 1/2 Monate)

Beitrag von coolejule1976 30.08.07 - 12:34 Uhr

Danke für die Antwort. Da s beruhigt mich. Also hast du es zunächst immer mit dem Schnuller probiert, oder woher wusstest du dass sie die Brust nicht mehr braucht?

Beitrag von lucie_neu 30.08.07 - 14:59 Uhr

Ja, ich habs immer mit dem Schnuller probiert. Wenn sie weiter geschlafen hat, wars gut. Wenn sie weiter geweint hat, hatte sie Hunger. Natürlich kommt man da selbst nicht zum Schlafen... #augen Aber, naja.... Jetzt steck ich ihr halt jede Nacht zwanzig Mal den Schnuller rein... ich hoffe aber, es wird langsam besser...

Beitrag von dawn79 30.08.07 - 12:20 Uhr

Hallo,
ähm wo ist das Problem?? Er wacht 1-2 Mal pro Nacht auf und stillt und schläft wieder weiter! WARUM willst Du das ändern. Bei aller Liebe zur Erziehung, aber das geht zu weit! ;-)

Beitrag von coolejule1976 30.08.07 - 12:32 Uhr

Hab einfach ein bißchen bange dass er sich zu sehr ans nächtliche Essen gewöhnt und vielleicht in 10 Jahren noch nachts vorm Kühlschrank steht... oder denke ich da falsch?

Beitrag von dawn79 30.08.07 - 21:44 Uhr

Ja da denkst Du falsch! Jeder Satz, der mit "wenn ich das jetzt nicht stoppe, dann ist es in 10 Jahren noch so" endet oder anfängt, ist falsch. ;-) Kinder werden größer, ihre Bedürfnisse ändern sich... Mein Sohn ist lange nachts gekommen, bis er 1,5 J. alt war. Und dann plötzlich nicht mehr. Aber wer weiß, vielleicht schmiert er sich ja nachts ein Nutellabrot, während wir schlafen. Dann hast Du natürlich recht. ;-)

Beitrag von raleigh 31.08.07 - 10:36 Uhr

Ich denke schon, dass du eine ziemlich realitätsferne Sichtweise hast. Das allerdings nicht mit Absicht, sondern aus gutem Willen heraus.

Man ist sich ja relativ einig, dass Kinder sich mit Ritualen und Gewohnheiten im Alltag am besten zurechtfinden. Allerdings glaube ich langsam, dass immer mehr Erziehungsratgeber und Eltern das ziemlich ausnutzen. Gewohnheiten und Rituale, ein strukturierter Alltag, aktuell das goldene Kalb der Erziehung schlechthin.

Kinder sind Gewohnheitstiere, das stimmt. Aber Kinder sind auch Individuen und Menschen.

Hast du dich im Vergleich zu deiner Babyzeit weiterentwickelt?
Seit du ein Kind warst?
Seit du ein Teenager warst?
Glaubst du, dass man dir das beibringen musste oder hast du dich automatisch angepasst, je älter du wurdest?

Kinder und Babys tun das auch. Sie entwickeln sich weiter und das nächtliche Stillen und Trinken ist für manche Babys lange Zeit eine heißgeliebte Konstante in einer für sie sich rasend schnell ändernden Umwelt.

Keinem Kind schadet es nachts 1-2 (manchmal auch 3) Mal gefüttert/gestillt zu werden - egal, ob das wegen Hunger, Durst oder eine behaglichen Gewohnheit heraus geschieht. Es nervt allenfalls die Eltern - je nach deren Nervenkostüm oder Konstitution.

Wenn dein Kind nachts weint, dann nimm dir die Zeit es zu sehen. Sie es an, sein gesicht, seine Bewegungen - was fühlt es, was braucht es?

DU bist die Mutter und neben dir weiß höchstens noch der Papa am bestehn, was dein kind braucht. Hab keine Angst vor deinem Kind, es ist kein Fremder. Wenn es nachts weint und dein Gefühl sagt dir, dass es Hunger hat oder Durst oder einfach nur die Sicherheit braucht, dass es sich darauf verlassen kann, dass du es hörst und ernst nimmst, dann folge diesem Gefühl.

