Kinder mit zu Beerdigung?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von sabine060577 06.09.08 - 13:29 Uhr

Hallo,

gestern ist meine Oma, also die Uroma meiner Kinder verstorben.

Mein Jüngster ist erst 2 Jahre alt, ihn nehme ich sicher nicht mit zur Beerdigung.
Nur bei den beiden anderen, 4 und 5 Jahre stelle ich mir die Frage, ob ich sie mitnehmen soll oder nicht?

Hat jemand Erfahrung und kann mir Tips geben?

Danke

Sabine

Beitrag von shakira0619 06.09.08 - 13:37 Uhr

Hallo!

Nein, ich würde sie nicht mitnehmen.

Ich selbst war mit 15 auf meiner ersten Beerdigung und in dem Alter war es schon schwer zu verstehen und zu verarbeiten.

Außerdem verstehen die Kinder nicht den "Ernst des Anlasses" und sind vielleicht am Quatschen oder Toben und würden damit die Zeremonie stören.

Ich würde mir einen suchen, der in der Zeit mit den Kindern etwas anderes unternimmt.

Liebe Grüße, Shakira0619

Beitrag von sabine060577 06.09.08 - 13:39 Uhr

Danke für Deine Meinung.

Die Betreuung der Kinder ist kein Problem, da sie eine Ganztagsschule besuchen.

Sabine

Beitrag von engelchen28 06.09.08 - 13:39 Uhr

hallo sabine!

erst einmal #herzlich-es beileid!

ich denke, es kommt darauf an, in wieweit du das thema "tod" mit deinen großen bereits besprochen hast. was da vorgeht, was mit den verstorbenen geschieht, warum alle traurig sind und weinen...

kannst du dich deinen gefühlen hingeben, wenn du links und rechts an der hand jeweils ein kind hast? wie sind deine gefühle? hatte die oma einen langen leidensweg hinter sich? oder kam der tod plötzlich?

das solltest du alles nochmal sehr genau überlegen.

sofern es mir selber schlecht gehen würde, würde ich die kinder woanders unterbringen und alleine hingehen. später, wenn sich alles etwas beruhigt hat, würde ich den kindern genau erklären, was passiert ist und ihr könnt dann das grab gemeinsam besuchen, die kleinen können blumen hinlegen etc.

das thema "tod" sollte nicht zum tabu-thema werden, es sollte aber auf der anderen seite auch behutsam aufgefasst werden.

nur du kennst deine großen gut genug und vor allem dein eigenes gefühlsleben. versetze dich in die situation hinein und überlege, wie es dir und den kindern dann gehen könnte.

lg

julia mit sophie (3) & paulina (1) #freu

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 06.09.08 - 13:51 Uhr

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=18&tid=1640208

hallo,

schau doch mal, das war mein ausgngsposting und ich bekam recht viele antorten - vielleicht weist du nach dem lesen was genau du dann machen möchtest,..

mein aufrichtiges beileid #kerze

mfg 2

Beitrag von gussymaus 06.09.08 - 16:37 Uhr

wenn die kinder zu der uroma viel kontakt hatten kann das helfen um zu verstehen wo sie jetzt ist, braucht aber ganz dringend dann auch nachbearbeitung, kinder verdauen das nicht so einfach.

wenn sie wenig oder kaum kontakt hatten würde ich das nicht machen sondern es den kindern so erklären ohne sie mitzunehmen.

Beitrag von martina75 06.09.08 - 17:34 Uhr

Hallo,
unser Sohn ist 4 und ich würde ihn definitiv mitnehmen. Ich war damals, als meine Oma nach langer Krankheit starb, auch erst 5 Jahre alt und war mit auf der Beerdigung. Ich glaube, heute würde ich es meinen Eltern übel nehmen, wenn sie mich nicht mitgenommen hätten, zumal wir mit dieser Oma zusammen im Haus gelebt haben und ich immer einen sehr engen Kontakt zu ihr hatte.
Aber ich denke, es kommt auch auf die Kinder an. Ich weiß, daß sich unser Sohn in der Kirche und auch auf dem Friedhof angemessen benehmen kann. In die Kirche nehme ich ihn sowieso schon seit ca. 2 Jahren regelmäßig mit, damit er weiß, wie man sich dort benimmt.
Wie gesagt, meine Ansicht ist, daß Du die Kinder mitnehmen solltest. Aber diese Entscheidung kann Dir leider keine abnehmen.
LG,
Martina75

Beitrag von flower2203 06.09.08 - 20:23 Uhr

Hallo Sabine,

vor vier Wochen ist die Großmutter meines Mannes verstorben. Unseren Sohn Sebastian (3,5 Jahre) haben wir zur Beerdigung seiner Uroma mitgenommen.

Wir haben ihm zuvor erklärt, dass die Uroma schon sehr alt (91) und krank war, und ihr schwaches Herz zu schlagen aufgehört hat. Dann haben wir ihm die Beerdigung erklärt, dass der Körper in einem Sarg unter die Erde kommt und wir glauben, dass die Seele in den Himmel kommt.

Bei der kirchlichen Zeremonie war er sehr brav und saß 20 min ganz ruhig neben mir (und dass, obwohl er normalerweise recht lebhaft ist). Und bei der Grabrede saß er zuerst auf den Schultern vom Papa. Dann wollte er runter. Er ging zu meiner Schwiegermama, die geweint hat (Uroma war ihre Mutter), und nahm ihre Hand, um sie zu trösten. Von sich aus, ganz ruhig und leise. So süß. Mit dem Papa ist er dann zusammen vors Grab und hat Erde reingeschaufelt und die Rose reingeworfen.

Also er hat sich super verhalten auf der Beerdigung. Und das Ganze hat ihn schon schwer "beeindruckt". In den folgenden Tagen hat er natürlich immer wieder mal danach gefragt und dann haben wir mit ihm darüber gesprochen.

Ich denke, es war richtig ihn mitzunehmen. Zuvor war ich auch skeptisch, aber mein Mann hat darauf bestanden. Der Tod gehört halt einfach auch zum Leben. Und bei der Beerdigung nimmt man eben Abschied. Warum soll man Kinder davor unbedingt bewahren. Wenn man etwas behutsam vorgeht, können die Kleinen ganz gut damit zurecht kommen. Ich glaube, sie verstehen genau soviel, wie sie auch bereit sind, zu verarbeiten.

Natürlich muß man aber die individuelle Situation berücksichtigen. Letztendlich kann ich Dir also nicht raten, nur Du kennst Deine Kinder.

Herzliches Beileid und alles Gute für die Beerdigung

Karin & Sebastian & Daniel (der mit seinen 14 Monaten nicht dabei war)