Ich kann mich nicht lösen

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von frengelchen152 06.09.08 - 08:59 Uhr

Guten Morgen,

meine Tochter ist 18 Jahre geworden, hat 2 Monate später geheiratet und einen süssen Sohn geboren. Sind alles wunderschöne Dinge, aber ich kann mich nicht von meiner Verantwortung lösen, ich kann nicht loslassen.

Kaum ist sie volljährig geworden, darf ich nichts mehr sagen-tun-machen. Dabei braucht sie doch in meinen Augen Hilfe. Sie lebt samt kleiner Familie bei den Großeltern im Keller. Der ist nicht mal ausgebaut, er ist überfüllt und der kleine Zwerg kann sich später nicht richtig bewegen, weil einfach zu viele Gefahren lauern. Mein Schwiegersohn ist ohne Ausbildung, ohne derzeitige Arbeit, meine Tochter soll Ende September in die Schule und wo ist der kleine Mann, mein Enkel?!?!? Die Oma ist schon 78 Jahre und gesundheitlich sehr angeschlagen. Die Schwiegereltern meiner Tochter sind beide ganztags berufstätig. Sie brauchen eigentlich eine eigene kleine Wohnung, wo sie ihr Leben entsprechend einrichten. Und dabei wollte ich helfen.

ICH DARF ABER NICHTS SAGEN!! Finanzielle Unterstützung würden sie nicht ablehnen, aber wenn ich nach Wohnungen schaue und Tipps und Hilfe gebe, wie die neue Umgebung sein sollte, dann wird sich schnell verabschiedet.

Ich kann mich nicht lösen, ich sollte sie aber mal fallenlassen (das sind Aussagen von anderen Familienmitgliedern). Kann eine Mutter ihr Kind fallenlassen?

Was macht eine liebende, sehr besorgte Mutter, wenn ihr Kind Flügel bekomm, aber in die falsche Richtung fliegt?

LG von Susi (immer noch sehr durcheinander)

Beitrag von anyca 06.09.08 - 09:29 Uhr

Die Alternativen müssen ja nicht sein "fallen lassen" oder "alles für das Kind organisieren". Sei für sie da, wenn Du drum gebeten wirst, aber halt Dich mit allzuvielen guten Ratschlägen zurück.

Beitrag von geli1978 06.09.08 - 10:28 Uhr

Hallo Susi!
Mit 18 Jahren ist sie wirklich noch lange nicht erwachsen. Vorallem wenn sie dann schon verheiratet ist und ein Kind hat. Meiner Meinung ist das nur ein Befreiungsschlag von zuhause.
Velleicht hast du in der Vergangenheit schon zu viele "gute" Ratschläge gegeben. Auch wenn sie für dich bestimmt richtig und vernünftig sind, ist es für ein Teenager sehr anstrengend, wenn eine Mutter ständig überall ihre gutgemeinten Tips gibt.

Vielleicht hat sie deswegen schon so früh eine eigene Familie gründen wollen, da sie bei dir in ihrer eigenen Familie sich eingeengt fühlt. ICH DARF ABER NICHTS SAGEN - bedeutet ja, daß du schon immer etwas zusagen hattest. Sonst wärs kein Problem, wenn du ab und an wenns wirklich wichtig ist, etwas sagst.

Mitlerweile bin ich ja selbst Mutter und kann dich natürlich auch verstehen. Aber streng dich an und laß sie alleine erwachsen werden. Nur so vertreibst du sie nicht. Laß sie los und sie wird irgendwann alleine und gerne zu dir kommen und deinen Rat hören.

Halte ihr aber dann nicht das vor, was sie alles falsch (ge-)macht (hat) sondern sag ihr nur was es alles für Möglichkeiten gibt.

Ich drück dir die Daumen, daß sie ihren eigenen Weg findet.

LG Geli

Beitrag von frengelchen152 06.09.08 - 13:13 Uhr

Hallo Geli,

ja, Deine Worte nehm ich mir zu Herzen. An sowas hab ich natürlich nicht gedacht. Ja, ich hab natürlich immer was zu sagen gehabt und dies war auch immer richtig.

Ich werde sie erwachsen werden lassen, aber auf gar keinem Fall fallenlassen.

Mhhhhhhhhh, ist ja schwer loszulassen*heul

Lieben Gruß von Susi

Beitrag von gh1954 06.09.08 - 17:24 Uhr

>>>Ja, ich hab natürlich immer was zu sagen gehabt und dies war auch immer richtig. <<<

Typ Mutter, die IMMER besser weiß, was gut für die Tochter ist?

Beitrag von frengelchen152 07.09.08 - 20:13 Uhr

Hallo,

klingt hart, aber Du könntest Recht haben.

Ist es denn so schlimm, wenn die Mutter weiß, was gut ist? Dafür bin ich doch da oder nicht???

LG von Susi

Beitrag von gh1954 07.09.08 - 22:50 Uhr

Hast du immer alles so gemacht, wie deine Mutter es für richtig gehalten hat, weil die Mütter wissen "was gut ist"..??

Jeder junge Mensch muss seine Erfahrungen selber machen.
Dabei sollte man als Eltern mit Rat und Tat zur Seite stehen, aber nicht ständig seinen Senf abgeben, weil man weiß "was (angeblich) besser ist".

Zumal das nicht in jedem Fall stimmt, weil oftmals Eltern ihren Kindern zu wenig zutrauen.

>>>Ich kann mich nicht lösen<<<
Deine Tochter musste sich von dir lösen, hast du sie zu sehr eingeschränkt?

