Alg II Kind und Arbeiten

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Beitrag von casimaus04 07.09.08 - 08:18 Uhr

Hallo!

Ab wenn steht man für Alg II dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, wenn ein kleines Kind betreut wird? Meine Tochter ist nun 16 Monate alt und wird noch gestillt und wird eben nur von mir betreut.
Gut, zudem werden wir wohl (endlich!!!) auch nicht mehr lange Alg II bekommen, da mein Freund bald seine Ausbildung beendet hat.

Vielen Dank und liebe Grüsse

Beitrag von jules1971 07.09.08 - 09:11 Uhr

Hallo,

Du befindest Dich derzeit in Elternzeit und kannst diese, wie auch jemand, der in einem Arbeitsverhältnis steht, für drei Jahre nehmen und Ihr bekommt als Bedarfsgemeinschaft gegebenenfalls Alg II. Wenn Du in Elternzeit bist, bist Du auch Alg II berechtigt, wenn Du aufgrund der Kinderbetreuung eben nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst.

Anders sieht es bei Alg I aus.
Wenn doch noch einen Anspruch hast, musst Du dem Arbeitsmarkt voll zur Verfügung stehen, um das komplette Alg I zu bekommen. Stehst Du wegen der Kinderbetreuung weniger Stunden zur Verfügung (weil z.B. nur einen Halbtagsplatz in der KiTa bekommen), bekommst Du auch dementsprechend weniger Alg I.

Gruß,
Julia

Beitrag von rudi334 07.09.08 - 13:19 Uhr

16 Monate und Du stillst noch???

Theoretisch kannst Du 3 Jahre daheim bleiben, Moralisch halte ich es für verwerflich.

Beitrag von paulinchen07 07.09.08 - 13:52 Uhr

Wie lange Sie stillt,tut hier glaube ich nicht wirklich was zur Sache,oder?
Das ist doch ihr Ding.
Wieso hälst Du es für verwerflich?

Beitrag von rudi334 07.09.08 - 15:25 Uhr

Für verwerflich halte ich es, wenn man unbedingt auf die 3 Jahre Elternzeit pocht, und auf staatliche Unterstützung angewiesen ist.

Beitrag von paulinchen07 07.09.08 - 15:48 Uhr

Ich finde aber auch diesen Trend dazu,sein Kind so früh wie möglich in die Kita zu geben verwerflich.
Falsch finde ich es,Kinder zu planen wenn man sich bereits in staatlicher Abhängigkeit befindet.
Aber das kann eben auch einer Familie passieren,der es bisher gut ging.
Der Wille zur Jobsuche sollte da sein,aber ob das unbedingt zwingend heißen muss,dass mein Kind so schnell wie möglich in die Kita muss?
Gegen Kindergarten mit 2 habe ich in vielen Fälllen nichts einzuwenden und finde es sogar sehr sinnvoll,dass es sowas gibt.
Aber diese ganzen Kitas ab 4 Monate haöte ich für sehr bedenklich.

Beitrag von atarimaus 07.09.08 - 15:55 Uhr

"Aber diese ganzen Kitas ab 4 Monate haöte ich für sehr bedenklich."


Warum?

Gruß
Beate

Beitrag von pittiplatschbln 07.09.08 - 17:26 Uhr

Hallo,

warum.. fragst du?!

Hat du dir schon einmal die Kitas angeschaut, die bereits
Kinder ab ein paar Mon. aufnehmen?

In der Regel wirst du NIE die selbe Betreuung, Intensität,
mit dem Kind erzielen, wie bei der eigenen Mutter.
Du wirst bis zu zehn oder 15 Kinder mit ca. 2 (wenn du
viel Glück hast) 3 Erzieher vorfinden.

Und das ist für mich nicht die ideale Vorstellung
für die Betreuung meines Kleinkindes o. Babys.
Und denke, ich bin mit Sicherheit nicht die einzige,
die diese Einstellung hat.

