Hilfe - wer weiß, wie man einem Baby das Schreien abgewöhnt?

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Beitrag von cleomatra 03.09.08 - 22:37 Uhr

Guten Abend!

Als mein Sohn 18 Monate alt war, kam seine Schwester an. Während er sehr ruhig und ausgeglichen ist (er kommt damit, eine Schwester zu haben, die alle süß finden und die ich dauernd am Arm trage gut zurecht, hat aber natürlich schon daran zu kauen, dass sie da ist, auch daran, dass sie viel schreit, mittlerweile schläft er trotzdem, er hat sich daran gewöhnt, aber umso mehr trage ich sie rum und er wird schon noch etwas Zeit brauchen. Richtig toll wird´s wenn sie mal sitzt und die von ihm gebauten Türme wieder abbaut, dann können sie sich immerhin miteinander beschäftigen), ist sie sehr unruhig und schreit viel. Der Hausarzt, der Kinderarzt und jener auf der Schreiambulanz meinten, meiner Tochter fehle nichts, sie schrie aber vor allem in den ersten Monaten auch plötzlich während dem Trinken los oder wenn man sie hochhob. Ich ließ sie schließlich vom Osteopathen behandeln, sie litt und leidet - wie viele Kinder - am Schiefhals. Das hat zum Glück geholfen, aber manchmal ist´s doch wieder etwas ärger. Und dann merkt man bei ihr auch sofort, wenn´s mal etwas mehr Stress bei uns gibt. Ich versuche ja, ihn fernzuhalten, aber das ist nicht immer machbar. Wie gesagt, es ist schon viel besser und sie schläft nachts ganz brav. Tagsüber hat sie da Schwierigkeiten und dann ist sie halt so müde. Das macht es dann wiederum auch schwerer. Sie lässt sich aber beim Trinken und beim Schlafen sehr sehr leicht ablenken. Da war und ist mein Sohn ganz anders. Er nimmt Rücksicht, geht nicht ins Zimmer, in dem sie schläft, spielt nicht einmal vor der angelehnten Tür. Und er spielt auch relativ ruhig, alle finden, dass er ein sehr angenehmes Kind ist. Aber er muss doch spielen, ich kann es ihm ja nicht verbieten. Außerdem stört sie das geringste Geräusch, das man von draußen hört oder wenn sich Papa mal etwas lauter die Nase putzt usw.

Alles in allem schreit sie tagsüber relativ viel, es ist schon viel besser geworden, aber an manchen Tagen ist es wieder ärger. Ich trage sie dann meist sehr viel herum, habe ein schlechtes Gewissen meinem Sohn gegenüber und vermutlich spürt sie dann meinen Zustand und regt sich noch mehr auf. Keine Ahnung. Jedenfalls habe ich inzwischen schon von mehreren Seiten gehört, dass sie lernt: "Wenn ich schreie, trägt man mich herum bzw. ich erreiche damit was. Also schreie ich". Und viele Kinder schreien noch jahrelang, wenn sie etwas wollen.
Huiii. Was kann ich tun, um das zu verhindern?

Dabei habe ich sie bis vor kurzem nicht einmal viel getragen, weil sie das aufgrund ihres Schiefhalses meist nicht ausgehalten hat und beim Hochheben noch mehr schrie.
Dazu kommt, dass ich oft z.B. meinen Sohn gerade zu essen gab, als sie anfing zu brüllen. Ich habe sie mit ihrer Wippe zu uns gesetzt und mit ihr gesprochen. Sie schrie weiter. Mein Sohn begann zu jammern, wollte weiter essen. Mama bekam Schweißausbrüche, hätte ihrem Sohn das Essen gerne reingestopft, aber der ließ sich dann meist besonders viel Zeit, trank noch in Ruhe (wo er sonst kaum durstig war, doch anscheinend fand er den Lärm durstanregend), um dann weiterzuspeisen. Ich versuchte daneben ruhig zu bleiben, auch wenn es mir nur selten gelang, meine Tochter zu beruhigen. Schließlich war mein Sohn fertig und ich nahm sie aus der Wippe.
So lernte sie vermutlich: "Wenn ich lange genug schreie, erreiche ich etwas" was ja angeblich dazu führen kann, dass manche Kinder sogar stundenlang schreien. Könnte ich mir bei ihr vorstellen. Ich hab´s noch nicht getestet, aber ich glaube, sie hat Ausdauer. Naja, und der Test wäre da wohl auch nur "förderlich".

