Wie kann ich beiden gerecht werden :-(

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von xjr1300 30.08.07 - 11:45 Uhr

Hallo,

wir haben im Dezember eine süße Tochter bekommen.

Als ich schwanger war hatten wir beschlossen, dass wenn es ein Bub wird, mein Bruder Pate wird und wenn es ein Mädchen wird die Schwester meines Mannes.

Jetzt hatten wir vor kuzem geheiratet und ich wollte, dass unsere Tochter dabei getauft wird.
Mein Mann und seine Verwandtschaft sind Ateisten, meine Familie ist katholisch.
So konnte von der Kirche aus nur ein Mitglied der katholischen Kirchengemeinde - also mein Bruder - Taufpate werden - die Schwester meines Mannes also rein kirchlich nichts.

Jetzt will meine Schwägerin aber auch offizielle Patentante sein. Versteh ich ja auch - ich möchte das auch.
Mein Mann will das jetzt schriftlich festlegen lassen, dass wenn uns was passiert, unser Kind zu der Schwester meines Mannes kommt.

Damit ist mein Bruder nicht einverstanden, da er ja der Taufpate ist und auch für unser Kind da sein möchte.

Jetzt kommt noch meine Mutter ins Spiel, die Angst hat, dass wenn meine Schwägerin das Sorgerecht im hoffentlich geringen Falle unseres Ablens bekommt, sie unsere Tochter vielleicht nie mehr sieht, da unsere Familien ca 300km auseinander wohnen..

Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.

Wie kann ich beiden Paten gerecht werden?

Beitrag von lachiara 30.08.07 - 12:04 Uhr

Hallo...

ich verstehe das Problem nicht.
Unser Sohn hat drei und unsere Tochter zwei Taufpaten. Beide Kinder wurden katholisch getauft.
Die Paten unseres Sohnes sind:
Nr. 1 katholisch
Nr. 2 evangelisch
Nr. 3 aus der Kirche ausgetreten

Das war überhaupt gar kein Problem. Alle drei sind gleichberechtigt in der Taufurkunde eingetragen. Bedingung war nur, das mindestens ein Taufpate ebenfalls katholisch sein musste.

Warum bittet Ihr nicht beide gemeinsam die Patenschaft zu übernehmen und zwar gleichgestellt?

Für den hoffentlich unwahrscheinlichen Fall Eures vorzeitigen Ablebens könnt Ihr zusätzlich schriftlich festhalten, wo und von wem Eure Maus dann betreut werden soll. Das wäre übrigens auch völlig unabhängig von einer Patenschaft möglich. Theoretisch könntet Ihr also dafür eine dritte Person benennen.

Liebe Grüße, Sylvia!

Beitrag von lachiara 30.08.07 - 12:07 Uhr

Stelle gerade fest, dass ich überlesen habe, dass die Kleine schon getauft ist.

In diesem Fall habe ich keine Ahnung, was Ihr jetzt machen könnt um beiden gerecht zu werden.

Trotzdem gilt:

"Für den hoffentlich unwahrscheinlichen Fall Eures vorzeitigen Ablebens könnt Ihr zusätzlich schriftlich festhalten, wo und von wem Eure Maus dann betreut werden soll. Das wäre übrigens auch völlig unabhängig von einer Patenschaft möglich. Theoretisch könntet Ihr also dafür eine dritte Person benennen."

Sylvia!

Beitrag von susaheld 30.08.07 - 12:51 Uhr

Hallo,

stand denn Deine Schwägerin nicht bei der Taufe vorne am Taufbecken dabei wie Dein Bruder? So ists zumindest bei der evang. Taufe. Da sie ja nun mal nicht in der Kirche ist, kann sie dann, wenn es das Pfarrbüro nicht zulässt, eben nicht in der Taufurkunde auftauchen.
Offiziell kann sie ja Taufpatin sein, hat ja dann nichts mit der Kirche zu tun, mit der sie ja auch nichts zu tun hat.

Zu wem das Kind bei Eurem hoffentlich nie eintreffenden Ableben kommt, entscheidet das Jugendamt bzw. das Gericht (ist eine längere Prozedur) und nicht wer Taufpate ist. Das hat heute gar nichts mehr damit zu tun.
Wenn ihr sicher seit, zu wem das Kind in diesem Falle kommen soll, hilft nur eine notarielle Verfügung. (so wie es meine Vorrednerin schon gesagt hat).
Dass Deine Mutter nun Angst bekommt, dass in einem solchen Fall das Kind völlig aus ihren Augen gerät, hilft vielleicht eine Vereinbarung in dieser Verfügung. Weiß aber nicht ob das geht.
Auf der anderen Seite, wenn Dein Bruder Euer Kind "bekommt", hat dann nicht Deine Schwiegerseite Angst, das Kind nicht mehr zu sehen?

Gruß
Susanne

Beitrag von barbarelle 30.08.07 - 14:39 Uhr

eine notarielle verfügung macht sinn und vor allem: es ist im interesse des kindes, dann dort zu sein, wo es die leute gut kennt.

mein schwager käme nicht in frage, da 200 km weiter weg und null bindung zum kind.

bei meinem bruder sieht es anderst aus. fast nachbarn und regelmässig ist das kind bei ihnen ;-)

gruß
barbarelle

Beitrag von mili21 30.08.07 - 16:34 Uhr

Hallo!
Na also, macht das so wie Ihr meint, dass es für Euer Kind im Ernstfall das Beste ist. Ob sich jemand auf den Schlips getreten fühlt ist nun wirklich egal. Fragt den, der es werden soll und hängt es einfach nicht an die große Glocke.
Muß man meiner Meinung nach nicht weiter thematisieren…
LG! Mili

Beitrag von kerstin7t9 01.09.07 - 16:31 Uhr

Hallo,

wenn deine Schwägerin Atheistin ist, wieso legt sie dann so viel Wert darauf, Patin bei einer katholischen Taufe zu sein?

Da bei einer katholischen Taufe meines Wissens nur Leute Paten sein können, die selbst katholisch sind, ist dein Bruder der rechtmässige Pate (wäre ja gar nicht anders gegangen). Da er dieses Amt angetreten hat und - wie du schreibst - das selber so möchte, würde ich festlegen, dass er im hoffentlich nie eintretenden Fall eines Unglücks für eure Tochter sorgt.

Ich persönlich kann mit Atheisten nix anfangen und würde nicht wollen, dass meine Kinder bei jemandem aufwachsen, der ihnen in religiöser Hinsicht nichts vermitteln kann.

Deine Schwägerin kann ja trotzdem inoffizielle Patin sein. Eine offizielle Eintragung geht sowieso nicht.

LG Kerstin