Zumal.... die Nähe zu meinem Kind, die Nähe die
mein Kind mit mir verleben darf und spürt, kann
ebenfalls NIE von einer Erzieherin aufgefangen
werden. Dazu hat sie die Zeit nicht.

Daher ist für mich die gesetzliche Elternzeit bis
zu 3 Jahre und das Elterngeld (1 Jahr max. 14 Mon.
bei AE) widersprüchlich. Hier stehst du als Frau unter
finanz. Druck, wenn du die Zeit mit deinem Kind
verbringen möchtest.


Gruß
Pitti #blume

Beitrag von phoe-nix 07.09.08 - 18:05 Uhr

"Hier stehst du als Frau unter
finanz. Druck, wenn du die Zeit mit deinem Kind
verbringen möchtest. "

Nicht zwangsläufig. Dank moderner Verhütungsmethoden und Familienplanung kann man heute relativ sicher den altmodischen Weg realisieren, sich erst eine finanzielle Sicherheit zu schaffen und DANN Kinder bekommen, die man 3 Jahre lang begluckt.

Gruß,

phoe-nix

Beitrag von paulinchen07 07.09.08 - 18:46 Uhr

Das können nur noch die wenigsten.
Die ganz normale ,,Mittelschicht`` kann sich das doch immer seltener leisten.
Der Trend geht doch eindeutig zum möglichst frühen ,,Wieder-zur Verfügung Stehen``der Frau.

Beitrag von phoe-nix 08.09.08 - 06:10 Uhr

Ich weiß nicht, was für Dich die "normale Mittelschicht" ist aber ich kenne eigentlich nur Menschen im direkten oder beruflichen Umfeld, die sich ihre Kinder selbst finanzieren und auch ihre beruflichen Auszeiten dafür.

Wenn ein Einkommen nicht ausreicht, kann man meiner Meinung nach eben nicht 3 volle Jahre Zuhause bleiben - aus unterschiedlichen Gründen. Ich würde einem Wunschkind auch kein Leben zumuten wollen, dass wir bewußt mit ALGII planen.

Gruß,

phoe-nix

Beitrag von paulinchen07 08.09.08 - 09:30 Uhr

Na klar ,aber in den seltensten Fällen können die das ganze drei Jahre.
Ich habe sogar einige Lehrer im Umfeld,die sicher gut verdienen,sich aber meist spätestens ab dem zweiten Lebensjahr ihrer Kinder wieder ins Arbeitsleben stürzen weil es sonst einfach eng wird.

Das Wunschkind mit ALG 2 planen,hat damit ja dann noch lange nichts zu tun.

Beitrag von phoe-nix 08.09.08 - 11:48 Uhr

Wie gesagt, ich kenne viele, die sich die vollen 3 Jahre gönnen und das selbstverständlich selbst finanzieren.

Genau so habe ich auch Verwandte und Bekannte, die ohne finanziellen Druck von sich aus rasch wieder anfangen, zu arbeiten.

Ansatz der Diskussion hier war aber die These, dass es (ist auch meine Ansicht) moralisch nicht okay ist, sich 3 Jahre Elternzeit bewußt auf Kosten der Allgemeinheit zu gönnen.

Beitrag von paulinchen07 08.09.08 - 13:57 Uhr

Nö,das wäre natürlich nicht ok.
Aber wenn Sie es so gemacht haben,werden das wohl die wenigsten zugeben.

Beitrag von pittiplatschbln 07.09.08 - 21:26 Uhr

"... und DANN Kinder bekommen, die man 3 Jahre lang begluckt."

Sei mir nicht böse, aber das liest sich irgendwie
negativ.

Ist für dich eine Rund-um-Betreuung eines Kleinkindes
in den ersten 3 Jahren "beglucken". ?!

Das kann eine wunderschöne intensive Zeit sein,
die durchaus sehr wichtig ist.

Irgendwie scheint es gar nicht mehr darum zugehen,
was dem Kind gut tun kann sondern wie sich die
Mutter schnell wieder ins Berufsleben integriert,
ihre "Frau" steht, funktioniert und genug Geld
nach Hause bringt.

