Frage an männlich und weiblich: ist die "Emanzipation" gescheitert ?

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Beitrag von minimind 05.09.08 - 22:19 Uhr

Hallo Leuts

aus gegebenen aktuellen Anlässen meines Lebens frage ich mich und euch:

was heisst Emanzipation aktuell, wo wollten wir hin, wo stehen wir heute?

Kurz vorweg:

ich bin Generation Nach- 68er, ( Geb. 61) wurde von meiner Mutter mit der dringenden Prämisse erzogen, einen "Männergleichwertigen" Beruf zu erlernen um
( -anders als sie- ) finanziell unabhängig zu sein. Der Generation entsprechend habe ich mindestens 1,5 lfm Frauenliteratur im Regal....

Ich habe 3 ( fast erwachsene ) Kinder, einer ist fast 19.

Seit 7 Jahren bin ich alleinerziehend und : allein VERDIENEND.

Obwohl ich besser in meinem Job bin als mein Kollege wird dieser vom Chef mit den interessanteren Jobs betraut.

Chef und Kollege gehen gemeinsam zu Fortbildungen ( "weil ein Bauleiter(in) ja die Stellung halten muss"- so mache ich die Fortbildungen gleichwertig auch- aber zeitversetzt und allein )

Mein Kollege verzapft soviel "Sch..." das ich mich morgens nichtmal mehr ins Büro trauen würde- dennoch wird er forciert und aufgebaut.

Als ich eine Gehaltserhöhung wollte weil es mit dem Geld vorn und hinten nicht reicht bekam ich die Antwort: " wieso- zahlt dein Kerl denn nicht ?"
Frage: wieso muss für mich oder meine Kinder ein "Kerl" zahlen wenn ich - genauso wie ein Mann- eine Familie zu ernähren habe? Zahlt " SEINE ALTE "? ....wohl kaum.

Interressant ist die Entwicklung der Bauherren in den letzten Jahren.
Während es bis vor ein paar Jahren ÜBERHAUPT kein Problem war, eine weibliche Bauleiterin zu haben kommt es in der letzten Zeit immer öfter vor- und das besonders je jünger die Bauherren sind-

das "SIE" nichts zu melden hat und "ER" das wackelige Regiment führt. Wackelig deshalb weil scheinbar noch ungeübt darin, der "Macher" sein zu müssen oder zu sollen....

Eine weibliche Bauleiterin, die vielleicht sogar widerspricht (!) hat in letzter Vergangenheit öfter zu Problemen geführt ( Bauleiterwechsel: bitte einen Mann! Klammer auf- kompetenter -Klammer zu )

Daraufhin habe ich meinen fast 19- jährigen Sohn gefragt: wie ist es bei euch? In deiner Generation?
Die Antwort hat mich umgehauen:

"Sie" soll einen guten Job haben, also mitverdienen. Und sich um die Kinder kümmern.
ABER. Der Mann muss immer (!) den "ersten Stich" behalten. Heisst: Mehr verdienen und der Überlegene sein.... der MANN sein also.....

.... darüber hinaus erwähnte er noch, das die meisten Mädchen allerdings gar keine ernsthafte Schul/ Berufsausbildung mehr anstreben würden sondern auf frühe Mutterschaft aus wären was scheisse wär weil man dann für die alles finanzieren müsste und sie im Gegenzuge nicht mal kochen könnten.....

Na Klasse. Ich habe die Erziehung anscheinend total verkackt.... Nee. Hab ich nicht. Es scheint, als wenn insgesamt eine Gegenströmung in Gang ist.

tatsächlich ist es so, das die Mädels, die hier zu Besuch kommen ( Oberstufe (!)) - trotz gehobenem intellektuellem Stand- sich ausserordentlich viel Mühe geben sich dem "männlichen Part" gegenüber als "schwach bis schwachsinnig" zu geben. Devot wäre wahrscheinlich der passendere Ausdruck.


Meine Frage an euch:

beobachtet ihr soetwas auch?

-werde ich jemals die gleichen Chancen bekommen wie mein Kollege- und wichtiger:
-Geld verdienen wie ein Mann, der Famile, Haus, Ferienhaus usw. zu finanzieren hat?
- möchten wir Frauen lieber einen Macher und Versorger? (JAAAAAAA!!!!!)
- möchtet ihr Männer lieber Frauen am Herd ?
- geht es voran? Oder zurück? Und wohin?

lg

Petra


Beitrag von minimind 05.09.08 - 22:21 Uhr

ach so- mein Job: ich hab auf Mama gehört, habe studiert, bin Ingenieurin und arbeite als Bauleiterin im Hochbau.

