Trauma Kaiserschnitt

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von galli25 31.08.07 - 11:55 Uhr

Hallo,

ich habe am 9.8. entbunden. Die Wehen setzten bei mir am 8.8. frühmorgens ein. Nachmittags sind wir dann in aller Seelenruhe zum KH gefahren. Ich hatte überhaupt keine Angst vor der Geburt, da meine Mutter, Großmutter und Urgroßmutter leichte Geburten hatten und ich ein (laut Urologe) so gebärfreudiges Becken habe, dass ich das Kind fast im Gehen verlieren könne. Aus diesen Gründen - und weil ich eine KH-Phobie habe - wollte ich unbedingt ambulant entbinden.

Am Ende hatte ich 32 Std. ineffektive Wehen. Am MuMu tat sich nichts - aber auch gar nichts. Irgendwann wimmelte es um mich herum von Ärzten, Hebammen, Schwestern und Schwesternschülerinnen, alle rieten mir zur PDA und zum Wehenmittel - und ich stimmte schließlich zu. Aber auch das brachte gar nichts.

Letztendlich musste mein Kind per Kaiserschnitt geholt werden.
Die Geburt meines Sohnes war damit ein absolut schreckliches Erlebnis. Und die Tage danach im KH leider auch. Der Beziehung zu meinem Sohn hat das keinen Abbruch getan, aber dennoch muss ich manchmal weinen, wenn ich ihn ansehe und an seine Geburt denke.

Die meisten Leute, denen ich ansatzweise mitteile, dass es für mich schwer zu verkraften ist, dass es ein KS war, sagen Dinge wie "Hauptsache, das Kind ist da" oder "Jetzt ist ja alles vorbei". Nur leider hilft mir das überhaupt nicht... und ich habe das Gefühl, dass ich mich nur "anstelle".

Für mich war der KS absolut traumatisierend, ich leide sehr darunter.
Wem geht es ähnlich? Wer kann mich verstehen?

Beitrag von kirsten007 31.08.07 - 12:21 Uhr

Hallo,

bei mir war es so, dass ich eine wundervolle Schwangerschaft hatte, keine Probleme, keine Wehwehchen, einfach nichts ausser einem wachsenden Bauch.

Bevor ich schwanger wurde hatte ich eine Bauchspiegelung und als mir Wochen später immer noch alles weh tat, wußte ich, dass ich alles wollte, nur KEINEN KS.

Bei platze am 19.6. abends die Fruchtblase und ca. 3,5 Stunden später sind wir dann in aller Ruhe ins KH gefahren. Die Hebi meinte, ich hätte schöne, gleichmäßige Wehen und alles sei super. Nach 9 Stunden war der MuMu erst 3cm offen und da habe ich eine kleine Krise gekriegt. Die nächsten Stunden vergingen aber irgendwie und gegen 14:00Uhr durfte ich dann endlich in die Wanne (ich wollte eine Wassergeburt). Ca. 1,5 Stunden später meinte die Hebi ganz ruhig, dass ich jetzt noch mal eben aus der Wanne raus kommen soll. Irgendwie habe ich mir überrhaupt nichts dabei gedacht....

3 Minuten später lag ich dann auf dem OP-Tisch und es wurde ein Not-KS mit Vollnarkose gemacht, weil sich die Plazenta vorzeitig abgelöst hatte.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, WIE fertig ich war, ich habe seinen ersten Schrei verpasst, ich kann mich nicht mehr erinnern wie es war, als ich zum ersten Mal gesehen habe und auch das erste Stillen ging an mir vorbei. Ich war auf der einen Seite natürlich froh, dass es meinem Kind gut ging. Wäre ja nicht auszudenken, dass 40 Wochen lang alles super ist und dann "auf dem letzten Meter" doch ncoh was schief geht. Für mich war das aber auch ein Albtraum und ich habe auch eine ganze Weile gebraucht, um darüber hinweg zu kommen.

Zu allem Übel hat sich die Narbe noch entzündet und ich lag gut zwei Wochen fast nur "flach". Die Narbe tut auch heute noch weh und sieht einfach schrecklich aus...

Rede mit Deiner Hebi / Deinem Partner über Deine Gefühle und verdränge sie nicht. Ich meine letztendlich ist es doch wirklich so: Du hast einen gesunden Sohn und das ist doch wirklich das Allerwichtigste :-)

Viele Grüße und alles Gute
Kirsten

Beitrag von sabine1984 31.08.07 - 12:28 Uhr

Hallo!

