Frust-Aufreg-Posting (mit Sicherheit kommen auch Steine)lang

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von nightwitch 05.09.08 - 14:11 Uhr

Hallo,

mal schnell zu meinem Anliegen, auch wenn ich weiss, dass viele jetzt mit dem Kopf schütteln und denken wir lassen uns vom Staat finanzieren.... egal.. es muss einfach mal raus.

Meine persönliche Situation:

Unsere Tochter wird in 2 Wochen 1 Jahr alt.
Ich WILL arbeiten, brauche aber einfach eine bezahlbare und vorallem zuverlässige Kindesbetreuung.

Ich habe eine fundierte Ausbildung genossen. Bin aber aufgrund von persönlichen Umständen und Studium schon fast 10 Jahre aus dem Job raus, bzw habe nach der Ausbildung nie richtig drin gearbeitet, nur Gelegenheitsjobs, Zeitarbeit bzw Studium.
Meine Ausbildung ist leider sehr allgemein gehalten (Kauffrau für Bürokommunikation). Alle Zeitarbeitsfirmen oder ähnliches würden lieber "Industrie- oder Speditionskauffrauen", bzw was spezielles haben wollen.
Ich habe keinen Führerschein und die öffentlichen Verkehrsmittel sind zwar vorhanden, aber auch nicht so das Wahre. Da wir in einer Kleinstadt wohnen, gibt es hier natürlich auch nicht viele Jobs vor Ort.

Bei uns in der Stadt gibt es sowas wie Tagesmütter leider weniger und wenn dann will die soviel Geld, wie ich verdienen würde (bzw wäre der Rest so minimal, dass wir nicht aus dem ergänzenden Bezug herauskommen würden, ich hatte eine Chance auf einen 400-Euro-Job, nach Abzug aller weiteren Kosten für Kindesbetreuung und Fahrgeld würden uns 55 Euro bleiben).

Daher habe ich heute mit meinem Freund (der schon Vollzeit arbeitet, aber halt leider zu wenig Geld verdient) einen Termin bei einem Mitarbeiter der ARGE gehabt.

Ich habe bei meinem Sachbearbeiter und auch bei ihm mehrmals wiederholt, dass ich bereit bin eine Schulung, Massnahme oder was auch immer zu machen, wenn meine Tochter in der Zeit betreut wird. Ich weiss, dass die Stadt extra eine KITA für Mütter hat, die eine Massnahme bei der BBS (Erwachsenenbildung) machen. Die Kita ist demnach - bis auf das Essensgeld und einer einmaligen Gebühr für Versicherungen etc pp kostenlos - nur für BBS-Mütter.
Alle anderen Kitas sind erst ab 3.

Und was macht der Mitarbeiter, schreibt bei mir erstmal in die Unterlagen, dass ich bis zum 18.09.2010 im Elternzeitraum bin und bis dahin nicht "vermittelbar" sei.

Anscheinend bin ich das wirklich. Privat gibt es keine Möglichkeit, Kitas/Tagesmutter kommen hier nicht in Frage und mein Freund muss so unterschiedlich arbeiten, dass ein geregelter Tagesablauf nicht möglich ist. Darauf lies sich bislang kein potentieller Arbeitgeber ein.

Der Kommentar vom Mitarbeiter: ich sollte mir das nochmal überlegen und dann schaut er mal, ob er was machen kann.

Hallo, ich habe mir überlegt was ich will - nämlich für meine Familie alleine aufkommen. Aber halt nur mit einer sicheren Kinderbetreuung.

Nee, da überlegen sie lieber, ob sie meinen Freund in eine Massnahme stecken (ist halt ungelernt, hat eine Kurierdienstanstellung) um ihn zu schulen.
Dass würde aber bedeuten, sie müssten für die Zeit der Massnahme mehr Geld bezahlen als momentan eh schon.


Die einzige Möglichkeit, die wir haben: dass sie ihm den LKW-Führerschein vorfinanzieren. Dann bekommt er einen besser bezahlten Job und wir könnten uns selbst komplett versorgen.