Kein Rythmus, keine Gewohnheit, kein Ritual wird jemals ersetzen, dass du dein Kind siehst und seine Bedürfnisse erkennst und erfüllst.

Beitrag von mutterschaf1974 30.08.07 - 14:48 Uhr

Hallo Julia,

genau die gleichen Gedanken mache ich mir auch... Ob man den Kleinen das nächtliche Fläschchen "anerzieht"...
Ich verstehe Dich gut!

Hoffe auch auf HILFREICHE Antworten...

Liebe Grüße
Michaela + #baby Lina (knapp fünf Monate)

Beitrag von dasissjakompliziert 30.08.07 - 15:31 Uhr

ich glaube nicht,dass man das anerziehen kann: im Bauch haben sie über die Nabelschnur IMMER bekommen, wenn sie was brauchten und wenn mans nach Lehrbuch geht, wird NACH BAFARF GESTILLT-warum soll das nach nem halben Jahr auf einmal anders sein?ist kein Bedarf mehr da?
Nein:vielleicht weils unbequem ist nachts aufzustehen?provokante Frage, aber darauf läufts oft raus:nachts aufstehen ist unbequem..
ich kann nachts selbst aufstehen, wenn ich hunger habe, aber mein baby nicht, also bekommts von mir-und Tee/Wasser oder Milch-dann doch das Beste, was geht: Mamamilch-tut mir nicht weh und dieZeit ist so schnell vorbei

Beitrag von dasissjakompliziert 30.08.07 - 16:13 Uhr

edit:nach bedarf ;-)

Beitrag von kleineute1975 30.08.07 - 18:20 Uhr

HI

also bei uns war es damals ähnlich nur das er fast 2 Flaschen nachts völlig leer getrunken hat, ich habe auch gedacht er hat Hunger, habe das auch bis zum 07. Monat durchgezogen aber irgendwann konnte ich nicht mehr, weil dann kamen noch Zähne dabei undn wir sind fast alle 2 Std. aufgestanden...im Pekip sagte man mir ich sollte langsam reduzieren, d.h. jeden Abend weniger und evtl. mit Wasser verdünnen bis er nur noch 40 ml getrunken hat mit kaum Pulver drin..also hatte er wirklich kein Hunger...dann kam die nacht wo wir sie ganz weggelassen haben. Ich bin immer wieder rein und habe ihn beruhigt und irgendwann ist er wieder eingeschlafen und seitdem braucht er nichts mehr nachts, jetzt ist er 2 Jahre alt

also ich denke schon das das GEwöhnung ist, da ja alle sagen das Babys ab dem 06. Monat nachts einfach nichts mehr brauchen und deine Gedanken die du hast, kann ich völlig verstehen...

LG Ute

Beitrag von raleigh 31.08.07 - 10:38 Uhr

>>da ja alle sagen das Babys ab dem 06. Monat nachts einfach nichts mehr brauchen<<
Damit ist allgemein gemeint, dass Säuglinge ab 6 Monaten nicht mehr unbedingt nachts Nahrung brauchen, um zu überleben, um zu gedeihen. Ob sie es brauchen, um sich sicher, zufreiden und glücklich zu fühlen, das kann allerdings niemand sagen - höchstens die Eltern.

Beitrag von birgit2 30.08.07 - 20:21 Uhr

Hallo Jule,

bei uns war das ähnlich! 1-2 mal nachts ist meine Süße imer mindestens gekommen, dann wurde es sogar wieder häufiger - alle 2-3 Stunden wollte sie was zu trinken haben (Brust).
Man sagt eigentlcih daß Babys mit 6-7 Monaten nachts nichts mehr zu essen brauchen. Ich war dann auch hin und her gerissen. Wenn meine Maus meinte Hunger zu haben, wollte ich es ihr ja nicht verwehren - auch wenn es nur Gewohnheit ist. Ich habe mir dannimmer gesagt, ach so schlimm ist es doch nicht. Andererseits will man ja schon gerne wieder regelmäßig schlafen und ich wollte auch nicht die nächsten 1-2 Jahre nachts ncoh stillen.

