Alkoholikerin in der Familie

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von lieber anonym 04.09.08 - 19:52 Uhr

Hallo zusammen,

ist vielleicht jetzt nicht das richtige Forum, da ich das eigentlich in Familienleben schreiben wollte, aber da gibt es leider nicht die Anonym-Funktion. Hoffe hier trotzdem etwas Hilfe zu bekommen.

Ich hab ein riesiges Problem mit meiner Schwester, und die hat ein Problem mit Alkohol.
Beinahe auf jedem Familienfest ist sie betrunken und fängt vor allem mit unserer Mutter an zu streiten. Meist wegen Nichtigkeiten, die kein Mensch interessieren. Leider ist sie so von sich überzeugt, dass sie dabei glaubt im Recht zu sein und andere Meinungen nicht gelten lässt.
Beim letzten grossen Krach ist sie dann soweit ausgetickt, dass sie meiner Mutter angedroht hat, ihr eine zu scheuern.
Mittlerweile hab ich durch gemeinsame Bekannte und Freunde heraus gefunden, dass sie sich ziemlich oft betrinkt, dabei ist sie Mutter von zwei süssen Mädels.
Ich habe Angst, dass sie sich irgendwann total vergisst und ihre Drohung unserer Mutter gegenüber wahr macht und dass sie sich auch irgendwann mal im Suff an ihren Kindern vergreift.

Was soll ich tun?? ich möchte ihr und unserer Familie helfen, da ich bereits erleben musste wie ein geliebtes Familienmitglied am Alkohol zugrunde gegangen ist und deswegen auch verstorben ist.

Ich danke schon mal im Voraus für Antworten und Hilfe

Lieber Anonym

Beitrag von tanja297 04.09.08 - 20:07 Uhr

Hast Du mit Deiner Schwester im nüchternen mal über ihr Problem gesprochen?

Beitrag von lieber anonym 04.09.08 - 21:21 Uhr

Ja, hab ich, nur leider ohne Erfolg.
In ihren Augen hat sie keine Probleme mit Alkohol. Ich bin der Meinung, dass sie sich damit in die eigene Tasche lügt und eben doch schon abhängig ist.

LG und Danke für die Antwort

Lieber Anonym

Beitrag von daskleinefrauchen 04.09.08 - 20:56 Uhr

hallo!!

wie ist deine schwester denn wenn sie nüchtern ist?hast du mal mit ihr gesprochen wenn sie nichts getrunken hat?
alkohol ist eine teuflische krankheit die behandelt werden muss sofern es der betroffene zulässt und auch einsieht das sie hilfe braucht!
wie ist sie denn nüchtern?beschreib mal bitte


lg heike

Beitrag von lieber anonym 04.09.08 - 21:28 Uhr

Hallo,

ich kenn meine Schwester eigentlich als sehr umgänglich, liebevoll und zuverlässig, aber das hat sich in letzter Zeit in meinen Augen drastisch geändert.
Früher konnte sie über jeden Witz lachen, heute muss man beinahe jedes Wort auf die Goldwaage legen um sie nicht zum "explodieren" zu bringen.
Sie selbst ist der Meinung, dass sie keine Probleme mit Alkohol hat und glaubt, dass sie das schon noch im Griff hat. Ich allerdings fürchte, dass wenn sie sich nicht helfen lässt, sie noch weiter in die Abhängigkeit abrutscht.
Wie in meinem ersten Beitrag erwähnt haben wir schon ein Familienmitglied an den Alkohol verloren und das sollte ihr eigentlich schwer zu denken geben.

ich gebe dir vollkommen Recht, Alkoholismus ist eine Krankheit, nur ist die Betroffene in meinem Fall noch "uneinsichtig".

Manchmal würde ich am liebsten den Kindern zu liebe das Jugendamt einschalten, habe allerdings die Befürchtung, dass sie dann endgültig in die Abhängigkeit abrutscht.

LG und danke für deine Antwort

Lieber Anonym

Beitrag von stern76 04.09.08 - 21:28 Uhr

Hallo,

wie ist sie denn wen sie nüchtern ist. Ich höre da raus, das du sie nicht so oft siehst und bei Familienfeier ständig betrunken ist. Schätze mal, das sie unter der Woche selten nüchtern ist. Dann ist das heikle. Was sagt ihr Mann/Freund? Macht er dabei mir? Nur von hören sagen, würde ich jetzt nichts geben. Es hat immer zwei Seiten so eine Geschichte und es wäre ratsam....mal langsam dich heran zu tasten. Wenn sie nüchtern ist, mit ihr zu reden. Keine Vorwürfe auf dem Tisch, das bringt es nicht. Dann macht sie zu und wird stur sein. Dann was sagt der Rest der Familie dazu? Wie empfindet das deine Mutter, wenn ihre Tochter so drauf ist?

