Ammenmärchen?! "zufüttern ist der Anfang vom Abstillen"

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von christianeundhorst 02.09.08 - 12:37 Uhr

Hallo ihr Lieben,
immer wieder lese ich hier den Satz: "zufüttern ist der Anfang vom Abstillen" und möchte daher mal die andere Seite der Medaille darstellen, denn ich finde der Satz kann Stillenden Angst machen und noch dazu unnötig.
Ich habe die schöne Erfahrung gemacht trotz nötigem zufüttern meine Milchmenge stark zu vermehren:-) Sehr früh schon war klar, daß meine Tochter nicht satt wurde an meiner Brust. Das lag zum einen daran, daß sie schwach gesaugt hat und zum anderen daran, daß wenig Milch da war. Ich mußte also zufüttern, da sie zu viel abnahm. Gleichzeitig habe ich kleinere Maßnahmen zur Steigerung der Milchproduktion begonnen wie z.B. Stilltee, Malzbier, alkoholfreies Weizen etc.... Von Anfang an habe ich immer zuerst und ganz lange meine Tochter gestillt. Manchmal 1 1/2 Stunden lang.... Erst wenn dann deutlich war daß sie wirklich nicht satt wurde habe ich ihr Pre-Nahrung angeboten. Die erste Zeit mußten wir das leider sehr häufig machen, eigentlich fast jede Stillmahlzeit, so daß ich fast nur am füttern war. Langes stillen und dann noch Flasche.... Jetzt - nach 8 Wochen - ist meine Milchmenge so groß, daß ich trotz Stilleinlagen oft nasse große Flecken in der Kleidung habe und die Brust ausläuft während meine Tochter an der einen Seite trinkt:-) Morgens ist mein Nachthemd und Bett nass von Milch. Am Anfang haben wir bis zu 500 ml in 24 Stunden zufüttern müssen, jetzt sind es noch 50-70 ml in 24 Stunden.
Fazit: Auch mit zufüttern kann man Milchmenge steigern und es ist keinesfalls immer der Anfang vom Abstillen!
Ich hoffe das macht anderen Mut nicht aufzugeben, denn stillen ist wunderbar!
Liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 8 Wochen

Beitrag von kleinerengel2005 02.09.08 - 13:28 Uhr

Hallo,

kann dir eigentlich nur zustimmen. Meine Kleine ist jetzt 18 Tage alt und wird leider bis jetzt noch nicht satt von meiner Muttermilch. Auch meine Hebamme hat mir geraten ihr zuzufüttern.

Sie bekommt als erstes immer Muttermilch von beiden Seiten und wenn es dann immer noch nicht reicht, kriegt sie noch Pre. Meine Maus trinkt sehr langsam und deshalb mach ich in der Flasche immer nur kleine Portionen, da sie die Milch nicht mehr will, sobald sie etwas abgekühlt ist.

Trinke ebenfalls Stilltee und manchmal ein Malzbier.

LG Kathrin mit Leonie

Beitrag von christianeundhorst 03.09.08 - 00:18 Uhr

Hallo Kathrin,
meine Kleine trinkt auch langsam.... Aber allmählich wird sie schneller:-) Jetzt brauche ich nur noch 45 Minuten statt 1 1/2 Stunden.....
Übrigens, alkoholfreies Weizen ist auch gut. Und gelegentlich NACH dem stillen ein Glas Sekt.
Weiter viel Erfolg Dir:-)
LG Chris mit Frieda Lina

Beitrag von mapala 02.09.08 - 13:30 Uhr

Das finde ich gut, dass du den Müttern hier Mut machst, dass sie es eben doch schaffen könnten, wieder voll zu stillen. Ich habe ebenso eine Erfahrung gemacht. Nach einer schweren Durchfallerkr. meines Sohnes (mit Klinikaufenthalt) hatte ich auch keine Milch mehr, bzw. nur noch sehr wenig, bedingt dadurch, dass er eben nur sehr sehr wenig getrunken hat und durch den ganzen Stress, als es ihm wieder besser ging, gab's auch erstmal eingefrorene Mumi aus der Flasche, aber eben immer erst nach dem Stillen (Und das mehr als stündlich!) wenn eben nix mehr kam, dauerte drei Tage, dann war wieder genug da, und die Flaschen wurden verbannt.
Leider schaffen das die wenigsten Mamas, da sie die Sache falsch angehen (falsche Beratung?), statt mehr zu stillen und weniger zuzufüttern, steigern sie die Menge an Flaschenmahlzeiten, sodass die Milchbildung natürlich rückläufig ist, und somit wird letztendlich abgestillt. Oft wird auch fälschlicher Weise angenommen, dass die Milch nicht reicht, ohne ersichtlichen Grund, und trotzdem wird zugefüttert, es bringt nunmal das Gleichgewicht zw. Angebot und Nachfrage durcheinander, aber auch manche Babys kommen mit der Methode nicht zurecht und bevorzugen dann nur die Flasche, da da schneller der Hunger gelöscht wird. Gibt's dann noch den Schnuller und kann das Saugbedürfnis da befriedigt werden, verlieren sie dann ganz das Interesse an der Brust und stillen sich ab, oft ein Teufelskreis, aus dem man mit falschen Ratschlägen nicht mehr rauskommt. Aber hier verhungern keine Babys, nur weil sie mit der Flasche gefüttert werden...