Speditionen gibt es hier mehrere und auch einige die suchen. Einen Job gibt es demnach direkt. Durch einen Bekannten, der selbst Fernfahrer ist könnten wir sogar eine Einstellungsgarantie bekommen, sollte mein Freund den Führerschein machen dürfen.
Uns gehts ja garnicht darum, dass sie den Führerschein komplett bezahlen, sondern einfach darum, dass sie ihn vorfinanzieren. Ein Darlehen sozusagen.

Leider haben wir keine andere Möglichkeit an das Geld zu kommen.


Wie seht ihr die Chancen, dass mein Freund den Führerschein bezahlt bekommt.

Eigentlich ist das doch ein ganz einfaches Rechenbeispiel. Führerschein kostet hier zwischen 2500 und 3000 Euro (geschätzt).
Sollten wir also komplett rausfallen, haben sie das Geld sozusagen in einem knappen halbem Jahr wieder drin.

Oder ist das einfach zu vermessen darauf zu hoffen?

LG
Sandra, die sich schon mal auf die verbalen Tiefschläge einiger gefasst macht :-)

PS...:

ich hab da mal ne weitere Story zu Unsinnigkeiten im Amt. Ich wollte von einem anderem Arbeitsamt eine Fortbildung bewilligt bekommen. Diese Fortbildung sollte ca 400 Euro kosten. Einen Betrag, den ich damals unmöglich aufbringen konnte. Ich hatte sogar eine Übernahmegarantie einer Firma, die mich direkt nach Absolvieren des Kurses eingestellt hätte. Der Antrag wurde abgelehnt - zu teuer hiess es da.
2 Wochen später bekam ich eine Einladung zu einem Bewerberseminar. Da ich die Seminarleiterin gut kannte, hat sie mir - verbotenerweise - den Betrag genannt, den ein Teilnehmer der Massnahme dem Arbeitsamt kostet. Dieser Betrag war um ein vielfaches höher als mein Kurs. Gebracht hat mir das Bewerberseminar natürlich nichts.... aber hauptsache mal dem Arbeitssuchenden einen Stein zwischen die Beine geworfen.)....

Beitrag von thea21 05.09.08 - 14:18 Uhr

Hallo,

Kauffrau für Bürokommunikation --> auf Anhieb kann/und würde ich dir DUZENDE Jobs, sogar in deiner Region nennen können.

GERADE weil er so "allgemein" gehalten ist, braucht man "Tippsen" überall.

Wer arbeiten will, sollet auch 10-20-30 Kilometer in Kauf nehmen können. Das ist mit den öffentlichen machbar, Hunderttausende Menschen machen das jeden Tag, manche reißen sogar ncoh viel mehr Kilometer ab.

lg

Beitrag von micnic0705 05.09.08 - 14:25 Uhr

Hallo,

das ist ja alles schön und gut.
Aber die TE hat wohl keinen FS und mit dem ÖPNV scheint es auch nicht weit her zu sein.

Wäre ich ohne FS bräuchte ich auch nicht arbeiten gehen wollen, weil dort wo ich arbeite gibt es einmal am Tag eine Busverbindung und mit dem Fahrrad wäre es zu weit. Ganz zu schweigen vom Erreichen der KiTa...

LG Nicole

Beitrag von phoe-nix 05.09.08 - 14:27 Uhr

Ja aber warum schafft man sich dann so widrige Bedingungen und wohnt in Gegenden mit so schlechter Verkehrsanbindung, wenn beide keinen Führerschein haben und nen Job gebrauchen könnten?

LG

Beitrag von micnic0705 05.09.08 - 14:31 Uhr

Hmmm, gute Frage. Da hab ich jetzt noch nicht wirklich drüber nachgedacht, wenn ich ehrlich bin...

LG Nicole

Beitrag von phoe-nix 05.09.08 - 14:45 Uhr

Wäre doch ein Ansatz, die nicht vorhandenen Chancen zu verbessern, oder?


LG

Beitrag von nightwitch 05.09.08 - 14:40 Uhr

Hallo phoe-nix,

ich habe nur keinen Führerschein. Mein Freund hat einen, allerdings den neuen B, inkl. ADR (Gefahrgut) und den für großen Anhänger. Er würde jetzt gerne den LKW (C-Klasse) Führerschein machen.

Tja, wieso zieht man in eine Gegend, wo man ohne Auto aufgeschmissen ist.