Beitrag von seehundandi 05.09.08 - 22:36 Uhr

ich habe in den Jahren gelernt das Frauen überall bevorzugt wurden ausser beim Gehalt.

Beitrag von emmapeel62 05.09.08 - 22:40 Uhr

beobachtet ihr soetwas auch?


Tagtäglich wenn ich bei Urbia lese.

Traurig !
Gruß
emmapeel62

Beitrag von minimind 05.09.08 - 23:11 Uhr

lach

yepp

aber das war hier früher mal anders.
Weils aber hier inzwischen so ist wie es ist bin ich auch nur noch alle Jubeljahre hier.

lg

Beitrag von jujpod 05.09.08 - 22:43 Uhr

Hmm. Ich habe mehr das Gefühl, das die Jugendlichen von heute das nicht so wichtig finden.

Für mich persönlich: Ich merke, dass ich in mancher Hinsicht ausgeschlossen bin (Ich arbeite in einem Umfeld, in dem "old-boys-clubs" dominieren). Allerdings ist das nicht nur von Nachteil, mir bleiben all die Schwanzlängenvergleiche erspart und als Frau kann man sich so manches erlauben, was die Herren nicht dürfen.

Wir haben eine gleichwertige Partnerschaft - manchmal glaube ich, das ist normal so, und dann wieder, wenn wir Besuch haben und nur die Weibsen da stehen und spülen (und mein Schatz *stolz*) dann denke ich wieder nix geht.

Gute Umfrage, und ich glaube, ich habe keine guten Antworten.

LG

Julia

Beitrag von joulins 05.09.08 - 22:53 Uhr

Hallo Petra,

das ist eine SEHR interessante Frage, und sie hätte es verdient, in einem Politik+Gesellschaftsforum über viele Tage diskutiert zu werden! Seufz ...

Ich kenne deine Beiträge aus vielen Urbia-Jahren, und ich habe immer bewundert, wie du es als alleinerziehende Mutter so hingewuppt hast - inklusive den Hauskauf.

Zu deiner Frage: jeder Trend ruft automatisch einen Gegentrend hervor - also, verstärkte Selbständigkeit und berufliche Anerkennung von Frauen provozierte auch zunehmendes Cocooning.

Ich bin Jahrgang 71, und ich würde behaupten, daß ich das personifizierte Beispiel für die domestizierte (also: gescheiterte) Emanzipation bin. Ich habe 10 Jahre studiert, und habe nach meinem Studium nur kurz in meinem Beruf gearbeitet: als Dolmetscherin. Nach einem unendlichen Wirrwarr verschiedenartiger Beziehungen habe ich mit 30 meinen Mann kennengelernt und wir haben kurzerhand beschlossen, ein Kind zu bekommen, Kind 2 folgte kurz danach, ebenfalls eine bewußte Entscheidung.

Nun sind die Kinder 3 und 5, und Zeit, mich beruflich zu entfalten, habe ich je nach Auftragslage, Kindergesundheit und sonstigen häuslichen und und logistischen Anforderungen Mo-Do zwischen 9 und 15 Uhr. Eilige Aufträge gern auch über Nacht. #augen

Als mein Mann und ich beschlossen haben, Kinder zu bekommen, habe ich mir das auch ein bißchen anders vorgestellt: nämlich, daß meine Arbeit auch noch was wert ist. Unsere Fakten heute aber sind: der Mann verdient gut und arbeitet sich halbtot (aber auch, weil er süchtig nach Arbeit ist), unter der Woche bin ich quasi alleinerziehend und Omas gibt es vor Ort nicht. ALLES, was die Familie betrifft, hab ich allein an der Backe. Am Wochenende will mein Mann in Ruhe Zeitung lesen - nein, ich tue ihm Unrecht: es braucht eben auch Abspannung und Erholung. Also bespaße ich die Jungs.

Ich frage mich oft: und dafür habe ich 10 Jahre studiert? Und habe mich zusätzlich durch Gender Studies gekämpft? Um genau in diese Familienfalle zu tappen?

Fakt ist, daß, würde ich den Spieß umdrehen, für alle beteiligten Parteien unendlich viel mehr Streß entstehen würde - ohne daß es finanziell erhebliche Vorteile bringen würde.