Ich kann es sehr gut verstehen und nach fühlen. Bis zu meinem 18 Lebensjahr trank mein Vater, bis er einwilligte zur Kur zu gehen...war das harte Arbeit. Und nun ist er seitdem trocken. Da meine Mutter mit trank und auch nur manche Tage in der Woche nüchtern war. War das als Kind schwer zu ertragen. Und die Kinder bekommen das mit. Egal wie alt sie sind. Sie merken, das was nicht stimmt und können es nicht so erzählen. Kommt auch auf das Alter an.

Wenn du das Gefühl hast, das es sehr arg ist und keiner richtig an sie ran kommt. Dann such dir Hilfe von Außen, den die können meistens eher was erreichen. Jemand zu den sie vertrauen hat, kein FAmiliemitglied. Denn es hat ja immer ein Grund wenn mann trinkt. Und sie wird sich auch verraten fühlen. Jeder tickt da anders. Wäre jetzt meine Vermutung. Vielleicht auch zu den AA für Angehörige. Meistens können die Profis dir mehr Rat geben. Und mit der Absprache eines Therapeuten, denn ich weiß nicht wie sie da darauf reagieren würde. Aber manchmal reicht so eine Schocktherapie, erste Anfang eines langes Weges. Wenn ihr sie heimlich filmt, ob das jetzt eine Familienfeier ist oder nicht. Irgendein Vorwand sie filmen. Und dan im nüchternen Zustand ihr das zeigen. Wie gesagt, es muß nicht helfen aber kann helfen.

Jeder Suchtkranke reagiert anders auf seine Sucht und es kann auch das Gegenteil passieren.

Und wenn du das Gefühl hast, die Kinder leiden sind vewahrlost oder irgendwas anderes. Schalte das Jugendamt ein. Lieber einmal ein Buhmann bei ihr oder in der Familie sein als einmal zu wenig verhalten und es ist zu spät.

Hoffe ich konnte dir etwas Rat geben. Viel ist es nicht. Aber ich hoffe deine Schwester bekommt es in Griff und keine Versprechungen anhören. Ich kann jederzeit aufhören, wenn ich das wil. Das ist der Standardspruch eines Kranken...sie braucht Hilfe.

LG Anne

Beitrag von lieber anonym 04.09.08 - 21:44 Uhr

Hallo Anne,

danke für deinen Antwort.

Ich sehe meine Schwester eigentlich regelmässig einmal pro Woche. Meisst ist sie da nüchtern, doch wie schon beschrieben haben sie Freunde und Bekannte schon sehr oft angeheitert bis betrunken gesehen.
Mein Schwager hat sich mir und meinem Mann auch schon anvertraut und ist ebenfalls der Meinung, dass sie dringend eine Therapie braucht. Leider kommt er auch nicht an sie heran und wird mit den Worten: ich hab das schon im Griff " abgespeisst.

Nüchtern ist meine Schwester ein liebervoller, umgänglicher und zuverlässiger Mensch; wenn sie betrunken ist ist sie wankelmütig wie der April, oft gereizt und auch agressiv.
Nicht nur unsere Mutter leidet unter ihren, ich nenns jetzt mal Stimmungsschwankungen, die ganze Familie schüttelt mittlerweile den Kopf über sie und wir müssen uns die ein oder andere unangenehme Frage wie z.B. : Säuft die etwa?!? anhören.
Meine Eltern machen sich ebenso Sorgen wie ich und wir haben schon des öfteren zusammen beraten, was zu tun ist. Aber so lange sich meine Schwester sich nicht helfen lassen will oder kann, können wir doch eigentlich gar nichts erreichen (oder bin ich da auf dem Holzweg).

Das mit dem Jugendamt hab ich mir auch schon überlegt, glaube aber, dass es sie sehr hart treffen würde und sie deswegen noch weiter in die Sucht abrutscht. Den Kindern geht es soweit gut, natürlich leiden sie unter dem Alkoholkonsum ihrer Mutter, aber verwahrlost sind sie nicht. Allerdings streiten meine Schwester und mein Schwager immer öfter miteinander (ob es nun der Alkohol ist weiss ich nicht) und meine grosse Nichte sagte deswegen neulich zu mir, dass sie das gar nicht mag, wenn Mama und Papa streiten und sie Angst habe. Die zwei Mädchen sind 7 und 4 Jahre alt.

