Vater alkoholkrank, wird nicht besser....

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von steffiw77 03.09.08 - 18:49 Uhr

Hallo ihr Lieben!


Mit meinem Vater gabs immer schon Probleme: früher hat er seine Sucht erkannt und ging in Entziehungskur.

Er ist in Rente und macht NICHTS außer TV gucken (dort einkaufen ohne Ende), trinken und Leute beschimpfen. :-(

Heute war wieder ein "Fall", wo ich mir gesagt habe: jetzt reichts mir und hab ihm geschrieben (es ging leider per SMS hin und her - im Suff!), dass ich nicht mehr zu ihnen kommen werde und er sich bei mir auch nicht mehr melden braucht!

Das Problem ist meine Mutter: sie leidet wie ein Tier unter der Situation, ist natürlich mit ihrem Mann auch alles andere als glücklich - zur Scheidung fehlt ihr Geld und Mut! Ziemlich verkorkst also.
Ihr würd ichs gern recht machen - aber es kommen ständig irgendwelche saublöden Kommentare (eklige mitunter!) und ich mag nicht mehr!

Was würdet ihr denn machen?? Ein Friedenangebot starten?? Abwarten??

Lg und danke,

Steffi

Beitrag von bamboo19 03.09.08 - 19:08 Uhr

hi Steffi!!

Lass Dich erstmal ganz dolle #liebdrueck!!!!

Ich kenne diese Situation nur aus der Sicht meiner Cousine. Mein Onkel ist auch ein alkoholabhängiger, seit ich ihm übrigens schon kenne. Ich kenne ihn praktisch nie nüchtern.
Mit meiner Cousine geht er beschissen um und kann nicht akzeptieren, dass sie älter wird und ihm so langsam mal die Meinung geigt. Gab letztens auf der Geburtstagsfeier einen riesigen Krach deswegen.... #contra bis ich ihm ordentlich die Meinung geigte und er dann gegangen war.

Meine Tante hat sich damals von ihm scheiden lassen - was ich tierisch gut fand. Helfen konnte ihm noch nie jemand. Selbst einen Entzug macht er nicht. und da sein Suff immer schlimmer wurde, ist sie mit beiden Kindern gegangen.

Ich an Deiner Stelle würde nochmals mit Deiner Mutter reden. Es kann ja nicht sein, dass er nur trinkt und zuhause auf dem sofa sitzt und fernsieht. Ich kann Euch natürlich nicht raten, sich scheiden zu lassen. Ich finde, Du hast vorhin richtig reagiert und ihm gesagt, dass er sich bei dir nicht mehr melden braucht.

Vielleicht wäre für Deine mutti auch einfach eine räumliche Trennung gut???

Lieben Gruß

bamboo19

Beitrag von steffiw77 03.09.08 - 20:01 Uhr

Danke für deine lieben Worte!!

Leider ist sie finanziell abhängig von ihm - sonst würde sie gehn!! Sie hat es ihm schon so oft "angedroht", leider nie geschafft!

Es ist echt seltsam: ein paar Wochen lang gehts gut und er lässt die Finger von dem Zeug, dann ist irgendeine Situation und prompt muss der Schnaps her und er ist wie ausgewechselt.

Ich habe wirklich wenig Lust, da hinzugehn. Kalr leidet mein Sohn drutner, der seinen Opa ja sehr liebt und auch umgekehrt - andersrum denke ich, habe ich Verantwortung ihm gegenüber!

LG und DANKE,

Steffi

Beitrag von senfdazugeber 03.09.08 - 19:37 Uhr

Solange er Deine Mutter hat und sie bei ihm bleibt, ist wenig Hoffnung dass sich daran was ändert. Das weiss ich aus Erfahrung in der eigenen Familie.

Für mich war es wichtig, meine eigene Familie davon verschont zu lassen. Also beschloß ich, die Angelegenheiten ruhen zu lassen und mich damit nicht zu beschäftigen denn es ändert sowieso nichts. Bei meiner Schwester war das anders, sie belastet das sehr und nicht nur sie sondern mit ihr auch ihre ganze Familie. Aber wie sehr sie sich auch drum bemüht, ändern tut sie damit nichts.

Vielleicht bleibt Dir auch nichts anderes übrig, als alles seinen Lauf nehmen zu lassen. Man muss und man kann nicht alles ändern, auch wenn es im Guten gemeint ist.

Beitrag von steffiw77 03.09.08 - 20:11 Uhr

Wie hast du denn drauf reagiert oder deine Schwester??? Wie waren die Konsequenzen?? Ich weiß eben nicht, ob ich wirklich nicht mehr hin soll oder doch wieder....es ist halt der Vater.....weißt du?

STeffi

Beitrag von senfdazugeber 04.09.08 - 12:44 Uhr

Meine Schwester ist einer offenen Konfrontation genauso aus dem Wege gegangen wie ich, allerdings hat sie das Problem im Hintergrund wesentlich mehr beschäftigt als mich. Sie hat Infos bei den AA eingeholt und sich nach Therapiemöglichkeiten erkundigt und im Bekanntenkreis herumtelefoniert um ihre Sorgen mit anderen zu besprechen.