Mir tut so leid, was du mitgemacht hast. Ich weiß wie es ist, vertröstet zu werden, wenn man eigentlich jemanden zum Reden braucht. Mir geht es genauso. Du kannst ja mal lesen: Der Pfusch mit Yasmin und mir. Steht nur ein paar Zeilen weiter unten.

Viele der Leserinnen meines Berichts versuchen zu helfen und zu trösten. Finde ich sehr nett, weil ich jetzt wieder schwanger bin und, naja, schon ein bisschen Angst hab. Kannst ja mal lesen, was die anderen Mütter mir so vorgeschlagen haben, wie ich drüber weg komme. Von mir noch ein paar Tipps für dich, ausnahmsweise kostenlos (hi, hi!):

1. Rede doch mit deinem Baby! Es versteht natürlich noch nicht, worum es, geht, aber hört zu! Wenn du es brauchst, wieder und wieder. (Im Gegensatz zu Verwandten und vielen Freunden) Erzähl doch, warum du traurig bist, vielleicht, dass dir leid tut, dass du wegen der OP nicht direkt nach der Geburt da sein konntest, u. s. w.

2. Wenn du das Gefühl hast, depressiv zu werden und nicht zurecht zu kommen (z.B. du weinst oft, staust Aggressionen gegen jemanden auf, extreme Gefühlsschwankungen...) lass dich, bevor du zu einem Spezialisten gehst, auf Schilddrüsenunterfunktion testen. Manchmal wird diese durch die Hormonumstellung nach einer Geburt ausgelöst (bei mir wars so), und das kann Depressionen nicht direkt hervorrufen, aber verschlimmern. Wenn der KS also so schlimm für dich war, kann es sein, dass du dadurch zu Depressionen neigst, die durch eine SUF sehr verschlimmert werden können.

3. Wenn alles nichts hilft, wende dich an einen Psychologen. Das ist kein Grund dich zu schämen, viele Frauen haben Wochenbettdepressionen. Und wenn kein anderer zuhört, muss eben ein Spezialist her!

Ich wünsche dir alles Gute und dass es dir schnell besser geht!

Beitrag von rabe0510 31.08.07 - 14:08 Uhr

Bei mir ist es in acht Wochen soweit. Ich hoffe auch, dass ich ohne Komplikationen normal entbinden kann. Aber ich bin auch beruhigt, dass ich weiß, dass es die Möglichkeit zum KS gibt, wenn es anders ablaufen sollte.

Das sind Gedanken, die mir schon Mut machen. Ich vertraue darauf, dass die Hebamme und die Ärzte das beste aus einer Geburt machen. Und hinterher ein gesundes Kind zu haben ist sicherlich das Schönste, egal welche Art von Geburt man hatte.

Ich hoffe, dass es dir bald besser geht und du mit deinem Erlebnis positiver umgehen kannst. :-)

Iris









Beitrag von alarabiata 31.08.07 - 15:43 Uhr

hallo!

mir ist nichts ähnliches passiert, wie dir, aber grundsätzlich kann ich dich absolut verstehen. wie kann man von aussen bemessen wie ein anderer fühlt und mit dem geschehen umgeht? das ist total komplex und verbindet sich sicher auch mit früher erlebtem . da helfen sprüche wenig#augen

ich hatte es andersherum. plante eine hausgeburt, die auch so vonstatten ging wie ich es mir dachte(zumindest äusserlich)ich hatte ein paar stunden wehen und dann ging es recht schnell und der kleine war da.
eine "traumgeburt" wie meine hebamme bestätigte. nur für mich war es anders. irgendwas in mir ist gebrochen und ich empfand diese geburt als so grenzüberschreitend, wie ich es mir nicht hätte vorstellen können.ich brauchte 6 wochen um wieder mental auf diesem planeten zu landen. ich habe superviel geweint und nun, da meine nächtste geburt in 4 wochen stattfinden wird, ringe ich noch immer um das verstehen des geschehenen.

ich finde, dass es wichtig ist, für deinen heilungsprozess, diese geburt zu verarbeiten. zum glück gibt es viele fähige leute und weitergebildete hebammen, die sich damit auskennen.
einfach drüber hinweggehen, ist wohl keine gute methode.

