Ich brauche auch mal eure Meinungen

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von _xyz_ 06.09.08 - 09:37 Uhr

Hallo,

unsere Ehe steht eigentlich kurz vor dem Aus, doch keiner macht den ersten Schritt. Ich traue mich auch nicht, weil ich nicht weiß, wie das dann alles weitergehen soll. Nein, ich bin nicht nur Hausfrau und deshalb finanziell zu sehr abhängig, ich arbeite fast vollzeit (Kind ist 4 Jahre alt). Doch natürlich wären es enorme Umstellungen. Wir müßten beide aus der Wohnung heraus, ich könnte sie nicht halten. Das war unsere Traumwohnung, in die wir auch schon viel Geld gesteckt haben.

Bei mir wäre der Wunsch nach einem 2. Kind, was er wegen Geldsorgen nicht möchte (hat noch ein Kind aus früherer Beziehung, das Unterhalt bekommt).

Gestern kam er aber wieder mit dem Wunsch nach einem Motorrad. Da setzt es bei mir aus. Das kann ich garnicht verstehen.

Haben erst letztens das Auto, das uns laufend Reparuturen gekostet hat, endlich verkauft (er wollte es nicht hergeben - wohl Image-Gehabe), mußten alle Ersparnisse (die ich eisern erspart hatte für Kind und Notlagen, er kann einfach nicht sparen) zusammen mit dem Erlös des anderen Autos für ein neues hergeben.

Nun langsam gleich wir (besser gesagt ich) die "Schulden" bei den Kinderkonten wieder aus, da kommt er mit dem Motorrad-Wunsch.
Jetzt hat er sowieso schon wieder so viel Geld in seinen Sport gesteckt (Ausrüstung).
Da finde ich die Frage nach dem Motorrad unverschämt und einen Schlag ins Gesicht, wenn er sagt "wir verdienen doch gut".
Warum? Weil ich mir mit den Hintern aufreiße, arbeiten gehe im Schichtdienst, den kompletten Haushalt schmeiße, die gesamte Kindererziehung an mir hängen bleibt.
Ich müßte das nicht, es würde auch reichen, wenn ich weniger arbeite.
Wenn man weniger hat, gibt man auch weniger aus.
Mein Ziel war eben immer, durch mehr zu arbeiten, mehr zu verdienen und dann ggf ein 2. Kind zu bekommen.

Mittlerweile will ich mit ihm kein 2. Kind mehr. Da wäre ich noch mehr gebunden.

Heute will ich mir mal ausrechnen und überlegen, wie das weitergehen kann, wenn ich mich trenne.
Wenn er sich jetzt ohne meine Mitentscheidung das Motorrad kauft, dann möchte ich die Konsequenz der Trennung ziehen.

Eigentlich liebe ich ihn, seine guten Seiten. Aber momentan treten mir immer nur seine Macken in den Vordergrund.
Natürlich denke ich auch, dass ich dem Kind die Trennung der Eltern nicht zumuten will. Auf der anderen Seite sieht sie ihren Papa unter der Woche eh so gut wie nie. Vielleicht mal morgens, wenn er sie in den Kindergarten bringt, weil ich schon im Frühdienst bin.
Sonst, wenn er abends heim kommt, ist sie schon im Bett.
Am Wochenende will er Zeit für sich oder mogelt sich diese Zeit heraus, indem er behauptet (?!?!), noch arbeiten zu müssen.

Wenn wir kein Kind hätten, wäre ich wohl schon gegangen.

Wenn wir wenigstens mal richtig zoffen würden, aber er geht dem ganzen aus dem Weg oder bricht ab, blockt ab und verschwindet, wenn ich damit anfange.

Was meint ihr dazu?
Ich denke, wir sollten einfach mal reden.
Da er das nicht mit mir tut, werde ich heute mal einen Termin bei der Eheberatung machen.
Immerhin ist er (mal) bereit (dazugewesen), mit hinzugehen.

Danke für`s Lesen und für Tipps.


Beitrag von anyca 06.09.08 - 09:42 Uhr

Druck ihm das doch mal so aus und laß es ihn lesen ...

Beitrag von sxf25 06.09.08 - 10:19 Uhr

Hallo,

ich frage mich, wovon er das Motorrad denn bezahlen will? (Soll er doch machen, würde ich bei getrennten Konten sagen, denn dann steht er allein da mit dem Problem der Finanzierung.)
Du bist doch gar nicht verpflichtet ihm seine völlig realitätsfremden Wünsche zu erfüllen. Frag ihn mal ganz genau, wie er denn die Finanzierung hinbekommen soll und laß Dich nicht mit einem "na wir verdienen doch gut" abspeisen. Du willst es eben genau wissen und wo Du schonmal dabei bist fragst Du ihn auch gleich noch, wie er nebenbei auch noch die anderen Konten wieder auffüllen möchte.

Ich finde es immer schlimm, wenn einer in der Ehe meint, er habe jetzt den Freibrief.
Mein Mann hat nur einen Monat lang auf sein Fußball im 100km entfernten Dorf bestanden. Ich fands idiotisch wegen einer Stunde (Alt-)Herrenfußball dahin zu fahren, er machte es trotzdem und am Ende des Monats hatte er kein Geld mehr um zu tanken. Aber das habe ich ihn allein ausbaden lassen.
Warum soll ich mit meinem bisschen Kohle die hochfliegenden Träume des Partners wahr machen? Umgekehrt würde er mir eine Riesenrechnung aufmachen was finanziell möglich wäre und was nicht (dasselbe Poblem hast Du ja auch: kein Geld für 2. Kind, aber für Motorrad).

Es muß gleiches Recht für alle herrschen. Und das muß er einsehen.

Beitrag von janamausi 06.09.08 - 10:56 Uhr

Hallo!

Ich denke, euch fehlt einfach ein Haushaltsplan. Setzt euch mal zusammen, rechnet aus was ihr an laufenden Kosten habt, wieviel ihr als Rücklagen beiseite legen wollt und wieviel jeder von "seinem" Geld dafür zusteuert (evtl. wäre ja ein Haushaltskonto sinnvoll). Von dem restlichen Geld was jeden von euch übrig bleibt, kann ja jeder machen was er will.

LG janamausi