Ich bin von meinem Mann finanziell abhängig - so ist die aktuelle Lage. Was ich "dazuverdiene", kann ich verjuxen - verläßlich ist es eh´nicht, und nötig (also, ernstzunehmen) auch nicht. Ich kann dir nicht mal sagen, ob ich darüber glücklich oder unglücklich bin. Es ist halt so.

Was sagt dir das nun?
Ist die Emanzipation wirklich gescheitert? Im einzelnen? In der ganzen Gesellschaft?

Meine Theorie: je härter die Zeiten sind, desto weniger Emanzipation kann sich eine Gesellschaft leisten - oder sie wird scheitern, weil die Frauen vielleicht doch auf die Emanzipation setzen, dafür aber auf Kinder verzichten.

Okay, das Buchstabenkontigent ist zu diesem Thema erschöpft. #freu

Ich warte gespannt auf andere Antworten.

Joulins

Beitrag von schokobine 05.09.08 - 23:17 Uhr

Eine echte Emanzipation wird es erst geben, wenn auch die Männer Kinder bekommen können.

Ich meine das ernst. Es ist in unseren Wurzeln (Genen) verankert, dass die Männer das "starke Geschlecht" sind. Zu Beginn der Menschheit ging es nicht anders. Unsere Natur hat im wesentlichen eins im Sinn: den Erhalt und Fortbestand der Menschheit. Alles andere ist - aus ihrer Sicht - erst mal unwichtig. Wenn also eine Frau damals ihre Hauptaufgabe erfüllte, sprich: schwanger war, musste sie Schutz von außen bekommen, weil sie selbst dazu in diesem besonderen Zustand nicht ausreichend in der Lage war. Der Mann, der ja nicht schwanger sein kann, musste also diese Aufgabe übernehmen. Gleiches galt für die Zeit der Geburt und so lange nach der Geburt, bis der Nachwuchs etwas anderes zu sich nehmen konnte, als Muttermilch. Die Frau war also mindestens 2 Jahre lang nicht in der Lage, sich selbst und ihre Nachkommen ausreichend (vor Feinden) zu schützen. Für die Nahrungsbeschaffung galt das gleiche. Das alles musste zwangsläufig die Aufgabe des Mannes/Vaters sein.

Ich denke, dieses Urmuster (Frau = Kinder bekommen, ernähren, beschützen, aufziehen / Mann = Frau und Kinder beschützen, Nahrung von außen beschaffen) ist nach wie vor in unseren Genen enthalten. Und ob es dem modernen Menschen gefällt oder nicht - es bestimmt nach wie vor unser Miteinander im täglichen Leben.

Wie schon gesagt: es wird sich erst wirklich etwas ändern, wenn diese ursprüngliche Rollenverteilung wegfällt und auch die Männer endlich Kinder bekommen können. Wir sollten aber die Hoffnung nicht aufgeben, denn: Evolution ist immer, es kann noch viel passieren ;-)

LG Sabine

Beitrag von joulins 05.09.08 - 23:21 Uhr

"Evolution ist immer, es kann noch viel passieren"

Na, dann wollen wir mal hoffen! :-)

Beitrag von schokobine 05.09.08 - 23:27 Uhr

Yo, hoffen ist immer gut :-)

Schade bloss, dass die liebe Emanzipation so furchtbar lahm ist #gaehn

Wir werden´s wohl nicht mehr erleben... #schmoll

;-)

Beitrag von manavgat 06.09.08 - 13:52 Uhr

Die Theorie des Biologismus ist schon lange tot.

Da hast Du gepennt, Schwester!

Gruß

manavgat

Beitrag von schokobine 06.09.08 - 14:44 Uhr

Ist sie nicht. Viele würden das zwar gern so sehen. Wenn sie tatsächlich tot wäre, wäre sie aber längst nicht mehr so heiss diskutiert.

Ich habe nicht behauptet, dass der komplette menschliche Geist ausschließlich auf irgendwelchen, angeblichen biologischen Gesetzmäßigkeiten beruht. Und in vielerlei Hinsicht stehe auch ich dem Biologismus äußerst kritisch gegenüber. Vor allem, wie diese Theorien gern zum eigenen Vorteil ausgelegt werden. Aber im Zusammenhang mit dem Thema dieses Threads bin ich davon überzeugt, dass es da noch einen Zusammenhang gibt.

