Ist das Rechtens?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von tapsitapsi 05.09.08 - 17:14 Uhr

Hallo,

ich bin Lehrerin und im Moment in einem befristeten Angestelltenverhältnis. (Übrigens bereits der 5. befristete Vertrag.)

Nun hab ich Mitte August einen Anruf bekommen, dass ich zum 1.9.08 verbeamtet werden soll.
Alles schön und gut.
Ich bin dann auch umgehend zum Gesundheitsamt wegen der Einstellungsuntersuchung.
Dort wurde ein massives Übergewicht festgestellt (was ich ja wusste, denn ich hab immer noch Schwangerschaftspfunde drauf. Hatte 30 Kilo zugenommen, aber davon kaum was angefuttert sondern durch etrem vielen Wassereinlagerungen. Wollte der Amtsarzt überhaupt nicht wissen. Der hat nicht mal meinen Mutterpass angeschaut, um zu sehen, wie die Schwangerschaft verlaufen ist und ob es durch die hohe Gewichtszunahme Probleme gab. Der hat mich aufgrund emines Gewichts nur noch runter gemacht! Aber das ist ein anderes Thema.)
Trotzdem hat er das ok gegeben für die Verbeamtung auf Probe und hat mir halt die Auflage erteilt, dass ich bis zur Verbeamtung auf Lebenszeit mein Gewicht von 2004 (da hab ich hier angefangen zu arbeiten) wieder habe. Ist ja auch kein Thema, denn da will ich ja auch selbst wieder hin und bin am arbeiten.

Nun haben wir heute den 5.9. und weder ich noch die Schule haben etwas wegen der Verbeamtung gehört.
Der Bezirkspersonalrat hat mich aber schon angeschrieben und mir gratuliert.
Also hab ich heute bei der zuständigen Behörde angerufen und mal nachgefragt.

Da kommt mir die Frau dort (die nicht mal meine Sachbearbeiterin ist) total motzig mitgeteilt, ob ich denn nicht wüsste, was das Gesundheitsamt geschrieben hat. Ich habe dann gesagt, dass ich das weiß und dass der Amtsarzt sein volles ok gegeben hat ( Ich hab den Befund auch bekommen). Sie meinte dann, dass das zwar stimme, aber mit dieser Auflage, könnte man mich jetzt nicht verbeamten.
Ich hab ihr dann gesagt, dass ich das sehr diskriminierend finde und habe gefragt, ob denn Raucher auch nicht verbeamtet werden, weil ja bei denen auch ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht.
Auf solche Diskussionen ließe sie sich erst gar nicht ein und wenn ich weiter mit ihr diskutieren wolle, dann würde sie meinen Antrag bzw. meine Verbeamtung direkt ablehnen.

Sorry für das viele #bla vornweg.

Aber nun zu meiner eigentlichen Frage: Kann ich rechtlich dagegen vorgehen, wenn sie mich nun doch nicht verbeamten? Ist das eigentlich ok, was die da machen?
Ich hab ja eigentlich von allen Seiten das ok bekommen: Gesundheitsamt, Personalrat...
Die Schule steht komplett hinter mir und setzt sich für die Verbeamtung ein.

Ich bin dann mal nächste Woche gespannt, wenn meine Sachbearbeiterin wieder da ist und was die dann sagt.

Ich sag schon mal DANKE für Antworten!

LG Michaela

Beitrag von anyca 05.09.08 - 17:46 Uhr

Wie das rechtlich ist, weiß ich nicht (immerhin haben die ja das Recht, diese Gesundheitsuntersuchungen zu machen), aber ich weiß, daß meine Cousine extra abgenommen hat, um ihre Verbeamtung nicht zu gefährden. Ist natürlich blöd, daß ausgerechnet jetzt da die Schwangerschaftspfunde dazwischenkommen bei Dir!

Beitrag von tapsitapsi 06.09.08 - 12:39 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort.

