Unterhalt und neue Familie

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von lilimarlen 03.09.08 - 09:17 Uhr

Hallo zusammen :-)

ich hab eine etwas umfangreichere Frage und hoffe, ihr könnt mir helfen. ich hab bereits gegoogelt, aber die Texte die ich zum Thema gefunden habe, waren alle mehr als schwer verständlich.

Folgende Situation: mein Mann war bereits verheiratet und hat aus erster Ehe eine fast achtjährige Tochter. Das Verhältnis zwischen allen beteiligten (Tochter, ihm, seiner Ex und mir) ist sehr entspannt. Es gab eigentlich nie Ärger um irgendwas.

Natürlich zahlt mein Mann bereitwillig Unterhalt für seine Tochter und derzeit auch noch für seine Exfrau. Die beiden sind seit sieben Jahren getrennt und zusätzliche Verdienste durch Nebentätigkeit ihrerseits regeln beide "unter der Hand".

Seit Januar diesen Jahres sind wir nun verheiratet, was an der Unterhaltssituation nichts geändert hat. War ja auch nicht nötig, da wir beide voll arbeiten gehen und es finanziell so immer in Ordnung war.

Nun bin ich schwanger und wir werden im kommenden April eine richtige kleine Familie. Ich werde mindestens das erste halbe Jahr zu Hause bleiben und danach wahrscheinlich erstmal wieder halbtags einsteigen (wir sind auf das Geld schon angewiesen).

Nun sagte mein Mann, dass er dann den Unterhalt neu berechnen lassen würde. Die "neue Familie" würde gegenüber seiner Exfrau vorgehen (das Kind steht außen vor, das ist klar!) und außerdem würde sie ja auch in einer neuen Partnerschaft leben. Nach sieben Jahren wolle er ihr eigentlich ja gar keinen Unterhalt mehr zahlen ...

Nun meine Frage: stimmt es, dass bei neuer Familie mit Kindern der Ehegattenunterhalt gekürzt wird? Dadurch, dass ich erstmal nicht mehr arbeiten gehen werde fehlt und schon Geld, durch die neue Situation entstehen auch neue kosten und dann noch der hohe Unterhalt für die Exfrau .. das wäre mehr als eng!

Ich möchte ungern sofort nach dem MuSchu wieder arbeiten gehen müssen, würde es aber natürlich tun, wenn es finanziell nicht anders ginge.

Hat jemand von Euch mit dieser Situation Erfahrung?

Liebe Grüße,
Lill

Beitrag von whitewitch 03.09.08 - 09:52 Uhr

Na du bist ja mal absolut Verständnisvoll!! Meine Hochachtung. Nach sieben Jahren noch Unterhalt, kann sie nicht arbeiten gehen?? Wo sie in einer neuen Beziehung lebt?? Gut da müsste man ja wieder fragen wie lange sie schon in der Beziehung lebt.

Hier mal ein Link:

http://www.frag-einen-anwalt.de/Wieder-Anrecht-auf-Ehegattenunterhalt-nach-milungener-neuer-Partnerschaft__f13253.html

Das ist ja ähnlich nur, aus Sicht der Exfrau.

"Nun meine Frage: stimmt es, dass bei neuer Familie mit Kindern der Ehegattenunterhalt gekürzt wird? Dadurch, dass ich erstmal nicht mehr arbeiten gehen werde fehlt und schon Geld, durch die neue Situation entstehen auch neue kosten und dann noch der hohe Unterhalt für die Exfrau .. das wäre mehr als eng! "

Das ist meines erachtens völlig richtig!! Es erfolgt eine Neuberechnung!!



Gruß Andrea

Beitrag von lilimarlen 03.09.08 - 10:10 Uhr

Hallo Andrea und Danke für Deine Antwort.

Dass bei eheähnlicher Lebensgemeinschaft der Unterhalt angepasst werden kann wissen wir. Da ihr Partner aber nicht OFFIZIELL bei ihr wohnt, wollten wir diesbezüglich keinen Stress erzeugen. Wie lange beide zusammen sind wissen wir auch nicht mit Sicherheit.

Mich interessiert hier also speziell die Situation, wenn ein neuen Kind hinzu kommt. Da muss ja keiner drum diskutieren. Das ist dann definitiv, so, wenn Du versteht was ich meine ;-)

Liebe Grüße,
Lill

Beitrag von whitewitch 03.09.08 - 10:27 Uhr

Da nach neuem Unterhaltsrecht der Kindesunterhalt an erster Stelle rangiert, sind nach Geburt des neuen Kindes zunächst die Unterhaltsansprüche der Kinder zu befriedigen und dann muß geprüft werden, ob Sie noch Unterhalt für Ihre geschiedene Frau zahlen müssen.



Oben das habe ich noch im Netz gefunden. Da ist ja aber auch nicht zu vergessen, das du auch mit reinzählst in die Berechnung zum Unterhalt, weil du eben nicht gleich wieder arbeiten gehen kannst, möchtest wie auch immer.

Gruß Andrea

Beitrag von goldtaube 03.09.08 - 10:28 Uhr

Hier ist mal die Rangfolge nach dem neuen Unterhaltsrecht:
http://www.unterhalt-2008.de/Kindesunterhalt_Vorrang.htm

Es ist also so, dass erst einmal die Kinder vorgehen.

Dann kommen die Ex-Partnerin und die Ehefrau. Die sich dann den Rest teilen müssen.
http://www.unterhalt-2008.de/Ehegattenunterhalt_Rangfolge.htm

Beitrag von mellli-benni 03.09.08 - 12:08 Uhr

Bei der Ex und der Ehefrau wird doch aber dann die bevorzugt die ein Kind unter 3 Jahren betreut. Denn mit einem älteren Kind im Kindergarten oder gar in der Schule kann man ja auch selbst wieder für den eigenen Unterhalt sorgen.

Beitrag von schnuffelschnute 03.09.08 - 10:19 Uhr

Ui, das Link ist aber nicht mehr aktuell :-)

Da stimmen einige Dinge nicht mehr so ganz