Ganz einfach: zum normalen Leben ist alles erreichbar. Wie gesagt, ÖPNV gibt es ja auch, allerdings ist teilweise die Verbindungen so schlecht, dass man schwer bis garnicht zur Arbeit kommt.

Mein Freund hat einen Job, er verdient darin nur nicht genug, dass es für unseren Bedarf reicht.

Ich habe meinen Führerschein damals als ich 18 war aus persönlichen Gründen nicht gemacht, später habe ich in einer Großstadt gewohnt, wo man besser mit ÖPNV zurecht kam.
Danach fehlte ständig das Geld.

Und hier hin gezogen bin ich vor 3 Jahren weil mein Freund von hier kommt und nicht weg möchte (Familie und Freunde).

LG
Sandra

Beitrag von phoe-nix 05.09.08 - 14:49 Uhr

Mahlzeit!

Zum normalen Leben gehört für mich eben auch und vor allem der Job.

Ohne Führerschein wirst Du Deine Situation doch überhaupt nciht ändern können - wenn Ihr so ländlich wohnt, dass es weder Tagesmütter, Jobs, noch ordentliche öffentliche Verkehrsmittel gibt, wird auch niemand mit nem Jobangebot auf Dich zukommen.

Familie und Freunde in der Nähe zu haben ist nett...wenn man keine anderen Prioritäten setzen muß und in der Lage seid Ihr ja leider nicht, zumal Euch Familie/Freunde in Sachen Kindesbetreuung offensichtlich auch nichts "nützen".

LG

Beitrag von entichen 06.09.08 - 15:49 Uhr

Hallo,

also wir wohnen im wirklich dünn besiedelten Osten kurz vor Polen.

Es gibt hier Dörfer, die haben nur eine Busanbindung am Tag, ABER selbst hier muss man höchstens 5 Kilometer Rad fahren, um an eine vernünftige Bushaltestelle zu kommen.

Vielleicht wäre es eine Alternative, die nächst gelegene Bushaltestelle mit anständigen Fahrzeiten mit dem Rad anzufahren (geht ja locker mit Kind) und dann in der nächst größeren Stadt eine Arbeit und Kinderbetreuung zu suchen?

LG

Beitrag von nightwitch 05.09.08 - 14:54 Uhr

Hallo,

sicherlich stimmen beide Aspekte. Ich habe mich vor meine Schwangerschaft mit eine Dame aus dem Personalbüro von einer Zeitarbeitsfirma unterhalten.
Sie hat mir halt gesagt, dass es schwer sei "Allgemeine Bürokräfte" zu vermitteln, da die Auftraggeber meistens was spezielles suche.
Ausserdem habe ich die AUsbildung bei einer Stadtverwaltung gemacht und wie jeder wissen sollte, bauen die eher Schreibkräfte ab, anstatt aufzustocken.

Ich würde sogar mehr als 30 km in Kauf nehmen um Arbeiten zu können - nur ohne Job und Kindesbetreuung geht das nicht.
Staatliche, städtische oder private Betreuungsmöglichkeiten fallen so gut wie weg.


Fehlende Arbeitserfahrung - dass wir wahrscheinlich eher der ausschlaggebende Punkt sein, warum ich keine Anstellung finde. Nur ohne Arbeit kann ich diesen Punkt auch nicht verbessern.
Desweiteren fehlt den Arbeitgebern die Sicherheit, dass ich mit den neusten Programmen zurecht komm (dabei arbeiten die wahrscheinlich selbst noch mit veralten Betriebssystemen).
Ich bilde mir eigentlich ein, nicht wirklich auf den Kopf gefallen zu sein und schnell lernfähig bzw begreife ich neue Gegebenheiten recht zügig.

Aber - du bist in Deutschland leider immer häufiger nur das, was du auch beweisen kannst. Und wenn im Lebenslauf steht 10 Jahre lang nur Aushilfsjobs bzw Studium (welches so garnicht zum Ausbildungsberuf passt), lehnen die meisten ab.

Was nützt es mir, wenn in einschlägigen Portalen DUZENDE Jobs zur Verfügung stehen, ich aber auf meine Bewerbungen (teilweise bis zu 50 in einem Monat, okay, in letzter Zeit gebe ich zu weniger) entweder garkeine Antwort oder Absagen bekomme?
Die meisten Firmen sind in einer anderen Stadt, meistens in Industriegebieten, wo die öffentliche Anbindung noch schlechter ist.

