Elterngeld / Mutterschutzgeld, wird angerechnet ? Elternzeit tauschen?

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Beitrag von kati22do 01.09.08 - 12:55 Uhr

Meine Frau ist im 7. Monat schwanger.

Jetzt wird es Zeit sich mal einen Überblick über die Gelder zu verschaffen !

Ich habe meine selbstständigkeit aufgeben müssen da ich keine Schulden machen wollte und es nicht mehr gut lief (Aufträge blieben aus)!

Ich bekomme nun alg 2 weil sich der alg 1 anspruch aufgelöst hat, weil ich Gründungszuschuss erhalten habe.

bekomme jetzt ca. 500,- euro im durchschnitt alg2
meine frau ist schon seit dem 2. Monat in Mutterschutz da sie an der Tankstelle laut Vertrag wegen giftigen Dämpfen nicht mehr arbeiten darf.
Seit dem erhält sie monatlich ihr normal ihr Nettoeinkommen überwiesen.

nun meine frage wie das direkt nach der geburt des kindes aussehen wird ???

meine frau geht nach 8 wochen mutterschutz + Resturlaubsanspruch danach wieder arbeiten !
Weil der Chef auch nur für den Zeitraum eine Frau mit befristeten Arbeitsvertrag eingestellt hat und sie es auch so möchte.
Ich werden entweder ganz zuhause bleiben oder einen 400 job machen und mich während dessen ums Baby und mich um eine festanstellung bewerben.

ich nehme die elternzeit von vll. 9 oder 12 monaten!
wie sieht das aus, wenn ich eine festanstellung finde, kann ich dann mit meiner frau tauschen ???

Wie sind die fristen, da ihr chef ja auch früh genug bescheid wissen muss ?

ich werde nur den sockelbetrag von 300,- euro Elterngeld erhalten !

was wird den von ihrem Mutterschutzgeld in den ersten 8 wochen nach geburt angerechnet ?

sprich meine 500,-
eltergeld 300,-
mutterschutzgeld 854,-
kindergeld 154,-

beim sockelbetrag von 300,- sollte ja meiner meinung nichts angerechnet/abgezogen werden dürfen, aber beim kindergeld ? oder ?

blicke nicht mehr durch !
vielen dank für eure hilfe!

Beitrag von seikon 01.09.08 - 13:17 Uhr

Zunächst einmal erhältst nicht du ALG 2, sondern du und deine Frau gemeinsam, da ihr eine Bedarfsgemeinschaft seid.

Wenn deine Frau direkt nach dem Mutterschutz wieder arbeiten möchte, dann kannst auch du die 3 Jahre Elternzeit nehmen, das ist kein Problem.

Wenn du den Sockelbetrag von 300 Euro Elterngeld bekommst, dann wird davon nichts auf euer ALG 2 angerechnet, das ist richtig.

Durch das Kind erhöht sich euer Grundbedarf um 211 Euro plus anteiligen Miet und Heizkosten.
Das Kindergeld wird auf diese 211 Euro angerechnet, sodass ihr 154 Euro Kindergeld und 57 Euro ALG 2 für das Kind bekommt.
Es kann also sein, dass ihr anstelle von 500 Euro ergänzendem ALG 2 dann in Zukunft sogar mehr erhaltet, da sich wie gesagt der Bedarf durch das Kind erhöht.

Beitrag von kati22do 01.09.08 - 13:36 Uhr

Zitat:
Zunächst einmal erhältst nicht du ALG 2, sondern du und deine Frau gemeinsam, da ihr eine Bedarfsgemeinschaft seid.

ja, klar, wir als bedarfsgemeinscahft, sorry wenn ich mich da falsch ausgedrückt habe !


Zitat:
Wenn du den Sockelbetrag von 300 Euro Elterngeld bekommst, dann wird davon nichts auf euer ALG 2 angerechnet, das ist richtig.

ja, das ist mir auch bewusst, aber wie sieht das mit den 8 Wochen Mutterschutzgeld nach der Geburt aus ???

Da meine ich, hab ich gelesen wird was von angerechnet ?

wie sieht das aus, wenn ich eine festanstellung finde, kann ich dann einfach mit meiner frau die elternzeit tauschen oder ist das dann festgelget und man kann das nciht mehr ändern ???

Wie sind die fristen, da ihr chef ja auch früh genug bescheid wissen muss ?
vielen dank für die schnelle antworten !

Beitrag von mani62726 02.09.08 - 08:37 Uhr

Habe mich mal erkundigt:
Da deine Frau Mutterschaftsgeld beziehen wird und das angerechnet wird (d.h. Versorgungsamt zahlt erst regulär 8 Wochen nach Geburt), kannst du als Mann das Elterngeld erst dann beziehen.