Das mit den AA für Angehörige werde ich versuchen, vielleicht haben die Tipps für mich.

So und nun noch mal Danke für Deine Tipps

LG
Lieber Anonym

Beitrag von stern76 04.09.08 - 21:51 Uhr

Hallo,

es könnte sogar das Gegenteil passieren, das sie wach wird und dann was macht. Solange noch jemand auch auf die Augen der Kids hat, sprich dein Schwager ist das gut. Aber sie hat ja ein Grund, wenn sie trinkt. Die frage ist auch. Wartet sie, das sie endlich wieder "saufen" kann, wenn mann ein Grund hat. Bei Familienfeiern und trinkt sie schon heimlich und es merkt nur keiner was. Weil sie es gut vertuschen kann.

Am besten sprichst du das mit einem Profi. Wenn die AA´s dir nicht helfen können, dann mit einem Suchtberater. Der kann auch evlt. dir die rechtliche Lage schildern wegen den Kindern. Und glaube mir, die KInder bekommen das mit. Vielleicht sogar mehr als ihr alle das nicht mitbekommt.

Es gibt verschiedene Säulen von Alkohlismus. Beispiele: der jeden Abend seine zwei Bier braucht. Einer der jeden WE so voll ist, besonders bei den Jugenlichen. Der Quartalssäufer, der 3 Monate Ruhe hat und dann irgendwann wie z. B eine Feier wieder anfängt. ES gibt immer ein grund zum feiern und saufen....so denken die dann zum Schluß.

Mein Vater hat mir das damals erkärt und habe vieles verstanden. Denn es ist eine Krankheit ! Jeder lügt sich irgendwie was in die Tasche, ob es das Rauchen ist. Weil es sooooooooo entspannt. Ich habe gerade Streß auf der Arbeit. Oder ich kaufe mir das, weil ich gelesen habe. Mann soll sich was gönne, wenn es einem schlecht geht und wenn das öfters passiert. Dann rutscht mann immer weiter.

Ich hoffe sie findet ihr Weg.

LG Anne

Beitrag von geheim bleiben 04.09.08 - 23:16 Uhr

Mein Vater ist auch Alkoholiker. Ich hab dann mal eine Mail an eine Stelle, die dafür "zuständig" ist, geschickt. Wollte wissen was ich machen kann. Man hat leider nicht so viele Möglichkeiten.
Wenn ein Alkoholiker sich selbst oder andere gefährdet, könnte man was machen. Ansonsten müssen sie selbst darauf kommen das sie Hilfe brauchen. Das war die Antwort. Das bringt nicht viel, außerdem will ich meinen Vater nicht "verraten". Ich hab Angst, denn irgendwann wird eine riesige Bombe platzen...

Es geht jetzt nicht um mich, ist ja mein Problem.
Wie schon erwähnt wurde, würde ich zu einer Beratungsstelle gehen. Lass dich aufklären drüber wie du dich verhalten sollst und auch darüber, wie du die Kinder deiner Schwester schützen kannst. Irgendwann wird sie auch den Kindern gegenüber agressiv und es ist schon schlimm, das die Kleinen das mitbekommen.
Mich hat das Ganze stärker gemacht, aber es zerfrisst mich doch innerlich. Ein Kind sollte unbeschwert leben können.

Du wirst das Richtige machen, aber wenn sie es nicht einsieht, dann wird der letzte Ausweg das Amt sein. Doch deiner Schwester muss auch geholfen werden,sonst ist sie allein irgendwann.

Liebe Grüße

Beitrag von stern76 05.09.08 - 05:50 Uhr

Guten Morgen,

sorry, aber zwischen deinen Zeilen lese ich. Das du noch sehr traurig und hilflos bist. Und du glaubst es hat dich stärker gemacht. Sowas macht keinen stärker. Ich habe Jahre in der Therapie verbracht. Wenn mann sieht, wenn sie im Suff warn. Wie mein Vater meine Mutter erwürgen wollte. Wäre ich nicht da dazwischen gegangen, als 16-jährige. Ich weiß nicht, was dann passiert wäre.

Machst du eine Therapie? Wenn nicht, mach eine. Mann denkt, ach das schaffe ich schon alleine. Und was passiert, irgendwann klappt mann zusammen.

