Wie soll ich reagieren? Kratz und haut!

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von cokolada 02.09.08 - 22:26 Uhr

Hallo,

mein Sohn ist 18 Monate und wir haben das Problem das wenn es nicht nach seinem Kopf geht und er sauer wird anfängt zu kratzen und zu hauen #schmoll
Ich sage ihm auch immer das uns das weh tut und das man sowas nicht macht.
Ich habe es schon versucht ihn einfach bocken zu lassen und ihn nicht zum trösten hoch zu nehmen, aber er haut dann mit dem Kopf voll gegen etwas.
Weiß nicht wie ich richtig reagieren soll.:-(

Beitrag von grashopper73 02.09.08 - 22:35 Uhr

Ignoriere ihn wenn er solche Anfälle hat und versuche ruhig zu bleiben und immer wieder ihm klar zu machen, dass es Dir/oder der betr. Person weh tut... Man hat manchmal das Gefühl das bringt nichts aber er merkt es dann schon. Meinen (23 Mon.) habe ich jetzt schon mal soweit, dass er nachdem er schlägt/beisst sich entschuldigt. Aber jetzt muss er noch verstehen, dass es nicht damit getan ist zu beissen und sich dann zu entschuldigen... Man merkt ihm zwar sein schlechtes Gewissen an... aber eben: da bringt den "Verletzten" auch nicht weiter. Und denk dran: es sind alles Phasen, bald ist diese auch rum. Und ich habe das Gefühl es wird immer besser...

LG und gutes Durchhalten :-)

Beitrag von bine3002 02.09.08 - 22:38 Uhr

Also erstmal: Auch Igel kann man streicheln. Soll heißen: Ich würde ihm nicht den Trost verweigern, sondern ihn erst recht ganz fest drücken, wenn es mal besonders heftig ist.

Natürlich muss er lernen, dass man nicht hauen oder kartzen darf. Aber das hat noch Zeit. Es ist ganz normal, dass Kinder in diesem Alter hauen, kratzen, beissen, treten und ihre Wut und ihren Frust durch körperliche Gewalt ausdrücken. Sie haben einfach noch kein anderes Ventil dafür und können sich ja auch sprachlich nicht in dem Maße äussern wie wir es können (selbst wenn sie schon gut sprechen können).

Es ist deine Aufgabe, deinem Sohn zu zeigen wie man mit Wut umgeht. Zum einen tust Du das im normalen Alltag, wenn Du also selbst mal wütend (auf ihn) bist. Das, was er da sieht, wird er annehmen. Wenn Du also z. B. deine Wut auch durch Schläge äusserst (Klaps auf den Po oder auf die Finger) oder rumbrüllst, dann wird er das auch tun. Das würde ich also vermeiden. Es ist dagegen Ok, wenn Du auch mal lauter wirst oder den Raum verlässt etc. Du darfst natürlich wütend sein. Er darf das aber auch.
Und wenn, dann kannst Du ihm konkrete Vorschläge machen, wie er seine Wut ausdrücken könnte, z. B. indem er mit dem Fuß aufstampft oder in ein Kissen boxt. Wenn es darum geht, dass er etwas nicht möchte, dann kannst Du ihm die entsprechenden Worte dazu geben: "Ich WILL das nicht!" (Lass das! Geh weg! etc.) Das ist insbesondere auch wichtig, wenn er sich mit anderen Kindern um irgendein Spielzeug streitet.

Ich würde auch lange Erklärungen in der akuten Situation vermeiden. Das kommt eh nicht an. Verlege solche Gespräche auf eine ruhige Minute, z. B. abends. Ich erzähle mit meiner Tochter am Abend immer noch ein bißchen, sage ihr, was ich heute toll fand und was ich nicht so toll fand und warum.

Meine Tochter ist auch so ein kleiner Wutzwerg, vor allem mit anderen Kindern geht sie manchmal sehr ruppig um. Aber je mehr sie sprechen kann , umso besser wird es.

Beitrag von bine3002 02.09.08 - 22:42 Uhr

Ach noch was: Je nach Situation würde ich so einen Anfall auch erstmal etwas aussitzen. Ich mache es so, dass ich mich ein/zwei Minuten in die Nähe setze und dann auf sie zugehe. Dann versuche ich ihr erstmal ein Lachen zu entlocken, indem ich sie kitzele, anpuste, über sie drüber hoppse (wenn sie am Boden liegt). Wenn sie dann lächelt, gebe ich ihr die Hand, damit sie aufstehen kann und nehme sie dann erstmal in den Arm. Je nachdem, worum es ging, reden wir dann nochmal kurz darüber oder fangen von vorne an (wenn sie z. B. schon bockt, bevor überhaupt was geschehen ist oder weil ihr etwas zu lange gedauert hat.)

