Was, wenn ich den genauen Zeitraum meiner Elternzeit nicht weiß??

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von nimi-84 01.09.08 - 19:31 Uhr

...... ich möchte nach dem Mutterschutz in Elternzeit gehen, wenn alles gut verläuft und wir es uns finanziell auch leisten können, möchte ich gerne die vollen drei Jahre zuhause bleiben. Wie sieht, dass jetzt aus, wenn ich bei meinem AG drei Jahre angebe, könnte ich dann evt. auch schon nach zwi ieder anfangen?#kratz Falls es nicht so gut läuft mit dem lieben Geld.......

In unserer Einrichtung wird keine Elternzeitvertretung eingestellt, es kommt zwar jm. neues aber die bleiben dann fest!

Weiß da jm. bescheid?

#danke #blume

Nina

Beitrag von zwiebelchen1977 01.09.08 - 19:44 Uhr

Hallo

Nur, wenn dein Ag zustimmt. Reichst du 3 JAhre ein, muss er dich nicht vorher zurücknehmen.

Bianca

Beitrag von becca78 01.09.08 - 19:48 Uhr

Hallo Nina!

Wenn du dich auf 2 Jahre festlegst und das 3. Jahr direkt im Anschluss nimmst, darf es dir dein AG nicht verweigern.

Du kannst dir auch das 3. Jahr für einen späteren Zeitpunkt aufsparen (max. zw. 7.u.8. Lj. des Kindes) - das dann aber mit Zustimmung des AG.

Bekämst du ggf. nach 2 Jahren das 2. Kind und hättest dich bereits auf 3 Jahre festgelegt (vom 1. Kind), verfällt dir das 3. Jahr des 1. Kindes. Es sei denn, du würdest dir das 3. Jahr von vornherein für einen späteren Zeitpunkt aufsparen.

Lg,
Becca

Beitrag von nimi-84 01.09.08 - 19:54 Uhr

#danke

Also ist es wohl am sinnvollsten zwei Jahre einzureichen und dann viell. das Tritte anzuhängen!? Darf ich eigentlich während der Elternzeit, ggf. im dritten Jahr einen 400€ Job annehmen. Eigentlich ja oder? Bekomme bis dort außer Kindergeld ja keine Zuschüsse mehr.

Und falls ich mich entschließen sollte, garnicht mehr in den Betrieb zurückzugehen, da wir evt. umziehen (neuer Job etc.) ist eine Kündigung im/ nach dem dritten Jahr völlig legetim??

Fragen über Fragen........:-D

Beitrag von becca78 01.09.08 - 20:15 Uhr

Hallo!

Während der Elternzeit darfst du mit Zustimmung deines AG einen 400€ Job woanders annehmen.

Solange du Elterngeld bekommst, wird ein Teil des Einkommens angerechnet, wenn du arbeiten gehst - ich weiß aber nicht, wie das ist, wenn es sich um einen 400€-Job handelt. Vielleicht kann dir hierzu jemand anderes genauere Infos geben.

Wenn du dich für 2 Jahre festlegst und das 3. Jahr dann doch direkt anschließen möchtest, musst du dies dem AG rechtzeitig mitteilen. Mein AG hat mir hierzu mitgeteilt, dass dies eine Frist von 8 Wochen (vor Ende der 2 Jahre) sei!

Wenn du dort nicht mehr anfangen willst zu arbeiten, soll man (lt. Info meines AG) bis spätestens 3 Monate nach GEBURT den AG informieren, wenn das Beschäftigungsverhältnis nach der Elternzeit gekündigt wird (damit man Anspruch auf sog. Übergangsgeld hat). Aber wer weiß das schon...

Wenn man also später kündigt, hat man also keinen Anspruch mehr auf dieses Übergangsgeld...

Lg,
Becca

Beitrag von vercors 01.09.08 - 22:03 Uhr

Hallo Becca,

was hat es denn mit diesem Übergangsgeld auf sich? Ich werde auch demnächst in Elternzeit gehen und habe vor, zum Ende hin zu kündigen, da mein Mann beruflich in ein anderen Bundesland ziehen muss.

Wer zahlt das Übergangsgeld und unter welchen Voraussetzungen?

Grüße,

vercors

Beitrag von becca78 01.09.08 - 22:39 Uhr

Hallo vercors!

