Hätte gern mal Eure Meinung

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von serice 31.08.07 - 12:47 Uhr

Eine gute Bekannte hat vor ein paar Monaten ein Kind mit Trisomie 21 (und auch demzufolge 2 Löcher im Herzen) zur Welt gebracht.
Sie sagte eine Voruntersuchung hätte Ihr die Frauenärztin nie vorgeschlagen(da gibts doch so eine Untersuchung wo man feststellen kann, ob ein Kind behindert ist oder nicht).
Jetzt hat Sie das Kind zu Pflegeeltern gegeben, mit der Begründung " Was hat man denn mit einem behinderten Kind noch vom Leben?"
Ich könnte platzen, wenn ich sowas höre.:-[
Ich selber habe zwei gesunde Kinder, bin aber Heilerzieherin und weiß, was es heißt, mit Kindern mit der Trisomie 21 zu leben.
Was denkt Ihr denn so über das Thema???

Beitrag von krokolady 31.08.07 - 13:10 Uhr

Normalerweise wird da per Ultraschall nach der Nackenfalte geschaut.
Wenn die auffällig ist gibts weitere Untersuchungen, sofern man sie wünscht.

Naja, das ich das Verhalten Deiner Bekannten tierisch zum kotzen finde muss ich wohl nicht betonen.

Ich hoffe nur für das Kind das es super Pflegeeltern hat, und sie die Chance haben das Kind vielleicht zu adoptieren.

Beitrag von hippychick 31.08.07 - 13:26 Uhr

schoen finde ich es auch nicht, aber ich koennte mir gut vorstellen, dass sie total geschockt und ueberfordert ist/war mit der ganzen situation. da sie ja auch keine chance hatte sich darauf vorzubereiten. (deshalb hab ich den test machen lassen, einfach damit ich mich, wenn es so gewesen waere darauf haette einstellen koennen)

ich weiss noch wie ich mich gefuehlt habe, als die fehlbildung bei unserem sohn festgestellt wurde....da war er allerdings schon 6monate.

wenn es dir nur um die aussage, dass man nichts mehr vom leben hat, geht...dazu faellt mir auch nichts ein, das ist einfach nur traurig.

ich hoffe, dass es bei den pflegeeltern in liebe und geborgenheit aufwaechst.

hippy

Beitrag von ungeheuerlich 31.08.07 - 13:29 Uhr

Wenn man das als Außenstehender liest, dann klingt das natürlich schrecklich. Wenn man allerdings etwas genauer darüber nachdenkt und sich vorstellt es wäre bei einem selber so, sorry, ich kanns verstehen!

Ich habe 4 Kinder, die Älteste lebt bei meiner Mutter, der große Sohn hat ADHS mit Hochbegabung, die kleine Tochter ist ein Quirl ohne Ende und der Kleinste (Frühchen) hat starke Entwicklungsverzögerungen und Wahrnehmungsstörungen.

Mit meinem großen Sohn bin ich bei einer Kinderpsychologin wo man im Wartezimmer oft mit DS, Autisten und ADHS´lern zusammen sitzt.

Ich bin echt nicht gaffgierig oder sonstwas, aber so wie die Kinder nunmal sind, schaut man ständig hin und weiß nicht so genau wie man sich verhalten soll.

Da war ein Junge, der hat zu jedem der im Raum saß o. rein gekommen ist, Mama o. Papa fragend gesagt. Dann bekam er auf einmal einen Schreianfall und schrie nach seiner Mutter (sie saß neben ihm), die Mutter sprach auf ihn ein, aber er hat sie nicht erkannt #schock. Ist jetzt nur ein Beispiel.

Ich bewundere die Eltern, ich könnte es nicht, ich würde mich an den Blicken schämen, könnte nicht stolz sein auf mein Kind.
Und sind wir ehrlich, das Leben ist dann mehr oder minder vorbei. Da ziehst Du nicht 18 Jahre ein behindertes Kind auf, nein, Du ziehst es bis zu Deinem eignen Tod auf.
Klar gibt es Einrichtungen, Hilfen bla bla bla, aber nein, ich könnte es nicht.

Das ist meine Meinung und scheinbar auch die Deiner Bekannten.

Was nützt es dem Kind dort zu leben, wenn die Mutter einfach nicht damit klar kommt?