Und normale "Tippsen" werden zwar überall gesucht, aber alle Tippsen sollten auch noch irgendwas spezielles können - und wenn es nur Lexware oder SAP ist. Beides kann ich aber nicht, also ungeeignet.

Dafür könnte ich dem Chef ne Reiseroute planen oder die Bilanz machen, Lohnabrechnungen anfertigen (Ohne spezielles Programm), Kostenkalkulationen durchführen oder Bewerbungsverfahren leiten (alles habe ich in meiner Ausbildung gelernt).
Aber: der Chef plant aus kostengründen selbst, Bilanz machen die Buchhalter, Lohnabrechnungen die Personalabteilungen mit den Programmen, Kostenkalkulationen werden auch mittlerweile per Knopfdruck gemacht....


Selbst die örtlichen Zeitarbeitsfirmen wollen mich nicht - eben wegen des fehlenden Autos.....


Von daher wäre meine einzige Möglichkeit, die ich momentan sehe eine Umschulung bzw Weiterbildung bei einem Gemeindeträger, wo meine Tochter während der Zeit in den eigens dafür bereitgestellten Kita gehen kann und ich dort mein Wissen vertiefen und auffrischen kann.

Wenn mein Freund dann noch seinen zusätzlichen Führerschein vorfinanziert bekommen würde, könnten wir mit dem Geld, welches er dann verdient, unseren Bedarf selbst decken und mir sogar einen Führerschein bezahlen...


Es ist ja nicht so, als dass ich wirklich jeden Monat brav auf meinen Zahlungseingang warte und nichts tun will.
Ich würd sogar nen 1-Euro-Job machen, damit ich überhaupt wieder was zu tun habe.

LG
Sandra

Beitrag von phoe-nix 05.09.08 - 14:57 Uhr

Was ist denn mit Deinem Studium?
Kannst Du da nicht Fuß fassen?

Gruß,

phoe-nix

Beitrag von manavgat 06.09.08 - 13:34 Uhr

Ich finde es eine Frechheit von Dir von "Tippsen" zu reden!


Was hast Du gelernt?


Gruß

manavgat

Beitrag von thea21 06.09.08 - 17:33 Uhr

Hallo,

"Tippsen" ist für mich kein abwertender Begriff...ich bezeichne mich bei meiner Ausbildung als Bürokauffrau selbst so...

Es ist für mich/von mir absolut nicht abwertend, diskriminierend gemeint.

Beitrag von thea21 06.09.08 - 17:38 Uhr

...Andersrum...Das Wort Tippsen ist von mir nicht negativ gemeint...

Mag sein das ihn einige als abwertend betrachten? Ist mir bisher noch nicht untergekommen.

Beitrag von micnic0705 05.09.08 - 14:23 Uhr

Huhu Sandra,

ich hoffe mal, dass Du nicht so viele "verbale Tiefschläge" erhältst!

Zum Sachverhalt an sich kann ich Dir leider nicht viel sagen ausser, dass ich die von Euch angestrebten Veränderungen sinnvoll finde.

Das Problem mit den KiTas haben wir hier auch. Wir wohnen in einer Gegend, in der ein "Kaff" neben dem anderen liegt und haben eine KiTa, welche nur mit dem Auto zu erreichen ist.

Da ich nächstes Jahr auch wieder arbeiten gehen kann/darf/will/muss, habe ich ausser dem Beitrag für die KiTa natürlich noch einen höheren Spritbedarf als bisher.

Wenn ich nicht in einem "Männerberuf" arbeiten würde und entsprechend bezahlt werden würde (ich denke da mal an die Berufe Frisörin, med. Fachangestellte etc.), würde es sich überhaupt nicht lohnen arbeiten zu gehen, weil ich unterm Strich 0 auf 0 rauskommen würde.

Hat natürlich jetzt nicht so viel mit Deinem Thread zu tun, ich wollte einfach mal zeigen, dass es generell für arbeitswillige Mütter in Deutschland teilweise extrem schwer ist, etwas zu finden und wenn man einen Job hat, einen entsprechenden Betreuungsplatz zu finden.

