Bin gerade auf tausend......

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von riekschen 04.09.08 - 15:52 Uhr

Hallo:-D

Meine Mutter und Ich waren gerade im Baumarkt. An der Dekokramecke wird gerade umgebaut und alles steht im Gang oder in Kisten rum.


Meine Mutter ist an ein Eisengestell mit Glasaufsatz rangekommen und umgefallen. Nun meinte gleich die verkäuferin , das bezahlen Sie aber an der Kasse#schock.

Ich bin gelernte Einzelhandskauffrau und habe viele Jahre in der Branche gearbeitet. Es war noch nie bei uns in den Firmen so, wenn ein Kunde was runter fallen lassen hat, daß Er dafür aufkommen sollte.

Nun meinten Sie das Geld soll meine Mutter dann von Ihrer Versicherung wieder holen. Wir wollten darauf dann die Chefin sprechen.


Diese wollte auch das meine Mutter das alles über Ihre Versicherung laufen läßt. Ich habe zu Ihr gesagt, daß Ich vollstes Verständniss dafür hatte , wenn meine Mutter mit Absicht darauf zugerannt wäre, aber nicht wenn das von Ihrer Mitarbeiterin mitten im Gang aufgestellt wird und man im Slalom gehen muß um sich die Waren an zu schauen.

Daraufhin meinte Sie , wenn Ich keine Ahnung hätte sollte Ich lieber still sein:-[ Ich ahbe Ihr höflich erklärt das Ich selbst im Einzelhandel tätig wäre und das es noch nie Ärger mit unseren Kunden gab. Ihre Antwort war darauf: Sie waren bestimmt eh nur eine Verkäuferin und hätte keine Ahnung#schock#schock#schock

Das Ich dann ein wenig lauter wurde ist ja klar. Laß mich doch nicht als Stammkunde beleidigen......:-(:-(

Nun meinte Sie das Sie ja nichts machen könnte, wenn meine Mutter keine Daten von Ihr an gibt. Wie gesagt es ist ja kein Problem zwecks der Versicherung, aber nach dem wir die Idioten behandelt wurden habe Ich gesagt nicht mit mir#schock#schock#schock

Hättet Ihr das genauso gemacht oder bin Ich wieder mal mit meiner vorschnellen Meinung unnötig auf 1000#kratz


Lg Riekschen#blume die sich noch nicht mal an eine nächst
höhere Stelle über die unfreundliche Person wenden kann, da diese Chefin persönlich war#aerger

Beitrag von parzifal 04.09.08 - 16:03 Uhr

Da kein Kaufvertrag geschlossen wurde besteht auch kein Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises.

Wer aber fahrlässig etwas beschädigt muss für den Schaden aufkommen. Insofern ist die richtige Reaktion den Schaden seiner Haftpflicht zu melden und den Geschädigten an die Haftpflicht zu verweisen.

Auf gar keinen Fall darf der Schaden selbst bezahlt oder anerkannt werden. Dann kann es richtig Ärger mit der Versicherung geben bis hin zur Nichtleistung.

Die Versicherung ist dafür zuständig den Schaden zu regulieren oder unberechtigte Ansprüche abzuwehren.

Im Rahmen der Haftung wird dann geprüft inwiefern ein Mitverschulden des Ladeninhabers vorliegt und die Ansprüche entsprechend gekürzt.

Prinzipiell sehe ich aber Deine Mutter in der Haftung. Die Frage ist nur wie hoch das Mitverschulden des Ladeninhabers aufgrund der chaotischen Zustände zu bewerten ist.

Beitrag von angi05 04.09.08 - 16:07 Uhr

Hallo!

Ich hätte auch nichts bezahlt und schon gar nicht meine Versicherung eingeschaltet!

Gruß Angi 05

Beitrag von manavgat 04.09.08 - 19:10 Uhr

Ich hoffe, Deine Mutter hat sich nicht verletzt. Wenn das Hindernis unsicher da rum gestanden hat, dann haftet m. M. nach der Händler. Im übrigen auch für den Schaden, den der Kunde eventuell erleidet.