Kenn mich mit dem Thema Übergangsgeld leider auch nicht aus, habe aber hier folgenden Link

http://www.arbeitsagentur.de/nn_26214/Navigation/zentral/Buerger/Behinderungen/Hilfen/Uebergangsgeld/Uebergangsgeld-Nav.html

Lg,
Becca

Beitrag von cat_t 02.09.08 - 11:05 Uhr

Hallo Becca #blume

das stimmt nicht ganz. Die EZ des 1. Kindes kann jederzeit auf Antrag übertragen werden und ist erst dann verloren, wenn der AG ablehnt. Das muß nicht zwangsweise schon am Anfang passieren.

Wir wußten ja auch nicht um das 2. Kind;-) und hatten das Glück, daß der AG der Übertragung zugestimmt hatte.

#liebdrueck
Sanne #sonne

Beitrag von becca78 02.09.08 - 13:42 Uhr

Hallo Sanne!

Da hattest du Glück, denn der AG ist dann nicht dazu verpflichtet, da du dich beim Antrag auf Elternzeit VERBINDLICH festlegen musst.

Mein AG hat das einer Kollegin in dieser Situation verweigert, daher würde ich mich nicht darauf verlassen, dass der AG das nachträglich evtl. noch akzeptieren würde. :-)

Lg,
Becca

Beitrag von cat_t 02.09.08 - 14:24 Uhr

Hallo Becca #blume

der Knackpunkt liegt glaub ich woanders: der AG muß grundsätzlich einer Übertragung der EZ nach den ersten 3 Jahren nicht zustimmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser Wunsch gleich am Anfang oder erst nach 1 Jahr und 10 Monaten oder nach 6 Jahren geäußert wird.

Der einzige Unterschied liegt darin, daß, wenn man das bereits am Anfang macht UND der AG der Übertragung bereits zugestimmt hat, er das nicht mehr rückgänging machen kann.

Ich werde z.B. auch noch Elternzeit übertragen für beide Kinder, jeweils 2-3 Monate (wenn sie in die Schule kommen). Aber ich wußte am Anfang noch nicht, daß ich das so machen werde. Ich wußte ja nicht mal, wann meine Kinder eingeschult werden. Der Große kommt z.B. erst nächstes Jahr in die Schule, obwohl er dieses Jahr dran wäre. Was hätte es mir gebracht, wenn ich jetzt die EZ hätte für die Schule? Der AG hätte das nicht mehr ablehnen können;-).

Wird meinem spontanen Wunsch entsprochen, ist gut, wenn nicht, muß ich auch damit leben.

Oder habe ich da was falsch verstanden? Ist dem AG eine Ablehung der Übertragung etwa gar nicht möglich, wenn die gleich am Anfang eingereicht wird? Meines Wissens nicht, aber ich lerne gern dazu:-)

#liebdrueck
Sanne #sonne

Beitrag von becca78 02.09.08 - 16:42 Uhr

Hallo Sanne!

Hab hier die maßgebende Gesetzesgrundlage, § 15 BEEG (Abs. 2 Satz 4)

http://www.gesetze-im-internet.de/beeg/__15.html

Also ich hatte das so verstanden, dass einem grundsätzlich 3 Jahre zustehen, ein Zeitraum von bis zu 12 Monaten aber später genommen werden kann, WENN der AG zustimmt.

Mein AG hat für einen späteren ZP zugestimmt, und den darf ich (lt. einer mit ihm gemachten Vereinbarung) mir noch aussuchen, weil ich jetzt auch noch nicht weiß, wann ich das 3. Jahr nehmen werde. Aber ich soll es ihm dann rechtzeitig anmelden, wann genau dieser Zeitpunkt sein wird, damit er auch entsprechend planen kann. Ob er dann aber verweigern kann (z. B. aus betrieblichen Gründen) und auf einen anderen Zeitpunkt verweisen darf, weiß ich allerdings nicht... :-(

Würde ich aber das 3. Jahr direkt an die ersten beiden anhängen, bedarf es keiner Zustimmung, weil mir die 3 Jahre zustehen. Nur wenn die 3 Jahre unterbrochen sind, dann bedarf es der Zustimmung des AG. Hab ich so auch in einer Erläuterung zum BEEG gelesen, ich glaube, sogar in der offiziellen Broschüre des Bundesministeriums hierzu.

