Wie klappt es bei Euch mit der Erziehung????

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von pusteblume1977 05.09.08 - 18:27 Uhr

Hallo alle Zusammen,

habe da mal ne frage: Wie klappt das bei Euch mit der Erziehung. Also unser Sohn ist im Juni 08 zwei Jahre alt geworden und er ist für sein alter schon ziemlich weit Entwickelt (Aussage der Kinderärztin). Unser Problem ist es das er kein Stück hört. Er macht genau das was er möchte und nichts anderes. Manchmal können wir in zu was überreden aber das ist eher selten.

Kann ich Ihn jetzt schon bestrafen oder mit irgendwelchen Verboten drohen?? Oder würde er das noch nicht verstehen.

Beispiel: Wenn ich sage er soll nicht mit dem Trinken rum matschen dann schüttelt er den Becher erst recht.
Oder wenn ich sage er soll nicht an Papa´s Schrauben gehen dann greift er ganz hastig mit der ganzen Hand herein und wirft sie alle auf den Boden. Wenn wir schimpfen fängt er an zu lachen und sieht das als Spiel an. Auch wenn wir ihn zur Strafe mal auf den Flur schicken. Dann singt er dort halt die Lieder aus der Krabbelgruppe ganz laut.

Kennt ihr das auch?? Was soll ich da jetzt machen.

LG Danny

Beitrag von brianna123 05.09.08 - 19:06 Uhr

Hallo!

In dem Alter ist das Verhalten völlig normal, unser Kleiner ist auch so.

Ich reagiere aber anders, schimpfe nicht.

Wenn dein Kleiner z. B. mit dem Trinken rummatscht, erkläre ihm, warum er das nicht darf. Schau ihm dabei in die Augen und frage ihn, ob er das verstanden hat. Sag das alles ganz ruhig. Wenn er wieder matscht, dann nimm ihm den Becher weg. Dann wird er sich bestimmt erstmal aufregen, das kann er ja auch ruhig. Wenn er sich wieder normalisiert hat, erkläre ihm ganz sachlich noch einmal und in Augenhöhe, warum er das nicht sollte. Wenn er das verstanden hat, kannst du ihm den Becher wiedergeben.

Bei uns funktioniert das wunderbar.

Außerdem versuche ich mich, in die Lage des Kindes zu versetzen! Wirft er z. B. die Schrauben runter, weil er es so toll findet, wie sie dort auf den Boden rollen; oder ist ihm gerade langweilig oder macht er es, um dich zu ärgern?

LG

Sabrina

Beitrag von annalina 05.09.08 - 19:37 Uhr

Hallo,

das ist absolut normal in dem Alter. Bei uns ist es genauso zur Zeit.

DAs vergeht auch wieder...

Ich versuche nicht zu schimpfen, aber manchmal bin ich halt auch nur "Mensch" und genervt. Dann schimpfe ich auch mal.

Grundsätzlich ist das reines Ausprobieren wie weit man gehen kann mit der Mama.

LG annalina mit 3 Kids

Beitrag von bine3002 05.09.08 - 20:55 Uhr

Völlig normal. Dein Sohn entdeckt gerade seine eigene Individualität und das ist ein wichtiger und notwendiger Entwicklungsschritt. Also freu dich darüber so wie Du dich darüber gefreut hast als er laufen lernte.

Er braucht allerdings auch feste Regeln um gut gedeihen zu können. Regeln geben Klarheit und Sicherheit. Welche Regeln das sind, das gibst Du vor.

Ich persönlich finde erstmal alles wichtig, was im Zusammenhang mit Sicherheit steht. Z. B. an der Straße wird an der Hand gelaufen, in der Küche wird beim Kochen nicht herumgetobt, auf der Treppe wird nicht gespielt, am Herd wird nicht herumgedreht usw. Das waren so die ersten Regeln, die Java kennenlernte. Mittlerweile ist sie 25 Monate alt und lernt langsam auch Regeln kennen, die im Zusammenhang mit "sozialem Miteinander" stehen. Also z. B. dass wir uns gegenseitig respektieren und Rücksicht aufeinander nehmen, konkret, dass sie z. B. beim Essen aufstehen darf, aber uns in Ruhe essen lässt. Auch aufräumen und ein bißchen Hausarbeit (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) gehören dazu.