Wenn du das Gegenteil beweisen kannst - bitteschön, ich bin gespannt :-)

Ich geh dann mal wieder weiterpennen, Schwester.

Gruß

Sabine

Beitrag von gaia-70 05.09.08 - 23:49 Uhr

servus,
ich schildere meine eindrücke mal - ich bin männlich und 70 geboren.
ich würde meine generation mal als recht emanzipiert bezeichnen. ich kenne einige frauen in guten positionen... also keine anzeichen von schwach(sinn;-). das frauen weniger verdienen als männer bei gleicher leistung ist sicherlich ein hauptkritikpunkt und sollte sofort angegangen werden. was die heranwachsende generation betrifft, sehe ich auch manchmal schwarz, ob der versorgermentalität die da herrscht. gerade die jungen medels die, wie du´s auch beschreibst möglichst schnell schwanger werden wollen und in eine versorgte situation kommen. vielleicht kommt es durch zuviel konsum, überversorgung, falsche werte? da sind die eltern gefragt, werte zu vermitteln... liebe, respekt, einfach spaß am leben... das sind werte, die für männer und freuen gleichermaßen gelten... wer jetzt kocht, oder die wäsche macht sollte dann im persönlichen zusammenleben geklärt werden. bei uns z.b. ist die rollenverteilung irgendwo konservativ, sprich meine frau macht die wäsche und ich kümmere mich mehr um die technischen sachen, wobei sie auch bohren und dübeln kann und ich auch koche, oder putze. da unsere tochter 10 monate alt ist und meine frau momentan nicht arbeitet, hat sie nätürlich mehr mit dem kind zu tun als ich. ich halte mich aber nicht raus (nehme im oktober auch elternzeit) und überlasse sie sich selbst in ihrer mutterrolle. ich denke für die emanzipation und überhaupt für die positive entwicklung der gesellschaft ist es wichtig, das kinder die angesprochenen werte und auch vorbilder auf mutter und vaterseite vermittelt bekommen. ein großes problem sehe ich eben gerade auch in den konservativ geprägten rollenbildern (alla eva hermann). die frau als reines muttertier mit koch und waschautomatik und den vater, der durch abwesenheit glänzt weil er in seinem superjob mal wieder überstunden macht. das führt dazu das kinder völlig falsche vorstellungen bekommen, was partnerschaft und leben wirklich bedeuten. dadurch erklärt sich auch warum die medels auch hinter den herd wollen und möglicht ohne ausbildung mutti und die jungs wie papi auf fortbildung mit dem kollegen.
ja ich denke wir sollten zurück, zurück zu den ursprünglichen werten - weg vom konsum und dem wirtschaftswachstum. immer mehr geld bedeutet nicht gleich mehr lebensqualität.
schönen gruß
paul

Beitrag von annih 05.09.08 - 23:56 Uhr

Hallo,
in Deutschland ist es doch ganz schwer bis gar nicht erst möglich Beruf und Kinder zu vereinbaren. Ich denke es ist auch nicht gewünscht. Und meiner Meinung nach ist das Modell "Mann geht jagen - Frau ist bei Haus, Kind und Hof" nicht mehr lange tragbar.
Tja und ansonsten? Emanzipation ist m. E. ein dehnbarer Begriff. So ganz spontan meine Gedanken: Es gibt naturgemäss nunmal Dinge die Männer besser können und Dinge die Frauen besser können, daran lässt sich nicht rütteln.
So und mehr bekomm ich aufgrund der späten Stunde nicht hin. Soweit also mein Wort zum Freitag ähm Samstag!
Gute Nacht !
Britta

Beitrag von glu 06.09.08 - 10:14 Uhr

Hallo!

Ich arbeite auch in einer Männerdomäne, allerdings sind Frauen auf dem Vormarsch!
Hier wird auch niemand bevorzugt, dafür muß ich aber noch immer mit Vorurteilen kämpfen!

Ich wurde da aber nicht "hin erzogen" zumindest nicht in den Männerberuf.
Das ich auf meinen eigenen Beinen stehen kann, mein Leben ohne einen Mann meistern kann, darauf hat meine Mutter sehr viel Wert gelegt und ich werde es auch tun, wenn ich denn mal Kinder haben sollte!

So wie eine Tochter von mir lernen würde das es mehr als Küche und Herd gibt, so würde auch ein Sohn lernen das Hausarbeit nötig ist und nicht weh tut!

