kein alg2 mehr und wie nun versichern lassen?

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Beitrag von janinaxxx 07.09.08 - 11:58 Uhr

Meine Freundin zieht zum 1.10 mit ihrem Freund zusammen und bezieht dann kein Alg2 mehr für sich und ihre Tochter (5Jahre) hat den Bescheid gestern erhalten.
Aber sie kann das alles nicht so ganz verstehen da beide kein großes einkommen haben.
Er bekommt 1250euro raus (davon müssen aber noch 180euro abgezogen werden zwecks pfändung) rechnen die keine pfändungen an??
und sie verdient 280 + kindergeld fürs kind + unterhaltvorschuss 125
miete bezahlen sie 440euro+gas100euro+strom 145euro
nun dann noch versicherungen auto usw für 100euro
und die üblichen sachen wie telefon usw ihnen bleiben zu dritt dann nur gute 600euro für lebensmittel,sprit (notwendig das auto wegen arbeit), kleidung usw... wovon dann von den 600euro nochmal 150euro sprit weg geht also bleiben nur 450euro

nun ihr größestes problem wie soll sie und ihre tochter nun versichert sein? Über den Freund geht doch erst wenn sie verheiratet sind... von dem geld was den 3 übrig bleibt können sie doch nicht noch die krankenkasse bezahlen!!!

wer kann helfen und sagen ob es so stimmt das ihnen nix mehr zusteht... möcht ihr gern helfen

liebe grüße und danke janina

Beitrag von seikon 07.09.08 - 12:14 Uhr

Also ihre Einnahmen:

1250 Euro Gehalt Freund
280 Euro Gehalt Freundin
154 Euro Kindergeld
125 Euro Unterhaltsvorschuss
------------------------------------
1809 Euro Nettoeinkommen



Ihre Ausgaben:

180 Euro Pfändung
440 Euro Miete
100 Euro Gas
145 Euro Strom (was ich ganz schön viel für 2 Erwachsene und ein Kindergartenkind finde)
150 Euro Sprit
100 Euro Versicherungen
-----------------------------------------------------------
1115 Euro Ausgaben


Macht nach Adam Riese und Eva Zwerg ein monatliches Plus von 694 Euro für Lebensmittel, Telefon und den ganzen Rest.
Ich weiss zwar nicht wie du auf 450 Euro mit deinen Zahlen kommst, aber egal.

Und nein, die Pfändung wird nicht berücksichtigt. Wäre ja auch noch schöner, wenn die Allgemeinheit seine Schulden abzahlen dürfte.

Deine Freundin kann/muss sich jetzt freiwillig krankenversichern. Und ihre Tochter wird beitragsfrei bei ihr mit versichert sein dann. Oder sie heiraten.

Aber generell sind 1800 Euro Nettoeinkommen jetzt nicht unbedingt wenig. Damit sollten sie auf jeden Fall hinkommen. Wenn nicht, dann sollten sie schnellstens lernen mit Geld umzugehen.

Beitrag von janinaxxx 07.09.08 - 12:45 Uhr

Hallo
ja und wenn sie dann noch sich freiwillig krankenversichern lassen muss dann wird es noch weniger geld sein was sie zur verfügung haben.
Und was wird sein wenn in 2 Monaten der Unterhaltvorschuss wegfällt dann sind es ebendfalls nochmal 125euro weniger. Oder woher bekommt sie dann Geld für das Kind (Erzeuger zahlt ja nicht) bekommt sie es dann vom Amt ?

Beitrag von seikon 07.09.08 - 13:11 Uhr

So weit ich weiss fällt der Unterhaltsvorschuss erst dann weg, wenn die beiden heiraten würden. Lasse mich aber gern eines besseren belehren.

Wenn sie heiraten würden, dann müsste sie sich nicht selber krankenversichern. Und ihr Freund würde durch Lohnsteuerklasse 3 wesentlich mehr netto raus bekommen.


Deine Freundin soll einen Antrag auf ergänzendes ALG 2 stellen. Wenn dieser abgelehnt wird, kann sie nochmal versuchen dass die Kosten für die Krankenkasse übernommen werden. Ich glaube das ist dann möglich, wenn sie unter die Bedarfsgrenze rutschen würde, wenn sie sich selber versichern muss.

Wenn das auch abgelehnt wir, dann können sie ja noch Kindergeldzuschlag und Wohngeld beantragen.

Allerdings müssen sie eh dringend mal ihre Kosten durchgehen. 145 Euro für Strom finde ich extrem viel. Oder wird da auch Warmwasser mit aufbereitet?
Und 250 Euro für "Telefon und den ganzen Kram" finde ich auch ganz schön viel. Was ist denn in dem "Kram" alles drin?

Und beim Sprit kann man sicherlich auch noch sparen. Wie weit hat der Freund es denn zur Arbeit?

Ich denke, da ist durchaus noch Einsparungspotential vorhanden.

Beitrag von janinaxxx 07.09.08 - 13:26 Uhr

der unterhaltvorschuss fällt weg wenn das kind 6jahre alt wird man erhält ihn höchstens 72monate was über nächsten monat sein wird... also nochmal 125euro weniger !!!!

In dem bescheid wo drin steht das sie kein alg2 mehr erhält steht drin sie kann/darf erst wohngeld beantragen wenn sie kein unterhaltvorschuss mehr bekommt...

alles kompliziert mit den ämtern finde ich..

