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Forum: Forum für Väter

Ob ihr gerade Vätermonate nehmen, werdender Vater seid oder einfach eine engagierte Vaterrolle einnehmt: Hier ist der Platz für männerspezifische Fragen und Probleme. Mütter sind in dieser Rubrik als antwortende Gäste willkommen. Neu: Unser Newsletter für werdende Väter.

Beitrag von spidi111 02.09.08 - 10:43 Uhr

Hallo,bin verheiratet!
Mein Kind ist nun 3jahre und ich war seid der ssw mit der Frau zusammen und habe sie vor der Geburt geheiratet!
Jetzt sagt der Erzeuger,er will vor Gericht eine Vaterschaftsklage machen!
Kann er das ohne meine Zustimmung?
Ich möchte das nicht,ich möchte der Vater bleiben ,wie emotional und auch auf der Urkunde!
Ich war von Anfang an da!
kann er mir mein Kind nun nehmen?
Gruß Spidi

Beitrag von grizu99 02.09.08 - 10:53 Uhr

Ich würde sagen, das er das kann!

Tante Wiki sagt:

Die Vaterschaft können gemäß § 1600 BGB anfechten:

der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist, (also Du)
der Mann, der die Vaterschaft anerkannt hat (vgl. Vaterschaftsanerkennung), (auch Du?)
der Mann, der an Eides statt versichert, der Mutter des Kindes während der Empfängniszeit beigewohnt zu haben (Voraussetzung für eine Anfechtung ist hier aber, dass der Anfechtende der leibliche Vater ist und keine sozial-familiäre Beziehung des Kindes zu seinem rechtlichen Vater besteht) (der Erzeuger!)
die Mutter des Kindes und
das Kind (im Fall der Minderjährigkeit durch seinen gesetzlichen Vertreter, dies kann z. B. ein Vormund oder Ergänzungspfleger sein, vgl. § 640b ZPO)


Für die Vaterschaft kommen drei Möglichkeiten (in absteigender Reihenfolge) in Betracht (BGB § 1592):

Vater eines Kindes ist der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist. Diese Regelung findet unter Umständen keine Anwendung, wenn das Kind zwar während der Ehe, aber nach einem Scheidungsantrag geboren wurde. Wird ein Kind innerhalb von 300 Tagen nach dem Tod des Ehemanns geboren, so gilt der verstorbene Ehemann grundsätzlich als Vater (§ 1593 BGB).
Vater ist der Mann, der die Vaterschaft anerkannt hat. Die Anerkennung bleibt schwebend unwirksam, solange ein anderer Mann – etwa wegen bestehender Ehe zum Zeitpunkt der Geburt – als Vater des Kindes gilt. Erst mit erfolgreicher Anfechtung der Scheinvaterschaft wird die Anerkennung des Vaters wirksam.
Vater ist der Mann, dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt ist.
Zur Vaterschaft nach 1. und 2. ist es nicht nötig, jedoch gemäß BGB erstrebenswert, dass der juristische Vater zugleich der biologische Vater des Kindes ist. Ehemänner sind – so lange keine Vaterschaftsanfechtung erfolgt – auch dann Väter der Kinder ihrer Ehefrau, wenn sie nicht die biologischen Erzeuger sind. Ein Mann kann die Vaterschaft auch anerkennen, wenn ihm und der Mutter bekannt ist, dass er nicht der biologische Vater ist. Bei einer gerichtlichen Feststellung (also auch bei 3.) oder bei einer Vaterschaftsanfechtung ist aber immer die biologische Vaterschaft entscheidend, eine anderslautende Anerkennung erlangt dann keine Gültigkeit mehr.

Der juristische Vater hat ein Recht darauf zu erfahren, ob er auch der biologische Vater ist. (Vgl. Bundesverfassungsgericht Nr. 18/2007 vom 13. Februar 2007)

Ferner kann durch Adoption eine juristische Vaterschaft begründet werden oder wechseln.

§ 1600 (2) und (3) BGB besagen, daß der rechtliche Vater nicht die Vaterschaft des juristische Vaters anfechten kann, wenn der juristische Vater mit dem Kind in einer „sozial-familiären“ Beziehung lebt oder zum Zeitpunkt seines Todes gelebt hat.

Die Vaterschaft begründet zugleich die Unterhaltspflicht und darüber hinaus auch die sittliche Pflicht, für den Unterhalt des Kindes bis zum Abschluss einer seiner Neigung entsprechenden Ausbildung aufzukommen.

Die sorgerechtliche Stellung des nichtehelichen Vaters ist im deutschen Recht strittig. (s. Grenzen der Amtsbefugnisse des Jugendamtes)


Lg grizu99

Beitrag von spidi111 02.09.08 - 11:03 Uhr

danke!
aber muß ich nicht dazu stimmen?
Ich hatte auch gelesen,das es nur geht wenn ich ,das mache!
Meine ,das ich als eingetragener Vater ,eine Klage machen muß!
Aber ,das will ich ja nicht,oder sonst die Mutter das machen muß!
Ich bin so froh diese Kind zu haben !Und möchte auch der Papa bleiben nicht nur Emotional sondern auch Rechte haben.
gruß spidi

Beitrag von grizu99 02.09.08 - 11:15 Uhr

Ich würde das so verstehen, das der Erzeuger dazu das recht hat, ob Du das willst, oder nicht!

