Wie verhalten nach Alptraumkindergarten?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von stephanieanne 05.09.08 - 23:19 Uhr

Es wird nun schwierig, das alles kurz zusammenzufassen. Also los. Meine Tochter kam mit 3 in den Kiga. Wir wohnen in der Innenstadt und die Kigas um uns herum waren alle etwas siffig, etc. Wir haben uns echt viele angeschaut und haben uns dann für einen entschieden, der ein echt nettes Konzept, Gebäude, etc. hatte. Konfessionell war er auch, da wir beide gläubig sind hat das supergut gepasst.

Das erste Jahr war total prima. Dann wurde eine Erzieherin schwanger und bekam sofort ein BV und dann fing es an, sehr chaotisch zu werden, da dann eine Erzieherin nach der anderen krank wurde, etc. Alle Aktivitäten wurden eingestellt, die Eltern in einem Brief um Verständnis gebeten. Gut. Wir waren nicht glücklich, aber dachten, sie sind sich des Problems bewusst. Unsere Kleine ging eigentlich gerne.

Im 3. Jahr brach das Chaos aus. Es wurde wirklich nichts mehr gemacht und die Kleine kam immer trauriger nach Hause, hatte oft "Bauchweh" und weinte morgens wenn sie hinsollte. Mein Vater hat sie oft gebracht und nicht übers Herz gebracht sie abzugeben, so war sie oft bei meinen Eltern. Im Januar fanden wir dann heraus, dass die Erzieherin sie mit total irren Methoden furchtbar unter Druck setzte. So saß sie einen Tag lang an einem Tisch und weinte, weil sie ein Puzzle machen sollte, aber dachte, es sei zu schwer. Sie wurde gezwungen, dort sitzenzubleiben, bis die Aufgabe erledigt war. In der Zeit kam auch eine Grundschullehrerin, die die Kinder auf die Schulfähigkeit testen sollte.

Wir haben also das Gespräch mit der Erzieherin gesucht (da dachten wir noch, dass man das vernünftig klären könnte) und in dem Gespräch bekamen wir dann gesagt, dass das Kind nicht in die Schule gehen könnte, sie wäre eindeutig entwicklungsverzögert und "zurückgeblieben" gegenüber allen anderen Kinder. Ich saß da und traute meinen Ohren nicht, bis dorthin waren alle Gespräche, die wir mit dem Kiga hatten total schnell vorbei "gibt nicht viel zu sagen, völlig normales Kind" und nun fielen Wörter wir "Sprachentwicklung nicht altersgemäß, Grob- und feinmotorische Defizite, langsames Arbeitstempo, kein Selbstbewusstsein, etc. etc." Ich konnte wirklich nur noch stottern, dass mein Kind normal ist (ich war echt davor, loszuheulen und wurde salbungsvoll angelächelt und die Erzieherin und die Lehrerin sagten, dass es natürlich immer ein Schock sei, wenn man realisiert, dass das eigene Kind entwicklungsverzögert sei.

Nachdem ich mich beruhigt hatte, habe ich erst einmal den Rektor der Grundschule angerufen, auf die unsere Tochter gehen sollte und wurde informiert, dass der Kiga dort freundlicherweise schon angerufen hatte (ohne unser Wissen (!) und dem Rektor dringend von einer Einschulung abgeraten hatte. Wir legten Widerspruch ein, der Fall wurde dem Schulamt übergeben.

Das Schulamt ordnete eine amtsärztliche Untersuchung an, die 90 Minuten dauerte und ergab, dass unsere Tochter völlig normal sei. Darüberhinaus sollte ein unabhängiger Rektor unsere Tochter anschauen - sie wurde im Mai dann zu einem Schulspiel bestellt, dass 180 Minten ging - Ergebnis: eindeutig schulreif. Er sagte noch, dass er total sauer sei, dass man mit sowas seine Zeit verplempere, da es bei dem Kind nicht "mal ein Fragezeichen gäbe" - er hielt sie für total altersgemäß.

Unser Kinderarzt versicherte uns, dass die U-Untersuchungen völlig altersgemäß gelaufen waren, hat uns aber auf unseren Wunsch ins SPZ überwiesen: auch hier die Diagnose, keine Entwicklungsverzögerung. Kind absolut normal. Die im SPZ waren auch total sauer, weil sie meinten, wir seien nun total verunsichert und sie wüssten wirklich nicht, was unser Kind in einer Förderklasse sollte.

Nun wird sie also eingeschult. Ich bin aber noch immer so wütend auf den Kiga, der mich als "Mutter, die nicht wahrhaben will, dass ihr Kind zurückgeblieben ist und als Racheengel hingestellt hat.