Beitrag von christianeundhorst 03.09.08 - 00:15 Uhr

Hey, danke! Freut mich hier Gleichgesinnte zu treffen:-) Eben, wenn man es richtig angeht kann man das schaffen! Man darf sich nur nicht entmutigen lassen. Lass uns gegenseitig Mut machen hier:-)
Liebe Grüße #blume

Beitrag von dodo0405 02.09.08 - 13:30 Uhr

Naja, es ist alles Einstellungssache.

Für mich war klar, ich werde Stillen.
Warum Mütter, die Stillen, "zur Not" immer Pulvermilch zuhause haben, ist mir ein Rätsel.

Natürlich war ich oft am Ende. Ich bin schon nach wenigen Tagen nach der Geburt meiner Tochter wieder Arbeiten gegangen (selbständig, kein Mutterschutz) und das nach 6 Wochen dann Vollzeit.

Hätte ich zu den schlimmsten Zeiten, als meine Tochter im Schub steckte und ich fix und alle war von der Arbeit, Pulvermilch im Schrank gehabt - ich hätte sie ihr gemacht, keine Frage. Gerade als sie 12 Wochen alt war war es der HORROR.

Aber ich habe mir schon von vorneherein keine Pulvermilch besorgt und kam nie in Versuchung. Da musste ich/wir quasi durch :-)
Ich habe 1 Jahr gestillt - und dann auf normale Vollmilch umgestellt.

lg

Beitrag von christianeundhorst 03.09.08 - 00:28 Uhr

Für mich war auch immer klar, daß ich stillen werde und mich nicht entmutigen lasse falls Probleme auftreten!
Sei froh, daß Du nie solche Probleme hattest wie ich und andere hier auch. In einem "Schub" langt die Milch meist nicht, aber wenn Du auch in Deinen besten Zeiten nur ganz wenig hast trotz Daueranlegen über Wochen...... dann kannst Du Dein Kind zum Skelett hungern lassen oder zufüttern. Wenn es Dir dann noch gelingt, damit Deine Milchmenge zu steigern und das zufüttern allmählich auszuschleichen kannste froh sein durchgehalten zu haben und mußt Dir nicht sagen lassen: "Naja, es ist alles Einstellungssache." Wenn ich nicht die Einstellung hätte das ich unbedingt stillen will, weil es das Beste für mein Kind ist hätte ich längst abgestillt anstatt stundenlang da zu sitzen und meine Tochter anlegen,anlegen,anlegen........
Ich hatte übrigens nie "zur Not Pulvermilch im Schrank", sondern mußte erst alles besorgen als klar war das ich ne zeitlang was brauche......
Also urteile nicht was Du nicht kennst.

Beitrag von marion2 02.09.08 - 13:45 Uhr

Hallo,

ja, wenn man dem glaubt, dass das Zufüttern der Anfang vom Abstillen ist, dann habe ich 7 Monate lang abgestillt.

Ich habe Zwillinge und hätte quasi Dauerstillen müssen, hätte mir nicht die #flasche geholfen. Meine Ausrede: Ich hab noch ein Kind um das ich mich kümmern muss.

LG Marion

Beitrag von mapala 02.09.08 - 14:01 Uhr

ging das einfacher mit Flasche machen?

Beitrag von marion2 02.09.08 - 19:22 Uhr

Naja, es ist einfacher ein Kind mit Flasche zu Papa abzuschieben und eins selbst zu füttern, statt beide zu stillen und sich nebenbei um das größere Kind zu kümmern. Mit einem Kind auf dem Arm bzw. an der Brust kann ich gut durch die Wohnung flitzen - aber mit zweien sind der Sache schon gewisse Grenzen gesetzt. Für uns war dies die beste Lösung. Zumal ein Zwilling am Anfang an der Brust sehr schlecht getrunken hat.

Beitrag von mapala 03.09.08 - 20:13 Uhr

ach, aber schön, dass es euch allen gut geht. aber ich weiß auch, dass es andere gut und lange gemeistert haben, solch eine situation. aber ich denk, dass kommt eben immer drauf an. bei euch war es eben so am besten für alle.
Liebe grüße

Beitrag von juliejohanna 02.09.08 - 16:37 Uhr

Moin!

Ja, es ist ein Ammenmärchen.

Meine Freundin füttert auch völlig ohne Probleme zu.

Beste Grüße,
Juliejohanna :-)

Beitrag von christianeundhorst 03.09.08 - 00:30 Uhr

Freue mich darüber! Danke:-)

Beitrag von mapala 03.09.08 - 20:14 Uhr

aber es ist wichtig, dass man es richtig macht!!! und aus wirklich gutem grund...