Gehts euch auch so?! keine Ahnung obs hier her gehört (SLIPO und lang)

Archiv des urbia-Forums Frühchen.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Der Frühchenmediziner Dr. Matthias Jahn beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von nicolehaare 04.09.08 - 14:57 Uhr

Hallo ihr Früchenmuttis,

sagt mal ging es euch auch so!? Meine Kleine wurde bei 29+0 per KS geholt... mir ging es am Anfang sehr schlecht damit, obwohl es meiner Maus im Verhältnis zu andern Frühchen sehr gut geht... ich bin nicht damit klar gekommen, dass mein Babybauch weg ist, dass ich nicht natürlich entbinden konnte, dass ich sie erst 5 Tage nach der Entbindung das erst mal richtig sehen und anfassen konnte, dass ich nicht stillen durfte, dass ich allein nach hause musste, dass mich die Leute auf der Straße immer mit einem FRagezeichen im Gesicht angestarrt haben, weil ich nicht mehr SS bin, aber auch keinen Kinderwagen durch die gegend schiebe... ich konnte keine anderen SS sehen oder Mamis die grad ihr Baby schieben, die ersten paar Tage bis Wochen war schrecklich... habe oft deswegen geweint... doch dann ging es mir gut, weil ich mir eingeredet habe, dass ich ja noch mal SS werden kann und das denn alles anders wird... und mir gings wieder gut...

Heute war ich bei der Nachuntersuchung und fragte wie es beim nächsten mal werden würde... und die Ärztin meinte, dass ich kronischen Schwangerschaftsbluthochdurck habe, dass ich bereits im Vorfeld 3-6 Monate mit Mitteln eingestellt werden muss, selbst wenn ich bis dahin frei von Mittel bin... und ich werde zu 90 % wieder nicht normal entbinden können und das Kind müsste spätestens in der 37 SSW per KS geholt werden... und was soll ich sagen... mir geht es seit dem wieder schlecht... kann nur heulen... ist das normal?! Wie geht es euch?!

Beitrag von sleepingsun 04.09.08 - 15:22 Uhr

Hallo,

lass dich erst mal #liebdrueck!

Unser Stefan ist zwar erst bei 36 + 2 geholt worden und war von Anfang an topfit, aber er wog nur 1900 g und war 43 cm kurz. Bin also schon erst mal froh, dass es ihm so gut ging und immer noch geht. Aber sind eben diese Gefühle, die du so beschrieben hast, die einen oft auffressen. Man muss allein aus dem KH (Stefan war knapp 3 Wochen drin - nicht all zu lang, aber trotzdem), man konnte nicht so entbinden wir man sich das vorgestellt hat und irgendwie fühlt man sich einfach total komisch.

Tja, hab erst gedacht, dass ich mit einem 2. Kind schon ziemlich lange warten werde und dann am besten nur, wenn man mir zu 100 % sagen kann, dass es nicht wieder so kommt. Inzwischen bin ich in der 16. SSW und muss jetzt auch seit Beginn Tabletten nehmen und es gibt auch keine Garantie, dass es nicht wieder so läuft, aber wir haben uns - auch mit dem Wissen, was sein kann - dafür entschieden. Bis jetzt sieht alles super aus und mir geht es auch gut. Klar kann es schnell anders werden, aber ich hab mir eine FÄ gesucht, die mich und meine Ängste versteht und die auch sehr genau schaut und kontrolliert. Ich vertrau ihr und so bald eine Unregelmäßigkeit auftreten sollte, würde sie reagieren.

Mach dich am besten nicht zu sehr verrückt! Ist zwar leichter gesagt, aber naja es hilft wirklich - hab ich gemerkt. Wenn du auch die Möglichkeit hast, dich im Vorfeld schon einstellen zu lassen, ist das doch schon mal viel wert.

Liebe Grüße

Nicki mit Stefan (*01.06.07) und Baby inside (15 +4)

Beitrag von maschm2579 04.09.08 - 15:43 Uhr

Hey,

mich hat es zwar nicht ganz so schlimm erwischt wie Euch, aber ich fand es auch hart.
hannah geboren bei 36+1 und 2880 Gramm mußte für 8 Tage auf die Intensiv. Ich durfte Gott sei Dank aufgrund meiner Privatversicherung 7 Tage im KH bleiben.

