Lebenskriese

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von susi2204 04.09.08 - 21:57 Uhr

Hi,

also vorab mal.... Mein Mann und ich sind schon seit 8 Jahren zusammen und haben seit 2 Jahren eine süße Tochter. Beide haben wir sichere Arbeit und eine Familie im Hintergrund. Geld ist genügend da und ne schicke Wohung haben wir auch.

Aber was uns fehlt, ist Zeit miteinander. Wir gehen beide voll arbeiten und Charlotte in die KITA. Mein mann geht immer nur nachts arbeiten, er ist Barkeeper und ich tagsüber. Also sehen wir uns kaum. Ich habe schon seit längerem das Gefühl das ich nicht mehr glücklich bin und es leidet die Familie & Partnerschaft. ich will so gern etwas verändern aber weiß nicht was.
Meinen Job finde ich mega öde...Bin seit 10 Jahren im Verkauf in einem großen Hotel tätig. Aber ich frage mich immer mehr, ob das alles ist im Leben? Arbeiten, damit man den Krippenplatz bezahlen kann? Das unsere Lotte ständig krank ist kommt noch dazu. Ich befürchte das sie unglücklich ist in der KITA....

Mein Mann und ich haben gestern ein langes Gesprächgehabt, wie es nun weitergehen soll bei uns. Und wir haben so rumgesponnen, von wegen Selbstständigkeit und so. Wir haben schon immer den Traum von etwas "Eigenem" aber wissen nicht so recht wo wir ansetzen sollen oder müssen. Am liebsten würden wir alles hinschmeißen und ne "Auszeit" nehmen. Klingt blöde ich weiß aber es ist echt so.

Wer kennt dieses Gefühl von Ausweglosigkeit bzw. hatte auch schon mal so ne Kriese? Man wir sind beide Anfang 30 und wollen leben.
Klar ist eine Selbstständigkeit mit sehr sehr viel Arbeit verbunden. Aber man weiß noch wo für am Ende, oder? Und ist es nicht Sinn des Lebens, glücklich zu sein?! Verlangen wir zu viel vom Leben? Wer hatte schon mal Mut und hat sein Leben umgekrempelt?

Liebe Grüße Susi, die echt mega unten ist

Beitrag von silver206 04.09.08 - 22:09 Uhr

Hallo,

solltet ihr Euch selbständig machen wollen damit ihr mehr von einander habt, dann lasst es mal ganz schnell bleiben. Das Gegenteil wird der Fall sein.

Man muss SELBST und STÄNDIG arbeiten. Es wäre auch der komplette Blödsinn, wenn ihr gemeinsam etwas machen wolltet. Solltet ihr es wirklich machen, behält besser einer seinen Job, regelmäßiges, sicheres Geld werdet ihr dann zu schätzen lernen.

Mein Mann ist selbständig und ich war anfangs sehr dagegen, ich finde, dass nix über ein sicheres Gehalt geht. Gut, bei meinem Mann läuft es sehr gut, die Kehrseite ist aber, dass er in seinem Job meistens von Sonntag bis Freitag abend weg ist.

Ich bin quasi alleinerziehend, selbständig und Waschfrau für meinen Wochenendmann ;-)

Ich beschwere mich nicht, sondern freue mich über das (in meinen Augen!!) sehr gute Geld, welches er nach Hause bringt und unserem Sohn eine sichere Zukunft ermöglicht; im allgemeinen rate ich von der Selbständigkeit trotzdem ab- die meisten Menschen sind nicht dafür geschaffen, sorry.

LG Irene

Beitrag von landmaus 04.09.08 - 22:27 Uhr

Hallo Susi,

ich kann Dich voll verstehen und ich verstehe auch, dass Ihr eine Umorientierung wollt, aber wieso bloß eine Selbständigkeit.

Da kann ich wirklich nur von abraten, wenn ihr so schon das Gefühl habt, dass Euch Zeit miteinander fehlt.

Selbständig sein bedeutet nicht nur sehr viel zu arbeiten. Es bedeutet auch, die Arbeit immer und überall mit sich rumzutragen. Man verbringt zwar viel Zeit zusammen, aber nicht in dem Sinne miteinander, sondern mit der Arbeit. Feierabend gibt es insbesondere zu Beginn nie. Es gibt auch niemand anderen, der die Verantwortung trägt. Alles was schief geht, nervt oder anstrengt, geht auf das eigene Konto. Es gibt niemanden über den man sich mal so richtig ausko**** kann, außer einem selbst und dem Partner. Üblicherweise ist das für Beziehungen extrem anstrengend.

Und ganz im Ernst, welche Selbständigkeit würde es Euch denn ermöglichen, Eure Tochter aus der Kita zu nehmen. Üblicherweise muss man sich um mehr und nicht um weniger Betreuung bemühen, wenn man in die Selbständigkeit geht. Wir arbeiten z.B. häufig auch am Wochenende oder bis in den Abend.

Und zu wissen, wofür man das macht?
Davon kann man leider weder die Miete bezahlen noch Einkaufen gehen. Selbständigkeit bedeutet, gerade zu Anfang oft von der Hand in den Mund zu leben. Das ist hartes Brot. Ach so und falls Ihr nochmal Nachwuchs wollt, als Selbständige wünscht man sich auch nur einen Hauch der arbeitnehmerfreundlichen Regularien zurück.

Was würdet Ihr denn überhaupt machen wollen?

Ich würde an Eurer Stelle erst mal an den anderen Faktoren schrauben. Zuerst mal schauen, dass Ihr zur selben Tageszeit arbeitet. Und dann solltest Du Dir für Dich überlegen, was für eine Arbeit Dich denn ausfüllen könnte. Vielleicht kannst Du Dich weiter qualifizieren und dann eine andere Stelle finden, die Dich zufriedener macht.

Aber die Flucht in Selbständigkeiten oder (auch immer gern genommen) das Auswandern ist zumeist keine echte Lösung für diese Art von Lebenskrise.

LG

Beitrag von marion2 05.09.08 - 10:23 Uhr

Hallo Susi,

mach mal nen konkreten Plan. Nicht von heute auf morgen, aber so in den nächsten Monaten.

*kopftätschel* das wird schon ;-)

LG Marion