Das Problem allgemein ist ja auch, dass nicht jeder AG so kulant ist, und eine bestehende Vereinbarung im Nachhinein nochmal ändert...


oh, hab's gefunden (das mit der Übertragung und Zustimmung...), Zitat:

"Mit Zustimmung des Arbeitgebers kann ein beliebiger Anteil der dreijährigen Elternzeit von bis zu 12 Monaten angespart und bis zur Vollendung des achten Lebensjahres übertragen werden. Die Elternzeit wird für jeden Elternteil separat betrachtet, d. h. dem übertragenden Elternteil wird eine Elternzeit des Partners nicht angerechnet. Jeder Elternteil kann seine gesamte Elternzeit in zwei Zeitabschitte aufteilen, dabei zählt die Übertragung als ein Zeitabschnitt. Eine Aufteilung in weitere Zeitabschnitte ist nur mit Zustimmung der Arbeitgeberseite möglich. Die Eltern sollten sich wegen der Übertragung der restlichen Elternzeit auf die Zeit nach dem dritten Geburtstag rechtzeitig mit der Arbeitgeberin bzw. mit dem Arbeitgeber verständigen. Sonst besteht die Gefahr, dass die restliche Elternzeit verfällt. Stimmt die Arbeitgeberseite der Übertragung des flexiblen Jahres zu einem späteren Zeitpunkt nicht zu, kann unter Einhaltung der Sieben-Wochen-Frist die restliche Elternzeit bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes von der Arbeitgeberseite verlangt werden."

Hier der Link zur Broschüre:

http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/PRM-24375-Broschure-Elternzeit,property=pdf.pdf

Ist schon ziemlich kompliziert, denke ich... Aber ich glaube, eine vorherige Vereinbarung ist schon eine sicherere Variante, oder?

Hast du ggf. gegenteilige Infos? Dann gerne her damit, bevor falsch "geplant" wird ;-)

Lg,
Becca

Beitrag von cat_t 03.09.08 - 07:59 Uhr

Hallo Becca #blume

Allein schon das Wort "rechtzeitig" läßt sich mir die Nackenhaare aufstellen. Und ganz am Anfang steht: "Kann mit Zustimmung" ist auch nicht besser. Nirgends steht dort, daß der AG der Übertragung zustimmen muß. Es steht nur drin "es besteht die GEfahr, daß die restl. EZ verfällt".

Und die Tatsache, daß bei einer Nichtzustimmung des AG zur Übertragung eben nur die Möglichkeit, die Zeit direkt nach den 2 Jahren anzuhängen (denn die darf er nicht verweigern), gibt, sagt mir, daß er eben dazu nicht verpflichtet ist. Ergo hängt alles, egal ob früh oder später Antrag, vom Goodwill des AG ab.

Klar, am sichersten fährt man, wenn man das gleich am Anfang festklopft und das Einverständnis erhält. Dan wirds schon schwierig, das wieder zu kippen.

Solange der AG da mitspielt, ist das kein Problem. Nur wenn er nicht zustimmt, ist eine Übertragung nach dem 3. Jahr eben nicht möglich.

So interpretiere ich den von Dir zitierten Abschnitt, aus dem ich meine "gegenteiligen" Infos ziehe.

Die im Originaltext weiter angeführten Beispiele "
.... Die Mutter möchte ein Jahr erst zu einem späteren Zeitpunkt, voraussichtlich zur Einschulung des Kindes, nehmen. .... Die Mutter muss sich dann rechtzeitig mit der Arbeitgeberseite über die Übertragung und deren Beginn einigen." tragen auch nicht zur Klärung bei, ob es nun einen Rechtsanspruch auf die Übertragung dann gibt, wenn sie gleich am Anfang festgelegt wird oder ob im angeführten Beispiel eine Einigung erzielt werdne muß oder eben nur kann und im Falle der Nichteinigung ihr nur die Möglichkeit bleibt, innerhalb der ersten 3 Jahre die restl. EZ anzutreten.

Oder gibts da bereits Gerichtsurteile drüber? Das ist schon etwas kompliziert, wenn die andere Seite nicht mitspielen will. Oder mache ich das nur kompliziert und da steht eindeutig irgendwo, daß es keine Ablehung geben kann? Bitte, HILFE!!!

#liebdrueck
Sanne #sonne, die es zwar konkret nicht mehr betrifft, aber die es interessieren würde

Beitrag von becca78 03.09.08 - 12:47 Uhr

Hallo!

Hilfe, 7:59 Uhr, wann zur Hölle stehst du denn schon auf und machst gleich so eine Gedankenakrobatik?!?! ;-)

Ob's da Urteile drüber gibt, würd mich auch mal interessieren... Vielleicht gibt es zu dem Thema ja richtige Experten hier? Welche aus den Personalabteilungen?!?!?!?

Das mit den "kann"-Bestimmungen ist halt auch immer so eine Sache. Das hört sich für mich so an, als hätte der AG die Option, dagegen (das 3. Jahr) anzugehen... Oder?? Hmmm. Fragen über Fragen. Kann ein Gesetz nicht mal diese missverständlichen Formulierungen weglassen, damit nicht soviel Raum für Interpretationen bleibt?? #kratz

Lg,
Becca