Eltern unterrichten?!?!?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von zauberlilly 02.09.08 - 10:44 Uhr

Hallo!

Also wir hatten Klassenpflegschaftsversammlung.
Es wurde von Lehrermangel gesprochen.
Jetzt wird an drei Tagen je eine Förderstunde von den Eltern gegeben. #schock
Mathematik und Sprache.

Seh ich das zu eng? Ich finde die Vorstellung furchtbar.
Die Eltern durften sich freiwillig melden. Jetzt unterrichten 3 verschiedene Mütter an 3 Tagen vor dem normalem Unterricht.

Ist das so üblich? Ist das bei Euch auch so?

Weiterhin find ich es sehr merkwürdig, dass demnächst die Eltern ("freiwillig") den Klassenraum putzen und aufräumen sollen.#putz
Bastelbögen müssen sortiert werden, Fenster geputzt werden usw.
Hallo?
Also ich muss doch meinen Arbeitsplatz auch selber aufräumen.
Muss das die Lehrerin nicht auch?
Kann sie nicht, wenn die Kinder mal was abschreiben zwischendurch ein paar gemalte Bilder sortieren und Bücher ordnen?
Früher war das doch auch so...
Der Klassenraum sieht natürlich nicht mehr so steril aus wie damals, aber soviel Kram liegt nu auch nicht rum.

LG Lilly


Beitrag von sini60 02.09.08 - 10:50 Uhr

Nein, dass habe ich noch nie gehört und würde das auch völlig verweigern. Wurde das schon immer so gehandhabt oder ist das neu?

LG Sini

Beitrag von zauberlilly 02.09.08 - 10:58 Uhr

Hallo Sini,

das ist jetzt neu in der 2. Klasse.
Wie soll ich das verweigern?
Alle anderen sind begeistert und sonst gäbe es ja keinen Förderunterrricht.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zumindest einer Mama das nicht zutraue... Na ja, vielleicht irre ich mich ja und die Kinder werden richtig schlau.#aha

LG Lilly

Beitrag von arkti 02.09.08 - 10:57 Uhr

:-D komische Schule

Also Lehrermangel kann ja mal vorkommen, ist bei meinem Sohn auch da fehlt ein dritter Englischlehrer weil eine Lehrerin länger ausfällt.
Aber auf die Idee da ein Elternteil einzuspannen ist noch keiner gekommen.
Was ich auch gut finde.

Die Klassenräume werden hier von den Kindern aufgeräumt und gefegt nach Bastelarbeiten.
Zum putzen kommt eine Putzfrau.

Eltern sollen Fenster putzen?
Hab ich noch nie gehört.

Beitrag von carina65 02.09.08 - 11:40 Uhr

Hallo,
Sind denn alle Eltern damit einverstanden dass die Kinder von "Müttern" unterrichtet werden ?
Ich frage mich ob es zulässig ist ?

Oft reicht es das gewisse Mütter auf Tagestouren mitmachen und dann hört mann: "Thomas hat Dies gemacht und Janina hat Das gemacht. usw...

Ich bin dagegen dass Eltern unterrichten, die Kinder haben ein Anspruch auf pädagogisch ausgebildete Personal.

Sonst können die Zuhause bleiben und lernen und nur in die Schule gehen und die Arbeiten schreiben. Und Das ist doch nicht erlaub in Deutschland oder ?

LG Carina


Beitrag von nisivogel2604 02.09.08 - 11:48 Uhr

Hallo Lilly,

ich würde mal beim Schulamt nachfragen ob das erlaubt ist, das Mütter den Förderunterricht übernehmen. kann ich mir nicht vorstellen.

Wenn es Eltern gibt, die in der Schule freiwillig zum Fensterputzen kommen, dann bitte. Ehrlich gesagt, würde ich da in keinster Weise mitmischen wollen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das für die Klassensituation gut ist. Dann heißts doch immer: deine Mutter macht hier ja sauber, darum kriegst du bessere Noten #bla Da fängt doch das gestichel schon an.

LG Denise

Beitrag von schnuppelschaf1 02.09.08 - 11:59 Uhr

Huhu!

Unterricht von den Eltern?#schock
Beaufsichtigung bei Aufgaben ist ja OK.

Bei uns wurde nur gefragt ob wir es uns vorstellen könnten bei Bastelarbeiten mit auszuhelfen im Unterricht.
Sprich Laternenbasteln etc.
Dafür habe ich mich auch gemeldet weil es mir auch Spass macht und ich weiß das ich da nicht viel verkehrt machen kann.
Habe zwar eine gute Allgemeinbildung würde mir es aber nicht zutrauen den kindern da was beizubringen weil ich mir nicht sicher bin ob es alles Richtig ist#schein



Steffi

Beitrag von manavgat 02.09.08 - 12:32 Uhr

Du erreicht nur etwas, wenn Du Dich schriftlich beim Schulamt beschwerst und eine Kopie an den Gesamt/Kreiselternbereit gibst mit der Bitte um Unterstützung.

Aus verschiedenen Gründen ist dieses "Laienspiel" nicht zulässig:

1. findet eine Entprofessionalisierung des Lehrerberufes statt - hier würde ich mich umgehend an die GEW wenden und auch hier um Unterstützung bitten.