Meine Schwester ist das Beispiel. Sie 38 Jahre alt, hält Therapien für unsinn. Und irgendwann ist sie zusammen geklappt und mußte dann selbst in die Therapie. Auch wenn der Auslöser ein anderer war, somti war es doch unsere Kindheit und der Alkohol. Sie hat da mehr abbekommen als ich und trotzdem leidet jeder anders.

Und Verraten wirst du niemanden, eher helfen. Nur der wird es später bemerken. Es kommt ja keiner und kommt mit einer Umarmung und sagt. Danke dir, das du mirgeholfen hast. Aber irgendwann erkennt dieser Mensch. Es gibt noch andere Menschen, die mich lieben und die mich brauchen.

Das wichtigste war für mich mit 18-19 Jahren meine Eltern zu verzeihen.

Wenn du magst, kannst du über PN schreiben.

LG Anne

Beitrag von geheim bleiben 05.09.08 - 21:46 Uhr

Danke für deine Antwort. Ich komme damit zurecht, aber ich mache mir um meine Mutter mehr Sorgen. Ich bin schon längst ausgezogen, irgendwie bin ich froh darüber, andererseits kann ich meine Mutter nicht beschützen.
Es ist schlimm zu wissen, das die eigene Mutter am liebsten sterben würde. Wer weiß was zu Hause alles passiert.

Es steckt soviel dahinter, ich versteh einerseits meinen Vater,für ihn war es der einzigste Ausweg. Andererseits hatte er doch uns, er hätte uns als Unterstützung haben können.

Vielleicht schreibe ich dir persönlich. Danke auf jeden Fall für deine Hilfe. Ich habe nicht vor die gleichen Fehler wie mein Vater zu machen.
Bin schon ein bißchen durchgeknallt, aber ob das an der ganzen Situation liegt oder ich einfach so bin weiß ich nicht.

lg

Beitrag von blablabla123 05.09.08 - 10:22 Uhr

Schau mal hier:

www.saufnix.de

Das Thema ist zu schwierig um es hier zu besprechen.
Die AAs bringen nix, die sind zu selbsverbohrt.
Außerdem ist das ein Spießrutenlaufen.
Du kannst nichts machen, gar nichts.

Der Alkoholiker ist krank und süchtig, freiwillig wird er gar nichts machen um seinen Alkoholkonsum einzuschränken oder aufzugeben.
Dieser Gedankengang kommt erst später, viel später.
Wenn du einen umgefahren hast, im Suff oder morgens aufwachst und nicht mehr weist was mit deinen Kindern ist, wenn dir gekündigt wird, oder andere Katastropen.

Das musst du für dich auch verstehen.

Du kannst erstmal nichts machen!
Da hilft auch kein Reden.

Alkoholismus ist eine Krankheit, wie Krebs oder anderes.
Das haben viele nicht begriffen.

Beitrag von blablabla123 05.09.08 - 12:17 Uhr

Alkoholismus ist tiefe Traurigkeit und Verzweifelung,
Hilflosigkeit und pures Entsetzen,
Verzeifelung trifft es wohl am ehesten.

Beitrag von stern76 05.09.08 - 12:59 Uhr

Warum sind die AA´s selbst verbohrt? Hast du Erfahrung gemacht in der Richtung um das zu behaupten?

Und für Angehörige in einer Gruppe ist es doch eh anders, als wenn mann als Selbstbetroffene in eine Gruppe geht.

Und auch AA´s lassen sich helfen, wenn mann das will.

Beitrag von blablabla123 05.09.08 - 13:56 Uhr

Erfahrungen? Ja
Anonym, von wegen, Spießrutenlaufen, auch für Angehörige!

AA ist ein Mythos!

Beitrag von stern76 05.09.08 - 15:12 Uhr

Spießrutenlauf, da gebe ich dir Recht. Erst dannach fangen die Probs an...nicht wenn einer trinkt.

Beitrag von manavgat 05.09.08 - 12:24 Uhr

Wenn sie das nächste Mal betrunken ist, den Notarzt rufen und sie erst mal einweisen lassen.

Gruß

manavgat

Beitrag von stern76 05.09.08 - 13:05 Uhr

Leider machen die das nichts. Nur wenn es ernsthaft ist. Ohne ihre Einwelligung unternehmen die nichts. Habe ich oft schon erlebt und auch bei Freunden dessen Vater. WEnn die nicht wollen und nicht ernsthaft erkrankt ist. Dann machen die halt nichts. Ein Suff reicht da leider nicht aus.