Sei doch mal ehrlich, dann ist es in einer Pflegefamilie besser aufgehoben.

LG

Kerstin

Beitrag von serice 31.08.07 - 13:45 Uhr

Ich weiß, jeder denkt anders..und letztendlich ist es auch jedem seine Sache.
Aber wenn ich so eine Aussage höre...und die Person dazu noch gut genug kenne....ich weiß nicht mal ob Sie mit einem "normalen" Kind so klar gekommen wäre.
Das Kind lag nach der geburt aufgrund des Herzfehlers 8 Wochen im Krankenhaus und zweimal hat Sie Ihr Kind dort besucht.
Einen Tag, nachdem klar war, daß es in eine Pflegefamilie kommt, ist sie Ihrem normalen Leben nachgegangen, als ob nir was gewesen wäre. Wenn man Sie auf Ihr Kind anspricht, sagt Sie sie habe keins. ABER Sie behält ja das Sorgerecht und Ihre Meinung ist dazu....daß man das Kind ja auch in 5-6 Jahren, wenn alles nicht mehr so schwer wäre, zurückholen kann.
Da bin ich wieder der Meinung, daß das Kind dann in der Pflegefamilie bleiben sollte. So eine Hin und Herschieberei ist auch nicht so toll.
Ich kann das alles nicht begreifen...#schmoll

Beitrag von melvine 04.09.07 - 13:55 Uhr

Den Richter will ich sehen, der ein Kind, welches von Säugling an in einer Pflegefamilie war, und dessen leibliche Mutter diese Einstellung zur Behinderung ihres Kindes hat, wieder der Mutter zuspricht! Soll denn ein Kind nach 5-6 Jahren plötzlich zu einer fremden Frau ziehen, die behauptet die Mama zu sein?
Tolle Mama.....#augen

Gruß, Melvine

Beitrag von rotten 31.08.07 - 22:22 Uhr

***

Beitrag von ungeheuerlich 01.09.07 - 08:40 Uhr

Oh Gott was geht denn bitte mit Dir ab???

Ähm, ja, sicherlich schreibe ich dazu daß mein Sohn ADHS mit HOCHBEGABUNG hat! Weißt Du eigentlich was das heißt????

Nee, sonst würdest Du solch einen Scheiß nicht schreiben, sorry, DU hast keine Ahnung.

Und meine Meinung kann ich mmer und überall vertreten. Und ja, die letzten 7 Jahre waren die HÖLLE und ehrlich gesagt müßtest Du ja dann auch wissen, daß 70% (!!!) dieser Kinder im HEIM landen gerade weil die Eltern mit ihren Kindern nicht mehr klar kommen.

***

Und sicher habe ich mich für meinen Sohn geschämt, oder glaubst Du es ist lustig wenn Dein Kind in der Stadt einen Ausraster bekommt, Verkaufstände umschmeißt, Ware beschädigt und Dir sagt daß er beim nächsten Mal seine Schwester umbringen wird?

Mädel, DU hast keine Ahnung!!!!!

Beitrag von stehvieh 01.09.07 - 08:55 Uhr

Das klingt, als wäre sie neidisch auf deinen Sohn. Denn sonst würde sie dir ja nicht unterstellen, dass du mit seiner Hochbegabung angibst. Da ich beim Sohn einer Freundin manchmal mitbekomme, was Hochbegabung verbunden mit sozialen Problemen (ob er wirklich ADS hat weiß ich nicht, aber er fällt schon arg auf) bedeutet, bin ich da mal gar nicht neidisch drauf... Manche Leute haben komische Vorstellungen!

Nimm's dir nicht persönlich!

LG
Steffi

Beitrag von ungeheuerlich 01.09.07 - 08:58 Uhr

Dank Dir #liebdrueck

Es verletzt trotzdem ...

Soll es man es verschweigen, ich trage es wahrlich nicht wie ein Schild vor mir her. Klar, hier im Forum Leben mit HANDIKAP, aber sonst nicht.

Und wenn man nach einer Meinung gefragt wird, bekommt man den Mund von solchen Personen verboten? Unglaublich.

Naja, ich wünsche Dir einen schönen Tag und jedem der glaubt es ist ja so toll mit einer HOCHBEGABUNG, meinen Sohn mal für 2 Wochen. Dann denken diese Leute sicher anders.