Gruß
Pitti #blume

Beitrag von phoe-nix 08.09.08 - 06:08 Uhr

"Irgendwie scheint es gar nicht mehr darum zugehen,
was dem Kind gut tun kann sondern wie sich die
Mutter schnell wieder ins Berufsleben integriert,
ihre "Frau" steht, funktioniert und genug Geld
nach Hause bringt."

Irgendwie muß das alles ganz einfach bezahlt werden und wenn es die Eltern schon nicht selbst tun, ist es nur zu verständlich, dass irgendwann mal die Kassen leer sind.
So ein Sozialsystem wie unseres kann auf Dauer nicht einseitig funktionieren und einseitig wird es genutzt, wenn diejenigen 3 Jahre Zuhause bleiben "weils so eine wunderbare Zeit ist", die wenig zu diesem System beisteuern. Ich persönlich könnte es moralisch nicht mit mir vereinbaren, mich 3 Jahre ausschließlich um mein Kind zu kümmern, sofern Dritte mir das finanzieren müssen.

Gruß,

phoe-nix

Beitrag von paulinchen07 08.09.08 - 09:35 Uhr

Aber dann musst Du zwangsläufig Dein Kind in die Kita geben.
Und das ist manchmal gar nicht so einfach,erstmal einen Platz bekommen,dann muss auch geregelt sein das das Kind abgeholt und gebracht wird.
Für alleinerziehende Mütter,welche die Oma nicht gerade um die Ecke wohnen haben kann das sehr schwierig sein.
Ganz abgesehen davon,wie es dem Kind dabei geht.
Also das erste Jahr muss einfach mindestens gewährleistet sein.
Schön,und bewundernswert ,wenn Sie es dann schaffen,aber eben auch hart.
Ich denke ALG 2 ist doch auch für solche ,,Notlagen`` gemacht,und wenn es gesetzlich so festgelegt ist,dass eine Frau sich diese Auszeit nehmen darf,wieso soll Sie es dann nicht tun?
Danach steht Sie dem Arbeitsmarkt doch zur Verfügung.

Beitrag von phoe-nix 08.09.08 - 11:52 Uhr

Nein, muß ich nicht zwangsläufig.....wir könnten das selbst finanzieren und wenn nicht, gäbe es auch kein Kind.

Außerdem gibt es ja Tagesmütter, das ist schon viel persönlicher für Kinder unter 3 und für mich absolut vertretbar.

Das erste Jahr gibt es ja Elterngeld - wenn das nicht reicht, muß man eben selbst für sich sorgen...Warum erwartet Ihr immer noch mehr vom Staat - warum soll der finanzschwachen Eltern noch mehr Geld zuschustern als jetzt schon?

Ein geplantes Kind zu bekommen trotz finanzieller Misere und dann darauf zu bestehen, 3 Jahre Zuhause zu bleiben, ist natürlich rein formell möglich. Für mich ist diese Situation aber selbstgemacht und keine "Notlage".

Beitrag von paulinchen07 08.09.08 - 14:01 Uhr

Gott,so langsam regst Du mich auf.
Sagst immer ich solle richtig lesen,tust es aber selber nicht.



,,Nein, muß ich nicht zwangsläufig.....wir könnten das selbst finanzieren und wenn nicht, gäbe es auch kein Kind. ``

Ich habe ausdrücklich geschrieben,dass es mir da um die Leute ging,denen es finanziell eben nciht möglich sind und das sind nicht nur Die,welche keine Arbeit haben.Sollen jetzt nur noch Leute Kinder bekommen,die genug Geld haben drei Jahre daheim zu bleiben?
Ich fände es sehr sinnvoll,wenn der Staat eben genau diese finanziell schwachen Eltern unterstützen würde,und nicht nur die ,,Großen```.
Auch das Elterngeld dient doch im Endeffekt den Gutverdienern und nicht den Schlechtverdienern.
Dem Großen Mann wird geholfen,dem Kleinen nicht.