LG Nicole, die Euch die Daumen drückt, dass es sich noch zum positiven wendet

Beitrag von drachenengel 05.09.08 - 14:27 Uhr

Hallo Sandra,

das Problem ist nicht die Berufsbezeichnung, sondern die fehlende Erfahrung!
Studium abgeschlossen??
warum nur Gelegenheitsjobs über 10 Jahre...

als BK kannst Du Dich doch auf alles bewerben, z. B. (falls vorhanden) Mitarbeiterin in einem Kassenbüro, Schreibkraft, Telefonistin, ebenso im Verkauf etc pp...

Du, ich bin eigentlich hochoffizielle Industriekauffrau... aber in der Industrie als solches war ich noch nicht... maximal im Grosshandel...

Es kommt drauf an, wie Du Dich verkaufst.. Du musst die fehlenden Erfahrungen etc wettmachen, anders gehts net...

Da hilft kein Jammern und Jaulen, kein Meckern, dass falsche Massnahme (mitunter pennen die da total und es interessiert dort auch keinen, dass die Gelder für die Katz sind, da Seminare mitunter arg daneben)

Den Führerschein für Deinen Mann, da seh ich schwarz, evtl wenn er dadurch einen besser bezahlten Job fest bekommt (schriftlicher Nachweis?)... Frag da mal Goldtaube oder Nightingale

Gruss
Mone

Beitrag von nightingale1969 05.09.08 - 14:38 Uhr

"Den Führerschein für Deinen Mann, da seh ich schwarz, evtl wenn er dadurch einen besser bezahlten Job fest bekommt (schriftlicher Nachweis?)... Frag da mal Goldtaube oder Nightingale"

Mit Einstellungszusage eines Arbeitgebers (schriftlich) sollte der Führerschein kein Problem sein, wir finanzieren sowas öfter mal.

Den Rest des Postings mag ich der TE nicht beantworten. Da ist mir - mal wieder - zuviel Mauleton und grundsätzliches "Die Mitarbeiter dort sind schwachsinnig, mir doch scheißegal, ob es da Vorschriften gibt"-Gemecker drin.

LG
Ch.

Beitrag von nightwitch 05.09.08 - 15:49 Uhr

Hallo Ch.

ich habe mich wahrscheinlich etwas blöde ausgedrückt.

Da ich selbst eine Ausbildung bei einer Stadtverwaltung gemacht habe, kenne ich also auch den Blick "hinter die Kulissen".

Mit Sicherheit sind nicht alle Mitarbeiter bei den ARGEn oder in anderen Ämtern "unfähig" oder "schwachsinnig".

Mich hat einfach nur der Umstand geärgert, dass ich mehrfach gesagt habe, dass ich gerne auf die 3 Jahre Elternzeit verzichte, die man vom Amt gewährt bekommt, solange ich eine anständige Kindesbetreuung habe.
Ausserdem hat es mich geärgert, dass sich über meinen Wunsch einfach so hinweg gesetzt wurde.
Natürlich habe ich nicht verlangt, dass der Mitarbeiter sofort alles stehen und liegen lässt, mein Kind in die Kita der Stadt packt und mich ab Montag in einen Kurs unterbringt, aber ein einfaches "schauen wir mal, was wir machen können" hätte mir ehrlich gesagt gereicht.

Einfach einen kleinen Lichtblick, damit wir wieder eine Perspektive haben.

Ich versuche den Mitarbeitern ihren Job soeinfach wie möglich zu machen, dass heisst, ich habe ohne großes Theater alle notwendigen Unterlagen bereit und versuche auch so sowenig wie möglich an "Arbeit" zu machen.

Aber das Verhalten hat mich einfach geärgert.

Da will man was arbeiten oder überhaupt was machen und kann nicht so einfach - um dann hinterher wieder als Sozialschmarotzer dargestellt zu werden.


Ich weiss, dass die Mitarbeiter ihren Job gut machen und eben auch Vorschriften haben, an die sie sich halten müssen. Aber bei irgendwelchen anderen Personen, die wirklich nachweislich keinen Bock auf Arbeit haben, geht das komischerweise.
Ich habe selbst in der o.g. Einrichtung als 1-Euro-Jobber ausgeholfen. Da waren einige Kinder von Müttern, die eigentlichen keinen Bock auf die Massnahme hatten und morgens lieber mit dem Arsch im Bett geblieben sind bzw max. irgendwann um 10 beim Arzt aufgetaucht sind um sich einen gelben zu holen.


