Oh Mann, was nun?

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von dr. house 02.09.08 - 20:52 Uhr

Hallo,
ich habe heute mittag einen SST gemacht und der war positiv. Müsste demnach schon in der 7. SSW sein.
Kurz zu meiner Geschichte: Ich bin verheiratet, habe eine Tochter die knapp 2 Jahre alt ist. Mein Mann hat seit langem Depressionen, ihm geht es wirklich schlecht. Unsere Beziehung ist leider völlig am Ende, letzte Woche wollte nach einem großen Streit ausziehen. Nach ein paar Stunden stand er wieder hier vor der Tür, und ich habe ihn natürlich reingelassen und wir haben versucht miteinander zu reden und unser Leben irgendwie wieder auf die Reihe zu bekommen. Auf der einen Seite wollte ich immer eine intakte Familie für meine Tochter, auf der anderen Seit weiß ich dass sie es auf Grund der Krankheit meines Mannes nie bekommen wird. Trotzdem wollten wir es noch ein letztes Mal versuchen.
Ich habe mir nicht soviel dabei gedacht, dass ich überfällig bin, durch den ganzen Stress in der letzten Zeit wäre es nicht verwunderlich dass meine Mens nicht kommt. Wir haben mit Kondom verhütet, zudem haben wir die fruchtbaren Tage immer ausgegrenzt (dachte ich)...
Habe einfach so sehr Angst, dass ich demnächst mit einem Baby, einem Kleinkind und einem kranken Mann hier sitze und völlig durchdrehe. ICh weiß auch dass das Baby am wenigsten dazu kann #heul
Wer gibt mir einen ordentlichen Rat und auf dumme Kommentare verzichte ich gerne.
#danke schonmal an diejenigen die sich durch dieses Chaotische Post gewühlt haben.

Beitrag von vegasmom 02.09.08 - 20:57 Uhr

Ich kann Dir nur raten Dich beraten zu lassen, es gibt da ganz viele Hilfen!
Wichtig ist auch, das bei Dir einiges sortiert wird. Ist Dein Mann in Behandlung, wenn nein, warum nicht... Es gibt gute Kombis aus Medikamenten und Therapie die bei Depressionen gut anschlagen.

Ich persönlich fänd es schwer neben zwei Kindern noch einen kranken Mann zu versorgen. Er MUSS sich auf jeden Fall helfen lassen, das kannst Du nicht ableisten!!!

Wie würde es Dir denn gehen, wenn es Deinem Mann gut gehen würde? Wärst Du auch in Zweifel?

Wünsch Dir und Euch alles Gute

Beitrag von dr. house 02.09.08 - 21:03 Uhr

Also er ist in Behandlung und er nimmt auch Medikamente. Allerdings geht es ihm trotz dieser Therapie nicht gut.
Weißt Du, ich komm mir jetzt teilweise schon vor als wenn ich 2 Kinder hätte. Ein Mensch der Depressionen hat, braucht sehr viel Aufmerksamkeit. Wenn nicht positive, dann wenigstens negative (so ist es zumindest bei ihm). Wäre er gesundtheitlich stabil würde ich hier überhaupt nicht posten, dann würde ich mich über dieses Kind freuen!!! Aber so, ich weiß nicht wie ich das schaffen soll.

Beitrag von misscream 02.09.08 - 21:31 Uhr

hallo,
also erst einmal tut mir das alles sehr leid für dich, vor allem da du geschrieben hast, du würdest unter anderem umständen freude empfinden... ich kann sehr gut verstehen, dass das alles sehr schwer für dich sein muss.

wie lange ist dein mann denn schon in therapie bzw. bekommt medikamente? die meisten medikamente brauchen ein paar monate bis sie wirklich anschlagen, ansonsten könnten es durchaus auch die falschen für ihn sein.
durch die richtigen medikamente müsste auf jeden fall eine besserung eintreten.
wie schwer depressiv ist dein mann denn, also hat er selbstmordgedanken? kann er noch einen beruf ausüben?
ich frage nur, damit ich das ausmaß der belastung einschätzen kann... es gibt nämlich auch viele menschen, die es schaffen mit den richtigen medikamenten bzw. der richtigen therapie trotz depressionen ein "normales" leben zu führen.
vielleicht wäre ja eine räumliche trennung ganz gut für euch, bis eine besserung bei deinem mann eintritt? ihr könntet euch ja weiterhin oft sehen, nur wäre dann alles etwas zwangloser und du könntest einen klaren kopf bekommen. oder du fährst einfach mal für ein wochenende weg und denkst in aller ruhe nach?
das wichtigste wäre aber sicherlich dich zu fragen ob du deinen mann überhaupt noch liebst und ob es für euch eine zukunft gibt, denn falls nicht, brauchst du deine entscheidung auch nicht von ihm abhängig zu machen...

viele liebe grüsse und kopf hoch #blume

Beitrag von evi-ma 02.09.08 - 21:56 Uhr

hi du,
lass dich erstmal drücken. #liebdrueck
wenn du dich unter andren umständen über das baby freuen würdest, bist du ja jetzt dem baby an sich auch nicht abgeneigt, gell? ich weiß, dass ich mir das höchstens ansatzweise vorstellen kann, wie es sein muss, einen depressiven menschen ständig um sich herum zu haben. eine abtreibung ist aber auch psychisch belastend, das darf man auf keinen fall unterschätzen. ich denke nicht, dass es dir dadurch besser ginge. ich meine das nicht böse, sondern hab bange, dass du dich mit dieser entscheidung echt unglücklich machen würdest. lass dich doch mal beraten, ob ihr eine haushaltshilfe oder so gestellt kriegen könntet, einfach, damit du da etwas entlastet wirst. vielleicht braucht dein mann auch eine andre therapie...? und vielleicht bewirkt euer kleines auch bei deinem mann ein kleines wunder... weißt du, vor allem lass jetzt erstmal den ersten schock sich legen. du hast ja erst vor einigen stunden erfahren, dass du schwanger bist.
ich wünsch dir alles liebe und ganz viel kraft!!
sei ganz lieb gegrüßt von evi #herzlich

Beitrag von vegasmom 02.09.08 - 22:11 Uhr

Ich weiß ja nicht, was er bekommt etc.

