zweisprachig

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von efealp 31.08.07 - 14:20 Uhr

Hallo ihr Lieben..
ich habe eine 3 jaehrige Tochter, die bisher zweisprachig aufgewachsen ist. Allerdings die Muttersprache mehr als die deutsche Sprache. Jetzt geht sie seit 3 Wochen in den Kiga und hat erhebliche verstaendigungsprobleme mit den Kindern. Wenn die Kinder sie nicht verstehen oder sie sich nicht aussern kann, dann schubst sie die Kinder, so die Erzieherin. Was natürlich für mich auch unangenehm ist. ich dachte immmer im Kiga geht das Erlernen der deutschen Sprache sehr schnell, so das keine Schwierigkeiten entstehen, da habe ich mich wohl geirrt. Habt ihr einen Tipp????

LG efealp

Beitrag von jale0605 31.08.07 - 14:32 Uhr

Also ich würde nicht so schnell verzweifeln, bei uns ist der papa türke und ich bin deutsche, somit überwiegt natürlich die deutsche sprache, da die mama die meiste zeit mit dem kind zusammen ist. in unserem bekanntenkreis haben wir aber auch sehr viele tr-tr ehen und da werden die kinder eigentlich ausschließlich türkischsprachig erzogen, wenn sie dann in den kindergarten kommen, können sie praktisch kaum deutsch. aber bisher hat es immer geklappt und die kleinen haben spätestens am ende der kindergartenzeit die deutsche sprache soweit aufgeholt, das es ihre zweite muttersprache ist. es braucht halt zeit. und peinlich sollte dir nichts sein. kinder lernen ganz schnell sich untereinander zu verständigen auch wenn sie noch nicht die gleiche sprache sprechen.

lg
jale

Beitrag von lilas 31.08.07 - 21:28 Uhr

Hallo,

ich kenne das Problem leider nur allzu gut. Leider lernen nämlich nicht alle Kinder die Sprache sehr schnell und reibungslos. Meine Tochter tut sich sehr, sehr schwer, im Kindergarten zurecht zu kommen, und das liegt vor allem auch an der Sprache.

Natürlich ist es nicht okay, dass Deine Tochter die anderen Kinder schubst. Aber immerhin versucht sie ja, mit den Kindern in Kontakt zu treten - das ist doch schon mal ein Anfang. Die Situation ist schwierig für Dein Kind. Und wenn es mit Worten nicht weiterkommt (bzw. nicht weiterkommen KANN), dann wird sie halt handgreiflich. Ich will das jetzt nicht schönreden, aber ich kann das Verhalten irgendwie nachvollziehen.

Meine Tochter sondert sich im Kindergarten leider weitgehend ab, was ich wesentlich bedenklicher finde. Denn es ist ein echter Teufelskreis: Sie versteht die anderen Kinder nicht, und aus diesem Grund bleibt sie ihnen fern. Und weil sie ja nicht mit ihnen spielt, lernt sie die Sprache erst recht nicht.

Einen echten Tipp habe ich nicht. An Deiner Stelle würde ich mit Deiner Tochter immer wieder reden und Verständnis für ihre schwierige Situation zeigen. Und halt immer wieder erklären, dass man trotz allen Frusts und aller berechtigten Wut nicht schlagen darf - zumindest keine anderen Lebewesen, sondern vielleicht lieber den Fussboden oder ein Kissen.

Bestimmt musst Du Dir aber langfristig keine Sorgen machen: Deine Tochter WILL ja mit den anderen in Kontakt treten. Also wird sie die Sprache realtiv bald lernen, und dann erledigt sich das Problem von allein.

LG
lilas

Beitrag von barbarelle 01.09.07 - 09:52 Uhr

Das ist die "Gefahr" auf die ich Eltern hinweise, welche die deutsche Sprache vernachlässigen, weil die Kinder das ja "ruck zuck" im Kindergarten lernen. Dem ist aber nicht so.
Wenn es noch dumm läuft, sind noch ein paar kinder da, die nur in der muttersprache sprechen können und dann wird halt noch weniger Deutsch gesprochen.

Ohne die Sprachförderung die hier in BaWü läuft, würden die Kinder noch langsamer lernen, vor allem dann, wenn zuhause zu wenig Deutsch gesprochen wird und der Heimatsender im TV rauf und runter läuft.

Die meisten Kinder bleiben meist, gerade wegen des sprachproblems, ein Jahr länger im Kindergarten. Schade eigentlich. Sie fangen ans sich zu langweilen, weil sie ja intellektuell auf dem Stand eines normalen schulreifen Kindes sind, es aber mit der Sprache hapert.

Das deine kleine mit Aggression reagiert ist völlig normal. Das sollte aber eine Erzieherin auch wissen. Stell dir vor du bist 3 jahre alt, kommst wo hin, keiner versteht dich und du kapierst nicht WARUM? Dabei willst du doch mit den Kindern spielen. Also wirst du wütend und reagierst irgendwann man mit Kontaktaufnahme auf die unsanfte Art. Alles nachvollziehbar.

Also: Von nun ab lege Priorität auf die Sprache, mit der dein Kind wird leben müssen.

Meine Tochter wird auch zweisprachig erzogen. Wir haben aber von anfang an konsequent: ich nur griechisch, mein mann nur deutsch.

wobei das griechische für uns nur ein "beiwerk" sein soll.

GRuß
Barbarelle

Beitrag von zanadu 01.09.07 - 12:52 Uhr

Hallo, ich wundere mich immer über die Bericht das die Kinder das ohne Probleme hinbekommen. Ich finde es schlimm wennn da die Kleinen sitzen ohne irgendewas zu verstehen. Gut ist aber wenn deine Tochter wenigsten ihre Sprache richtig spricht. Bei meinem Sohn in der Gruppe war ein Junge der hat einen MIschmasch gesprochen , weder für Türken noch für Deutsche zu verstehen. Der Kleine ist dann in die Integrationsgruppe gewechselt. Aber nach 6 Monaten haben die Kinder meißt aufgeholt, allerdings nur wenn sie sich nicht in Gruppen mit anderen Kinder ihrer Sprache zusammenschließen. Bei uns gibt es für die Kinder einmal die Woche Spachföderung. Vor der Schule sogar jeden Tag.