Dabei hat sie meist nicht mal getrunken, wenn sie sich so aufgeregt hat. Kaum zu glauben, dass die Ärzte mir weismachen wollten, das ihr nichts fehlt.
Nun, inzwischen fehlt ihr nichts mehr oder zumindest ist es nicht mehr gravierend. Vielleicht spürt sie mal die Zähne, vielleicht hat sie hin und wieder auch noch leichte Nackenschmerzen, doch bei weitem nicht mehr so schlimm. Wenn ich sie hochnehme, hört sie meist auf, vor allem, wenn ich ihr was vorsinge. Das hat früher alles nichts geholfen, sie schrie eher mehr. Ließ sich vor allem von mir nicht beruhigen. Jetzt sogar besonders gut von mir. Doch oft regt sie sich dann schon auf, wenn ich sie nur mal wo hinlege, um meinen Sohn in den Hochstuhl zu setzen oder in sein Bett zu legen. Auf der Wickelauflage beruhigt sie sich auch sehr schnell. Doch da kann ich sie auch nicht lassen. Auf ihre Spieldecke will sie seit ein paar Tagen überhaupt nicht mehr. Schreit dann wie am Spieß. Aber mit 22 Monaten kann mein Sohn doch auch noch nicht alles alleine machen, der braucht mich ja auch noch!

Wie gewöhne ich ihr das Schreien ab und wie bringe ich sie dazu, auch mal alleine zu spielen (sie hat das vor kurzem schon gemacht, doch dann hatten wir Arbeiter im Haus, es war überall staubig, ihre Gehschule mussten wir abdecken, ich musste sie tragen, während mein Sohn mit einer Bekannten, die frei hatte, spazieren ging usw. Jetzt will sie gar nicht mehr allein spielen, schreit wie am Spieß, wenn ich sie mal irgendwo hinlege)? Was kann ich tun?

Bitte HILFE???
Vielen Dank, liebe Grüße, Cleomatra

Beitrag von ally720 03.09.08 - 23:02 Uhr

Hey,

Deine Kleine ist doch erst 4 Monate, wenn ich das richtig sehe. Da kann sie sich nur durch Schreien bemerkbar machen. Ihr das Schreien "abgewöhnen" zu wollen ist wirklich Unsinn (sorry, nicht böse gemeint).
Manche Kinder schreien eben mehr, manche weniger. Mein Sohn hat auch in den ersten 4-5 Monaten viel geschrien, vor allem gegen abend. Hatte aber auch oft Bauchweh. Ich habe ihn seeeeehr viel getragen.


Daß Du das Kind verwöhnst, wenn Du auf sein Schreien reagierst bzw. es viel trägst wenn es schreit, finde ich nicht. Jedes Kind ist anders. Wenn sie das braucht, dann ist es eben so. Ich denke sogar, daß sie noch viel mehr schreien wird, wenn sie merkt, daß Du sie zeitweise ignorierst. Das verängstigt ein Baby doch total und es wird umso öfter nach Dir schreien, weil es sich versichern will, ob Du noch da bist.

Lebst Du alleine (habe jetzt Deine VK nicht gesehen)? Kann Dir Dein Mann nicht ab und zu mal helfen, z. B. beim füttern, oder wenn Du Zeit für Deinen Großen brauchst?

Du könntest z.B. die Kleine auch auf dem Schoß halten, wenn Du den Großen fütterst. Probiere es ruhig mal! Ich habe meinen Kleinen oft bei meinen eigenen Mahlzeiten im Arm gehalten (ja, lacht ruhig!), was für mich kein Problem war. Ihn während meiner Mahlzeit schreiend im Kinderwagen neben mir zu haben, damit hätte ich ein Problem gehabt, aber nicht, ihn ruhig und zufrieden bei mir zu haben.

