Trennung auf Zeit - Neue Chance oder Anfang vom Ende

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Nachdenkliche 05.09.08 - 18:08 Uhr

Mein Mann und ich haben eine schwere Zeit hinter uns. Eigentlich könnte jetzt alles wieder gut sein aber gerade jetzt spielen die Gefühle verrückt. Wir kommen einfach auf keine Grünen Zweig. Wir streiten nur und gehen uns aus dem Weg. Und die Kinder merken es auch schon.

Wir sind schon bei einer Paartherapeutin (die ein Vermögen kostet) und auch die hat uns mal eine Pause vorgeschlagen. Einfach um mal wieder Luft zu holen. Ich und die Kiddis bleiben im Haus und er zieht aus. Kommt aber einmal die Woche um den Nachmittag mit den Kindern zu verbringen (ohne mich) und hat sie 2 Wochenenden. Wir wollen uns jetzt mal vorerst für 4 Wochen trennen.

Hat sich hier schon mal jemand räumlich getrennt für eine gewisse Zeit?????? Denkt ihr das bringt was???

Gruß die Nachdenkliche

Beitrag von engelchen113 05.09.08 - 18:16 Uhr

Hallo Du,

ich selbst habe soetwas bisher zwar noch nie ins Auge gefasst, aber habe einige Beispiele im Freundeskreis miterlebt, eines auch ganz aktuell.

Tja, leider ist es so, daß bisher bei keinem der Paare ein gemeinsames Familienleben wieder eingetreten ist. Die räumliche Trennung war eigentlich nur eine Trennung auf Raten.
Mit welcher Absicht hat Euch die Therapeutin dazu geraten, wann soll Dein Mann denn wieder bei Euch einziehen?

Viel Kraft, engelchen113

Beitrag von xoey 05.09.08 - 18:17 Uhr

Hey,

also wir haben uns vor 1 1/2 Jahren auch (räumlich) getrennt.

Ich kann nur sagen, es hat unsere Beziehung gerettet.

Wir haben uns jedoch weiterhin gesehen und gemerkt, wie viel man an dem anderen noch hat. Sicher ist es auch ein wenig der Alltag, der gefehlt hat, aber mam merkt schon, ob es der Partner ist oder der Alltag.

Selbst als wir wieder zusammen kamen, hat er seine Wohnung noch behalten und das hat unserer Beziehung das gewisse Etwas verliehen.

Man hat nicht wieder die selben Fehler begannen. Als wir diese Fehler im Griff bekommen haben, hat sich die Wohnung nach und nach selber erübrigt. Bis sie überflüssig war.

Also ich finde, es muss nicht immer das Aus bedeuten.

LG

Beitrag von silkstockings 05.09.08 - 18:21 Uhr

Ich habe das mal meinem Exmann vorgeschlagen. So ähnlich wie deine Therapeutin. Wir haben damals auch eine Therapie gemacht.

Er hat das abgelehnt. Rigoros.

Unsere Therapeutin hat das als gute Chance gesehen, genau wie ich.

Meine Ehe ist seit zehn Jahren geschieden.

Gerade weil es klar definiert ist (4 Wochen sind ja nix) finde ich das machbar und gut. Ihr könnt sehen, ob ihr euch fehlt, vermisst. Mal an die guten Dinge denken. Kontruktiv miteinenader umgehen und Sehnsucht entwickeln.

Und wenn es nicht klappt würde es anders auch nicht klappen.

Meint

Silk

Beitrag von nick71 05.09.08 - 19:13 Uhr

Das kann eine Chance oder auch der Anfang vom Ende sein...die Glaskugel haben wir leider alle nicht im Keller ;-)

Aber wenn's in einer gemeinsamen Wohnung definitiv nicht mehr funktioniert, ist das ja eigentlich die einzige Alternative.

Beitrag von nyiri 06.09.08 - 09:06 Uhr

Probiert habe ich das mit dem Vater meines Sohnes und es hat nicht funktioniert. Wir sind seit mehr als 7 Jahren nun getrennt. Menschen ändern sich nun mal nicht , nur weil man dann getrennt weiterlebt.

Heute und mit viel Abstand denke ich, dass man entweder innerhalb einer Wohnung miteinander funktioniert oder gar nicht. Was in vier Wänden nicht klappt, klappt auch mit Distanz nicht, denn Trennung auf Zeit heißt für mich, dass man in absehbarer Zeit eigentlich wieder zusammen leben möchte. Wenn aber meine Beziehung nur in getrennten Wohnungen wuppt, dann habe ich keine Zukunftsperspektiven auf ein gemeinsames Leben mehr. Und genau das ist es doch, was Partner miteinander anstreben und irgendwann teilen wollen, oder?

Ich wünsche Dir trotzdem viel Glück, auch wenn ich keine lebenden Beispiele kenne, bei denen das bis heute funktioniert hat, denn versucht haben es so einige aus meinem Bekanntenkreis. Ich auch, sogar gleich 2x.

Beitrag von Nachdenkliche 06.09.08 - 10:29 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten.

Also auf Dauer wollen wir nicht getrennt leben. Würde auch garnicht gehen. Er zieht erstmal zu seinen Eltern und ich bleibe im Haus. Es geht eigentlich mehr darum mal Luft zu bekommen. Die letzten 4 Jahre waren einfach hart, Hausbau, finanzielle Probleme, ich 1 Jahr schwer krank....... und dann hat er auch noch eine Weiterbildung angefangen. Die letzten 2 Jahre hatten wir fast nix von ihm, und wir haben uns gut zurecht gefunden. Jetzt "stört" er fast.
Wir trennen uns erstmal räumlich und gehen weiter zur Paartherapie. Dann wird sichs zeigen ob es was bringt oder nicht. Wir werden uns auch so nicht weiter sehen außer bei der Therapie oder wegen den Kindern.
Im Moment kann ichs mir noch garnicht vorstellen wie es wieder werden soll. Ich fühl mich als wär ich einfach nicht zum zusammen leben mit jemand anderem geschaffen.

Beitrag von seelenspiegel 06.09.08 - 11:49 Uhr

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass wenn sich bei einer Trennung auf Zeit alles wieder beruhigt und ein klein wenig einpendelt, über kurz oder lang die gleichen Probleme wieder auftauchen und alles von vorne los geht, sobald man wieder zusammen wohnt.