Beitrag von parzifal 02.09.08 - 11:29 Uhr

...der Mann, der an Eides statt versichert, der Mutter des Kindes während der Empfängniszeit beigewohnt zu haben (Voraussetzung für eine Anfechtung ist hier aber, dass der Anfechtende der leibliche Vater ist und keine sozial-familiäre Beziehung des Kindes zu seinem rechtlichen Vater besteht)...

Nach dieser Definition hätte der biologische Vater doch gar kein Anfechtungsrecht, da es doch eine sozial-familiäre Beziehung des Kindes zu seinem rechtlichen Vater gibt.

Beitrag von grizu99 02.09.08 - 11:39 Uhr

stimmt hast recht! :-p

Beitrag von spidi111 02.09.08 - 12:21 Uhr

heißt das nun!Er kann nichts machen?
Ich ,weiß ja das jedes Kind ein Recht auch auf sein Erzeuger hat!Aber ich möchte den Kleinen jetzt nicht durcheinander bringen!
Näturlich wird er die Wahrheit erfahren!
Aber ich bin ja immer für ihn da zahle alles usw!Und möchte ihn mir nicht wegnehmen lassen!
Ich möchte auch in der Urkunde sein Papa bleiben!
Er ist mir sehr wichtig!
Ich hoffe ,man versteht mich.
spidi

Beitrag von parzifal 02.09.08 - 13:07 Uhr

Ich sehe derzeit keine Möglichkeit nach der eine Anfechtung der Vaterschaft durch den leiblichen Vater möglich wäre.

Beitrag von spidi111 02.09.08 - 13:18 Uhr

auch nicht,weil meine Frau schon ein gemeinsames Kind mit ihm hat!
ich meien da mit sie hat vorher schon ein Kind mit ihm gehabt,wo er sich nicht drum kümmert!Desahalb hab ich sie geheiratet!
Damit die Kinder eine Familie haben,die Tochter durfte ich leider nicht adoptieren stimmte er nicht zu!
Da er nun schon einige Jahre kein Unterhalt zahlt,hat meine Frau eine Anzeige gemacht,wegen verletzung der Unterhaltspflicht!
Sie muß ja alles tun ,damit die Tochter mit 18 den Titel bekommt und selber entscheiden kann was sie damit macht!
Und jetzt kommt er halt mit Vaterschaftsklage!Es geht ihn nicht ums Kind,hat ihn vorher auch nie intressiert!
Gruß spidi

Beitrag von parzifal 02.09.08 - 15:18 Uhr

Da Sie zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet waren und so automatisch als Vater gelten und darüber hinaus das Kind mit aufziehen, sehe ich keine Möglichkeit der Anfechtung durch den leiblichen Vater.

Das bereits ein Kind existiert ändert daran nichts.

Beitrag von spidi111 02.09.08 - 16:44 Uhr

ich danke ihnen,sind sie rechtlich so gut informiert?
Ich als Vater,wenn auch nicht biologisch,hat michdas ganze schon sehr traurig gemacht,das ein leiblicher Vater,nur weil er so einen Haß auf die Mutter noch hat,jetzt so handelt!
Wenn er wirkliches Intresse am Kind hätte ,hätte ich nie von Anfang an gesagt,ich lasse mich ein tragen,aber nun eine Familie nerflich zu belaßten,verstehe ich nicht als Vater zu sein!
Ich hoffe nur,das wir das vorm Jugendamt nicht zugeben müssen,weil wir nie gesagt haben ,das ein anderer der Vater sein wird!
Ich denke ,ich werde aber vorm Jugendamt mich nie dazu äußern!
Hoffe ,das ist richtig so!
Gruß Spidi

Beitrag von parzifal 02.09.08 - 17:09 Uhr

Normalerweise bin ich aufgrund meiner Ausbildung rechtlich recht gut informiert.

Die Rechtsgebiete sind aber sehr umfangreich so dass man natürlich nicht alles Wissen kann.

Leider gehört Familienrecht nicht zu meinen Schwerpunkten (diese liegen im Arbeitsrecht, Mietrecht und Verkehrsrecht).

Insofern muss ich mich also mehr auf den Gesetzestext bzw. einen Kommentar verlassen als auf praktische Erfahrungen.

Beitrag von parzifal 02.09.08 - 11:30 Uhr

Seit wann weiß der biologische Vater von der Existenz des Kindes?

Beitrag von spidi111 02.09.08 - 12:34 Uhr

seid nun genau fast 4 jahren!

Beitrag von oldma 06.09.08 - 00:44 Uhr

... nein kann er NICHT, da in diesem fall das kindeswohl vorgeht. dem wird das interesse des bilogischen vaters untergeordnet. die vaterschaftsklage wird daher mit hoher sicherheit abgewiesen. (selbst erlebte rechtssprechung) das "vaterschaftsrecht" wird immer mal gerne überbewertet.l.g.c.

Beitrag von ostsonne 11.09.08 - 15:26 Uhr

sag ihm doch, das er dann zahlen muß. vielleicht schreckt ihn das ab.
ausserdem denke ich, wenn er schon seit 4 jahren weiß, das er der vater ist, schüttelt jeder richter den kopf.....warum erst jetzt ??


viel glück