LG
Sandra

Beitrag von drachenengel 05.09.08 - 16:11 Uhr

Hi Du :-)

Ja und Nein... manches kann man mitunter nicht nachvollziehen... aber ganz ehrlich!?

Ich möchte Deinen Job nicht haben ;-) Wie hältst Du das tagein-tagaus nur durch?

ALG2 war ich gottlob noch nie drauf angewiesen, soweit die Kräfte reichen, möchte ich auch nie drauf angewiesen sein...

Nur manchmal fragt man sich wirklich, nach welchen Kriterien die Plätze in Weiterbildungen/Qualis z. B. von der AfA vergeben werden...

meine 6 Wochen Business-Englisch in einer Gruppe brachten 3 neue Vokabeln und vertiefen der Grammatik.. kein Geschäftsbrief auf Englisch, keine Diskussion rein auf Englisch etc... leider lehnten die das kostengünstigere Einzeltraining aber ab... nun ja, Wirtschaftsenglisch war Grundbedingung für Arbeitsvertrag.. gottlob gibt es viele Bücher, die mich fit machten ;-)

Feines WE

LG
Mone

Beitrag von kati543 05.09.08 - 15:39 Uhr

Ähnliches habe ich auch durch mit dem AA. Ich hatte meine Ausbildung (überbetrieblich) abgeschlossen und habe von meinem Ausbilder eine Garantie bekommen, dass sie mich einstellen, wenn ich noch einen Kurs (eigentlich nur eine Prüfung) mache - selber finanzieren konnte ich den nicht. Er kam ca. 5000€. Aber das bekommen nun mal nur Langzeitarbeitslose finanziert. Naja. Das Ende vom Lied: Ich habe den Kurs nicht machen können und wurde dann arbeitslos. Es wäre übrigens mein absoluter Traumjob gewesen. Den Kurs hätte ich locker geschafft. Mit der Materie habe ich schon 5 Jahre zuvor gearbeitet. Mir fehlte eben nur die Prüfung. Die Schule hätte mir das Angebot nie gemacht, wüßten sie nicht, dass ich es 100%ig schaffe. Ich hatte während der Ausbildung schon teilweise in dem Gebiet meine "Fähigkeiten" unter Beweis gestellt, in der Berufsschule wurde ich freigestellt (für diese Fächer), weil ich eh alles schon wusste (hatte vorher schon studiert) und für alles Scheine hatte. Ich habe dann 3 Monate später einen Job als Bürokauffrau (befristet auf 2 Jahre) bekommen (:-[). Mein Chef hat mich zum Glück ab und an auch in der technischen Abteilung arbeiten lassen - ansonsten wäre ich dort verkümmert. Mittlerweile rette ich mich von einer Elternzeit in die nächste. Da ich nun seit Jahren nicht mehr in meinem Beruf gearbeitet habe (ja, eigentlich noch nie) bin ich da auch raus und eigentlich "ungelernt". Wenn ich also aus der Elternzeit komme, werde ich eben Langzeitarbeitslose. Vielleicht habe ich ja dann eine Chance, den Kurs zu besuchen.

Katrin

Beitrag von schnecki82 05.09.08 - 16:19 Uhr

Hallo!

Also ganz ehrlich???

Du hast eine Ausbildung und ein Studium absolviert und tingel tangelst 10 Jährchen mit Gelegenheitjobs durch die Gegend.

Was genau soll denn da nun eine weitere Ausbildung bzw. Umschulung ändern?

Dein Mann soll Dir von einer Spedition ein Schriftstück geben lassen, dass er übernommen wird, sobald er den C-Schein hat, dann wird die ARGE ihm das Geld auch vorschiessen bzw. übernehmen.

Falls Du so rein gar nicht voran kommst (und die 10 Jahre sprechen ja irgendwie dafür) solltet Ihr wohl doch mal an einem Umzug denken, dass auch DU wieder ein normales Leben führen kannst.

LG Sabine!