Lohnt sich ein Säuglingspflegekurs?

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Forum: Baby-Vorbereitung

Die Zeit vor der Geburt ist die Zeit des Nestbauens. Hier könnt ihr gemeinsam überlegen, wie ihr das Kinderzimmer einrichten möchtet, wo das Baby schlafen soll, welche Kleidungsstücke in die Erstausstattung gehören und vieles mehr... 

Beitrag von casssiopaia 01.09.08 - 10:10 Uhr

Hallo liebe Mitschwangere und Schon-Mamis!

Ich stell mir grad die Frage, ob ich einen Säuglingspflegekurs machen soll.

Für einen Geburtsvorbereitungskurs hab ich mich schon angemeldet, ich weiß aber nicht, inwieweit dort auf die Säuglingspflege eingegangen wird.

Mein Mann und ich haben noch keinerlei Erfahrung mit Babys.

Reicht das aus, was man evtl. im GVK lernt und dann nach der Geburt im Krankenhaus gezeigt und erklärt bekommt? Oder wär es sinnvoll, als Total-Neuling so einen Kurs zu machen?

#danke schon mal für eure Antworten!

VG
Claudia (26. SSW) #sonne

Beitrag von alex7733 01.09.08 - 10:22 Uhr

Hallo Claudia,

ich habe letzten Freitag auch so einen Säuglingspflegekurs mitgemacht...
Ich bekomme auch mein erstes Kind und hab keinerlei Erfahrung, jedoch sage ich für mich persönlich das dieser Kurs mir nicht viel gebracht hat...
Dort haben wir z.b. besprochen, wie man den plötzlichen Kindstod vorbeugen kann, wie man ein Baby wickelt ( anhand einer puppe dann praktisch geübt...) wie man ein baby badedt ( an einer Puppe praktisch geübt ) usw.
Ich fange meinen GVK erst in 4Wochen an, somit kann ich dir jetzt nicht sagen ob man da auch darauf eingeht, ich denke jedoch, das wenn man fragen hat die dort stellen kann... man lernt ja auch nach der Geburt im KH von den Schwestern wie man ein Kind richtig badet und wickelt...
Ansonsten haben wir darüber gesprochen, was man für ein Baby alles braucht, wie man mit einem schrei Baby umgehen sollte, wie man es anzieht ( zb im winter) wie man merkt das es dem Baby nicht zu kalt/warm ist ( im Nacken)...

Wenn du dich jedoch sicherer fühlst solch einen Kurs zu macehn, dann mach denn einfach, der Partner darf mitkommen, sodass dieser dann auch noch alle Sachen erfährt... der Kurs hat bei uns 4 std gedauert und 25 € gekostet...

wenn du noch fragen hast, dann frag einfach ;-)

liebe grüße

alex

Beitrag von kathrincat 01.09.08 - 10:22 Uhr

kannst du dir sparen, es reicht voll was du im kv lernst und im kh.

Beitrag von yoursweet666 01.09.08 - 10:22 Uhr

Huhu,

ich hatte keinen und kam von Anfang an gut zurecht, auch mein Mann.

Beitrag von halvja 01.09.08 - 10:34 Uhr

Ich habe einen Babysitterkurs gemacht, als meine Schwester kam (ich war schon 14), da wurde auch Babypflege besprochen und es hat rein gar nichts gebracht, es ist zwar schön und gut, wenn man weiß, wie man das Baby theoretisch anpacken muss, aber wenn es dann praktisch vor Dir auf dem Tisch liegt und sich zb vor Bauchkrämpfen windet oder vor Freude strampelt, und Du versuchst, den vollgekackten Babypopo sauber zu bekommen, ohne, dass die Füße was abbekommen, zwischendurch pinkelt das Kind Dich an.... Alles Dinge, die lernt man nicht in einem Theoriekurs an Puppen, das kommt mit der Zeit alles von alleine.
So ein Kurs kann Dir die anfängliche Angst und Unsicherheit nicht nehmen, aber keine Sorge, nach drei Tagen packst Du Dein Kind an und hälst es, als hättest Du nie etwas anderes gemacht, auch ohne Kurs!
Obwohl ich bei der Versorgung meiner Schwester von Anfang an dabei war, hatte ich das Gefühl, zwei linke Hände zu haben, als mein Sohn da vor mir lag, aber wie gesagt, nach wenigen Tagen sind die größten Unsicherheiten vorbei!