Ich würde die gesamten Diagnoseergebnisse einfach gerne an den Träger schicken (den wir in den Disput eingeschaltet hatten, der aber immer die Meinung vertrat, dass sei "Fachpersonal" und "natürlich würde es weh tun, wenn das eigene Kind so viele Defizite hätte und man würde als Mutter natürlicherweise die Augen verschließen". Als wir ihm dann mitteilten, dass sie eingeschult wird, bekamen wir zur Antwort "dann sei ja alles okay". Für mich ist das aber nicht okay. Immerhin hat sich oben geschildeter Untersuchungsmarathon über ein halbes Jahr hingezogen. Da hätte ich gerne, dass der Träger wenigstens zur Kenntnis nimmt, dass das Kind durch die eingesetzte Methodik so verunsichert war, dass es verhaltensauffällig wurde (es gab noch zwei ähnliche Fälle im Kiga, aber die wollen nichts sagen, aus Angst, dass diese Grundschullehrerin ihr Kind dann auf dem Kieker hat).

Würdet ihr es einfach lassen oder würdet ihr die Ergebnisse zum Träger schicken?
LG
Anne


Beitrag von annih 05.09.08 - 23:35 Uhr

Hallo,
ich bin gerade zufällig auf Deinen Beitrag gestossen und bin irgendwie entsetzt. Mein Kind ist zwar noch nicht so alt aber was ich da lesen musste finde ich schlimm. Kann es sein dass Dein Kind irgendwie zum Spielball für irgendwas benutzt wurde? Ich finde Du solltest - sofern Du die Energie dafür hast - dagegen vorgehen. Was hat sich denn die Dame dabei gedacht? Ist der überhaupt bewusst was Eltern "durchmachen" wenn sie sowas an den Kopf geworfen bekommen? Ich finde es echt heftig.
Alles Gute !
Britta

Beitrag von stephanieanne 05.09.08 - 23:50 Uhr

Wir sind uns wirklich überhaupt nicht sicher, wie wir in der Nummer gelandet sind, wirklich.

Ich sag ja, im ersten Jahr war alles okay, im zweiten na ja, wir haben uns da aber nie beschwert oder irgendwas gemacht. Wir haben eben gedacht, okay, die sind nun viel krank, es läuft wenig, aber das erste Jahr ist okay. Bei Festen haben wir brav mitgeholfen, Kuchen gebacken, etc. Wir sind auch keine Streithähne. Die waren immer freundlich zu uns und wir zu denen - bis eben die Sache mit dem Puzzle (das war nur ein Beispiel) kam. Aber auch da sind wir sehr sachlich geblieben.

Mich irritiert das total und ich habe wirklich Bauchweh wegen der Schule.

LG
Anne

Beitrag von annih 06.09.08 - 00:01 Uhr

Oh mann das glaub ich Dir gerne. Aber ihr seid doch auch der Meinung dass Eure Tochter schulreif ist oder? Von daher ..
Aber was da gelaufen ist .. also wirklich.
Ich hoffe dass Ihr recht schnell eine gewisse Festigkeit in die Sache bekommt. (Sorry aufgrund der späten Stunde haperts gerade am adequaten Ausdruck).
Lieben Gruss und gute Nacht!
Britta

Beitrag von stephanieanne 06.09.08 - 00:20 Uhr

Danke. Am Ende waren wir eben total verunsichert. Es gab erst einmal keinen logischen Grund, weshalb die uns auf dem Kieker haben sollen. Da haben wir oft an uns gezweifelt, so nach dem Motto "ist das Kind normal oder nicht?".

LG
Anne

Beitrag von steffi0427 06.09.08 - 19:27 Uhr

dafür muss es eben keinen grund geben.es werden immer mal kinder rausgepickt,denen ihr gesicht auf deutsch nicht gefiel.udn denen der eltern dazu.mann muss gar nichts getan oder gemacht haben.

war bei uns auch so.also ich habe ihr das ergebniss des fördertestes und das psychologische gutachten vor die füße geschmißen und habe sie total zur schnecke gemacht.mann tat das gut.war natürlich nicht alleine,hatte mir hilfe mitgenommen,zur sicherheit,damit die nicht sonstwas behaupten kann.

tipp mach das das, tut gut,glaube mir, du und die lehrer ihr wisst was mit eurer tochter ist.so wie ich das verstehe werden die sich nicht darauf einlassen.

liebe grüße

Beitrag von carla_columna 06.09.08 - 08:43 Uhr

Ganz klar: ich würde die Ergebnisse mit einem gepfefferten Brief an den Träger schicken.
Natürlich mit Bitte um Stellungnahme.

Das geht ja wirklich gar nicht!!!

Ich hoffe, dass eure Maus die ganze Sache gut überstanden hat und nicht jetzt ein total angeknackstes Selbstbewustsein hat.