LG

Kerstin

Beitrag von rotten 01.09.07 - 22:13 Uhr

Ich bin ganz sicher nicht neidisch auf ihren Sohn, denn im Gegensatz zu ihr hätte ich mein Kind auch mit Down Syndrom zur Welt gebracht, hätte es geliebt und wäre stolz gewesen.
Was sie hier teilweise ablässt von wegen "peinlich" und "nicht stolz sein können" ( ist ja nicht das erste mal, daß sie so etwas schreibt) ist für mich unterste Schublade und fast schon diskriminierend. Meine Meinung.

Beitrag von karl.hsr 03.09.07 - 21:52 Uhr

"schon fast diskriminierend" ist gut...
"unterste Schublade" triffst eher.

Beitrag von ungeheuerlich 04.09.07 - 08:06 Uhr

Mit 29 Jahren lerne erstmal erwachsen zu werden, wenn man solch einen Mist von sich gibt.

Beitrag von karl.hsr 03.09.07 - 21:50 Uhr

Du bist schlichtweg dumm....sorry aber da fehlen mir die Worte.
Dass du damit nicht umgehen könnest...na gut. Aber, dass du dich schämen würdest.
Aber wahrscheinlich denken viele Menschen so. Sonst wären behinderte Menschen schon längst besser integriert. Du trägst dazu bei, dass Menschen die außerhalb einer gewissen Norm sind auch außerhalb der Gesellschaft stehen.
Wir haben bewusst keine Untersuchungen gemacht. Mit Risiken muss man rechnen. Bzw. sollte man das.
Für das Kind wird es wohl das Beste sein.
Karl

Beitrag von ungeheuerlich 04.09.07 - 08:04 Uhr

Ach Kaaaarl #gaehn

Ging es hier um die Einstellung allgemein, oder um das Zusammenleben mit solchen Menschen #aha ??????

Richtig, ich kann es nicht! So wie viele viele andere auch nicht, aber sich nicht trauen es zu sagen.

Hast Du einen Autisten o. ein Kind mit DS?

Es ist schön, daß ihr keinerlei Untersuchungen habt machen lassen, das interessiert mich nicht, es ist eure Entscheidung.

Bei meinem jüngsten Kind hat man ab der 12ten Woche nur von DS gesprochen, die ganze SS war einfach katastrophal, man mußte stark davon ausgegen daß mein Sohn scher behindert zur Welt gekommen wäre.

Also erzähl Du mir nicht, daß ich DUMM wäre. Ich habe mir mit Sicherheit 10000000000 mal mehr Gedanken gemacht wie Du der mal einen Beitrag gelesen hat und sich gerade aufregt, aber noch nie auch nur einen Hauch davon miterlebt hat.

Dumm sind dann eher solche Menschen wie Du!

Aber dumm ist ja bekanntlich der der Dummes tut, in diesem Falle Du!

Beitrag von karl.hsr 04.09.07 - 20:13 Uhr

Nein, ich habe deine Erfahrungen nicht gemacht.
Aber im Bekanntenkreis haben wir einige Familien mit behinderten Kindern und diese gehen sehr gut damit um. Lieben ihre Kinder, sind sehr stolz auf sie, fördern diese und erziehen sie so selbstständig wie möglich.
Viele haben die Erfahrung gemacht, dass andere sie auf ihre Kinder ansprechen nach dem Motto "wenn ihr das gewusst hättet, dann hättet ihr aber schon...usw.". Sehr kränkend!
Es war einfach die Art und Weise wie du geschrieben hast. So hart und vor allem der Satz, dass du nicht stolz sein könnest hat mich betroffen gemacht. Was müssen Kindern denn leisten oder darstellen um den Stolz der eigenen Eltern zu verdienen?
Es ist in Ordnung, dass du mit deinen Erfahrungen weißt, dass du nicht gut damit umgehen kannst. Aber du musst damit rechnen, dass du andere schockierst.
Ich habe durchwegs gute Erfahrungen mit behinderten Menschen gemacht. Hör ihnen zu und lass dich auf sie ein. Sie haben nur einen anderen Blickwinkel auf die Welt bzw. ein körperliches Handicap.
Es ist ein grundlegendes Problem unserer Gesellschaft, dass man Menschen die anders sind nicht zulassen kann.
Aber ich gebe zu, dass deine Erfahrungen für dich sicher prägend waren.
Karl

Beitrag von ungeheuerlich 05.09.07 - 06:40 Uhr

Ich habe absolut nichts gegen Behinderte aber ein Leben, ein GANZES Leben für solch einen Menschen da zu sein, das kann ich mir nicht vorstellen.