Ich hab in der Schule auch schon von einigen gehört, dass man wegen verschiedener Gründe die Verbeamtung schwer gemacht hat.

Eine Kollegin hat sogar mal wochenlang nur noch Tee getrunken, um abzunehmen, damit sie verbeamtet wird.

Das kann es ja auch nicht sein.

Und dass ich daran arbeite, meine alte Figur wieder zu bekommen, ist auch logisch.

Mein Problem ist ja eigentlich auch nur, dass das Gesundheitsamt für die Verbeamtung auf Probe das volle ok gegeben hat (Ich hab das auch schriftlich bekommen!) und dass die nun rumzicken.

Ich bin echt nächste Woche mal gespannt, wie es ausgeht!
Werd mich mal noch mit einem Anwalt in Verbindung setzen!

LG Michaela

Beitrag von jules1971 05.09.08 - 17:56 Uhr

Hallo,

ich weiß nur von einem entfernten Bekannten, einem engagierten und beliebten Lehrer mit viel Spaß an der Sache, dass er derzeit keine Chance auf eine Verbeamtung aufgrund seines Übergewichtes hat.
Und ein anderer hat das Lehramt-Studium u.a. deswegen geschmissen, da er die nötige Gewichtsreduktion nicht geschafft hätte, bzw keine Lust drauf hatte.

Gruß,
Julia

Beitrag von tapsitapsi 06.09.08 - 12:42 Uhr

Hallo Julia,

ich hab von Kollegen auch schon gehört, dass bei vielen die Verbeamtung schwer gemacht wurde.
Eine Kollegin hat sich mal nur von Tee ernährt, um abzunehmen.
Das kann es ja auch nicht sein.

Man wird ja quasi dazu gezwungen, eine Essstörung zu bekommen! Dann ist man zwar dünn, hat aber ne andere Krankheit!

Eigentlich dürfte kein Raucher verbeamtet werden. Die haben genau so ein Gesundheitsrisiko wie die Dicken!

LG Michaela

Beitrag von danaz 05.09.08 - 19:49 Uhr

Hallo,

grundsätzlich hat der Arbeitgeber bei Beamten ja eine relativ hohe Fürsorgepflicht. Immerhin bekommt man Lohnfortzahlung im Krankheitsfall im Zweifelsfall auch über Monate hinweg. Ich kann also verstehen, wenn ein Dienstherr die Verbeamtung aus Gründen des Übergewichts ablehnt. Was mich wundert ist, dass der Personalrat offensichtlich schon beteiligt wurde; der Arbeitgeber also ursprünglich offensichtlich vorhatte, die Verbeamtung vorzunehmen. Nun kann ja die Stellungnahme des Arztes danach gekommen sein. Grundsätzlich dürfte diese allerdings nicht zwangsläufig entscheidend sein; vielmehr wird diese nur unterstützend herangezogen. Ich habe auch schon von solchen Fällen gehört, dass eine Verbeamtung wegen des Übergewichts erschwert wurde. Irgendwie kann ich es halt auch verstehen, wenn man die möglichen Kosten sieht, die auf den Arbeitgeber zukommen können. Und da interessiert es nicht, wie es zum Übergewicht kommt; denn die Schwangerschaft ist ja noch kein Beweis dafür, dass Du das Gewicht auch wirklich wieder verlierst (dafür die Daumen gedrückt).
Den einzigen Rat, den ich Dir geben kann, mit dem Personalrat zu sprechen. Vielleicht bringt das ja was.
Gruß Dana und alles Gute

Beitrag von tapsitapsi 06.09.08 - 12:52 Uhr

Hallo Dana,

danke für deine Antwort.

Schulleitung und Personalrat wissen Bescheid und wollen sich direkt in der nächsten Woche drum kümmern.