Ich bin froh das wir nicht mehr in Rollen hineingeboren werden, unser Schicksal nicht schon bei der Geburt "beschlossen" ist!

lg glu

Beitrag von manavgat 06.09.08 - 13:49 Uhr

Es ist richtig, dass sich zu wenig geändert hat. Aber: Änderungen sind ein Prozess und wir sind mitten drin. Frauen können erst seit 100 Jahren Abitur machen. Mein Vater konnte in den 60ern noch den Arbeitsvertrag meiner Mutter kündigen! Vergewaltigung in der Ehe ist (glaub ich) erst seit 10 Jahren strafbar. usw.

Es hat sich viel geändert, aber der Kampf muss weitergehen und es liegt an uns, was wir unseren Kindern vermitteln und vorleben.

Wenn der Kollege sich auf Deiner Arbeit ausruht, dann schups ihn vom Gerüst, wenn keiner hinkuckt... Ne im Ernst: überlege Dir: wie kannst Du ihn als den unfähigen sichtbar machen, der er ist.

Frauen sind in der Arbeit zu wenig strategisch. Ich würde nie fragen: wieso bekomme ich weniger als der Kollege? Sondern klar Forderungen stellen. Ich arbeite in der und der Menge und Qualität und dafür steht mir xy zu. Die Kerle blockieren Dich weil sie die Konkurrenz fürchten. Mit Jammern kommt Frau da nicht weiter, nur mit guter Bewaffnung.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von kja1985 06.09.08 - 14:21 Uhr

Ich denke nicht dass die Emanzipation gescheitert ist. In meiner Verwandtschaft gibt es viele Fälle wo Frauen beruflich erfolgreich sind. Auch Fälle wo der Mann bei den Kindern zuhause bleibt oder "nur" jobbt und die Frauen z.B. selbstständig sind (fallen mir ganz spontan schon drei verwandte Familien ein, es sind sicher noch mehr).

Mein Partner schätzt meine Meinung sehr, wir führen eine gleichwertige Beziehung, die alltäglichen Entscheidungen treffe zu 90 Prozent ich, die grossen treffen wir gemeinsam. Ich bin weder schwach noch schwachsinnig und gebe mich auch nicht so (na gut, ich kann nicht einparken, das ist aber kein blödes Klischee, das kann ich tatsächlich nicht).

Meinem Mann ist es völlig egal ob ich zuhause bleibe (sobald die Kinder gross sind) oder arbeiten gehe. Aber ich denke dass er tatsächlich ein (kleines) Problem damit hätte, wenn ich mehr als er verdienen würde.

Ich denke aber, dass gelebte Emanzipation (d.h. Frauen Vollzeit in den selben Berufen wie die Männer) schnell auf Kosten der Kinder geht. Daher spiele ich (wenigstens noch die nächsten drei Jahre) lieber das Heimchen am Herd (dabei kann ich gar nicht kochen, das macht mein Mann, soviel zur Emanzipation) und betreue unsere kleinen Kinder und starte erst danach in einem absoluten Frauenberuf durch.

Und fühl mich wohl dabei. Ich bin nämlich eine Frau und will gar keinen Männerberuf :-p


Beitrag von wolkiga 06.09.08 - 21:37 Uhr

Hallo Petra,

ich bin auch Bauleiterin. Bin eine von 4 weitere Bauleitern. Die Chefetage ist hingegen durchweg männlich (3 Chefs).

Irgendwann merken die Auftraggeber, wer die Arbeit vor Ort macht. Arbeitgeber, mit denen man öfter zusammen arbeitet.

Wenn es weibliche AG sind, ist die Zusammenarbeit natürlich anders.

Es gibt immer AG, die sich zunächst an Chef wenden. Aber das System wird nicht lang durchgezogen, da die Details immer nur eine Person kennt.

Ich fühle mich in der kleinen Firma sehr wohl und möchte den Job meines Chefs nicht. Sein Einkommen schon. Er hat einen anderen Umgang mit Bauherren als ich. Er fordert mehr und lässt sich nicht drängen.


Die eigentlichen Emanzipationsbremsen im privaten sind für mich Frauen. Habe das erst gemerkt, als ich Mutter geworden bin.

Habe aber einen Freund als strukturkonservativer Familie stammt und wunderbar mit mir harmoniert. Er freut sich über eine Freundin, welche allein zurecht kommt. Ihm ist es allerdings egal, ob ich zu Hause wäre oder arbeite. Modell 1 ist jedoch nicht meines.


Grüße