wieviel ALG2-Kürzung bei Kündigung?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von zuckerpueppchen 06.09.08 - 08:47 Uhr

Hallo,

mein Bruder und seine Familie beziehen ergänzendes ALG2. Er arbeitet 50 Stunden die Woche und bringt 900€ netto nach Hause. Sie haben 3 Kinder, Schwägerin ist noch bis Jan 09 in Elternzeit.
Er will den Job hinschmeißen #aerger :-[ 1 Jahr arbeitet er jetzt für die Firma. Warum er genau kündigen will, das weiß ich nicht.

Zu dem irrsinnigen Plan an sich sag ich jetzt lieber nichts :-[ Möchte gern beim Thema bleiben #aerger

Bitte, was erwartet die Familie, wenn er denn wirklich den Job kündigt?


Schon mal Danke,
LG zp

Beitrag von chiaki 06.09.08 - 09:08 Uhr

Wenn er kündigt bekommt er 3 Monate Sperre beim Amt so wie ich weis.

Liebe Grüße

Beitrag von zuckerpueppchen 06.09.08 - 09:21 Uhr

Danke für diese qualifizierte Antwort.


lg zp

Beitrag von nightingale1969 06.09.08 - 09:15 Uhr

Seine ALG II-Regelleistung wird für drei Monate um 30 % gekürzt, also drei Monate lang 105,- € weniger ALG II (3 31 Abs. 1 SGB II). Beim ALG I tritt gem. § 144 SGB III ebenfalls eine Sperre ein.

Er sollte VORHER mit seinem Ansprechpartner in der ARGE sprechen, wenn es einen wichtigen Grund zum Kündigen gibt, dann tritt keine Sanktion ein.

Beitrag von zuckerpueppchen 06.09.08 - 09:19 Uhr

Danke für deine Ausführliche Antwort #blume

Vielleicht überlegt er es sich (die Sanktionen sind ja nicht ohne, wenn man bedenkt, daß das zusätzliche Einkommen ja auch wegfällt)
oder er hat wahrlich einen trifftigen Grund zur Kündigung und rennt nicht einfach planlos durch die Wand.

LG zp

Beitrag von nightingale1969 06.09.08 - 09:53 Uhr

Er sollte es sich wirklich gut überlegen, denn wenn der Freibetrag aufs Einkommen weg fällt (der ja unter Umständen um die 300,- € liegt) und noch die Sanktion greift, fehlen der Familie um die 400,- €.

Und aus einem Job heraus ist es immer leichter, einen anderen Job zu finden, als aus der Arbeitslosigkeit - wobei ich im Moment die Erfahrung mache, dass man durch einen Job auch so kaputt sein kann, dass einem die Kraft für alles andere fehlt, also auch Bewerbungen.

Aber da muss er sich m.E. wirklich zusammenreißen und noch etwas durchhalten. Einmal in der Arbeitslosigkeit gelandet, wird es Monat für Monat schwerer, etwas anderes zu finden.

LG
Ch.

Beitrag von zuckerpueppchen 06.09.08 - 23:18 Uhr

Hallo.

Ich habe gerade lange mit meiner Schwägerin telefoniert.
Seine Beweggründe zur Kündigung wären:
- 50-60 Std/Woche ohne geregelten Freizeitausgleich
- schwer körperliche Arbeit bei 30kg Übergewicht
- allgemeiner Frust über die zu tätigende Arbeit an sich
- aufstauende Aggressionen, die sich aus dem Frust aufbauen
- die Familie leidet als Frustventil

Der Frust und die Aggressionen bauen sich immer mehr auf. Der Gedanke zur Kündigung kam wohl, als er neulich zur Arbeit mußte - äußerst schlecht gelaunt - sein Sohn wohl nicht gleich parierte und die Ohrfeige (die allererste) ohne Zögern saß. Er hat Angst, daß es sich weiter steigern könnte. Dem will er quasi vorbeugen.

Er wird wohl jetzt seine freien Stunden damit verbringen, hin und her zu rechnen, wie sie die 3 Monate durchkommen.


Danke für deine Antwort. Ich habe die Zahlen weiter gegeben, ich glaube, sie werden den steinigen Weg gehen :-(


LG zp

Beitrag von phoe-nix 07.09.08 - 09:37 Uhr

Ob er bei der Konstellation nicht zuerst an sich und seiner Art der Frustbewältigung arbeiten sollte und sich nen anderen Job suchen, BEVOR er alles hinschmeißt?