Zusammen mit der Schule kämpfen wir seit mind. 4 Jahren um eine feste Stelle an der Schule. Jetzt soll es endlich geklappt haben. Wir waren alle super glücklich und jetzt fangen die anderen an zu zicken.

Man muss doch eh nochmal untersucht werden und es sind noch andere Sachen wichtig (Unterrichtsbesuch vom Schulleiter) für die Verbeamtung auf Lebenszeit. Ich unterschreibe auch dafür, wenn ich es nicht schaffe, mein Gewicht zu reduzieren, dass ich dann nicht auf Lebenszeit verbeamtet werde, sondern im Angestelltenverhältnis einen unbefristeten Vertrag bekommen möchte.
Zumal vom Amtsarzt ein volles ok für die Verbeamtung auf Probe kam!

Meine Sachbearbeiterin ist erst in der nächsten Woche wieder da. Ich bin echt mal gespannt, wie die Sache endet!

Dann werde ich mich mal mit einem Anwalt unterhalten, ob das wirklich so ok ist. Ich habe ja von allen Seiten die Zustimmung, dass einer Verbeamtung auf Probe nichts im Wege steht!

LG Michaela (die, wenn sie jetzt die ganze Sache komplett an sich ranlassen würde, mit den Nerven so am Ende wäre, dass die 20 Kilo von selbst verschwinden lassen würden. Das hatte ich im Referendariat. Das erste halbe Jahr war so nervlich anstrengend, dass mein ganzer Körper gesponnen hat und ich 20 kg oder gar noch mehr abgenommen hab. Das kann es aber auch nicht sein!)

Beitrag von wasteline 05.09.08 - 21:17 Uhr

Ich frage mich gerade, ob verbeamteten Lehrern, die während ihrer Dienstzeit etliche Kilos zulegen, die Verbeamtung wieder aberkannt wird. Vielleicht könnte die gute Sachbearbeiterin Dir diese Frage beantworten.

Ob es rechtlich ok ist, was Du da gerade erlebst, kann ich dir leider nicht sagen. Aber ich finde es übelst diskriminierend.

Beitrag von tapsitapsi 06.09.08 - 12:54 Uhr

Hallo,

zum Glück muss ich mit der Frau nicht mehr reden! Meine kommt am Dienstag aus dem Urlaub wieder!

Aber diese Frage werde ich dann auch mal stellen.
Außerdem hab ich ja auch schon die Frage gestellt, dass Raucher dann auch nicht verbeamtet werden könnten. Die haben genauso ein Gesundheitsrisiko.
Aber darauf hin, hat sie ja angeboten, alles direkt abzulehnen!

Ich werd mich noch mal mit einem Anwalt unterhalten, ob das alles so ok ist.

Ich hab ja auch die Zustimmung von allen Seiten!

LG Michaela

Beitrag von manavgat 06.09.08 - 13:30 Uhr

Du müsstest Dich mal an einen Anwalt für Arbeitsrecht wenden. Notfalls kannst Du die Verbeamtung einklagen. Allerdings kann es auch sein, dass die Dame schlicht einen schlechen Tag hatte.

Gruß

Manavgat

Beitrag von tapsitapsi 06.09.08 - 18:12 Uhr

Danke!

Ich werde mich auch einmal an einen Anwalt wenden.

Am Dienstag ist auch meine Sachbearbeiterin wieder da. Da will dann mein Schulleiter mal anrufen.

Das mit dem schlechten Tag ist vielleicht gar nicht so verkehrt!;-) Immerhin war es an einem Freitag nach 13 Uhr, wo ich mit der Dame telefoniert habe!

LG Michaela

Beitrag von mandy2401 08.09.08 - 22:11 Uhr

ich würd mich auch mal bei einem anwalt erkundigen. ich kann nur sagen, dass ich ende des achten monats meiner schwangerschaft verbeamtet wurde (auf Lebenszeit) die untersuchung war bei mir im 5. monat und da konnte glaub ich noch niemand wissen was ich noch zulege.