Aber ich mußte einen Tag ohne mein Kind nach Hause und fand diese leere Wohnung ganz schrecklich. Ich habe immer die Babysachen angeschaut und mich gefragt wann die Maus darin liegen wird. Das es schon am nächsten Tag ist, wußte ich zu dem Zeitpunkt ja nicht.

Auch die Geburt war nicht so ich es mir gewünscht habe. Innerhalb von 1:29 Std war Hannah da und ich hatte auch echt nur in dieser Zeit Schmerzen. Das war sooo ein schlimmes Gefühl weil ich es nicht fassen konnte das sie da ist.
Na im nachhinein bin ich froh und möchte jederzeit wieder so haben :-) eine Traumgeburt #heupf

Ich glaube jede Mama fühlt so und Du brauchst Dich nicht schämen oder traurig sein. Das ist völlig normal und DU bist normal.

ABER mein Prof meinte das einmal Frühgeburt nicht gleich ein Urteil für das zweite ist.
Bei mir war es die Gestose und es kann sein das sie wieder kommt aber auch nicht.

Versteif Dich nicht so sehr auf die Aussage und genieß dann erstmal die Zeit mit der einen Maus. Hast ja noch Zeit fürs zweite.. oder willst Du jetzt schon wieder ;-)

lg und Kopf hoch

Beitrag von minkabilly 04.09.08 - 16:13 Uhr

Hi!
Das ist normal. Ich konnte anfangs auch keinen Babybauch u.s.w. sehen, da hätte ich am liebsten nur #heul.
Es ist eine schwierige Zeit im Krankenhaus und oft auch nachher zu Hause.
Ich mußte die Hoffnung leider aufgeben, nochmals schwanger zu werden (das Risiko laut Arzt ist zu groß) und dabei wünschte ich mir so sehr noch ein Kind. Ich habe ja 2 ,aber wir wollten immer ein 3.
Ich bin dankbar, daß mein 2.Sohn überhaupt bei mir ist (er wäre bei Geburt fast gestorben).
Naja...es ist schwer, aber mit der Zeit wird es leichter es zu akzeptieren.
LG

Beitrag von sturzgeburt 04.09.08 - 17:18 Uhr

Huhu


hm,der Blutdruck kann eingestellt werden,und dann ist das alles nicht so wild...in einem anderen Forum für Frühchen,hat eine Mama wg schweren HELLP ihren Sohn mit 520 g und 28 cm bekommen,nun nach nicht ganz 2 Jahren ist sie wieder schwanger,mit ganz vielen extra Untersuchungen,am Anfang wurde ihr prophezeit das sie froh sein könnte die 30SSW zu erreichen,nun ist sie schon fast in der 38 #huepf
Es ist vieles möglich,mit der richtigen Betreuung,also laß dich nicht entmutigen,und verarbeite erstmal das Erlebte...alles Gute


Andrea

Beitrag von dia111 04.09.08 - 19:16 Uhr

Hallole,

ich könnte jetzt schon wieder heulen, obwohl es bei meiner Großen schon 28mon her ist.
Sie wurde in der 32SSW spontan geboren, obwohl die Ärzte KS vorschlugen und da fragte ich einfach ob ich es so probieren könnte und sie willigten ein, solange es keine Komplikationen gäbe.

Naja gut, nach 4STd meinten die Ärzte das die Herztöne runtergingen und mein Kind jetzt kommen müßte sonst....
Und dann kam es auch recht schnell, nur sie atmete nicht mehr.
Gott sei dank, ging alles soweit gut und sie atemte.

Auch mir ging es so, obwohl ich spontan entbunden habe.
Habe meine Kleine nicht wirklich gesehen und weg war sie.
Konnte zwar nach Std zu ihr, aber so wirklich berühren, spüren etc. ging ja nicht, und ich mußte sie dann auch wieder alleine lassen.

Der Klu war ja, das meine Schwester Heiratete und meine Kleine lag im KH.
Ich hatte einen Nervlichen Zusammenbruch, ich konnte die Hochzeit nicht genießen und heulte, heulte, heulte.
Es waren einfach alle auf der Hochzeit und so glücklich, nur ich wirklich nicht (klar freute ich mich, das meine Schwester heiratete, aber trotzdem ging es nicht wirklich).