Glaube mir, irgendwann wird das Schreien ganz von alleine weniger. Da brauchst Du nicht versuchen, sie in dem Alter schon zu erziehen. Gib ihr das was sie braucht, damit sie sich sicher fühlt, und es bessert sich von alleine.

Ach so, also alleine spielen können Babys in dem Alter meist nur sehr begrenzt. Die, die ich kenne, liegen pro Tag vielleicht max. 2-3x für einige Minuten unter einem Mobile o.ä., aber spielen in dem Sinne tun sie ja noch nicht...

Also: Geduld!

LG,
Ally

Beitrag von cleomatra 04.09.08 - 22:33 Uhr

Guten Abend Ally,

ich esse oft nur noch, während ich sie rumtrage. Doch wenn z.B. mein Sohn isst, will sie auch auf meinen Arm, ich muss ihn dann aber oft auch abwischen oder seine Schüssel festhalten, während ich mit dem Löffel darin rühre. Heute hat er das 1. Mal selbst seinen Brei gelöffelt, ich musste die Schüssel dann nur noch ausputzen, das könnte in Zukunft hin und wieder Erleichterung bringen. Na, jedenfalls schreit sie auf meinem Arm auch oft noch weiter, will, dass ich sie rumtrage. Sobald ich ihr was vorsinge, beruhigt sie sich meistens. Lacht dann ganz froh.

Mir tut halt mein Sohn so leid, er braucht mich doch auch. Hat ständig den Daumen drin und kuschelt mit seinem Teddybär. Dabei ist er so lieb, oft kuscheln wir alle zusammen auf der Couch oder wenn ich seine Schwester stille und ihn frage, ob er auch auf die Couch kommt, kommt er her und spielt in unserer Nähe, manchmal mag er sogar dann kuscheln. Ich bin tatsächlich meist allein mit den beiden und freue mich schon auf die Zeit, wenn sie mal sitzt, dann sind auch die Abende leichter, sie ist dann ja leichter wachzuhalten.

Liebe Grüße, Cleomatra

Beitrag von clautsches 03.09.08 - 23:04 Uhr

Du unterstellst einem nicht mal 4 Monate alten Baby das berechnende Denken "wenn ich lang genug schreie, bekomme ich meinen Willen" ?? #kratz

Deine Tochter will einfach nur deine Nähe - das ist ein Grundbedürfnis!

Nimm sie ins Tragetuch und trag sie so den ganzen Tag bei dir.
Je mehr sie in den ersten Monaten deine Nähe spürt, desto früher wird sie ausgeglichen und selbstständig werden - ganz von allein.

LG Claudi

Beitrag von cleomatra 04.09.08 - 22:36 Uhr

Danke für den Tipp!

Tragetuch und Babybjörn habe ich probiert, sie mag das nicht und hat zu schreien begonnen. Anscheinend habe ich eine ganz besondere Tochter, wo niemand so schnell eine Antwort weiß :-).

Naja, aber vielleicht sollte ich es einfach öfter probieren, vielleicht gewöhnt sie sich daran, denn dass das dann für alle einfacher wäre, ist ja klar. Mein Sohn fand es toll, als ich sie mal für ein paar Minuten in Babybjörn hatte, beim 1. Mal fand sie es nämlich sogar in Ordnung. Aber eben dann nicht mehr. Und ich hatte meine Hände frei für ihn.

Danke, liebe Grüße, Cleomatra

Beitrag von elistra 03.09.08 - 23:34 Uhr

vielleicht fehlt ihr einfach die körperliche nähe. es ist für ein kind in dem alter total normal das es 24h am tag die körperliche nähe seiner eltern braucht. klar das sie schreit, wenn sie diese nicht hat, sie ist völlig hilflos, wenn sie allein ist. außerdem sagt ihr ihr instinkt, das sie schreien muss, damit sie nicht vergessen wird, denn alleingelassen würde sie sterben. helfen kann sie sich nicht selbst. sprich ein baby das man allein schreien läßt, kann unter todesängsten leiden, wenn man es mal krassausdrückt. da würden auch erwachsene weinen/schreien.