Gruß
geha

Beitrag von frengelchen152 08.09.08 - 10:16 Uhr

Hallo Geha,

eingeschränkt NEIN!! Sie durfte mit gerade 17 Jahren mit ihrem Freund zusammen ziehen und in Deutschland bleiben. Ich hab ihr schon eine Menge zugetraut und hab sehr viel Vertrauen zu ihr. Gelobt wurde sie auch, das sie alles hinbekommen hat und auch weiter die Schule besucht hat.

Von mir gab es nur Ratschläge und Tipps, wenn sie mich darum gefragt hatte. Aber bei meinem Besuch letzte Woche ist es sehr auffällig gewesen, das nicht alles so gut lief, wie sie mir immer bestätigt hatte. Und mit Großeltern, die pflegebedürftig sind, auf minimalem Raum zusammen leben und Säugling und auf einem Dorf lebend ohne Führerschein und dann sagen, ich gehe zur Schule im September und bisher noch keine Betreuung stell ich mir sehr schwer vor. Der Ehemann wird ein PRaktikum machen im Schichtdienst als Koch und da bedarf es wirklich einer guten Organisation. Die muß aber schon stehen, die Organisation und nicht erst handeln, wenn die Schule beginnt.

Naja, ich nehme mir das zu Herzen, das ich zu viel sage oder gesagt habe und warte auf die Kontaktaufnahme meiner Tochter. Ist nur wirklich schwer abzuschalten!!

LG von Susi

Beitrag von geli1978 08.09.08 - 09:45 Uhr

Kann dich sooooooo gut verstehen.
Hab gerade meinen ältesten (4) in den Kindergarten gebracht. Er geht jetzt seit einer Woche. Als er weinte hät ich fast mitweinen können #heul Bin dann aber gleich gegangen, da es für ihn das Beste ist. Nur so lernt er und vorallem ich, loszulassen.
Ich hab also auch ein kleines Problem mit dem loslassen.

LG Geli

Beitrag von frengelchen152 08.09.08 - 10:19 Uhr

Hallo Geli,

dachte schon, ich wäre alleine mit dem Problem *Lösen*.

Ich warte mal, bis meine Tochter mich kontaktiert. Ist schwer*heul.

Aber wir schaffen das schon, irgendwann.

LG von Susi

Beitrag von kinderreich 06.09.08 - 23:07 Uhr

Hi Susi!
Ich kann dich zwar auf der einen Seite gut verstehen aber auf der anderen Seite eben überhaupt nicht! Deine Tochter ist 18 und du musst ihr schon ihren Freiraum lassen. Du siehst ja was dabei rauskommt! Deine Tochter ist ja geflüchtet! Und auch wenn die Umgebung nicht die schönste ist, hat sie Ruhe vor dir. So wie du schreibst bist du eine Mutter die für ihr Kind nur das Beste will! Nun das bin ich auch, aber ich stehe nicht über meiner Tochter und möchte auch nicht alles bestimmen. Es ist ihr Leben und du musst ihr auch mal vertrauen schenken. Sie soll ihre Erfahrungen machen dürfen, ob die jetzt negativ oder possitiv sind geht dich in dem Moment nichts an. Sei für sie da wenn sie dich braucht und verschone sie bitte dann mit Vorwürfen. Wie:" Ich habe es dir doch gesagt!!"
Ich kann dir nur raten das du dich in ihre Angelegenheiten mal gar nicht einmischt! Lass sie einfach wursteln. Wenn sie Rat braucht wird sie sich bestimmt melden, aber wenn sie es möchte und ohne Zwang! Meine Tochter ist auch 18 Jahre alt geworden und sie ist auch noch längst nicht erwachsen aber ich kann mich doch nicht in jede Angelegenheit einmischen. Ich lass sie auch machen und meistens kommt sie sowieso zu mir wenn sie mal einen Rat von mir braucht. Aber lasse deine Tochter erwachsen werden, ohne eine Mutter die ihr Kind vor Liebe und Sorgen erdrückt! Halte dich nur im Hintergrund dann kommt sie auch auf dich wieder zu! Du bist eine erwachsen Frau, du hast doch bestimmt noch andere Hobbys als deine Tochter! Meld dich in einem Sportverein an, geh zum schwimmen oder mach irgendeinen Kurs mit! Lenke dich ab, denn deine Tochter ist kein Kind mehr das man 24 Stunden am Tag beaufsichtigen muss! Loslassen fällt nun mal schwer, aber du musst nur wollen, dann schaffst du das auch;-)!
Liebe Grüße Gaby

Beitrag von xyz74 08.09.08 - 11:43 Uhr

Was macht eine liebende, sehr besorgte Mutter, wenn ihr Kind Flügel bekomm, aber in die falsche Richtung fliegt?
----------------

Wer bestimmt welche Richtung richtig ist?

------------

Sorry, wenn ich so hart bin.

Aber wenn ich das alles so lese, flüchtet deine Tochter vor deiner erdrückenden Liebe.
--
Kann eine Mutter ihr Kind fallenlassen?
--------

Nicht fallenlassen, aber loslassen.

-----------

Mein PArtner sagte mal zu mir, er hätte sich immer gewünscht, dass seine Mutter nicht nur Mutter und HAusfrau gewesen wäre.
Ihm wäre ihr geglucke tierisch auf den Sack gegangen und er und seine Schwester sind so schnell wie es nur ging geflüchtet, weil Muttern ihnen alles vor den A*** gemacht hat.

------------------------------------

Beitrag von frengelchen152 08.09.08 - 12:24 Uhr

Hallo,

ich versuche es!!

LG Susi