Problemkinder- Unterbringung in Gastfamilien

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von staudenfrau 02.09.08 - 09:12 Uhr

Hallo,

hat jemand von Euch Erfahrung mit der stationären Unterbringung in Gastfamilien?

Meine Tochter ist jetzt 14, und wir haben seit längerer Zeit Probleme mit ihr. Möchte hier jetzt auch nicht weiter drauf eingehen, da es sehr komplex ist.

Wir haben seit einiger Zeit auch einen Erziehungsbeistand übers Jugendamt laufen. Die haben jetzt eine Unterbringung in einer Gastfamilie angeraten.

Ist hier jemand, der sowas schon mitgemacht hat?
Mir dreht sich der Magen um,wenn ich daran denke, dass ich mein Kind hergeben soll. Andererseits ist es für alle vielleicht eine Möglichkeit der Entspannung.
Und sie selber will es ja unbedingt, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie wirklich weiß, auf was sie sich da einlässt.

Suche einfach Leute zum Erfahrungsaustausch. Oder gibt es irgendwo ein extra Forum für sowas?

Viele Dank für Eure Antworten!


MAanuela

Beitrag von manavgat 02.09.08 - 10:36 Uhr

Das kann gut laufen, es kann aber auch schlecht laufen. Kommt auf die Gastfamilie an.

Alternativ könnte man auch eine gute Jugendeinrichtung in der Nähe suchen. Das Jugendamt favorisiert grundsätzlich Gastfamilien, weil es erheblich! billiger ist...

Gruß

Manavgat

Beitrag von dassmarti 02.09.08 - 21:30 Uhr

Hallo!
Wir sind beim Jugendamt gemeldet als Pflegestelle und hatten schon Jugendliche hier übergangsweise.
Es lief mal besser mal schlechter, aber für die Jugendlichen hat es immer die Erkenntnis gebracht, daß sie selbständig werden müssen und "die Schuld" nicht weiter den Eltern zuschieben können, sie müssen aktiv werden und mit anpacken.
Ich habe begleitet, z.B. bei Behördengängen, bei Suche nach Praktikum oder Lehrstelle oder zur Suche einer eigenen Wohnung mit allen Formalitäten.
Alle "meiner" Jugendlichen haben den Kontakt zum Elternhaus entweder die ganze Zeit begleitet gehalten oder spätestens nach der Pubertät wieder aufgenommen.
Es ist wichtig, daß ihr hinter der Entscheidung steht, es immer Unterstützung von Euch gibt, Kontakt von Eurer Seite, aber nach klaren Regeln und Bedingungen.
Viel Glück, das wird schon!
Marti

Beitrag von clazwi 09.09.08 - 08:43 Uhr

Hallo Manuela,

meinst Du mit "Gastfamilie" eine Bereitschaftspflege- bzw. Kurzzeitpflegefamilie?

Lieber Gruß
Claudia

Beitrag von mounty68 27.09.08 - 22:46 Uhr

Hallo Manuela

Ich habe soeben deinen Beitrag gelesen. Eine Unterbringung in einer Gastfamilie kann die erhoffte Wende bringen - oder auch nicht. Es ist jedoch ein Versuch wert. Vor allem, wenn deine Tochter dies auch wünscht. Ich denke nicht, dass deine Tochter von dir weg will, sondern dass sie sich ein Time-out wünscht, dies aber evtl. nicht formulieren kann.

Ich kann dir nur raten, versucht die räumliche Trennung. Die Zeit kann auch die Ansichten deiner Kleinen ändern und ihr könnt einen neuen Weg im Miteinander beschreiten und vor allem, einen neuen Weg zueinander suchen und finden.

Dies ist unsere Erfahrung. Wir betreuen Jugendliche hier in Schweden und erleben es oft, dass eine Pause zwischen Eltern und Kind (auch nur kurze Time-outs) und ein Umgebungswechsel sehr hilfreich sein können.

Liebe Grüsse aus Schweden
Susanna

Beitrag von chris1960 23.09.11 - 18:31 Uhr

Hallo Manuela,

könnte deinen Text gleich kopieren.
Auch unsere Tochter ist 14 und verweigert,unter anderem,sogar die Schule.
Sonst war sie eine Seele von Kind,das kommt auch wieder,da sind wir sicher.
Momentan aber könnten wir aus dem Fenster springen.
Hast du schon einen Tipp bekommen für eine Gastfamilie,die unsere Tochter sich auch selbst wünscht?
Wäre sehr,sehr dankbar,hier einige gute Ratschläge zu bekommen,es eilt.
Sind mit dem Jugendamt in Verbindung,aber gerade heute haben die den
schwarzen Peter wieder an uns zurückgeschoben.
Wir müßten unsere Tochter selbst in die ''geschlossene''bringen.
Unsere Tochter ist absolut normal,hat einen amtlich festgestellten IQ von 122,so daß wir dies nicht tun werden.Nur mit ihren Hormonen kommt sie nicht so klar,und wir sind natürlich die Rabeneltern,die sie nun tauschen möchte.

chris1960

Beitrag von manavgat 23.09.11 - 19:34 Uhr

Ich würde einen Heimaufenthalt bevorzugen. Da sind mit Sicherheit Profis. Pflegefamilie ist immer eine Black-Box, Du weißt nie, was Du kriegst.

Das Jugendamt favorisiert schon allein wegen der Kosten die Pflegefamilie...

Gruß

Manavgat