kauf dir ein tragetuch, wenn du noch keins hast, dann kannst du ihr bedürfniss nach nähe erfüllen und hast gleichzeitig die hände frei um dich um deinen sohn zu kümmern.

gehschule, meinst du ein gehfrei? da steckst du doch nicht ernsthaft ein 4monats baby rein oder? das ding ist so schon sau gefährlich, aber für ein kind das noch nichtmal sitzen (also sich selbständig, ohne hilfe hinsetzen) kann ist es auch total ungesund.

wegen dem alleinspielen, auch hier kann man nur sagen, dein baby ist noch soooo jung. das muss noch nicht allein spielen können, das lernt es noch früh genug. es braucht in dem alter eigendlich nichts weiter, als von mama den ganzen tag im tuch herum getragen zu werden, zwischendurch ne neue windel und was zu essen. das reicht, damit sind die meisten babys glücklich. denn das entsprich völlig ihrer natur. sie melden sich schon, wenn sie mehr brauchen. wenn sie auch mal auf dem boden liegen wollen.

ich finde es total traurig, das man dir so ein schlechtes gewissen macht und einem baby so eine boshaftigkeit unterstellt. ein gesundes baby in dem alter schreit niemals ohne grund, es braucht immer etwas, wenn es schreit. es kann ja noch nicht sprechen, also muss es schreien um sich auszudrücken. und man sollte immer darauf reagieren. eben damit das kind nicht lernt, ich muss erst richtig laut schreien, damit mir geholfen wird. es soll doch lernen, das auch ein kleiner pieps reicht um hilfe zu bekommen. aber bis es soweit ist, solche gedankengänge überhaupt denken zu können dauert es noch einige monate. das gehirn muss sich ja erstmal soweit entwickeln.

Beitrag von cleomatra 04.09.08 - 22:50 Uhr

Mit der Gehschule meinte ich einen Laufstall. Mein Sohn spielte in dem Alter öfters am Tag für etwa 10 Minuten unter´m Mobile. Damit er sie nicht versehentlich verletzt, habe ich das Mobile nun von Anfang an in einen Laufstall gegeben, damit sie eben vor ihm "sicher" ist. Ich bin auch total dagegen, ein Kind zu setzen, bevor es das selbst macht und das gilt eigentlich auch für alle Dinge. Kommt eh alles von alleine.

Im Tragetuch und Babybjörn war sie bisher auch fast immer unzufrieden. Sie will wohl von mir "persönlich" getragen werden und singen soll ich auch dabei :-).
Aber ich werde es wieder versuchen, vielleicht gewöhnt sie sich ja daran.

Ich meine nicht Boshaftigkeit, sondern Gewohnheit. Und wenn man etwas gewohnt ist, "braucht" man das ja auch irgendwie. Oder meint zumindest, es zu brauchen. Heute Mittag ist es auch wieder passiert. Ich musste meinen Sohn wickeln, ehe er schlafen ging, legte sie extra daneben auf unsere große Wickelfläche, sodass sie uns beide sehen konnte. Und sie fing sofort an zu weinen. Was fehlt ihr denn bitte, wenn ihr Bruder (den sie oft beobachtet, wie er spielt, den sie ja von Anfang an kennt) und ich da sind? Sie nur kurz mal von meinem Arm muss und sich daneben hinlegen darf? Ich kenne das schon, wenn ich sie dann aufnehme, lässt sie sich schwer beruhigen. Habe ich sie dann beruhigt, lege sie erneut hin, schreit sie wieder. Klar, was man einmal erreicht, will man wieder erreichen. Automatisch. Ohne ausführlich darüber nachzudenken. Es war halt schön auf Mamis Arm, was gibt´s da groß zu überlegen?

So, also redete ich mit ihr, ignorierte meinen Sohn, während ich ihn wickelte, doch sie schrie weiter. Mein Sohn ist so brav und geduldig, aber das hat er auch nicht verdient! Ich legte ihn ins Bett, er geht zum Glück gerne schlafen und ich brauche ihn nur reinlegen, ihm sein Kuscheltier zu geben und er genießt mit dem Daumen im Mund. Ein paar Minuten später schläft er meist schon. Manchmal plaudert er noch ein bisschen. Also konnte ich mich eh gleich wieder um sie kümmern. Ich bin oft nur noch schweißgebadet, weil sie mich ständig verlangt und ich kaum auf´s Klo gehen kann. Nur abends geht sie auch schon recht brav schlafen, da brauche ich nur 20 Minuten bei ihrem Bett stehen, dann kann ich mich rausschleichen.