Gruß

Manavgat

Beitrag von eschbob 04.09.08 - 20:10 Uhr

Hallo Riekschen,

ich hätte genauso reagiert! Ist zwar nur "Laien-Wissen" aber bisher war ich der Meinung, das Ware, die im Laden zu Schaden kommt, über das Geschäft versichert ist. Wäre das einem Mitarbeiter passiert, wäre es ja auch als "Arbeitsunfall" deklariert worden. Nur wenn das Produkt Mutwillig beschädigt wird ( z.B. ich werfe mit voller Wucht nen DVD Player auf den Boden ) muß man dafür haften....

Wäre der Laden wirklich im Recht, hätten sie euch nicht gehen lassen, sondern die Polizei gerufen. Darauf hätte ich als Kunde auch bestanden wenn die nicht locker gelassen hätten...

Naja, wie gesagt, 100% sicher bin ich auch nicht aber ich hätte es drauf ankommen lassen!

LG,

eschbob

Beitrag von riekschen 04.09.08 - 20:59 Uhr

Hallo Eschbob


Meine Schwiegermutter ist Versicherungsfrau und hat mir vollkommen recht gegeben#huepf#huepf Und Göttergatte ist bei der Polizei und meinte auch ,w enn Sie sich so im Recht gefühlt hätte, hätte Sie die Polizei gerufen.....

Muß sagen da Ich mir doch recht sicher war mit meiner Meinung, hätte Ich es mit der Polizei darauf angelegt:-D:-D

Na ja Sie evrsuchen es immer wieder mit uns:-[:-[

Riekschen#blume

Beitrag von parzifal 05.09.08 - 09:51 Uhr

Dann sollte sich der Göttergatte und die Versicherungsfrau noch einmal auf den Hosenboden setzen und sich die Vorschriften zur unerlaubten Handlung ansehen (823 BGB).

Prinzipiell haftet ein fahrlässiger Schädiger für den angerichteten Schaden. Ein Mitverschulden des Geschädigten ist zu berücksichtigen und in Abzug zu bringen (was hier sicherlich vorliegt).

Aus dem Sachverhalt kann ich aber nicht entnehmen, dass dieses Mitverschulden des Ladeninhabers 100 % betragen soll. Die Schädigerinm war ja nicht blind, sondern hat sich bewusst durch den Gang geschlängelt. (Über den Daumen schätze ich das Mitverschulden auf 50 %, dies hängt aber von den konkreten Zuständen vor Ort ab).

Und nur weil eine Angestellte die den Schaden sowieso nicht zu ersetzen oder zu tragen hat aus Bequemlichkeit auf die Hinzuziehung der Polizei verzichtet, kann man hieraus nicht einen fehlenden Anspruch herleiten.


Beitrag von parzifal 05.09.08 - 09:43 Uhr

Man darf hier nicht daraus schließen, dass wenn jemand einen Schädiger einfach gehen lässt, weil er die ganze Arbeit scheut (Polizei, Datenaufnahme, Schreiben an den Schädiger bzw. dessen Versicherer etc,) und den Schaden ohnehin nicht selbst trägt (da nur Angestellter) das deshalb keine Haftung vorliegt.

Wer jemanden fahrlässig einen Schaden zufügt ist zu dessen Ersatz verpflichtet (823 BGB). Dieser wird um das Maß des Mitverschulden des Geschädigten gekürzt.

Ein Vorsatz ist also nicht notwendig. Im übrigen würde ein solcher auch die Eintrittspflicht der privaten Haftpflichtversicherung ausschließen.

Und es gelten in einem Laden keine anderen Schadensersatzregeln wie auf der Straße.

Wer sieht, dass die Ware kreuz und quer steht und trotzdem durchgeht und etwas dabei zerstört kann sich ja wohl schwerlich auf höhere Gewalt berufen.

Das die Ware aber so aufgebaut war würde sicherlich ein gewichtiges Mitverschulden begründen. Aus dem Bauch heraus würde es wohl auf eine 50 %ige Haftung hinauslaufen.