Beitrag von cokolada 02.09.08 - 22:46 Uhr

Danke für die Tips.
Ja ich weiß es sind Phasen und man muss durch,
aber manchmal ist es echt heftig so das man sich echt zusammen reißen muss #augen
Ich versuche ihn aber immer schnell mit irgendetwas abzulenken oder verlasse den Raum.
Er hat es aber schon geschafft das Gesicht meiner Schwiegermutter blutig zu kratzen.
Er versteht nicht das es dem jenigen weh tut.

Beitrag von bine3002 02.09.08 - 22:50 Uhr

"Er versteht nicht das es dem jenigen weh tut. "

Nein, das stimmt. Aber er wird es verstehen, wenn Du immer die gleichen Worte verwendest: AUA!

Das Problem ist, dass dann eine Phase kommt, wo er so etwas bewusst einsetzt.

Da müssen alle durch (oder doch zumindest sehr viele).

Beitrag von grashopper73 02.09.08 - 22:54 Uhr

Verstehe ich... Vor allem in der Öffentlichkeit, bei mir vor allem bei Freunden, ist es hart. Nico hat "nur" noch dann Aussetzer wenn man ihm was wegnimmt was ihm sehr wichtig ist oder sich in seinen Buggy setzt... Da sieht er irgendwie rot und alles setzt aus... Heute hat sein gleichaltriger Freund ihm die Schmusedecke gemopst und schon hat er ihn ins Gesicht gebissen (das sah man leider auch stark...). Das war mir sooo peinlich.

Beitrag von cokolada 02.09.08 - 22:56 Uhr

oh ja sowas kenne ich #augen
Die Leute schauen einen dann so herablassend an
Nach dem Motto "Die hat ja ihr Kind überhaupt nicht im Griff"
Ich versuche die Situationen in denen der Wutausbruch entsteht zu vermeiden.
Schlimm ist es auch beim wickeln.
Er tritt immer so oder will erst garnicht.

Beitrag von grashopper73 02.09.08 - 23:06 Uhr

:-D ging mir heute auch so beim Wickeln. Tritt mir ständig in den Bauch. Ich war echt sauer. Bin jetzt erst am Anfang meiner Schwangerschaft aber in ein paar Wochen geht es dann auch an das kleine im Bauch... ich hoffe er hat dann die Phase vorbei ;-)

Beitrag von cokolada 02.09.08 - 23:11 Uhr

Schön. Herzlichen Glückwunsch zu SS #freu

Er hat mir mal so in den Bauch gehauen das ich fast Sternchen gesehen hätte und mir danach speiübel war #schock

Ja da müssen wir wohl durch. Bin aber immer noch auf der Suche nach einer Alternative wie ich das wickeln besser meistern kann #schwitz

Beitrag von grashopper73 02.09.08 - 23:43 Uhr

Danke :-) ich hoffe unser Krümmel überlebt die Tritte seines Bruders ;-)

Ich wickle ihn nur noch auf meinem Bett oder am Boden... Schon alleine weil er nicht still liegt. Aber da kann ich auch die Tritte besser abfangen :-) (ist aber nicht immer so... er ist oft auch ganz brav...)

Beitrag von bine3002 02.09.08 - 23:48 Uhr

"Bin aber immer noch auf der Suche nach einer Alternative wie ich das wickeln besser meistern kann"

Versuch mal ihn zu motivieren, sich selbst an- und auszuziehen. Er kann das sicher noch nicht, aber wenn Du den Anfang machst, dann kann er weiter machen. Oft kommen solche Wutanfälle, weil die Kleinen mehr wollen als sie können.

Beitrag von bine3002 02.09.08 - 23:42 Uhr

Ach nimm das nicht so ernst. Kleine Kinder tun sowas nun mal. Und vor dem Teilen können kommt nun mal das Wissen um den eigenen Besitz. D.h. ein Kind muss erstmal feststellen, dass es etwas besitzen kann. Dann lernt es, sich in andere hinein zu versetzen und dann lernt es teilen. Nur so läuft es und zwar bei ALLEN Kindern. Und das dauert eben seine Zeit.

Na ja und dann sollte man auch niemals verlangen, dass ein Kind sein Liebstes teilt. Würden wir ja auch nicht machen.