Jedenfalls danke für die Antwort! Liebe Grüße, Cleomatra

Beitrag von tweetys-mom 04.09.08 - 08:32 Uhr

Lange Geschichte, kurze Antwort:

Babys schreien.

Deine Tochter ist 4 Monate alt, wie sonst soll sie sich bemerkbar machen?

Außerdem: nicht alle Babys sind gleich. Die einen sind ruhiger, wie wohl Dein Sohn damals, die anderen sind eben nicht so ruhig. Wie Deine Tochter, wie mein Sohn, wie viele andere Babys auch.

Einem Baby das Schreien abgewöhnen zu wollen, finde ich schon sehr schräg.

Was Du tun kannst, ist, ihm zuzuhören und zu lernen, was ihm gut tut und was er hat. Man kann das am Schreien erkennen nach einer Zeit.

Das mit dem Osteopathen, das habe ich auch durch... meine Meinung, und wirklich nur meine ganz persönliche Meinung: das ist großer Humbug. Da werden im Moment alle Mütter hingeschickt, die meinen, ihr Baby würde zu viel schreien und hätte leider keinen Aus-Knopf. Meinem Sohn wurde dort am Hals herumgeruckelt, aber geändert hat das, trotz frecher Kosten, gar nichts.

Anstatt Deine Tochter also abschalten zu wollen, lerne, sie zu verstehen und ihre Persönlichkeit kennen zu lernen.

Beitrag von cleomatra 04.09.08 - 22:59 Uhr

Danke für die - im Vergleich zu meinem Geschreibsel - recht kurze Antwort.
Ich will meine Tochter keineswegs abschalten. Ich weiß auch, warum sie schreit, ist unschwer zu erkennen. Sie ist - natürlich nicht immer, aber meist - zufrieden, wenn ich sie herumtrage und ihr was vorsinge. Manchmal ist sie´s sogar, wenn wir auf der Couch herumhängen und ich ihr was vorsinge. Das ist fein, denn das mag auch mein Sohn. Der kuschelt auch mit, wenn ich sie stille. Doch in letzter Zeit will sie immer mehr herumgetragen werden und sobald ich damit aufhöre, regt sie sich auf. Ich kann meinen Sohn kaum mal wickelt oder füttern, beginnt sie schon zu brüllen. Obwohl ich natürlich darauf achte, dass sie uns sehen kann. Sie fühlt sich also sicherlich nicht allein. Vielleicht zu wenig beachtet, aber sicher nicht allein.

Mein Sohn ist bald 22 Monate alt. Er beginnt langsam, aber eben nur sehr langsam, selbst zu löffeln. Er hält eine Banane selbst, aber ich muss sie ihm immer wieder ein Stückchen weiter abschälen. Er kann schon selbst trinken, aber manchmal verschüttet er ein wenig und ich muss ihn abwischen. Und manchmal muss ich ihn wickeln und ins Bett legen. Doch er würde auch mal gerne mit mir spielen. Er hat auch Bedürfnisse. Er muss so viel und oft warten. Rücksicht nehmen. Da verlangt man von ihm schon viel. Ist es so unverständlich, dass mir das nicht egal ist? Ich weiß ja, dass seine Schwester mich mehr braucht, aber er ist eben auch noch da. Und er tut mir leid. Und er hat in dem Alter mehrmals täglich etwa 10 Minuten unter´m Mobile gespielt. Sie hat das auch schon gemacht. Aber jetzt hat sie offenbar keine Lust mehr dazu.

Danke, dass Ihr alle Euch Zeit zum Schreiben genommen habt. Liebe Grüße, Cleomatra

Beitrag von hermiene 05.09.08 - 01:12 Uhr

Entschuldigung - aber was Du von Deiner Tochter erwartest ist zum schreien!!!

