Wie kann man sich am besten das Sorgerecht teilen

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von weinbergkatze 01.09.08 - 09:54 Uhr

Hallo,
vielleicht gibts hier welche, die mir ihre Erfahrungen mitteilen können.

Wir haben 2 Kinder (9+7) und irgendwie steht unsere Ehe vor dem Aus.

Mein Mann ist ein ganz toller Papa und natürlich wird eine Trennung für Kinder immer am schwersten.

Am liebsten hätte ich meine Kinder immer bei mir, aber ich bin der Meinung, dass in unserem Fall eine Teilung des Sorgerechtes der beste Weg wäre (also die gesamte Zeit teilen).

Wer hat Erfahrungen damit, wenn die Kinder zum Beispiel wochenweise bei Mutter oder Vater wohnen?
Oder ist tageweise besser (immer so 3-4 Tage)?

Gibt es bei den Wechseln dann schulisches Durcheinander (also Zeug beim anderen Elternteil und so..)?

Es wird so oder so schwer für Kinder und trotzdem möchte ich nur das Beste für sie.

Aber eine unglückliche Mama nützt denen ja auch nichts!

Danke für Ratschläge!

Beitrag von nrw2008 01.09.08 - 11:54 Uhr

Moin

Als erstes möchte ich dir erst mal meine große Bewunderung für dein uneigennütziges Denken zum Wohl der Kinder aussprechen.

#pro #pro #pro

Von was du redest, nennt sich Wechselmodell(50%-50%) oder Doppelresidenzmodell.

Bei Einigkeit beider Elternteile ist das wöchentliche Wechseln in die 2 Haushalte für die Kinder eine sehr gute Sache und gut von den Kindern leicht zu verkraften.Es liegt natürlich an den Kindern,aber negative Studien sind mir persöhnlich nicht bekannt.

Ich würde das wöchentliche Wechseln den Vorrang geben, weil 3-4 Tage würde bedeuten, während der Woche und der Schulzeit zu wechseln.

Was die Schulsachen für die kommende Woche betrifft kann bei Einigkeit immer mitgegeben werden oder halt doppelt angeschafft werden.
Es bedarf natürlich viel Organisation und gute Kommunikation auf Elternebene dazu.

Probleme kann und könnte es nur geben bei Unterhaltsfragen oder wenn ein Elternteil Sozialleistungen beziehen muss.

Bei Einigkeit und einem praktizierten Wechselmodell gibt es keinen Unterhaltspflichtigen und dementsprechend keine Unterhaltszahlungen.
Weil jeder natürlich seinen Teil an Naturalunterhalt,Erziehungs- und Betreuungsleistungen beiträgt.

Sonderbedarf der Kinder muss von beiden Elternteilen gemeinsam getragen werden.

Sollte aber irgendwann Uneinigkeit herrschen, kann der jenige der 50,1 % der Betreuung gewährleistet und der andere nur 49,9%, nämlich Unterhaltsforderungen stellen, obwohl der andere fast genauso viel an Betreuung dazusteuert.Ja so ist das deutsche Recht noch.

Ebenfalls werden die Sozialleistungsträger so vorgehen, wenn ein Elternteil z.B. arbeitslos wird und Sozialleistungen beziehen muss.

Unterhaltsvorschuss würde aber niemanden gewährt, weil der Lebensmittelpunkt der Kinder unbestimmbar ist.


Ansich gibt es auch im www viele Informationen was das WM betrifft und z.B. Mustervorlagen für eine Elternvereinbarung für praktiziertes Wechselmodell, wobei einige Punkte wie Abhol- u. Bringzeiten, Meldeort,Kindergeld usw. noch detailierter geklärt und festgehalten werden können.

Ich wünsche Euch, für die Kinder, das ihr das zusammen hin bekommt und viel Glück.

Und nochmal #pro für dein Denken

LG NRW ;-)

Beitrag von snoopy777777 02.09.08 - 11:41 Uhr

wenn du das beste willst dann trenn dich nicht

Beitrag von weinbergkatze 02.09.08 - 12:38 Uhr

Das ist keine Antwort auf meine Frage!

...und wie erwähnt! Ich nütze meinen Kindern als traurige Mami auch herzlich wenig!!!

Beitrag von manavgat 02.09.08 - 13:13 Uhr

Ich habe beruflich mit Kindern zu tun und halte von diesem ständigen Wechsel rein gar nichts! Das dient allein dazu die Eltern zufrieden zu stellen. Für die Kinder ist das nichts.

Meiner Meinung nach brauchen Kinder ein verläßliches Zuhause und regelmäßige, planbare Zeit mit dem anderen Elternteil. Wenn der andere Elternteil dann zusätzlich noch spontan für die Kinder da ist dann ist es perfekt.

Gruß

Manavgat

Beitrag von parzifal 03.09.08 - 11:34 Uhr

Wäre es möglich dieses "halte ich nichts davon" zu präzisieren?

Schadet es den Kindern? Falls ja warum?

Bei dem angefragten Modell gibt es doch regelmäßig und planbare Zeit mit den Elternteilen, da die Wechseltermine ja wohl feststehen.

Beitrag von manavgat 04.09.08 - 11:49 Uhr

Habe ich im 2ten Absatz gemacht:

ein Mensch braucht 1! verlässliches Zuhause. Der ständige Wechsel schadet.

Gruß

Manavgat

Beitrag von parzifal 04.09.08 - 15:35 Uhr

Also ist der erstgenannte Hinderungsgrund da doch regelmäßig und planbar vom Tisch.

Es bleibt beim "verläßlichen Zuhause". "Der ständige Wechsel schadet".

Kann man diese Aussage auch irgendwie belegen (wissenschaftliche Studien etc) oder ist es Deine persönliche Meinung?

Beitrag von manavgat 04.09.08 - 19:07 Uhr

Wenn Du Studien zum Thema suchst, dann musst Du Du das selbst machen. Ich arbeite seit über 20 Jahren mit Kindern die Schulprobleme habe. Darunter waren auch einige, mit Wechselmodell. Die waren ausnahmslos alle völlig durch den Wind und nicht sicher gebunden und hatten große Probleme mit diesem "Nomadenleben" umzugehen. Besonders schwierig ist es auch ab Schulalter. Hinzu kommt, dass sie nie ihre Sachen wirklich alle zur Verfügung haben. Man kann ja nicht immer das komplette Kinderzimmer mitnehmen.

Gruß

manavgat