D.h.:

Geburt des Kindes (Beispiel):
25.05.2008, Mutterschaftsgeld wird gezahlt bis: 25.07.2008. Danach beginnt der Bezug von 300 EUR Elterngeld. Du beziehst theoretisch von LM 1- LM 12 eures Kindes das EG. Praktisch allerdings also erst von LM 3- LM 12. Deine Frau könnte dann noch die letzten beiden Monate beantragen, also LM 13 und LM 14.

Wenn man das Elterngeld einmal festgelegt hat, kann man den Antrag nicht mehr ändern.
Außer, es liegen harte Gründe vor, zB Schwerbehinderung oder Tod eines Elternteils oder wenn ihr nachweisen könnt, dass eine wirtschaftliche Notsituation herrscht.

Hoffe ich konnte dir helfen?!

LG und alles Gute!

Marion

Beitrag von susaheld 01.09.08 - 14:16 Uhr

Hallo,

Deine Frau kann auch bis zum 3. Geburtstag Elternzeit nehmen. Diese muss 7 Wochen vor Beginn beim AG beantragt werden.
http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Elterngeld-und-Elternzeit,property=pdf,bereich=,rwb=true.pdf
S. 53 ff.

Susanne

Beitrag von drachenengel 02.09.08 - 08:57 Uhr

Hallo,

Elterngeld:

locker mal eben tauschen für Elterngeld geht NICHT.

Selbst wenn Deine Frau 2 Partnermonate anmeldet, damit sie diese irgendwann nehmen kann, werden dann die 8 Wochen Mutterschaftsgeld beim Elterngeld gegengerechnet.

Du darfst aber im ersten Lebensjahr z. B. bis zu 30 Wochenstunden dazuverdienen, ohne dass der Sockelbetrag verloren geht. Das Einkommen würde abzüglich eines Freibetrages mit dem ALG2 verrechnet werden, was ja einleuchtend sein dürfte.

Elternzeit kann Deine Frau bis zum 3.Geburtstag des Kindes nehmen, wie sie mag, allerdings muss dieses dann spätestens sieben Wochen vor Antritt beim Arbeitgeber angemeldet werden. (schaut ins BEEG)

ALG2: Ihr bekommt den Regelsatz fürs Kind dazu, dafür wird Kindergeld dann angerechnet, so dass es 54 Euro erg ALG2 gibt plus Kindergeld.
Das Mutterschaftsgeld wird die acht Wochen genauso angerechnet wie derzeit der Nettolohn während des Beschäftigungsverbotes.

Übst Du eine Erwerbstätigkeit aus, egal welcher Höhe so wird diese natürlich anteilig dem ALG2 angerechnet... der genaue Freibetrag hängt vom Bruttoeinkommen ab, wird dann vom Netto abgezogen.

Gruss Mone




Beitrag von kati22do 02.09.08 - 11:31 Uhr

hmm, das ist ja ne komische regelung !

achso, hab vllt. vergessen das ich der Mannn bin der hier schreibt, weil meine frau ja der benutzername da steht, aber müsste ja aus dem anfang gut hervor gehen !

die 300 euro sockelbetrag gibts also erst nach 8 Wochen wenn das Mutterschutzgeld aufhört.
bisschen blöd, weil man genau ja in der ersten zeit paar sachen anschaffen muss, aber dafür müsste dann die Säuglingseraustattung reichen. naja, wie gesagt bisschen blöd was die gemacht haben !

kann mir das nicht einmal jemand ausrechnen, ich weiss nicht wie das gerechnet wird, deswegen hatte ich die beträge erwähnt.

also ich nehme ja, wie oben beschrieben die Elternzeit, aber warum, wenn ich einen job finde kann ich mit meiner frau nicht tauschen ???

was ist das für ne regelung oder geht es da nur um die zahlung ?
naja, 120std kann ich ja schonmal arbeiten (30std/wö)
aber dann wüsste ich ja nciht wer auf die kleine aufpassen sollte und wie wir das regeln !
Ich mach mir lieber schon mal jetzt dazu gedanken, als wenn ich hinterher ratlos da stehe.


dann noch mit dem regelsatz (54,-), klar kindergeld gibts auch, aber wieviel wird angerechnet vom kindergeld.

will eigentlich jetzt nur wissen wie ich das jetzt vorab ausrechnen kann, was wir nach der Geburt bekommen.

einmal innerhalb der 8wochen ?
und einmal nach den 8 wochen ?

danke nochmal für die antworten !

Beitrag von phoe-nix 02.09.08 - 13:49 Uhr

Das Mutterschaftsgeld entspricht doch dem regulären Einkommen vor der Geburt (wird irgendwie durchschnittlich errechnet).

Kindergeld wird voll auf das ALGII angerechnet und Elterngeld bis auf den Sockelbetrag von 300 Euro auch.

Dass es nicht parallel Elterngeld und Mutterschaftsgeld gibt, ist klar. Sind ja beides Lohnersatzleistungen....die werden natürlich nicht doppelt gezahlt.