Das Kind ist winzig und braucht einfach Nähe, Ruhe und Liebe!!!!

Du hast mit Deinem Sohn viel Glück gehabt, er ist scheinbar recht anspruchslos gewesen. Deine Tochter ist einfach anspruchsvoller!!!

Es gibt nunmal Babys die 20 Stunden körperkontakt brauchen, Unruhe nicht mögen usw. Deswegen sind sie nicht berechnend.

Steck sie ins Tragetuch und nimm sie einfach mit. Evtl schnallst Du sie DIr auf den Rücken, je nach Laune. Still sie wenn sie es braucht, gibt ihr Liebe und Rückzugsmöglichkeiten!!!

Meine Jungs sind bei sehr anspruchsvoll und trotzdem muß ich Konstantin nicht schreien lassen (Ausnahme Dusche oder Toilette).

Man kann sich wunderbar ums große Kind kümmern wenns kleine im Tuch steckt. Gestillt wird zur Not halt 3x kurz hintereinander wenn Konstantin zu sehr abgelenkt ist.

Irgendwann kommen auch wieder Zeiten, in denen sie allein spielt. Aber erstmal muß sie zu sich selbst finden. Grade mit 4 Monaten passiert soviel.

Hör einfach auf Deine Tochter - Du verwöhnst sie schon nicht!!!

Hab den Großen viel getragen, über 1 Jahr Familienbett, 19 Monate gestillt, möglichst nie schreien lassen - er ist ein selbstbewußter & selbstständiger 3jähriger der stolz in die KiTa geht, alleine in seinem Zimmer schläft, Regeln akzeptiert, seinen Bruder liebt, teilen kann und geliebt, aber nicht verwöhnt ist!!!

Wünsch Dir viel Kraft - es wird wieder besser!!!

LG,
Hermiene

Beitrag von cleomatra 06.09.08 - 19:13 Uhr

Guten Abend, Hermiene,

mag sein, dass mein Sohn recht anspruchslos war uns ist, aber nicht total. Er braucht mich auch, und schon deshalb wäre es halt schön, wenn die Kleine mal sitzt und ich mit beiden abwechselnd - möglichst gerecht verteilt, bzw. auch mal mit beiden zusammen spielen könnte oder die beiden miteinander spielen. Davon träumen kann ich ja. Und die Zeit vergeht eh schnell. Aber ihr Bruder tut mir halt leid, er weiß ja nicht, dass das nur noch ein paar Monate so ist und dann besser wird.

Die Ausnahmen Dusche und Toilette finde ich interessant. Wickeln des Älteren kann ich auch nicht unterbrechen, wenn ich gerade den Gatsch ausgepackt, aber noch nicht weggewischt habe, wenn´s grade mal eine besonders weiche Portion geworden ist, und sie schreit. Allein Essen klappt auch noch nicht.
Das mit dem Tragetuch wäre mir tatsächlich auch schon eingefallen, klappt aber nicht, sie mag es nicht, habe es gestern wieder probiert, weil das einige hier vorgeschlagen haben.

Auch mein Sohn war 8 Monate bei uns im Schlafzimmer, habe ihn dann auch nur ins eigene Zimmer gelegt, weil ich merkte, dass er seine Ruhe brauchte, wann immer sich jemand von uns umdrehte, war er am wachwerden, keiner getraute sich mehr zu bewegen oder gar aufzustehen. Und ich stehe immer früher auf, weil ich´s nicht mag, wenn ich unangezogen oder ohne die Zähne zu putzen herumhänge. Und auch das Frühstück etc. mag ich schon vorbereiten. Er hat dann gleich durchgeschlafen, es war also für ihn besser so. Ich wüsste auch nicht, warum man sich was einbildet (sorry, aber es hat so geklungen, will niemanden angreifen), wenn ein Kind möglichst lange im Familienbett schläft. Muss ja jeder selbst entscheiden und hängt von der Situation ab. Meine Tochter ist aber auch eher unruhig, ich glaube, sie wird auch etwa um die Zeit "ausziehen".

Jedenfalls danke für die Tipps, liebe Grüße, Cleomatra