Freunde ziehen weg...einfach nur traurig...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von september07 30.08.07 - 19:05 Uhr

Hallo,

ich bin so traurig...ich könnte weinen...

mein Sohn geht nun ca. ein dreivirteljahr in den Kiga...und hat dort gleich zwei Freund gefunden...alle drei sind im gleichen alter und wirklich unzertrennlich dort im Kindergarten...es haben auch schon einige private Treffen...Geburtstage und so stattgefunden.

Nun, die eine Familie zieht in wenigen Tagen ca. zehn km weiter weg...klar keine Entfernung,aber Kindergartenwechsel zieht das mit sich und ob dann noch regelmäßig Kontak da ist...mann kennt das ja, aus den Augen...aus dem Sinn

und die andere Familie geht ins Ausland...zum Jahresende...

Ich bin so traurig...das wird meinem Sohn das Herz brechen...

Klar, sind noch andere Kinder da, aber wir haben einen Migrantenanteil von 75%...da sind Freundschaften wirklich schwer zu finden...

ich bin so traurig, wie soll ich ihm das bloß erklären?

*LG*

Beitrag von haebia 30.08.07 - 19:25 Uhr

Hallo,

wir sind auch vor einem Viertel Jahr umgezogen. Wir dachten noch, die Mädels (jetzt 3) kommen in die gleiche Kiga-Gruppe.

Wir sind jetzt auch ca. 10 km entfernt, vorher konnten wir zu Fuß zu denen hinlaufen (Nachbarort, ca. 1,3 km).

Ich fand es auch traurig, wir alle.

ABER: wir sahen uns anfangs alle 2 Wochen, mittlerweile den Kindern zuliebe jede Woche 1 x.
Wir wollen das auch so beibehalten.
10 km ist nicht die Welt.
Und später hätte es ja auch sein können, dass sie auf andere Schulen gehen / kommen.
Sie hätten sicher nicht immer alles gemeinsam besuchen können.

Dennoch bin ich gespannt, ob es der Freundschaft einen kleinen Knacks tut, wenn jetzt der Kiga (am Montag) losgeht und sich da evtl neue ("bessere") Freunde finden?!

Gruß,
Bianca

Beitrag von september07 30.08.07 - 19:31 Uhr

ja, klar zehn km sind nicht viel...

das schlimmste ist nur, das sein allerliebster ins Ausland geht...

Und das wir so einen hohen Ausländeranteil haben- nicht falsch verstehen- ich habe nichts gegen unsere Mitbürger, aber es ist als wären diese Kinder unter sich...Freundschaften sind da nahezu unmöglich...klar, die KInder spielen im Kindergarten miteinander...aber Privat nicht. Da kommt auch unter den Eltern kein KOntakt auf...

Beitrag von haebia 30.08.07 - 19:33 Uhr

Dann mach doch du mal den ersten Schritt und spreche andere Eltern auf ein Treffen an! Ich denke, dass da auch viele sich vielleicht nicht trauen. Gerade weil du schreibst, es sind viele Ausländer dabei. Die denken vielleicht, ihr wollt privat nichts mit denen zu tun haben?! Wäre doch möglich, oder?! Vielleicht würden die sich total freuen, wenn du sie mal einlädst oder ein Treffen auf dem Spielplatz vorschlägst.

Trau dich doch mal. Dann hast du es versucht und mehr als "Nein" können sie eh nicht sagen!

Beitrag von september07 30.08.07 - 19:42 Uhr

naja, das haben schon einige Eltern versucht...die Frauen sprechen kaum Deutsch und die kennen sich untereinander alle. Es ist, als seien wir die Randgruppe...es grüßt uns auch keiner...meist bringen die Männer ihre Kinder...die gehen an dir vorbei...

wir haben auch schon über einen Kigawechsel nachgedacht...aber es gibt keine Plätze, es ist leider auch so, das wir zb. kein Englisch-Unterricht bekommen, weil kein Interesse da ist.