Eine Freundin hat dann berihctet (bei ihr war es genauso), daß sie auf anraen ihrer KiÄ nachts das stillen reduziert bz. aufgegeben hat. Und es hat funktioniert.

Also haben wir es auch probiert. Die ersten 1-2 Nächte waren etwas stressig aber dann ging es ohne Probleme. Sie nimmt jetzt den Schnuller (vorher nie) und läst sich nachts, wenn sie aufwacht, leicht beruhigen.

Es ist nicht so, daß sie jetzt nachts immer drchschläft. Manchmal schon, aber manchmal wacht sie auch auf und wil ihren Schnuller.

Jetzt mit 8 Monaten klappt es mit der Beikost auch super.

LG,

Birgit

Beitrag von mamma0203 31.08.07 - 00:06 Uhr

Mein Bruder (32) steht sogar noch heute nachts auf und trinkt ein Bierglas Milch. Kein Witz!


Dein Baby ist noch klein, klar hat es nachts noch Hunger.
Du hast noch EINE MENGE ZEIT ihm die nachtmahlzeiten abzugewöhnen! Noch weitere 6 monate sind Norm. Soviel dazu.

Beitrag von raleigh 31.08.07 - 10:40 Uhr

Vincent ändert seine Gewohnheiten da immer wieder. Mal muss er bei uns schlafen und trinkt 4 Mal - die Phase ging vorbei. Jetzt schläft er in seinem Bett, in seinem Zimmer ein, schläft mal ganz durch, mal will er trinken, wenn wir gerade ins Bett gehen.

Ich mache das immer nach Gefühl.

Beitrag von janti 01.09.07 - 00:38 Uhr

Hallo,

nach drei Kindern kann ich Dir sagen, dass nicht nur wir grosse Menschen "Gewohnheitstiere" sind, sondern auch unsere Kleinen.

Viele Menschen sind es gewohnt jede Nachts zu trinken, manche stehen jede Nacht auf zum pipi machen, eben Gewohnheiten.

Alle meine Kinder habe sich verschiedene Dinge angewöhnt und wenn Du Deinem Kind in der Nacht immer zu trinken gibst, wirst Du ihm angewöhnen eine Mahlzeit in der Nacht zu nehmen. IM Prinzip ist es Deine Entscheidung. Gibst Du Ihm nichts mehr zu trinken oder reduzierst es langsam, wird Dein Kind auch das ohne Probleme akzeptieren.

Hier ein Beispiel: Mein Sohn Yannik 2,5 Jahre alt ist es gewöhnt beim Essen rumzulaufen, da mein Mann es immer erlaubt hatte. Er musste nie warten bis wir aufgegessen hatten, sondern durfte sofort rumtollen. Mein Mann sagte mir immer, hör doch auf zu schimpfen, lass ihn rumlaufen und auch beim Essen lachte er nur, wenn Yannik Sauerei machte. Inzwischen haben wir Kind Nr.3 jetzt 1 Jahr alt und mein Mann bekommt die "Krise" beim Essen. Jetzt findet er das nicht mehr so lustig, da Yannik sich "angewöhnt" hat beim Essen und mit Essen zu spielen und dann auch noch Antonio mit Essen vollzuschmieren. Restaurants gehen im Moment nur super-kinderfreundliche, da sich Yannik unmöglich aufführt. Bis jetzt war nur immer ich die Böse, und Yannik versteht die Welt nicht mehr, weil sein Papa auf einmal böse mit ihm ist.

Fazit: Wenn es für Dich o.k ist dann gib ihm weiter in der Nacht zu trinken oder gewöhne es ihm ab, wenn Du es nicht willst. Er wird Dich deswegen nicht weniger liebhaben, dann ist es einfach anders. In einem halben jahr wird er in den Steckdosen mit den Fingern sein, alle Treppen attackieren und dann musst Du es ihm auch abgewöhnen oder gar nicht angewöhnen zu seiner eigenen Sicherheit.

lg
Janti