Es ist leicht zu sagen wie lieb diese Menschen doch sind und wieviel sie einem zurück geben. Aber schlußendlich hast Du immer ein Kind, ein Kleinkind für das Du den Rest Deines Lebens immer da sein mußt. Es geht nicht um 20 Jahre, nein, ehrlich gesagt kann man selbst doch irgendwann nicht mal in Ruhe sterben, weil man nicht weiß was aus seinem Kind wird.

Und stolz sein ist relativ, man ist vielleicht stolz ein Kind zu haben, aber auf eine Behinderung ist wohl keiner stolz und ich könnte die Blicke o. womöglich sogar Kommentare nicht ertragen.

Mein ältester Sohn hat "nur" ADHS und ist überall ein Außenseiter, hat keine Freunde. Weißt Du wie der leidet? Und er ist augenscheinmerklich "gesund" und sogar Klassenbester. Ich kann ihn auf die Menschheit "los lassen" und selbst dabei habe ich jedes Mal ein mulmiges Gefühl weil er sich ständig und überall daneben benimmt. Die Leute anrufen, sich beschweren ect. Und wir reden hier nur von ADHS. Wir müssen überlegen, wann wir wo hinfahren um Ausraster zu vermeiden, ein Familienleben ist schier unmöglich und mein Sohn bekommt bereits Tabletten.

Nee nee Du, sich ein als Außenstehender ein Leben mit Behinderten mal anschauen ist die eine Sache, aber solch ein Leben wirklich zu führen eine ganz andere. Und ich könnte es nicht.

Kerstin

Beitrag von leere 05.09.07 - 09:17 Uhr

Hallo,

ich habe ein Kind mit schwerer Behinderung, das schon von weitem ganz anders aussieht als andere normale Kinder und in der Entwicklung mit 15 Monaten etwa 10 Moante hinten dran ist, zumindest motorisch. Ob geistig alles in Ordnung ist kann man noch nicht sagen (obwohl das von der Grunderkrankung her eigentlich normal sein müsste), aber jedenfalls kommt von der Sprache auch noch nicht mehr als "da", "Mama", noch nicht einmal Tierstimmen.

Natürlich gibt es auch schöne Momente, aber die traurigen überwiegen bei weitem,dazu die vielen gesundheitlichen Probleme, immer wieder neue negative Prognosen, das immer auffälligere unschöne Aussehen, Ärger mit Ämtern und Ärzten...

Ich habe nichts gegen Behinderte im allgemeinen, aber enorm etwas gegen ein behindertes EIGNENES Kind. Wenn ich die Wahl gehabt hätte- besonders NACH jetzigem Kenntnisstand- so hätte ich mich ganz klar gegen dieses Kind entschieden.

Ja, in gewisser Weise ist das Leben vorbei mit so einem Kind, jedenfalls das , was man vorher schätzte. Und stolz bin ich auch nicht, nein ich schäme mich, so ein Kind zu haben.
Ich kann Begegnungen mit anderen normalen Kindern nicht ertragen.
Dauernd statt Freude wie bei einem gesunden Kind Trauer und Schmerz zu empfinden ist nun wirklich nicht gerade etwas, was das Leben lebenswerter macht.(und die vielen Klinikaufenthalte sind das garantiert auch nicht)

leere

Beitrag von ungeheuerlich 05.09.07 - 11:05 Uhr

Das tut mir sehr leid für Dich, lass Dich #liebdrueck

Genau das meinte ich, Deine persönliche Erfahrung, nicht das große Verständnis von Außenstehenden.

Mein kleinster Sohn, bei dem schwerste Behinderungen vermutet wurden, ist geistig soweit ganz fit (oder noch #kratz), aber motorisch sehr weit hinten.