Sie müsste eine Krankeneinweisung in den Händen halten. Und dann von alleine nach dem Suff entscheiden,s ie geht zum Entzug. Das schlimmste ist. So ein Entzug alleine reicht nicht bis dahin sind die Kliniken nicht frei. Und dann fängt sie wieder an. Weil sie meint. Naja, habe ja noch mal Zeit bis ich dann mal los lege. Auch das habe ich zu oft bei meinem Vater erlebt. Dann kommt Alk. freies Bier ins Haus...wo auch Alk drin ist.

LG Anne

Beitrag von manavgat 06.09.08 - 11:17 Uhr

Wer ist "die"?

Das Notarztteam?

Ich habe den Fall hier gehabt. Mein Nachbar hatte 4,2 Promille! Hinweis auf "wenn Sie ihn nicht mitnehmen, zeige ich sie an wegen unterlassener Hilfeleistung" hat dann überzeugt.

Durchsetzen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von angelaangela 05.09.08 - 13:53 Uhr

Co-Abhängigkeit ist dadurch charakterisiert, dass man sich in das süchtige Schicksal Nahestehender reinkniet oder sich reinschubsen lässt.

Alles wass du tun kannst ist, deine Schwester damit zu konfronieren, dass sie Alki ist. Alles was sie daraufhin unternimmt, ist ihre Sache. .

DU kannst sie da nicht im Alleingang rausholen!!!!!!!!!!!!

Dein Einsatz sollte sich allein auf die Kinder konzentrieren; frag beim Sozialamt nach, was alles möglich ist.

Wenn deine Familie eine sehr enge Verbindung hat, dann sollte es schlicht und einfach keinen Alk auf Familienfesten geben, zu denen sie eingeladen ist.

Beitrag von kennesleiderselbst 05.09.08 - 19:03 Uhr

Hmm ich kann dir leider nicht helfen, meine Schwester und ich wissen selbst wie schlimm Alkohol in der Familie ist, wenn meine Mama oder mein Vater zuviel getrunken hatten dann gab es schon mal ohne Grund einfach Schläge :(

Mittlerweile sind meine Schwester und ich selbst Mama, meine Schwester schon 2 fach Mama ich in 2 Monaten wenn nix schief geht ebenfalls 2 fach Mama, das Beispiel unserer Eltern hat uns fürs Leben geschockt.

Bei meinem Vater ist es nicht mehr so schlimm, aber bei meiner Mutter man kann eigentlich Geld drauf verwetten wenn sie am nächsten Tag nicht arbeiten muss ist sie am Abend schon voll und dann ist mit ihr telefonieren der Horror.

Wir sind schon froh wegen unserer Kinder, Geb. feiern schon früher verlassen zu können, denn es tut uns so weh sie herumschwanken zu sehen.

Tun kannst du nichts tun meine Mutter sieht es bis heute nicht ein und ich bin nun 24 Jahre alt.

Beitrag von lieber anonym 05.09.08 - 21:21 Uhr

Hallo an alle

ich danke euch für eure Antworten und Tipps, von denen ich denke dass sie mir helfen können.

Ich weiss, dass ich mit meinem Problem (oder besser dem Problem meiner Schwester) nicht allein dastehe, dass es vielen anderen genauso und noch schlimmer geht. Und ich weiss nun auch, dass sie da alleine raus muss und ich mich nur um ihre Kinder kümmern kann.
Das macht mich traurig, denn ich liebe meine Schwester und möchte sie wieder so haben wie sie bis vor einem Jahr war.
Einer von euch hat etwas von Co-Abhängigkeit oder so ähnlich geschrieben und dieses Wort hat mir schwer zu denken gegeben, weil ich nun um meinen Schwager fürchte, der sie ja noch öfter "live" erlebt. Auch ihm werde ich eure Tipps weitergeben und bedanke mich schon mal in seinem Namen bei euch.

LG und noch mal Danke

Lieber Anonym

Beitrag von angelaangela 06.09.08 - 19:41 Uhr

ja, das war ich mit der Co-Abhängigkeit. Da ist Hilfe von außen gut, um zu wissen, wie viel Abgrenzung von der Sucht notwendig ist. Andernfalls ist das komplette Leben der Familie von der Sucht bestimmt. Und es ist ein großer Unterschied, ob man als Familie lebt, die von König Alkohol regiert wird oder als Familie mit einem kranken Familienmitglied.