ich drück dir die daumen....lg. bianca

Beitrag von magnolie2002 01.09.07 - 00:13 Uhr

Ich kann dich gut verstehen, ich hatte bei meiner Tochter eine "eilige Sectio" - Vorstufe vom Not KS. Und zwar nach einer supertopp SS ohne irgendwelche Komplikationen und eigentlich keinen "Wehwechen". Nur waren kurz nach Termin die Herztöne beim CTG zwischendurch mal schlecht, so dass ich 4 Tage nach ET ind KH bin, um das kontrollieren zu lassen. Das ctg war erst in Ordnung, ich bekam dann einen ganz leichten Wehentropf, um zu schauen, wie das ctg dann aussieht.
Ende vom Lied: 20 Minuten später (nach Wehenhemmer und SOS Anruf, dass mein Mann ins KH kommt) KS unter Vollnarkose, da ich zu sehr unter Schock und noch dazu alleine war.
Was hinterher noch alles im KH passierte gehört nicht mehr unbedingt hierher...nur vielleicht noch die 2 Stunden im Aufwachraum: Ich bei recht klarem Verstand, weinte vor mich hin und habe gefragt wo mein Baby und mein Mann ist.
Wahrscheinlich recht leise, da noch etwas unter dem Einfluss der "Dröhnung"...
Ein Arzt erlöste mich nach den zwei Stunden, trocknete mir die Tränen, fragte was denn los sei...erzählte, dem Baby gehe es gut.... die anwesenden Schwestern hatten wohl anderes zu tun gehabt, als mal zu schauen, ob vielleicht irgendein Patient im Aufwachraum wach sei...:-[

Mein Kind ist zum Glück gesund, außer den üblichen Schmerzen nach so einer OP ist alles bei mír gut verheilt.
Nur das auf der Seele, das verheilt irgendwie nicht.
Da ich recht kurz vorm ET mit meinem 2. Kind bin, kocht natürlich alles noch mal richtig hoch.
Wann immer ich an die Situation zurückdenke (immerhin Dezember 2002) fließen bei mir die Tränen.

Ich weiß genau, was du meinst. Nicht den ersten Schrei gehört zu haben, sondern das eigene Baby erst Stunden nach der Geburt das erste Mal zu sehen zu bekommen, noch dazu komplett angezogen. Nicht mit der Stimme dagewesen zu sein, um es in dieser lauten hellen Welt begrüßen und beruhigen zu können. Das erste Stillen erst Stunden nach der Geburt...

Damit muss ich leben. Aber ich werde es nie vergessen. Und die Äußerungen Anderer, die versuchen zu trösten, sind oft nicht tröstlich ("Sei froh, du hattest nicht den Geburtsschmerz, den ich hatte",....).

Wende dich an deine Nachsorgenhebi, wenn du ihr vertauen kannst. Sprich mit ihr über deine Gefühle. Pass auf, dass du nicht zu tief in Depris abrutscht, sonst suche dir Hilfe. Vielleicht gibt es einen Gesprächskreis in deiner Nähe, wo du über deien Gefühle reden kannst und ähnliche Schicksaqle von Anderen erfährst. Es kann helfen, wenn andere Mütter von ähnlichen Erfahrungen und solchen Gefühlen berichten.

#liebdrueck

Beitrag von topolinchen 01.09.07 - 11:14 Uhr

Hallo,
ich kann Dich gut verstehen,nach 17 Stunden Wehen wurde es leider auch ein Notkaiserschnitt unter Vollnarkose.
3 stunden nach der geburt habe ich den kleinen das erste mal gesehen.Es ging Ihm super aber ich habe mich gefühlt als hätte ich Ihn in Ihm wichtigsten moment seines Lebens alleine gelassen.Da sein Papa ja auch nicht in den OP durfte,denn es musste ja auch alles so schnell gehen.Wir hatte Glück, da ich einen hohen Blasensprung 5 Tage bevor der kleine zur welt kam und den niemend bemerkt hatte ( obwohl ich auf verdacht im KH war ) , wie dei Ärzte mir später erzählt haben hatte Er nur noch grünen schlick anstatt Fruchtwasser,und es bestand die Gefahr eien Schwangerschaftsvergiftung.Gott sei Dank ist alles gut gegangen.Ich hätte aber so gerne die Geburt miterlebt.Wenn ich dran Denke bin ich auch traurig aber ich bin froh das es uns beiden gut geht.Ich hoffe beim nächsten mal wird es anders.Und mein süßer ist fast schon ein Jahr alt entschädigt für alles.
Ganz LG Grüsse und lass Dich drücken#liebdrueck
Topolinchen mit Guiliano 11 Monate

Beitrag von bomaus79 01.09.07 - 13:30 Uhr

hallo,
ich kann dich sehr gut verstehen.
ich kenne mittlerweile viele Frauen die Schwierigkeiten mit dem KS haben.
vielleicht hilft es dir dich mit anderen Frauen auszutauschen.
schau mal ins Kaiserschnittforum dort findest du viele Frauen die das selbe erlebt haben. (urbia hat erlaubt das auf das Forum hingewiesen werden darf :-))

Beitrag von 01121976 04.09.07 - 12:47 Uhr

Hallo Du !