Mit dem Sprechen mach Dir erstmal keine Gedanken, das ist normal, mehr haben meine anderen Kinder auch noch nicht von sich gegeben.

Darf ich fragen was Dein kleiner Mann hat? Hast Du denn Unterstützung? Was sagt der Vater dazu o. wie verhält er sich?

LG

Kerstin mit 4 Kids

Beitrag von s_a_m 31.08.07 - 14:04 Uhr

ÄrztInnen haben in Deutschland die Pflicht, Schwangeren ab 35 die Amniozentese vorzuschlagen. Ebenso andere invasive Diagnostikmethoden. Bei jüngeren Frauen besteht diese Pflicht nicht. Und Wunschleistungen wie das First-Trimester-Screening muss 1. kein Arzt von sich aus vorschlagen und 2. er muss es auch nicht in seiner Praxis anbieten.

Leider kann ich mir irgendwie auch nicht vorstellen, wie deine Freundin in der heutigen Zeit durch die Schwangerschaft kommen konnte, ohne was von Down-Syndrom und den vielen möglichen diagnostischen und wahrscheinlichkeitsberechnenden Untersuchungen mitbekommen zu haben #gruebel Hätte ja mal fragen können, wenn ihr das so wichtig war ;-)

Naja, wie auch immer. Der Schock sitzt tief, die Angst noch mehr und zum Glück gibt es ja Leute, die nicht nur ein Kind mit Down-Syndrom annehmen, sondern auch noch ein Kind mit Down-Syndrom, was nicht ihr leibliches ist.

Wenn deine Freundin glaubt, ihr Leben sei vorbei mit einem Kind mit Trisomie 21 und sie hätte davon dann nichts mehr, tut sie mir leid. Vor allem, weil sie offenbar keine Ahnung davon hat, wie gerade Kids mit Trisomie 21 ein Leben bereichern und ungeahnt schöne Wege eröffnen können. Ganz abgesehen von den Möglichkeiten, neue Kontakte und Freundschaften zu schließen, die oft tragfähiger sind als manche Schönwetter-Freundschaften, die bei der kleinsten Wolke zusammenbrechen.

Es ist ihre Entscheidung und so weiter #bla ;-). Aber leider ist die Entscheidung gegen ein Kind, was "mehr" braucht als manch anderes, keine Garantie für ein glückliches, erfülltes und problemfreies Leben.

Keine Ahnung, ob sie es lesen würde, aber gerade neu rausgekommen ist ein prima Buch mit dem Titel "Das Leben ist schön". Keine Rosa-Brille-Sichtweisen, aber auch keine Schreckgespenst-Geschichten. Schöne Bilder, gute Texte und eine einfallsreiche Aufmachung. Vielleicht magst du es ihr mitbringen.

Liebe Grüße
Sabine

Freundin von Matthias mit Down-Syndrom und korrigiertem Herzfehler. Er wurde von seiner Mutter etwa zwei Wochen vor errechnetem Geburtstermin per Kaiserschnitt entbunden, weil sie und ihr Mann erst sehr spät [8ter oder sogar schon 9ter Monat] die vorgeburtliche Diagnose "Trisomie 21" bekommen hatten. Sie wollten ihr Kind so nicht haben, haben ihn holen lassen und er hat eine neue Familie gefunden, die ihn liebt wie ein leibliches Kind. Und er hat auf einen Schlag zwei Regelgeschwister und eine Schwester mit Down-Syndrom bekommen! Wenn seine Eltern den mittlerweile 4jährigen Wirbelwind heute sehen würden – wer weiß, ob sie ihn nicht wiederhaben wollten... Aber wir geben ihn ja nicht mehr her ;-)

Beitrag von stehvieh 31.08.07 - 17:18 Uhr

Hallo!

Ich denke verschiedenes.