Beitrag von paulinchen07 08.09.08 - 09:31 Uhr

Ganz genau,und das ist eben der ,,Trend`` ,den wir mittlerweile leben....

Beitrag von phoe-nix 08.09.08 - 09:52 Uhr

Ja, weil es keiner mehr finanzieren kann...

Beitrag von paulinchen07 08.09.08 - 14:02 Uhr

Ja aber genau das ist doch traurig!
Keine Finanzen mehr für Kinder?

Beitrag von kessita 08.09.08 - 10:26 Uhr

Ach ja,
an diesem Punkte scheiden sich so viele Geister...Ich kann da sowohl die eine als auch die andere Seite irgendwo verstehen.

- Klar, betreue ich mein Kind gerne selbst, genieße die Zeit mit meiner Süßen und freue mich über alles was sie neu kann und was ich auch so mit erlebe.

- Andrerseits war mir persönlich "nur" Mutter sein zu wenig, daher bin ich noch bevor meine Tochter 6 Monate alt war, wieder arbeiten gegangen (freiwillig)
Ich hatte das absolute Glück das meine Firma und vor allem meine direkte Vorgesetzt mich unbedingt schnellstmöglichst wieder haben wollte und mir soweit entgegen gekommen sind, dass ich Sophie nur 2 Stunden täglich zur Tagesmutter geben muss.

Und sie genießt dort das Zusammensein mit anderen Kindern.

Ach ja noch zwei Sachen:
Als wir hier her zogen (Adresse in VK ist nicht mehr korrekt) bemerkte ich wie viele Frauen hier nur Hausfrau und Mutter waren - auch über die drei " vom Gesetz vorgesehenen" Jahre hinaus. Dies wird von der Gesellschaft hier "gewünscht" und gerade von den Männern unterstützt.
In diese Rolle habe ich mich nicht hineinzwingen lassen und auch nach dem 2 . Kind werde ich wieder was für mich tun.
Auch als Mutter will ich mich selbst nicht völlig aufgeben.

Arbeit muss kein Zwang sein, sondern kann auch eine Befreiuung sein und ich musss für mich sagen, dass ich die Zeit mit meiner Kleinen noch mehr genieße, seit dem ich wieder arbeiten gehen und ab und zu auch mal Gespräche führen kann, in denen es nicht nur um mein Kind geht und Probleme löse die nix mit vollen Windeln zu tun haben ;-)....

Lg Kessita




Beitrag von paulinchen07 08.09.08 - 14:07 Uhr

Na klar,so kann es auch gehen.
Mir persönlich fiel es recht schwer,nach dem ersten Lebensjahr meines Sohnes wieder mit etwas neuem anzufangen.
Ich bin ab da zur Uni gegangen.
Aber mein Sohn war ein Unfall,und ich bin mitten im Abitur schwanger geworden,blöd gelaufen aber ich habe die Verantwortung dafür übernommen und natürlich eingesehen ,dass ich dem Staat eben nicht auf der Tasche liegen will und weiter ran muss.
Ich habe noch nicht eingezahlt in die Kasse,deshalb wollte ich persönlich auch nicht weiter drauf pochen.
Habe ein Jahr lang ALG 2 erhalten,danach erhalte ich jetzt BAföG ,weil ich mir mein Studium anders nicht leisten könnte.
Ich wäre aber definitiv noch ein weiteres Jahr zu Hause geblieben,wenn ich nicht eine tolle Mutter und einen Kindesvater hätte die mein Kind betreuuen während ich an der Uni bin.Aber mir persönlich war das mit der Uni sehr wichtig,da ich alleinerziehend bin und für meinen Sohn in Zukunft selber aufkommen möchte.
Ausserdem tut es auch einfach gut,weiter zu kommen.

Beitrag von nisivogel2604 07.09.08 - 19:22 Uhr

Ich sehs genau so wie du. Das Elterngeld bietet nicht die Wahl, sondern beschleunigt nur den Zwang wieder arbeiten zu gehen.

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