Ich habe selber Jahrelang an depressiven Episoden gelitten, wurde immer wieder therapiert,war Monate in Kliniken. Aber es geht mir gut und immer besser.
Eine Freundin von mir war damals in einem Angehörigentreff, dort konnte sie sich mit anderen Menschen austauschen, die auch Depressive Freunde haben. Ihr hat das gut getan und geholfen mich zu verstehen und auf der anderen seite sich auch selber zu schützen.
Das gibt es bestimmt auch in Deiner Stadt, meistens in Unikliniken oder anderen psychiatrischen Einrichtungen.

Im Zweifelsfalle sollte er sich ernsthaft GEdanken darüber machen stationär in Behandlung zu gehen. Das ist am Anfang hart und ich weiß wovon ich rede, aber es kann einem geholfen werden wieder ein normales und stabiles Leben zu führen. Du bist einfach nicht in der Lage ihm zu helfen, das müssen Fachkräfte ableisten. Du kannst für ihn da sein, aber schaffen muss er das alleine.

Und Du hast nunmal leider die Aufgabe nun zu entscheiden, ob Du das Kind bekommst oder nicht. Ob Du Deinen Mann weiter leiden lässt oder ihm mal die Pistole auf die Brust setzt und ihn zur intensiven Auseinandersetzung mit seiner Krankheit "zwingst".

Beitrag von haebia 03.09.08 - 08:35 Uhr

Hallo,

bei uns in der Familie liegen auch Depressionen.
Eigentlich sollte es dem Patienten untere Medikamenten und Therapie besser gehen.
Wenn dem nicht der Fall ist, dann ist evtl die Diagnose falsch gestellt und es wird somit auch falsch behandelt.
Rede mal mit dem Doktor oder wechselt auch mal den Arzt.

Dir würde ich eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von depressiv Erkrankten empfehlen.
Frag mal bei deinem Rathaus nach, die müßten wissen, ob und wo die nächste Gruppe wäre.

Was das Kind betrifft: ich denke dein Mann kann momentan, wenn es ihm schlecht geht, nicht zur Entscheidung bei tragen.
Entscheide am besten erstmal sicher du für dich (ob ja oder nein zum Baby) und teile ihm dann deine Entscheidung mit.
Ich würde aber auf keinen Fall "nur" wegen der momentanen Situation abtreiben, wenn du nicht 100%ig dahinter stehst.
Am Ende bist dann evtl irgendwann du die Depressiv, fühlst dich allein gelassen.
Und du wie du schon sagtest: im Grunde kann das Baby nichts dafür.


Alles Gute

Beitrag von dr. house 03.09.08 - 21:40 Uhr

Vielen lieben Dank Euch allen, ich war richtig gerührt als ich eben die ganzen Meinungen gelesen hab.
Also mein Mann ist schon jahrelang in Behandlung (seit 1995 ca.), er hat viele Verschiedene Medis ausprobiert und ist bei einer Sorte Tabletten geblieben die mal ganz gut angeschlagen hat. Er hat auch einen Therpeuten, der meiner Meinung nach zwar selbst einen Therapieplatz benötigt, aber nach Ablauf der jetzt genehmigten Sitzungen will er sich mal nach wem anders umsehen (das ist ja schon mal was).
Nein ich steh nicht 100 %ig dahinter mit der Abreibung, das kann ich gar nicht. Schließlich hätte ich mich ja richtig drüber gefreut wenn unsere Situation anders wäre. Ich weiß das ich es zur Not auch alleine schaffe, sollte mein Mann nicht mitziehen (können), ich hab meine Eltern die mich jederzeit unterstützen würden auch mit 2 Kids.
Morgen hab ich erst mal einen Termin beim FA, wenn dann alles ok ist, werd ich es nicht übers Herz bringen das BAby umzubringen #heul nie und nimmer.
Also ihr seht eigentlich hab ich entschieden, unabhängig von meinem Mann (der heute übrigens zu mir gesagt hat, dass er möchte das wir 4 glücklich werden).
Danke Euch allen #herzlich

Beitrag von vegasmom 03.09.08 - 22:05 Uhr

Hey, das ist doch schonmal eine Entscheidung und Dein Mann trägt sie mit.

Wünsche Euch alles Gute und Deinem Mann, dass er endlich Hilfe findet, die ihm wirklich weiterhilft!

Beitrag von dr. house 04.09.08 - 21:20 Uhr

Danke Dir nochmal hast mir echt ein bißchen Mut gemacht!
Als ich heut beim FA war und das Herzchen #herzlich ab schlagen sehen gab es für mich auch keine Zweifel mehr.
wir werden sehen wie sich das bei uns weiter entwickelt und zur Not werde ich es wie gesagt auch ohne meinen Mann schaffen.
Ganz liebe Grüße