Ich wurde dann wieder SS und lag in der 32-34SSW wegen Wehen mal wieder im KH. Diesmal konnte ich es aber bis zur 36+4 noch halten.
Und sie durfte bei mir bleiben.

Heute sind meine Mäuse 28mon und 12,5mon und die Große ist den Gleichaltrigen sogar in manchen vorraus.
Bin so stolz auf meine Mäuse.
Aber jedesmal wenn ich hier wieder lese, bzw (Schwester und Freundin sind schwanger) kann ich jedesmal heulen und muß daran denken.
Es ist schrecklich, ich dachte es geht irgendwann vorbei, aber das stimmt nicht.

Und irgendwie kann mich keiner so recht verstehen, ist das bei euch auch so?
Ich höre immer, ihnen geht es doch gut und sie sind toll entwickelt.Aber es ist einfach, das es im Herz und im Kopf bleibt, egal wie lang die Geburt schon her ist.

Lg
Diana mit Chiara Michelle 24.04.06+Alessia Sophie
11.08.07

Beitrag von minkabilly 04.09.08 - 20:15 Uhr

***Und irgendwie kann mich keiner so recht verstehen, ist das bei euch auch so?
Ich höre immer, ihnen geht es doch gut und sie sind toll entwickelt.Aber es ist einfach, das es im Herz und im Kopf bleibt, egal wie lang die Geburt schon her ist. ***

#schmoll Ja, leider. Du bist nicht allein damit #liebdrueck.
Mich hat auch niemand verstanden. Dabei ist es nun schon 4 Jahre her. Immer diese Sprüche "Ist doch alles gut gegangen"oder "Das wird schon"...#schmoll....das hilft nicht wirklich.
LG

Beitrag von dia111 05.09.08 - 07:10 Uhr

Das denke ich mir, das es euch genauso geht, wir mir.

Und da bin ich wirklich dankbar, das es hier ein Forum gibt, und wenigstens hier Verständnis erwarten kann und Trost.

Lg

Beitrag von minkabilly 05.09.08 - 07:44 Uhr

***Und da bin ich wirklich dankbar, das es hier ein Forum gibt, und wenigstens hier Verständnis erwarten kann und Trost. ***


Das hat mir auch geholfen. Seitdem ich bei Urbia (Frühchen) bin geht es mir viel besser;-)...dank euch allen hier #liebdrueck.

Beitrag von reik80 04.09.08 - 20:38 Uhr

Hi!
Im Grunde hast du schon viele DInge aufgezählt, die mich auch belasten (keine normale Geburt, Fragezeichen in den Augen der Mitmenschen...). Heute, wo der Kleine gut gedeiht nervt mich, daß alle mich dumm ansehen, wenn ich ihnen sage,d aß Bennet schon 4 Monate alt ist. Man merkt genau, daß alle am liebsten fragen würden, wieso der noch so klein ist usw. Irgendwie will ich das aber nicht allen erzählen und wrke dann oft kühl, weil ich einfach das Thema wechsle oder das Gespräch beende.
Naja,.. hauptsache, daß Kind ist gesund!!!!
LG REik

Beitrag von turbokristel 05.09.08 - 09:11 Uhr

Hallo Nicole,


ich hätte meine Gefühle im Moment nicht besser beschreiben können...

Und was mich auch immer total fertig macht ist, wenn die Leute sagen: "Es ist doch alles OK. Ihm geht`s doch gut (na ja den Umständen entsprechend)!" Dann könnte ich immer heulen und denke mir: "Nein, nix ist OK - OK wäre es, wenn ich mit einer dicken Plautze hier liegen würde und mich auf die Geburt im Oktober freuen würde - dann wäre alles OK"
Weißt du was ich meine? Klar, er musste raus, denn sonst hätten wir nicht überlebt, aber ich frage mich oft, warum das alles so gekommen ist....

Und auch meine FÄ meinte, dass sie mir nur ne Chance von 50:50 gibt für die nächste SS (also nochmal Plazentainsuffiziens). Und im Moment wüsste ich garnicht, ob ich nochmal die Kraft hätte, dass durchzustehen (geschweige dann noch mit einem Kind zu Hause). Ich bin irgendwie jetzt schon am Ende (nach fast 10 Wochen) und es sind noch so viele Wochen vor mir....

