Stellenanzeige/ Türkin bevorzugt

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Beitrag von zottel 06.09.08 - 22:43 Uhr

Hallo,
ich weis das, daß jetzt wider ein Aufbauschendes Thema ist. Aber ich bin echt irritiert.
Ich sitze hier und warte auf den Anruf meines Neffen, das das Kind endlich da ist( NIchte ist seit 13.00 Uhr im Kreissaal)
Beschäftige mich mit spielen, Urbia und Käseblättchen .
So bei dem Stellenanzeigen steht ich übernehme Wortwörtlich.
Verkäuferin gesucht
Für unseren Marktstand suchen wir für Di und Sa noch eine Verkäuferin auf geringfügiger Basis. Türkin wird bevorzugt. Anrufe unter .....
Backwaren Y. Firmenname

Ich lese öfter mal deutschsprachig oder andersprachig vom Vorteil, aber so direkt habe ich das noch nie gelesen.

Zählt das nun auch unter Rassismus?

Oder interpretiere ich da was rein?

Zottel

Beitrag von buzzfuzz 06.09.08 - 22:45 Uhr

vielleicht ist es ein türkischer laden in dem viele türkischredene kunden sind und einkaufen. da könnte eine türkische dame doch eher vom vorteil sein,als eine deutsche,die kein türkisch kann-oder?

Beitrag von sandra7.12.75 06.09.08 - 22:48 Uhr

Hallo

2 doofe -1 Gedanke ;-)

lg

Beitrag von buzzfuzz 06.09.08 - 22:49 Uhr

jupp:-)

Beitrag von zottel 06.09.08 - 22:54 Uhr

Hallo,
ja ich denke natürlich das das in diese Richtung geht.
Dennoch bin ich wirklich der meinung das ich es in so einer Anzeige nicht von der Abstammung sondern rein von den sprachlichen fähigkeiten herleiten sollte.
Was wäre wenn meine Chef inserieren würde
Deutsche bevorzugt?

Zottel

Beitrag von mariella70 06.09.08 - 23:03 Uhr

Das braucht der nicht erst schreiben, das ist bei den meisten Stellenausschreibungen in D sowieso schon so...
Für einen Versuch wurden ein und dieselben Zeugnisse und Bewerbungsunterlagen für Ausbildungsstellen verschickt. Einziger Unterschied:
Einmal mit offensichtlich türkischen Namen, einmal mit deutschen Namen, auf die deutschen Absender kamen doppelt soviele Einladungen zum Vorstellungsgespräch wie auf die exakt gleichlautenden Bewerbungen von türkischen Jugendlichen.
Das ist Rassismus, aber der steht nicht in der Anzeige, den leben wir hier einfach so und es fällt kaum auf.
Gruß
Mariella

Beitrag von buzzfuzz 06.09.08 - 23:04 Uhr

ok etwas unglücklich ausgedrückt,aber es werden viele so verstehen wie wir es hier nun verstanden haben:-)

Beitrag von nightingale1969 06.09.08 - 23:49 Uhr

Trotzdem ist es nicht OK! Im Umkehrschluss könnten sämtliche deutschen Ladenbesitzer sagen, "Wir sind Deutsche in einem deutschen Laden, mit deutschen Produkten und überwigend deutschen Kunden - Deutsche bevorzugt".

Dass Arbeitgeber natürlich ihre Präferenzen haben, ist klar. Aber sie dürfen in der Stellenanzeige nicht von vorneherein bestimmte Nationalitäten bevorzugen.

Beitrag von sandra7.12.75 06.09.08 - 22:47 Uhr

Hallo

Ich gehe mal davon aus das an dem Stand türkische Spezialitäten verkauft werden und die kennen sich damit besser aus.

lg

Beitrag von nicole179 06.09.08 - 22:48 Uhr

Hallo,

ich denke nicht dass man das als Rassismus ansehen muss.

Das wird bestimmt ein türkischer Besitzer (Chef) sein und deshalb werden Türkinnen vielleicht bevorzugt, wegen der Verständigkeit, Sprache usw.

Also so würde ich das annehmen!

LG
Nicole

Beitrag von nightingale1969 06.09.08 - 23:47 Uhr

Ich denke nicht, dass das Rasissmus ist, aber es ist ganz klar ein Gesetzesverstoß

http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Gleichbehandlungsgesetz

Genauso wenig wie "Türkin bevorzugt" geht "Deutsche bevorzugt" oder "Bewerber nicht älter als XY Jahre alt"...

(Anm.: dass "Türkin" und bsp. "türkisch sprechend" oder "Deutsche" und "deutschsprachig" etwas Unterschiedliches ist, weißt Du schon, oder?!).

Beitrag von zottel 07.09.08 - 00:01 Uhr

Hallo,
(Anm.: dass "Türkin" und bsp. "türkisch sprechend" oder "Deutsche" und "deutschsprachig" etwas Unterschiedliches ist, weißt Du schon, oder?!).


genau deswegen habe ich ja geschrieben ich übernehme diese Anzeige Wort wörtlich

Zottel

Beitrag von kleinaberfein 07.09.08 - 07:35 Uhr

Hallo Zottel,

das ist doch Standard in Deutschland, dass die Arbeitgeber ihren "Traumbewerber" genau definieren.

Das hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern betrifft eher das Thema Diskriminierung in beiden Richtungen.