Ohne die Erfahrung gemacht zu haben, tendiere ich zu der Meinung, dass ich ein Down Syndrom-Kind behalten hätte. Ich hab auch die Vorsorgesachen in der Richtung bewusst nicht machen lassen. War immer der Meinung, wirklich lebensbedrohliche Behinderungen sieht man auch im Feinultraschall (den ich bei beiden Kindern hatte). Der Rest ist das Risiko, das man im Leben nun mal trägt. Wie war das noch mal in der Hebammensprechstunde: "Wenn Sie ein planbares Leben wollen, warum wollen Sie dann überhaupt ein Kind?" #;-)

Dann denk ich noch, eine Pflegefamilie ist nicht dasselbe wie eine Adoption. Die Pflege zielt immer darauf ab, eine VORÜBERGEHENDE Lösung zu sein. Das heißt, die Mutter kann sich auch Zeit nehmen, den Schock zu verarbeiten, psychologische und sonstige Hilfe für ihren eigenen Kopf in Anspruch nehmen, und dann immer noch die Entscheidung treffen, ihr Kind zu sich zurückzuholen - wann immer sie will.

Und dann denk ich darüber hinaus noch: Eine Pflegefamilie weiß genau, worauf sie sich einlässt, und steht dazu. Vielleicht ist es für ein Kind, hinter dem die Mutter absolut nicht stehen kann, wirklich besser, in einer Pflegefamilie zu leben (die könnte das Kind ja am Ende auch noch adoptieren).

Die Aussage der Frau ist aber in jedem Fall unter aller Sau gewesen, das ist aber auch schon das einzige Urteil, das wir Außenstehenden uns erlauben können...

LG
Steffi + 2 gesunde Mädels

Beitrag von spatzl75 31.08.07 - 21:10 Uhr

Hi,

es gibt solche Menschen und diese kann man nicht verstehen und man sollte es auch nicht versuchen, weil es zu keinem Ergebnis führt.
Mich bestürtzen aber eher ihre Aussagen und nicht unbedingt das sie es abgegeben hat.

Nicht jeder kann mit der Situation, ein behindertes Kind zu haben, umgehen, weil das Bild eines perfekten Kindes nicht mehr gegeben ist. Letztlich ist es auch ein gesellschaftliches Problem und man geht durch viele Höllen.

Es ist nicht einfach sich mit dieser Situation auseinander zu setzen und es bedarf viel Kraft und Energie. Wenn eine PF bereit ist, diesen Weg zu gehen, wird es gut überlegt sein und demnach glaube ich auch, daß er es gut haben wird.

glg

Beitrag von megamami 01.09.07 - 09:12 Uhr

hallo
was ist besser

eine mutter die ihr kind nicht liebt und jeden tag aufwacht und denkt ,oh mein gott wie sieht dass kind aus und so was soll ich lieben?

oder

eine familie die jeden tag sagt ,super schön dass du bei uns bist ,wir lieben dich ohne einschränkungen!!!!


ich finde die 2. variante besser,klingt hart ,ist aber leider so


ich könnte auch kein down sydrom kind bekommen ,aber wenn es trotzdem passiert wäre,hätte wir es mit sehr viel liebe aufgezogen.

und ich muß sagen ,wenn ich so einen wurm sehe ,egal wo ,dann fühl ich mich schlecht und denke so ein süßes kind könntest du nicht lieben


ich danke gott ,dass mein sohn "NUR" einen herzfehler hatte , ohne dass down syndrom

(BITTE VERSTEHT DASS NUR NICHT FALSCH)

liebe grüße mega

Beitrag von anyca 01.09.07 - 09:55 Uhr

Was ich denke? Das Kind hat es gut bei Eltern, die sich freiwillig für ein Kind mit dieser Behinderung entschieden hätten. Hätte Deine Bekannte in der Schwangerschaft von der Behinderung erfahren, wäre das Kind vermutlich nicht am Leben geblieben.

Für das Kind ist das so eindeutig die beste Lösung!

Beitrag von mausi3600 01.09.07 - 10:57 Uhr



hallo
in meiner 3 schwangerschaft hat mich mein doc auch da hingeschickt. es war alles in ordnung,ich hatte ja keine probleme . und bei der u2 wurde ein schwerer herzfehler festgestellt. der mitlerweile operiert ist. ich kann mir nicht vorstellen, selbst wenn mein kind down syndrom gehabt hätte oder was anderes ich wäre nie im leben auf die idee gekommen mein kind abzugeben.
leider sind nicht alle menschen so. kommen vielleicht damit nicht klar,was man nicht verstehen kann. was ich jetzt schreibe hört sich sicher hart an. aber ich glaub das es das kind wirklich besser hat ,wie bei der ollen. ich denke nur an das arme kind. lg sylvi

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