Wie gesagt, es ist sehr individuell und Du solltest einfach mal überlegen, was dir wichtig ist und vor allem warum es dir wichtig ist. Versuche dann eine altersgerechte Erklärung für dieses warum zu finden und wenn dir keine einfällt, dann warte noch etwas mit dieser Regel, d.h. stelle sie gar nicht erst auf (Ausnahme Sicherheit, manche Dinge müssen einfach sein).

Das bedeutet nicht, dass man jede Regel stundenlang erklären muss. Bei kleinen Kindern genügt eine ganz kurze Erklärung. Bei der Umsetzung brauchst du dann Konsequenz. Wenn etwas so ist, dann ist es so: Heute, morgen und wenn es schnell gehen muss auch noch! D.h. Du solltest keine Ausnahmen machen, weil es gerade unbequem ist oder Du weißt, dass es Protest geben wird. Ich finde es dagegen Ok, Regeln immer wieder zu überdenken und abzuändern, aber dann erst am Abend nach einer ruhigen "Duskussionsrunde". Das fällt für mich unter "soziales Miteinander", Kinder sollten das Familienleben mitgestalten dürfen. Es wäre z. B. unsinnig, ein 10jähriges Kind immer noch an der Straße an der Hand laufen zu lassen. Dagegen kann man dann von einem 10järhigen Kind erwarten, dass es so lange am Esstisch sitzen bleibt bis alle aufgegessen haben. Eine Regel fällt weg, eine andere kommt hinzu.

Konsequenz bedeutet dabei auch, dass das Nichtbefolgen bestimmter Regeln Konsequenzen nach sich zieht. Diese sollten vor allem logisch nachvollziehbar sein. Geht das Kind nicht an der Hand, dann muss es auf den Arm oder in die Karre. Nervt es beim Essen rum, dann muss es das Esszimmer verlassen. Überlege dir schon wenn Du die Regel aussprichst, eine logische Konsequenz. Dafür muss man manchmal sehr schnell schalten, denn Kinder sind wie kleine Kugelblitze ;-)

Das ist mein Rezept und es funktioniert ganz gut. Natürlich testet meine Tochter uns auch aus, immer wieder und immer häufiger, aber wir kommen gut damit zurecht und haben selten Trotzanfälle.

Wenn sie es mal ganz wild treibt, dann gebe ich ihr auch eine Auszeit. D.h. sie darf dann erstmal ein/zwei Minuten im Sessel sitzen mit nichts außer sich selbst. Vor allem, wenn sie wiederholt grob gegenüber anderen Kindern war, darf sie erstmal nicht mehr spielen. Anschließend verlange ich von ihr, dass sie sich entschuldigt. Im Moment weigert sie sich oft. In dem Fall biete ich ihr an, mitzugehen und dann klappt es meistens. Ich stärke ihr also auch den Rücken, wobei sie den letzten kleinen Schritt dann alleine gehen muss. Gleiches gilt, wenn sie etwas aufheben oder saubermachen soll.

Da wären wir dann beim Rumsauen mit dem Trinkbecher. Das macht unsere natürlich auch gerne, ich denke das ist ganz normal. Einerseits kann sie nicht verstehen, warum sie das nicht darf, andererseits muss sie es auch nicht übertreiben. Bei mir fällt das dann unter "Sicherheit", jemand könnte ausrutschen. Also muss sie es selbst wegmachen. Und wenn sie sich weigert, siehe oben, gehe ich mit ihr an der Hand einen Lappen holen und "nötige" sie, es aufzuwischen.