Es gibt eine Sprachförderung für die Migranten...ebenso wird auf Schweinefleisch verzichtet, auch bei Grillfesten etc. darf nicht aus Schwein...keine Salate mit Fleischwurst etc., es dürfen keine Gummibären mitgebracht werden...wegen der Gelantine...

es ist eigendlich auch ein evangelischer Kindergarten, aber es wird nicht in die Kirche gegangen...weil kein Bedarf besteht...so der Wortlaut der Kiga-Leitung



Beitrag von haebia 30.08.07 - 19:48 Uhr

hhm, jetzt verstehe ich deine Gedanken etwas mehr ... hhm, wirklich schade für die Kids!

Und ihr Eltern, die es versucht haben ... wenn ihr euch zusammen tut?

Beitrag von september07 30.08.07 - 19:57 Uhr

ja, wir haben schon Kontakt untereinander...er geht ja noch nicht so lange dorthin...knappes dreivierteljahr.

Er wird sich schon neue "beste Freunde" suchen...muss er ja...

ich finde es nur wahnsinnig schwierig...es sind zum Beispiel in unserer Gruppe, drei deutsche Jungs und zwei deutsche Mädels...und so sieht es in den anderen Gruppen auch aus.

Ich werd mir wohl noch einen art Spielkreis suchen...

Beitrag von ue3 30.08.07 - 22:09 Uhr

hallo
das ist der grund, warum ich den kindergarten gewechselt habe.
ich kam mir vor wie eine fremde mit meinem kind.
ich fühlte mich nicht wohl.
wie wäre es denn, wenn euer sohn dort mit in den kindergarten gehn würde?
wie ist die verbindung mit einem bus?
ich würde nicht wegen einem freund überlegen, aber wenn ihr grundsätzlich einen wechsel überlegt.
ich fahre jeden tag 8 km.
bleibt ihr dort, habt ihr keine wahl, dann müßt ihr euch anpassen und versuchen, das euer sohn in der vormittagszeit gute kontakte hat wenigstens.
l.g.

Beitrag von mamamotte 30.08.07 - 19:52 Uhr

Hallo september07, laß dich erstmal #liebdrueck. Hab in deiner VK gelesen, dass dein Sohn bald ein Geschwisterchen bekommt (bei uns ist es erst im Januar soweit:-D).
Es ist wirklich schade, dass die Freunde wegziehen. Mit der Familie, die 10 km weit wegzieht, sollte jedoch noch relativ enger Kontakt möglich sein. Vorausgesetzt natürlich, die Eltern des Kindes sind genauso sehr daran interessiert wie ihr. Ich muß dazu sagen, dass die ältesten Freundschaften meines Sohnes seit der Krabbelgruppenzeit bestehen und 3 Freunde, die auch immer noch gerne zu Besuch kommen und auch sehr gerne besucht werden, ca. 10-15 km weit weg wohnen. Vielleicht können sich die Kids ja auch gegenseitig Briefe schicken (die Mamas schreiben was und die Kinder malen sich Bilder). Gibt es vielleicht noch einen Sportverein, Turngruppe etc., die die Beiden zusammen besuchen könnten?
Schwieriger wird es bei der Familie, die ins Ausland zieht. Weißt du schon wohin sie ziehen? Vielleicht findest du über das Land ein Bilderbuch in der Bücherei oder im Buchhandel, das du mit deinem Sohn ansehen kannst. Auch hier könnte ich mir vorstellen, dass die Freundschaft erhalten bleibt, wieder vorausgesetzt die Erwachsenen haben Zeit und Lust diesen Kontakt zu fördern. Ihr könntet euch gegenseitig E-Mails schicken (mit angehängten Fotos). Natürlich ist das momentan für deinen Sohn nicht einfach zu verstehen, aber wer weiß, vielleicht erzählt er in 1-2 Jahren jedem ganz stolz: "Ich habe einen Freund, der in .... wohnt!"

LG Karin

Beitrag von schnuffinchen 31.08.07 - 09:06 Uhr

"aber wir haben einen Migrantenanteil von 75%...da sind Freundschaften wirklich schwer zu finden... "

Was heisst das im Klartext?