LG Kristin

PS: Wie geht`s Johanna?

Beitrag von fruehchenomi 05.09.08 - 10:45 Uhr

Da ich ja nun auch schon fast ein "alter Hase" bin und meine Tochter hautnah durch die schwierige Schwangerschaft und die Sturzgeburt Ende 29.SSW begleitet habe (und selbst 1000 Tode gestorben bin vor Angst) traue ich mir mal, ganz vooooorsichtig was zu sagen. :-D
Es ist vollkommen unbestritten, dass alle Frühchenmamis ein Trauma erlitten haben, teils schon in der schwierigen Schwangerschaft, teils beim Notkaiserschnitt oder spätestens bei dem monatelangen ins Krankenhaus fahren zu seinem kleinen Mäuschen. Dieses kämpft dann erstmal oft ums Leben und dann noch mit diversen Krankheiten und Beeinträchtigungen, Operationen usw. Das alles zusammen ist viel, sehr viel sogar, besonders wenn man keine Familie in der Nähe hat, die noch helfen kann. Aber........
man MUSS einfach auch wieder nach vorne schauen und darf sich nicht immer wieder in diese Ängste und Frustrationen fallen lassen, sonst wird man wirklich verrückt (salopp gesagt) Und das meinen vielleicht die Leute, die dann etwas flapsig sagen, sei froh, ist doch alles gutgegangen.....stimmt irgendwie schon auch, auch wenn sie es leider manchmal seltsam rüberbringen.
Es ist wie bei allen schweren Krankheiten, es kommt immer die Frage "warum gerade ich, ich hab doch alles richtig gemacht" aber auf diese Frage bekommt man NIEMALS eine Antwort.
Ich habe meine Tochter als 6jährige durch schwere Skoliose-Operationen, einjährige ! Gipskorsettbehandlung und 10 Jahre später durch das Gleiche nochmal #schock begleitet, daran hat man als Mutter auch zu knabbern, und wie ! Aber ich hätte ihr am wenigsten damit geholfen, wenn ich immer wieder in Ängste und Depri verfallen wäre - SIE hat mich gebraucht, ich war da garnicht wichtig.....und irgendwann geht das auch.
Und so hab ich íhr das nun auch vermittelt, als sie nach ihrer Schwangerschaft, Frühgeburt und die acht Operationen ihrer kleinen Leonie musste.....
Ich hab doch genauso mitgelitten, und in der gleichen Zeit waren noch mehr schwere Krankheits- und Todesfälle in der Familie. Ich saß da und sagte zu meiner Tochter samt Mann einfach: So, Augen zu und durch - hilft ja alles nix - es kommt auch wieder besser.
Und genauso ist es ja nun. Klein Leonie wackelt lachend und schnatternd immer an der Wand lang, und ihre dramatische Geburt und ihre monatelangen Hüftgipse und Schienen gleiten ganz langsam ab, wo sie hingehören - nicht in die Vergessenheit -das kann man nicht - aber in den Bereich, wo man sagen kann, okay, war Sch****, ist aber vorbei.
Was ich damit sagen will:
Versucht doch, euch an euren Mäusen einfach zu freuen, wie sie jetzt geworden sind - die machen alle doch ungeheure Fortschritte, mal schneller, mal langsamer - aber es sind doch alles Sonnenscheinchen, wenn ich mir die Bilder so anschaue auf euren VKs, ich könnte ALLE knuddeln.
Sicher kommt hin und wieder mal was hoch, aber - laßt es auch wieder untergehen, wo es hingehört. Im Leben kommt noch verdammt viel, anders gehts nicht...
Puh, war lang, aber es ist ganz lieb gemeint #herzlich
LG Moni


Beitrag von turbokristel 05.09.08 - 11:40 Uhr

#danke - ich werd mein bestes geben!

LG

Kristin

Beitrag von nicolehaare 05.09.08 - 14:06 Uhr

Danke für eure vielen Antworten... es ist schön zu wissen, dass man nicht allein mit diesen Gefühlen steht

Lieben gruß und einen schönes Wochenende
wünschen euch Nicole und Johanna (die mit größter Wahrscheinlichkeit Montag nach Hause kommt)