Ganz liebe Grüße, Carla

Beitrag von mamacova 06.09.08 - 15:18 Uhr

Hallo,

boah man. Ich bin jetzt voll sauer auf deinen Kiga. BIn auch durch zufall hier gelandet und musste das gleich lesen.

Schick auf jeden Fall den Brief weg, mit bitte um Stellungsnahme. Am besten ber Einschreiben mit Rückantwort. Sonst heisst es ja, der Brief sei nie angekommen.

Deine Tochter tut mir echt tierisch leid. Die arme, sie kann ja am wenigsten dafür das der Kiga so doof ist. Bzw. die Leitung es nicht auf die Rolle bringt.

Bitte berichte mir weiter wie es weiter geht.

Meine Tochter kommt nächste Woche in den Kiga, hoffe mal da geht dann alles gut.

Lg Jenny

Beitrag von steffi0427 06.09.08 - 19:20 Uhr

hallo,

sag mal wo bitte ist den dießer kindergarten?
dieß kommt auch uns sehr bekannt vor,bei uns ist dies das allerselbe geweßen.
unser großer kommt jetzt in 2 wochen in die 2.klasse und hat ein super zeugniss.

liebe grüße

Beitrag von stephanieanne 07.09.08 - 20:59 Uhr

In Baden-Württemberg, wohnt ihr da auch?. Da bin ich total beruhigt, dass es bei deinem Sohn geklappt hat, da mir die Kigaleitung vorwarf ich sei "eine überehrgeizige Mutter, die ihr Kind nun total kaputtmacht".

Ich bin so sauer auf die - obwohl es im Januar anfing und sich im April klärte - aber in der Zeit habe ich echt Nerven gelassen!


LG
Anne

Beitrag von steffi0427 08.09.08 - 13:20 Uhr

hallo,

nein leider.wir wohnen in bayern zwischen bamberg und erlangen.

zu uns wurde auch gesagt wir seien rabeneltern,verantwortungsloß weil er ja so viele probleme habe udn wir uns dieß alles nur schön reden.

zum schluß kam aber auch noch heraus,das die erzieherin viel mit ihm geschrien hatte,gal was er machte nichts war richtig.er war sehr sehr aggressiv auf die erzieherin zu sprechen.wir waren damasl so ratloß,das wir den kia eingeschaltet haben.der hat sich dann mit ihm auch noch einmal unterhalten.und kam zu dem fazit,wir würden richtig handeln wenn wir ihn die letzten 3 monate aus den kiga nehemn würden.da er seelisch eingeschüchtert ist.und nur noch von angst besudelt ist.

die erzieherin drohte mir auch damit das jugendamt einzuschalten,was aber ich schon im voraus tat,habe da angerufen udn gesagt so und so ist passiert mit unserem sohn welche gutachten,ärzte wir hinter unserem rücken haben.und sie mir halt drohte damit.

ich habe der auch mitgeteilt sie könne ruhig anrufen,die wissen schon über alles bescheid.da war sie klein mit hut,sowas habe ich doch nie gesagt.jaja.

aber da gebe es so viele dinge zu erzählen.und wie man am besten reagiert.aber des würde etwas dauern.

aber vielelicht kannst du mich ja mal anschreiben,per email?
zum ausführlichen austausch
liebe grüße

Beitrag von rosinenstern 08.09.08 - 10:17 Uhr

Hallo Anne,

uns ist fast genau das Gleiche passiert. Nur das unser Sohn jetzt erst 3 ist und 1 Jahr in einer Kita war. Dort haben wir auch immer gesagt bekommen: "Alles okay. Völlig normaler Junge."
Als wir uns dann entschieden haben die Kita zu wechseln und zum letzten Elternsprechtag gegangen sind, eigentlich nur pro forma, hat es uns fast vom Stuhl gehauen.
Wir waren auch total verunsichert, was wir in unserer Erziehung nur falsch gemacht haben.
In der neuen Kita habe ich den Inhalt dieses Gespräches auch an die neue Leitung weitergegeben mit der Bitte mir mitzuteilen, sobald etwas auffällig ist.
Auf einem Termin bei entsprechenden Fachärzten warten wir leider noch.

Bis jetzt, 2 Monate besucht er jetzt schon die neue Kita, keine Ansage, dass etwas aufgefallen wäre.

Ich glaube auch nicht daran, dass er entwicklungsverzögert ist.
Ich finde es einfach heftig, dass man als Eltern dermaßen von angeblichen Experten verunsichert wird. Jedes Kind ist nun mal anders und man kann diese nicht in eine Form pressen. Versuche mich einfach nicht verrückt zu machen, er geht seinen Weg so oder so.

Euch alles Liebe!!!!