Schliesst Du Freundschaften zu Migrantenkindern von vornherein aus?

Beitrag von september07 31.08.07 - 10:20 Uhr

Hallo,

Nein! So war es nicht gemeint...ich habe nichts gegen Ausländer. absolut nicht...aber es ist sehr schwer... man hat das Gefühl, die wollen gar nicht...fast alle (Migranten) kennen sich auch Privat, sprechen kaum deutsch und es ist einfach anders...wir sind die Minderheit...

es ist sehr,sehr schwer...das habe ich auch schon versucht zu erklären, in den obigen Antworten.

Ich habe wirklich nichts gegen Ausländer...

*LG*

Beitrag von anja1968bonn 31.08.07 - 11:10 Uhr

Auch wenn das nicht zum eigentlichen Thema gehört, möchte ich doch zurückfragen: Spielt Dein Kind mit Migrantenkindern?

Bei uns im Kindergarten sind 1/3 Migrantenkinder, und es ist wirklich schwer, Kontakt zu bekommen. Die Kinder spielen viel unter sich, und nur selten kommt es zu Einladungen außerhalb des Kindergartens. Die meisten Eltern kommen zu keiner gemeinsamen Veranstaltung, zu keinem Elternabend, so dass es auch da schwierig ist, ins Gespräch zu kommen. Und gar nicht reden will ich von dem Problem, dass mache Migrantenkinder sehr wenig Deutsch können und die Verständigung mit ihnen auch für die Kinder untereinander nicht immer leicht ist.

LG

Anja

Beitrag von september07 31.08.07 - 11:21 Uhr

er erzählt schon von einigen Kindern...aber wirklich, nur mit ganz wenigen spielt er bzw. auch die anderen...aber nur auf den Kiga beschränkt! Private Treffen gibt es nicht.

es ist auch so, das sie wenig deutsch können, deshlab haben wir extra eine Sprachförderkraft bekommen (wirklich nur für die MIgranten zum Deutsch lernen) und eigendlich dürfen sie nicht in ihrer Muttersprache sprechen...aber so ganz vermeiden lässt sich das nicht.

Und gerade wenn sie abgeholt werden...die Mütter/ Väter sprechen untereinander auch kein Deutsch und mit ihren Kids auch nicht...

Zu veranstaltungen, wie Entedank etc. kommen sie ebenfalls nicht, alles wird "boykottiert" so hat man das Gefühl...

Beitrag von anja1968bonn 31.08.07 - 11:28 Uhr

Meine Frage war eigentlich an "schnuffinchen" gerichtet, die Dich ja mehr oder weniger gefragt hat, ob Du was gegen Migrantenkinder hast.

Deine Erfahrungen decken sich ja ziemlich mit meinen.

Ich drücke Dir die Daumen, dass der Kontakt zumindest zu dem einen Freund Deines Sohnes erhalten bleibt. Natürlich fällt so eine Trennung schwer, aber trotzdem bin ich sicher, dass Dein Sohn auch wieder neue Spielkameraden bekommt.

Die beiden besten Freunde meines Sohnes werden auch nächstes Jahr in die Schule kommen, und er selbst als Kann-Kind eher nicht - natürlich sind die dann nicht aus der Welt, aber es wird sich schon was ändern, und er wird neue Freunde suchen und finden ...

LG

Anja

Beitrag von miekemeike 01.09.07 - 02:57 Uhr

Das wird ueberhaupt kein Problem werden.
Kinder in diesem Alter sind da einfacher gestrickt.
Sie kommen mit "aus den Augen, aus dem Sinn" sehr gut zurecht und du wirst sehen, das es wieder mal unnoetige Sorgen sind.
Erklaer ihm, dass die Familien umziehen muessen und das wird er akzeptieren.
Wir sind nun auch berufsbedingt mal wieder umgezogen und Noa meistert das ganz toll.
Sie erklaert mir auch immer, dass sie ihre Freunde nicht mehr sieht, aber neue Freunde haben wird.

Keine Angst, das wird schon.

Gruesse aus Amerika.
Meike mit Noa