auch ich kann genau nachvollziehen wie es Dir geht. Meine beiden Kinder wurden per KS geboren.
Der erste nach 72 Stunden Wehen und Geburtsstillstand. Der MuMu war 8 cm auf, aber es ging nicht weiter. Ich habe mein Kind erst nach 9 Stunden auf der Intensivstation gesehen. Es ging im nach den 3 Tagen Wehen nicht gut. Wir haben keinen ersten Schrei gehört, ihn nicht gezeigt bekommen. Mir fehlt heute noch dass ich ihn nie nackt, so wie er aus mir rauskam gesehen habe.
Ich habe als der Kleine 6 oder 8 Monate alt war eine KS-Gruppe besucht. So eine Art Gruppentherapie. Alles Frauen die mit KS entbunden haben und damit nun ein 'Problem' haben. Niemand der diesen Spruch "sei doch froh dass dein Kind gesund ist" abläßt. Klar sind wir ungewollten KS-Mamis froh, dass unsere Kinder gesund sind. Solche Aussage sind für mich die offene Aberkennung meines 'klaren Menschenverstand'. Schliesslich ist eine Geburt kein Endweder oder Spiel. Es darf ruhig für Mutter und Kind gut ausgehen. Sowohl körperlich als auch seelisch. Im Anschluss an diese Gruppe habe ich noch ein paar Stunden Einzeltherapie gemacht. Mitterweile weiß ich, dass ich traurig sein darf. Und ich weiß auch, dass ich alles richtig gemacht habe. Ich habe bei seiner Geburt nicht versagt.

Die Geburt meiner Tochter sollte eine spontan Geburt werden. Ich habe mir schon in der 13. SSW eine Hebi gesucht und meine Ängste immer wieder mit ihr durchgesprochen. In die Geburt bin ich mit dem Wunsch nach einer Chance gegangen. Eine Chance auf eine Spontangeburt. Naja, die Chance hatte ich... die Spontangeburt leider nicht. Unsere Kleine konnte sich nicht richtig ins Becken drehen. Es wurde nach 12 Stunden Wehen entschieden, dass wir einen KS machen - in aller Ruhe. Das war mit dem 1. KS nicht zu vergleichen. Ich habe mein Kind direkt gesehen, bekam sie nach dem KS für 2 Stunden auf den Bauch. Erst dann wurde sie angezogen. Mein Mann durfte zwar nicht die Nabelschnur durchschneiden, aber er durfte sie kürzen. Er war bei den ersten Untersuchungen dabei. Für uns beide war es totz des KS eine richtige Geburt. Auch wenn die Kleine den falschen Ausgang wählen musste.

Diesen Monat wird unser Sohn 3 Jahre, unsere Tochter 4 Monate alt. Ich bin immer noch traurig, dass sich mein größter Traum - meine Kinder spontan auf die Welt zu bringen - nicht erfüllt hat. Für eine Spontangeburt würde ich einen kleinen Finger opfern. Aber niemals die Gesundheit meiner Kinder.
In Momenten in den ich wirklich stark bin kann ich sogar sagen: es ist doch egal wie ich meine Kinder bekommen habe. Hautpsache ich habe sie. In schwachen Momenten, liege ich auf dem Bett und weine.

Es wird sicher einige Zeit dauern, bis Du mit der Geburt deines Sohnes frieden geschlossen hast. Aber Du wirst ihn finden. Wichtig ist, dass Du über deine Gefühle redest. Immer wieder.
Lass Dich nicht entmutigen von Leuten, die deine Gefühle nicht verstehen können.

Ich drücke Dich ganz fest. Du machst deinen Weg.
Liebe Grüße
Katinka

Beitrag von miauna 12.09.07 - 23:23 Uhr

Hi. Ich habe meine Tochter per geplantem KS entbunden. Zwar nicht unter Vollnarkose und es lief auch alles sehr gut. Dennoch möchte ich meine nächste Tochter,die Ende November geboren werden soll,spontan entbinden. Ich hatte zwar nach dem KS keine weiteren Probleme,außer Schmerzen,klar. Trotzdem weiß ich,dass es einfach noch zu früh für sie war und nicht der richtige Weg. Ich hatte,aufgrund meiner durch einen schweren Unfall vorbelasteten Wirbelsäule einfach Angst vor einer "normalen" Geburt. Diesmal werde ich es einfach versuchen und wenn es nicht geht,soll es halt wieder so sein. Aber diesmal nicht mehr geplant. Ich habe Angst vor der Geburt,weil ich nicht wirklich weiß,was auf mich zukommt aber das weiß man ja eh nie.;-) Lieben Gruß.#klee