Hier nur ein paar mir geläufige Aussagen:

"...bei gleicher Eignung werden Frauen und Schwerbehinderte bevorzugt...."

"... aus teamparitätischen Gründen suchen wir einen Mann..."

"... Alter des Bewerbers höchstens 45..."

"... Angehörigkeit zur katholischen Kirche..."


Die Arbeitgeber dürfen das so schreiben, dürfen dich aber bei gleicher Qualifikation nicht ablehnen. Dann kannst du klagen. Wobei du in der Beweispflicht stehst zu sagen, dass man dich "nur" abgelehnt hat, weil du eben keine Türkin bin, obwohl du türkisch sprichst (von mir aus im VHS Kurs gelernt hast) und dich mit der Kultur und landesspezifischen Gegebenheiten auskennst.

Aber selbst, wenn es nicht in der Stellenanzeige steht. Ich habe schon oft bei Auswahlverfahren bei Bewerbungen teilgenommen.
Zuerst wird rudimentär auf die Qualifikation geschaut und dann nach Sympathie. Als nächstes Kriterium wird geschaut, dass man zum Team passt.

Beispiel: Sind bereits schon 3 Mütter im Team, wird geschaut, dass das auszuwählende 4. Teammitglied eher ein junger, dynamischer, durch längere Arbeitslosigkeit frustrierter Single ist, der hochgradig dazu bereit ist, sich den Popo für den Job aufzureißen. Anders ausgedrückt, der Depp vom Dienst, der dann für die Mütter, die ja eher schon mal Dienst nach Vorschrift arbeiten, entlastet.

Das sind meine Erfahrungen auf dem Bewerber/Arbeitgebermarkt.

Viele Grüße,
kleinaberfein

Beitrag von anyca 07.09.08 - 08:40 Uhr

Beim letzten Punkt "Kirchenzugehörigkeit" kann man nicht klagen, wenn es ein kirchlicher Arbeitgeber ist. Die haben schon das Recht, in einer katholischen Gemeinde nur einen katholischen Küster oder was auch immer anzustellen.

Beitrag von ratzundruebe 07.09.08 - 08:40 Uhr

Hallo

ich geh mal stark davon aus dass es sich um einen türkischen Marktstand handelt wo ich als Deutsche natürlich mit der Sprache so meine Probleme hätte.

Hätte aber die Anzeige anders geheißen, so nach dem Motto:

"Deutsche bevorzugt".....

hätte die Sache höhere Wellen geschlagen als so.


LG

Beitrag von colibri-loislane 07.09.08 - 09:26 Uhr

Hallo Zottel,

das ist so wie es geschrieben ist nicht nur rassistisch sonder auch verboten:)
Das AGG (Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz) hat da seit kurzem einen Riegel vorgeschoben.
türkisch-sprachig/ hervoragende türkisch-Kenntnisse wäre neutral und i.O.

Manchmal ist es aber gar kein böser Wille, manche wissen nicht wie man eine anständige Stellenanzeige formuliert!

Netten Tag noch
Lois

Beitrag von hsicks 07.09.08 - 11:09 Uhr

Hallo,

ich sehe das nicht als Problem, sondern schließe mich der Meinung derer an, die vermuten, dass es sich um ein türkisches Geschäft mit überwiegend türkischem Publikum ist. Da hat eine Türkin nicht nur sprachlich unbedingt Vorteile, sondern sie kennt natürlich auch die türkischen Spezialitäten besser.

Also eindeutig kein Rassismus .

Gruß,
Heike

PS : Ich selbst und meine langjährige Kollegin bekamen im Geschäft unsere Dienststundenzahl gekürzt - angeblich , weil es zu teuer für die Chefin wurde - und nun setzte man uns eine russlanddeutsche Kollegin für 5 Stunden pro Woche vor die Nase ( das sind mehr Stunden als die vorher eingesparten ) - angeblich, weil sie durch ihre sprachlichen Vorteile russlanddeutsche Kunden anzieht. Da kann man schon eher von Diskriminierung sprechen, denn dann hätte man uns deutschen Mitarbeiterinnen nicht aus " Kostengründen " die Stunden kürzen dürfen....aber was soll´s , ich habe dort eh gekündigt....

Beitrag von manavgat 08.09.08 - 10:40 Uhr

Das fällt unter die Antidiskriminierungsrichtlinie der EU.

Fakt ist: Bewirbt sich eine Deutsch mit fließenden Türkischkenntnissen und wird abgelehnt, dann kann sie auf Einstellung klagen.

Sprichst Du Türkisch?

Gruß

manavgat

Beitrag von ruhrpottjunge 08.09.08 - 11:52 Uhr

Ich bin mir sehr sicher, dass das SO nicht geht. Es geht nicht um die Herkunft oder das Geschlecht, sondern um die Fähigkeiten der Bewerber und Bewerberinnen. Und diese Stellenanzeige verstößt gleich gegen zwei Prinzipien: Die Bezeichnung "Türkin" diskriminiert Deutsche und Männer und deutsche Männer gleich doppelt. ;-)

Niemand darf sich aussuchen, ob er einen Mann oder eine Frau sucht, und niemand darf sich die Nationalität aussuchen.

Für den "türkischen Laden", in dem Türkisch-Kenntnisse Voraussetzung wären, müsste man "Verkäufer,-in mit Türkischkenntnissen" suchen. Ob das jetzt eine Türkin ist oder ein junger Deutscher, der fließend Türkisch spricht, ist dann egal."