unterhaltskürzung "ab" ausbildung?

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von akelei 04.09.08 - 17:11 Uhr

hallo zusammen, ich hab da mal eine frage.

gestern hat mich mein geschiedener mann angerufen, mit dem ich ein einigermaßen gutes verhältnis habe und mir mitgeteilt, das er nun, da unser junge in der lehre ist (17 jahre, 406 euro netto), weniger unterhalt bezahlen möchte.

bei unserem großen sohn hat er ab dem 18. lebensjahr, (aber noch 2 jahre lehre) den unterhalt eingestellt.

ich war eigentlich der meinung, das meinem sohn bis zum 18. lebensjahr der volle unterhalt (z.zt. 280 euro) zustehen.
da ich es aber nicht genau weiß, habe ich seinen vater an das jugendamt verwiesen, um sich dort schlau zu machen.

weiß jemand genaueres darüber, und werde ich, falls mein ex recht hat, vom jugendamt einen schrieb bekommen, oder muß ich mich auf seine aussage verlassen?

danke schon mal für eine antwort,

lele

Beitrag von liki 04.09.08 - 18:31 Uhr

Hallo Lele,

schau mal auf die Seite vom OLG Düsseldorf bei der Düsseldorfer Tabelle in den Anmerkungen.

Da müsste das stehen.

Normalerweise ist es meines Wissens so, dass Du als Mutter dann (wenn Kind 18 und in Ausbildung ist) gleichermaßen wie der Vater zum Unterhalt beitragen musst.. also: ihr teilt Euch quasi die Unterhaltszahlung für den Sohn. So habe ich diesen Passus bisher immer interpretiert - sollte es jemand besser wissen oder verifizieren können: mich interessiert das auch (ist zwar noch 2 Jahre hin, aber trotzdem :-))

Liebe Grüße
liki

Beitrag von kraxy 04.09.08 - 19:10 Uhr

Hallo,

ich schreib mal dazu, was ich weiß:

Also, soweit ich weiß, ist der Unterhaltspflichtige bis zum Abschluss der ersten Ausbildung zum Unterhalt verpflichtet (oder aber bis zum 27. LJ????).

Wenn der Vater weniger bezahlen möchte, kann er das ja übers Jugendamt laufen lassen - ich denke nicht, dass sich an seinem Unterhalt was ändert, nur weil der Sohn jetzt verdient (Grundlage für den Unterhalt ist ja der Verdienst des Vaters sowie Alter des Kindes und Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen).

Ab achtzehn muss der Sohn dann selber gucken, wer ihn mit finanziert - sprich das geht dann nicht mehr übers Jugendamt, sondern meist über einen Anwalt (soweit ich weiß, gibt es aber dann Prozesskostenhilfe...). - Und ja, du bist dann auch unterhaltsverpflichtet - wenn der Sohn aber bei dir nachwievor wohnt und isst, musst du natürlich weniger bezahlen, bzw. es wird verrechnet...

Und im eigenen Interesse - würde ich mich an deiner Stelle an das Jugendamt wenden - denn wenn die sagen, dein Ex müsste mehr bezahlen als er tut (z.B. noch nachzahlen, weil der Große noch in der Lehre ist...) - würde dein Ex dir das erzählen????

Nix für Ungut - viele grüße kraxy #cool

Beitrag von akelei 06.09.08 - 19:04 Uhr

hallo kraxy,

also das wollte ich ja gar nicht, nachzahlung und so....

ausserdem hat mein großer (20) inzwischen schon ein halbes jahr ausgelernt, und verdient sein eigenes geld, da ist alles im grünen bereich.

nur, sollte nun der unterhalt meines exmannes komplett gestrichen werden, müßte mein kleiner in zukunft alle "außergewöhnlichen" kosten selber tragen, also zugkarte/berufschule (immerhin knapp 100 euro im monat), kleidung, brotzeitgeld, spritzuschuss ;).....
war für mich bis jetzt selbstverständlich das zu zahlen, da ich ja unterhalt bekam.

na dann, schönes wochenende,
gruß lele

Beitrag von smily2 05.09.08 - 07:40 Uhr

Hallo,

die Ausbildungvergütung wird angerechnet. Von den 406 Euro Netto werden 90 Euro als Ausbildungsmehrbedarf angerechnet. Das bedeutet, dass in deinem Fall 316 Euro angerechnet werden. Da dieser Betrag höher ist als die Höhe des Unterhaltes, muss er keinen Unterhalt mehr zahlen.

LG

Beitrag von schimmelreiter 05.09.08 - 08:27 Uhr

Genau so sehe ich das auch! #pro

Beitrag von akelei 06.09.08 - 18:53 Uhr

ah ja... danke für eure antworten.

gut hier zu sein, wo sich die leute auskennen.

hab da nämlich gleich nochmal ne frage.

wie verhält es sich bei einem über 18 jährigen "kind", wenn es (eigenverschuldet) arbeitslos geworden ist, mit dem unterhalt des vaters?
ist er unterhaltsverpflichtet, wird da auch irgendwie das arbeitslosengeld mit angerechnet?
und wenn das arbeitslosengeld ausläuft, und der junge hat immer noch keine arbeit angenommen, auf wen kommen die kosten für den unterhalt dann zu?

wenn es so ist, das sich ein volljähriges kind um seinen unterhalt selber kümmern muß, wie geht das dann? läuft ja dann nicht weiter übers jugendamt? oder wird sich die mutter dann gerichtlich darum bemühen müssen?

wäre ja mal eine positive nachricht, wenn auch hier der vater die besseren karten hätte...