Hast Du Dich um eine Nachsorgehebamme gekümmert? Die zeigt Dir auch alles, was Du wissen willst, die hilft Dir beim Baden, bei Fragen zum Wundsein, sonstige Wehwehchen, Tragetuch, etc..... Mir bringt das mehr, hinterher für den konkreten Fall einen Ansprechpartner zu haben, als vorher in der Theorie alle Eventualitäten akzukaspern, was ich eh nächste Woche wieder vergessen hätte!

Beitrag von casssiopaia 01.09.08 - 12:53 Uhr

Ja, eine Nachsorgehebamme habe ich. Ich mache den Geburtsvorbereitungskurs bei einer Hebammenpraxis, eine der dort arbeitenden Hebammen wird dann bei mir auch die Nachsorge übernehmen.

In der Praxis bieten sie auch den Säuglingspflegekurs an. Aber wenn ich da frage, ob der notwendig ist, sagen die bestimmt "Auf jeden Fall!". Die verdienen ja dran.

Das Angebot an sich hört sich bei denen ganz gut an. 2 mal 3 Stunden für 50 Euro. Da gehts dann nicht nur um Wickeln, Baden und Pflegen, sondern auch um alle Fragen rund ums Stillen, Tragehilfen, Lagerung.....

Danke an alle, die mir geantwortet haben :-D!

Die Tendenz geht ja eher Richtung "Ein Säuglingspflegekurs ist überflüssig!". Mal schauen, wenn mir im Mutterschutz ganz furchtbar langweilig ist und ich die 50 Euro über hab, mach ich den Kurs vielleicht ;-)!

VG
Claudia

Beitrag von halvja 01.09.08 - 13:18 Uhr

Hehe, aber das sind auch alles Fragen, die dir die Hebamme bei der Nachsorge für 0,- beantwortet ;-) Und wie gesagt, am lebenden Objekt lernt es sich besser ;-)

Ich gehe dann lieber zur Rückbildungsgymnastik oder Babymassage, ich bin zufrieden mit meiner Hebammenpraxis, der GVK war toll, die Nachsorge ist optimal, die Besuche waren auch sonntags, weil einmal nötig, ich kann jederzeit anrufen, ich habe deren Handynummern.... Da gönne ich meiner Hebamme den Verdienst, indem ich nach der Entbindung das wahrnehme, was mir was bringt ;-)

Beitrag von anyca 01.09.08 - 10:50 Uhr

Wir sind gut ohne ausgekommen, hatten auch keinerlei Erfahrung, aber die Nachsorgehebi hat uns alles gut gezeigt (Griffe beim Wickeln, Baden etc.).

Beitrag von katrinchen85 01.09.08 - 11:01 Uhr

Hallo,

kann mich da der Meinung der anderen nur anschließen.
Und ansonsten: Es kommt die erste Zeit regelmäßig(am Anfang meist sogar täglich) doch auch deine Hebamme vorbei, an die kannst du dich mit solchen Sachen auch wenden, falls wirklich noch Unsicherheiten da sind. Meistens badet sie das Kind auch das erste mal mit einem zusammen.

LG,Kati mit Nina und #ei

Beitrag von sota 01.09.08 - 11:11 Uhr

hallo claudia,

ich hab mit meinem mann zusammen auch einen säuglingspflegekurs gemacht, weil wir so gar keine ahnung von babys hatten und wir waren total begeistert!
wir hatten das glück das wir nur zwei paare waren und so alles genau erklärt bekommen haben und alle fragen loswerden konnten.
wir haben den kurs bei einem elternverein in der nähe gemacht und wird so einen kurs jedem empfehlen.
es ging unter anderem um:
- baden, wickeln, tragen, hochheben
- anziehen
- was braucht man alles
- kinderkrankheiten
- was kann der säugling alles für ausschläge / krankheiten bekommen
- welche gelder kann man beantragen und wo
- wochenbett
uvm.

es war echt total hilfreich und wenn du unsicher bist, dann mach so einen kurs.

liebe grüße sota (37. ssw)

Beitrag von aeternum 01.09.08 - 12:21 Uhr

Aloha Claudia,

ich denke auch, es bringt am meisten, am "lebenden Objekt" ;-) zu üben - und keine Angst, man kann so leicht nichts kaputt machen, auch wenn man immer diese Sorge hat!