2. ist hier der Datenschutz und die Vertraulichkeit nicht gegeben, wenn die Mütter von Mitschülern! über die Schulnoten/leistungen informiert sind

3. Hat die Schule die Verpflichtung für Förderunterricht ausreichend ausgebildetes Personal zur Verfügung zu stellen.

4. Für die Sauberkeit und den Zustand der Räume ist die Stadt bzw. der Kreis zuständig. Wende Dich an die Verwaltung.

5. Wer überprüft diese Lehrpersonen? Führungszeugnis? Einstellung, Religion, demonkratisches Grundverständnis? von Pädagogik mal ganz zu schweigen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von zauberlilly 02.09.08 - 13:41 Uhr

Also um ehrlich zu sein, habe ich ja an dem Abend vor versammelter Mannschaft nicht meinen Mund aufgemacht. Ich war zum einen sprachlos und wohl die einzige mit anderer Meinung.
Wollte das erstmal sacken lassen und mich schlau machen.

2. #schock Du hast Recht, darüber habe ich mir ja noch gar keine Gedanken gemacht...

3. Ob die Schule auch die Verpflichtung für Förderunterricht hat, weiß ich nicht und wenn ja für wie viele Stunden?

4. mit nicht geputzten Fenstern könnte ich noch am ehesten leben. Die anderen Mütter putzen ja... eine nimmt sich sogar nen Tag frei. Ich muss zum Glück arbeiten. Da wende ich mich aber mal an die Verwaltung.

5. NIEMAND überprüft irgendwas. Die ersten MütterspielenLehrer-Stunden haben bereits stattgefunden.

Werde mich mal umhören, ob mich jemand unterstützt, wenn ich was dagegen unternehmen werde.

Danke für Deine und alle anderen Meinungen hier.
Hatte schon befürchtet ich wäre engstirnig.

LG
Lilly

Beitrag von ruhrpottjunge 02.09.08 - 14:44 Uhr

Am ehesten wird sich die GEW ("Bildungsgewerkschaft") für solcherlei Unfug interessieren: Denen kann ja nicht daran gelegen sein, dass ungelernte Eltern für fehlende Lehrerstellen einspringen.

Bis du eine Antwort hast, solltest du diese Stunden boykottieren: keine Stunde selbst "geben" und auch kein Kind in eine solche Stunde schicken. Ich halte das für unverantwortlich.

Beitrag von zauberlilly 03.09.08 - 10:03 Uhr

Keine einzige Stunde werde ICH unterrichten. Niemals.
Obwohl ich immerhin nen Ausbilderschein habe. B-)

Neeeee!

Werde mich dagegen wehren.
Nur die Alternative wird wohl sein, dass es gar keinen Förderunterricht geben wird....

Bei dem Gedanken an die anderen Mütter, die Lehrerin spielen wird mir ganz übel.

Okay, vielen vielen Dank für alle Antworten hier.
Ihr habt mir sehr geholfen.

LG Lilly

Beitrag von seeli1981 02.09.08 - 12:33 Uhr

huhu..

ich glaube ich würde durch drehen, wenn einer der Eltern den Unterricht übernehmen würde....
A) finde ich das Eltern generell nix in der Schule zu suchen haben..wenn alles normal läuft...denn die Kinder sind ja in der Schule und nicht mehr im Kiga..;-)..das heißt, mein Kind hätte ja einen "psychologischen Vorteil" (wenn ihr wisst was ich meine) wenn ich seine Klasse unterrichten würde

und B) möchte ich auch nicht, dass bei XYZ am Mittagstisch besprochen wird, ob mein Kind immer so nervig im Unterricht ist oder oder oder.....

Wenn Eltern Kinder unterrichten könnten, dann wäre es ja ok, wenn sich ein paar zusammen tun, und ihre Kinder selber unterrichten...ABER das ist es ja NICHT.....wofür dann noch Schulen...

LG
Stephi....

Beitrag von zanadu 02.09.08 - 20:32 Uhr

Hallo, das kommt darauf an was die Eltern machen sollen. Bei uns gibt es Eltern die den Kindern Bücher vorlesen und mit den Kindern lesen üben. Wenn soetwas genacht wird, bitte schön. Bei uns sollen wir als Eltern helfen , da Spielzeug in den Pausen auszuleihen. Ich kann mir auch forstellen, mit Kindern Mathe zuüben. Allerdings finde ich richtigen Förderuntericht ist doch eine Sache die in professonelle Hände gehört. Allerings wie sollen Eltern die Problme in den Fächer haben ohne Unterstützung ihren Kindern helfen? Ich kann mir da ein eltern netzwek dioh gut vorstellen.

Beitrag von susanne85 03.09.08 - 10:15 Uhr

hallo,

ich bin ganz anderer Meinung als viele andere hier. Viele Elternteile bekommen tag für tag mit wie die neuen rechenwege sind. in der grundschule ist es durchaus möglich sich einzuarbeiten und zuhelfen.

was ist euch lieber , sollen sie sport und religion streichen für solche stunden?

meine tochter ist erst 2,5 jahre , aber ich weiss das ich aufjedenfall mich zur verfügung stellen würde! sowohl zum putzen als auch für unterricht. denn ich fände es schade das der unterricht unter dem lehrermangel leiden würde

Beitrag von manavgat 04.09.08 - 11:06 Uhr

Du fällst auch auf jedes Argument rein!:

wieso soll stattdessen etwas gestrichen werden?

Der Staat soll seiner Lehrpflicht nachkommen und ausreichend Mittel zur Verfügung stellen.

Gruß

Manavgat