Vielleicht liegt es daran, daß Töchter generell eine bessere Verbindung zu ihren Vätern haben. Mir tut es sehr Leid auch für meine Mutter weil sie darunter leidet und schon mehr als einmal von meinem Vater geschlagen wurde. So hart es auch klingt, aber ich sehe keine Möglichkeiten für mich, mit einem erfolgsversprechenden Konzept da einzugreifen. In den vielen Jahrzehnten hat sich zwischen meinem Vater und meiner Mutter so eine Art Opfer-Täter Beziehung etabliert, die für die Aussenwelt sehr merkwürdig aber auch sehr stabil ist. Beide sind auf ihre Art voneinander abhängig.

Das versteht meine Schwester wohl weniger. Ich für meinen Teil habe mich entschieden, nicht auch noch in die Opferrolle gedrängt zu werden denn jeder der sich mit diesem Problem befasst und versucht einzugreifen, wird da zwangsläufig reingezogen.

Beitrag von ciara_78 03.09.08 - 20:22 Uhr

Hallo Steffi

Wir hatten das Problem mit meiner SM. Wir haben ca. ein Jahr nach dem Tod meines SV den Kontakt zu ihr abgebrochen, nachdem es immer schlimmer wurde.

Wichtig ist, das Problem nicht zu tabuisieren. Deine Mutter sollte deinem Vater auch das Messer auf die Brust setzen. Gebt euch gegenseitig Halt und sprecht offen auch mit Freunden und Bekannten über das Alkoholproblem!!

Und ganz wichtig: Sucht euch professionelle Hilfe!!
Auch für Familienmitglieder von betroffenen Personen ist es wichtig sich austauschen zu können, um sich nicht so alleine zu fühlen. Man bekommt dort wertvolle und gute Tipps für den Umgang.

Meine SM hat nach einem Jahr ohne Kontakt die Kurve gekriegt und sich freiwillig in eine Entzugsklinik einweisen lassen, nachdem der beste Freund von meinem SV ihr den Kopf gewaschen hat. Vorher haben auch schon viele andere ihr den Kopf gewaschen und teilweise den Kontakt abgebrochen, eben weil wir mit allen offen darüber gesprochen haben, aber der beste Freund von meinem SV war der letzte ausschlaggebende Punkt. Jetzt ist meine SM seit einem halben Jahr nüchtern und auch wir haben wieder ein viel besseres Verhältnis miteinander.

Liebe Grüsse
Ciara

Beitrag von steffiw77 03.09.08 - 20:30 Uhr

Danke, Ciara!!!

Er war schonmal trocken - aber durch den Ruhestand wird er immer unzufriedener und sucht sich eben "Trost", denke ich!
Meine Mutter kann sich nicht trennen - sie ist leider finanziell von ihm abhängig. Sollte sie im Lotto gewinnen,würde sie gehn, sagte sie mir neulich!

Es sind auch immer Phasen, wo er trinkt bzw nüchtern und normal ist!!

Ich werde mich erstmal nicht bei ihm melden - nur wie gesagt, leidet meine Mutter (was ich nicht gerne seh!!!). Wir kriegen das hin, irgendwie! Aber irgendwann ist auch mal Schluß!

Neulich kam ne SMS von ihm, mein Exmann soll froh sein, dass er mich los ist! Ich wurde durch seine Lieblosigkeit krank (Magersucht)......da siehste mal, wie das bei ihm geht, wenn er zu tief in die Flasche guckt!

LG und DANKE,

Steffi

Beitrag von ciara_78 03.09.08 - 20:45 Uhr

Hallo Steffi

Halte den Kontakt zu deiner Mutter aufrecht und sucht euch gemeinsam professionelle Hilfe!!

Gerade wenn dein Vater schon mal trocken war, wird es vielleicht leichter sein wieder rauszukommen. In jeder Therapie wird einem gesagt, dass es immer einen Rückfall geben kann, man aber sobald es auffällt darüber sprechen muss und der Betroffene schnellst möglich wieder in einer Therapie gehen muss!!

Gut, dein Vater ist jetzt Rentner und ihm ist langweilig. Das verstehe ich. Dann muss er sich aber ein Hobby suchen, dem er nachgehen kann. Oder er macht einen 400.- Euro Job. Da kommt er raus, hat was um die Ohren und nebenbei kommt noch Geld rein.

Gerade für dich als Kind ist es ja auch doof zu hören, dass deine Mutter gehen würde, wenn sie im Lotto gewinnt. Ich denke sowas hört kein Kind gern. Sie soll ihn ja auch nicht verlassen, sie muss aber offen über das Problem sprechen. Mit ihm, mit dir, mit Freunden und Bekannten, mit der Familie und in einer Beratungsstelle. Genauso wie du und auch dein Vater!!

Es ist ein harter und auch steiniger Weg. Aber es lohnt sich ihn zu gehen!! Das ist viel besser als den Kopf in den Sand zu stecken und auf das Ende zu warten.

Liebe Grüsse
Ciara

Beitrag von gh1954 03.09.08 - 22:02 Uhr

>>>Meine Mutter kann sich nicht trennen - sie ist leider finanziell von ihm abhängig. Sollte sie im Lotto gewinnen,würde sie gehn, sagte sie mir neulich!<<<

Solange deine Mutter nicht gehen WILL, kannst du ihr leider nicht helfen.

Ich würde mich auch nur noch außerhalb des Hauses mit ihr treffen.

Lass dich nicht zwingen, deiner Mutter zuliebe deinen Vater zu ertragen, das schadet dir nur.