Mal wieder Ausbildung und ALG II LANG!!!

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von marlen1906 07.09.08 - 09:32 Uhr

Hallo,

meine Situation ist folgende: Ich habe am 15.08.2008 nochmal eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten begonnen, weil ich in meinem erlernten Beruf mit meinen zwei Kindern nichts bekommen habe.
Während der Ausbildung erhalte ich eine Ausbildungsvergütung. Anspruch auf BAB habe ich nicht mehr, da ich dies bereits während der ersten Ausbildung bezogen habe.
Mein Freund geht Vollzeit arbeiten, arbeitet aber in der Baubranche und verdient nicht wirklich viel.

Nachdem ich die Änderungsmitteilung beim Jobcenter eingereicht habe, kam von dort ein neuer Bescheid. Laut Jobcenter erhalte ich 9,18 Euro für den Lebensunterhalt und 112 Euro für Unterkunft und Heizung.


Nun endlich meine Frage: Ist das überhaupt rechtens? Ich dachte während einer bafögförderungsfähigen Ausbildung hat man keinen Anspruch auf ALG II.
Nachdem ich dort nachfragte, wurde mir erklärt, dass die Unterkunfts- und Heizkosen wohl richtig berechnet wären, nur die 9,18 zur Sicherung des Lebensunterhaltes wären strittig.
Ich hoffe, dass ihr mir eine bessere Auskunft geben könnt, da ich keine Lust verspüre hunderte Euro irgendwann zurückzuzahlen

Vielen Dank und sorry für das lange Blabla
Herzliche Grüße

Beitrag von schnecki82 07.09.08 - 11:10 Uhr

Hallo!

Ich weiß nicht, ob ich Dir da eine große Hilfe bin, aber ich bekomme zum Bafög anteilig auch Alg II.

Im Alg II ist der Alleinerziehendenzuschlag und die anteiligen Unterkunfts- und Heizkosten für meine Tochter drin.

Liebe Grüße...Sabine!

Beitrag von dasbibi 07.09.08 - 12:07 Uhr

Bist du sicher, das dein SB weiß, dass es sich um eine Zweitausbildung handelt?
Mir wurde während meiner Zweiten Ausbildung gesagt, dass ich keinerlei Anspruch hätte.

Beitrag von goldtaube 07.09.08 - 13:58 Uhr

Das Problem ist, dass es strittig ist ob eine 2. Ausbildung nun dem Grunde nach förderungsfähig durch BAB/Bafög ist oder nicht. Darum handhabt es jede ARGE anders. Es gibt ARGEN, da bekommt man während einer 2. Ausbildung ALG II und dann wieder welche wo es das nicht gibt.

Eigentlich ist es so, dass die Ausbildung an sich ja förderungsfähig wäre durch BAB/Bafög, wenn es die 1. Ausbildung wäre. Somit gäbe es dann kein ALG II. Der Grund für die Ablehnung liegt also quasi in der Persone. Keiner hat ein Recht auf eine 2. Ausbildung. Somit kein ALG II.

Wieder andere sind der Meinung, dass einfach eine 2. Ausbildung dem Gesetz nach nicht förderungsfähig durch BAB/Bafög ist und somit müsse es ALg II geben.

Letztlich ist es wichtig, dass du alles mitgeteilt hast und alle Unterlagen eingereicht hast. Selbst wenn es ein Fehler der ARGE wäre müsstest du dann nichts zurückzahlen, wenn sie irgendwann ankommen, weil es nicht dein Fehler ist und wenn es für dich nicht offensichtlich war.

Hinzu kommt, dass auch ein Auszubildender der kein ALG II bekommen kann, einen Zuschuss zu den ungedeckten Kosten der Unterkunft bekommen kann und die Kinder können auch ALG II bekommen, sofern Anspruch besteht.

Beitrag von nightingale1969 07.09.08 - 15:19 Uhr

"Hinzu kommt, dass auch ein Auszubildender der kein ALG II bekommen kann, einen Zuschuss zu den ungedeckten Kosten der Unterkunft bekommen kann"

Wenn BaföG oder BAB bezogen wird. Nicht "bezogen werden könnte", sondern "wird".

Bei dem Grunde nach BAB/BaföG-förderungsfähigen Ausbildungen wird ALG II für den Azubi nur in Härtefällen gewährt. Lebt der U25-Azubi mit seinen Eltern in einem Haushalt und bekommt deswegen kein BAB/BaföG, so wird ALG II unter Anrechnung der Azubi-Vergütung gewährt.

Was viele nicht wissen: Man kann weiter ALG II beziehen UND eine betriebliche Ausbildung machen. Der Trick heißt "Förderung der beruflichen Weiterbildung" (Volksmund: Umschulung). Hierzu muss die ARGE zustimmen, man muss die Ausbildung um mind. ein Drittel der ansonsten üblichen Ausbildungszeit verkürzen und klar: Man muss einen Arbeitgeber finden, der das mitmacht. So kann man die Ausbildung als betriebliche FbW machen. Es sind allerdings auch noch persönliche Voraussetzungen vonnöten und es wird vorher beim Psychologischen Dienst ein Eignungstest durchgeführt.

Gruß
Ch.

Beitrag von nightingale1969 07.09.08 - 15:14 Uhr

Spätestens im dritten Ausbildungsjahr auf dem Verwaltungsseminar im Unterrichtsfach "Sozialrecht" oder "Soziale Sicherung" wirst Du lernen, dass das so richtig ist. ;-)

Du bist aus der Berechnung der Leistungen der Bedarfsgemeinschaft ausgeschlossen (d.h. Deine Regelleistung und der Mietanteil, der auf Dich entfällt, werden nicht berücksichtigt), die Berechnung findet also nur für Deinen Freund und das Kind statt.

Und daraus ergab sich denn eben dieser Betrag. Falls der Bescheid auf Deinen Namen läuft, weil Du die Antragstellerin bist, nicht irritieren lassen. Es beantragt immer einer für die gesamte BG. Eine BG seid ihr noch, nur wirst Du eben bei der Errechnung der Leistungen nicht berücksichtigt.

Gruß

Ch.
Verwaltungsfachangestellte (mit 15 Pkt. in Sozialrecht - los: Nachmachen! #cool ;-))