Ich hab im Studium vier Wochen auf der Säuglingsstation gearbeitet, und was einem wirklich hilft, ist einfach die Routine. Nach ein paar Tagen ist man schon viel sicherer, es braucht halt alles seine Zeit.

Am besten klappt es, wenn Du im Krankenhaus von Anfang an das Baby selbst versorgst (sobald Du eben kannst), es sind immer Kinderschwestern im Babyzimmer die Dir helfen und nochmal die Griffe zeigen.

Zu Haus zeigt auch die Nachsorgehebamme alle Griffe etc nochmal und unterstützt Dich.

Ich mußte im Krankenhaus nach der Entbindung auch erstmal alles wieder auffrischen, und zu Haus mit dem Baby habe ich auch ewig für's Anziehen gebraucht, aber das macht nichts, auf dem Wickeltisch kann man ja auch mit dem Baby schmusen ;-)

Ich würd also sagen, den Kurs braucht man nicht - learning by doing! #freu

Liebe Grüße,

Ae mit ihrem Goldfasan #stern

Beitrag von miau2 01.09.08 - 12:55 Uhr

Hi,
wir haben so einen gemacht.

Säuglingspflege war abgesehen von allgemeinen Themen auch nicht Bestandteil von meinem GVK (frag mal die durchführende Hebamme, bei manchen ist es Inhalt, bei anderen halt nicht).

Uns hat es viel gebracht. Auch wir hatten absolut keine Erfahrung mit Babys, wie man sie hochhebt, trägt, wickelt, anzieht usw. usw.

Und dann kam Max und musste in die Kinderklinik. Dort haben die Kinderkrankenschwestern i.d.R. etwas anderes zu tun als absolut ahnungslosen Eltern immer wieder zu zeigen (und bei der Übung am Baby zu beobachten), wie sie ihr Kind aus dem Bett heben, wickeln usw. können. Baden war noch das höchste des gezeigten, zum anschließenden Anziehen war ich wieder alleine mit Max.

Erst einen Tag vor der Entlassung (Tag 6 nach der Geburt) kam eine Physiotherapeutin, um uns einige Dinge (die wir aus dem Kurs schon kannten) über das richtige Lagern und Tragen zu zeigen. Bis dahin war uns nicht gerade viel gezeigt worden - aber das war auch nicht nötig. Eben weil wir keine großen Startschwierigkeiten hatten konnten wir auch ohne immer erst lange auf eine Schwester warten zu müssen von anfang an viel selbst machen. Zumindest, nachdem die Schwestern mitbekommen hatten dass es bei uns gut klappt.

Je nachdem, wie voll und überlastet die Wochenbettstation ist kann es immer mal passieren, dass du dort ähnliche Erfahrungen machst. Dass es schlicht und einfach dringendere Aufgaben für das u. U. zu weit reduzierte Personal gibt, um dir die Säuglingspflege im Detail zu zeigen.

Abgesehen davon wurde uns von einigen Krankenschwestern bestätigt, dass man es "babyunerfahrenen" Eltern anmerken würde, ob sie einen Kurs gemacht hätten oder nicht - sie würden ihre Babys viel souveräner anfassen, was die Babys viel lieber mögen würden als das übervorsichtige manch anderer.

Also, für uns hat sich der Kurs absolut gelohnt. Prinzipiell ausreichen tut im Zweifel natürlich das, was du im KH lernst und von der Hebamme gezeigt bekommst. Aber der Kurs kann dir über eine Menge Unsicherheiten hinweghelfen.

Viele Grüße
Miau2