Beitrag von janinaxxx 07.09.08 - 13:28 Uhr

250 und den ganzen kram ? was meinste gerade? sie bezahlen telefon60euro,sprit150euro und 40euro für die tochter ihren kurs.
zusammen macht das 250euro falls du das meinst

Beitrag von carrie23 07.09.08 - 16:51 Uhr

Unterhaltsvorschuss wird nur 6 Jahre bezahlt, hat also wenig damit zu tun ob und wann sie heiratet und wurde hier auch schon zur Genüge erklärt.

Beitrag von rudi334 07.09.08 - 13:13 Uhr

Sie könnte ja evtl. auch arbeiten, dann wäre sie und das Kind versichert.

Muss ja nichtmal nen Ganztags job sein!

Beitrag von janinaxxx 07.09.08 - 13:24 Uhr

lest ihr alle nicht? sie geht doch arbeiten siehe auch antwort an zwiebelchen

Beitrag von phoe-nix 07.09.08 - 17:56 Uhr

Liebchen, von nem Job, bei dem satte 280 Euro rausspringen kann man schlecht leben, das ist klar.

Deshalb ackern sich auch so viele Menschen in VOLLZEIT- oder TEILZEITJOBS ab.....

Beitrag von phoe-nix 07.09.08 - 17:52 Uhr

Mehr arbeiten vielleicht????
Wenn der UHV wegfällt, sollte das Kind ja alt genug sein, um mehr als ein Taschengeld dazu zu verdienen.

Gruß,

phoe-nix

Beitrag von zwiebelchen1977 07.09.08 - 13:13 Uhr

Hallo

Nee, das rechnen die nicht mit an. Wieso auch? Was kann dee Staat dafür. Und sie kann doch wohl arbeiten, oder nicht? Kind ist 5. Also kann sie, wenn es im Kindergarten ist arbeitn. dann ist sie versichert und sie haben mehr Geld.

Bianca

Beitrag von janinaxxx 07.09.08 - 13:24 Uhr

sie geht aber doch arbeiten hat aber nur diesen minijob wo sie 280verdient was anderes hat sie bisher nicht gefunden sie sucht aber. aber das ändert ja auch jetzt nix an der situation so wie es jetzt gerade ist.

Beitrag von carrie23 07.09.08 - 16:52 Uhr

Doch wenn sie genug sucht, wird sie sicher eine Tätigkeit finden bis der Unterhaltvorschuss wegfällt.

Beitrag von phoe-nix 07.09.08 - 17:58 Uhr

Nen Minijob findet man immer- dann muß sie eben erstmal mit nem 2. Minijob überbrücken.

Was hat sie denn gelernt, dass sie schon 2 Jahre sucht?

Beitrag von goldtaube 07.09.08 - 13:45 Uhr

Pfändungen, Schulden etc. interessieren die ARGE überhaupt nicht. Ebensowenig Strom.

Sie haben einen Bedarf der beträgt 2x 316 Euro + 211 Euro + angemessene Miete + Heizkosten. Ich unterstelle jetzt mal das die 440 Euro Miete + 100 Euro Gas angemessen sind. Dann haben sie einen Bedarf von 1383 Euro.

Du schreibst er hat 1250 Euro netto. D. h. brutto hat er mind. 1500 Euro. D. h. er bekommt den höchsten Freibetrag der möglich ist von 310 Euro. 1250 Euro - 310 Euro = 940 Euro anzurechnendes Einkommen.

1383 Euro Bedarf - 940 Euro anzurechnendes Einkommen = 443 Euro - 154 Euro Kindergeld - 125 Euro Unterhaltsvorschuss = 164 Euro ALG II. Ist der Job den sie hat ein MiniJob und sind die 280 Euro brutto wie netto? Dann läge ihr Freibetrag bei 136 Euro. 144 Euro würden angerechnet werden.

164 Euro ALG II - 144 Euro = 20 Euro ALG II. Das wäre dann der ALG II Anspruch. Aber nur unter der Voraussetzung, dass die Miete und Heizkosten in der Stadt wo sie lebt als angemessen gelten und wenn sonst kein weiteres Einkommen vorhanden ist. Die Warmwasserpauschale muss auch noch rausgerechnet werden.

Es sieht also so aus als wäre der Bescheid richtig. Zumindest anhand der Daten die du hier genannt hast.

Evtl. können sie Kinderzuschlag beantragen und Wohngeld.

Beitrag von janinaxxx 07.09.08 - 14:58 Uhr

1383 Euro Bedarf - 940 Euro anzurechnendes Einkommen = 443 Euro - 154 Euro Kindergeld - 125 Euro Unterhaltsvorschuss = 164 Euro ALG II. Ist der Job den sie hat ein MiniJob und sind die 280 Euro brutto wie netto? Dann läge ihr Freibetrag bei 136 Euro. 144 Euro würden angerechnet werden.



danke für deine ausführliche erklärung
er hat brutto 1850euro
ja es ist von ihr ein minijob brutto so wie netto die 280euro.

also müssen sie tatsächlich die kosten für die krankenkasse selbst zahlen?

WOHNGELD steht ihnen angeblich erst zu(falls sie überhaupt was bekommen) wenn in 2 monaten der unterhaltvorschuss wegfällt.
und der kindergeldzuschlagrechner sagt sie haben zuwenig einkommen um es zubekommen!?!?!?!

lg janina

Beitrag von nightingale1969 07.09.08 - 15:01 Uhr

So, wie ich die Zahlen hier sehe, sollte sie bei der ARGE einen Zuschuss zur Krankenversicherung nach § 26 Abs. 3 SGB II beantragen:

"(3) Die Bundesagentur übernimmt auf Antrag im erforderlichen Umfang die Aufwendungen für die angemessene Kranken- und Pflegeversicherung, soweit Personen allein durch diese Aufwendungen hilfebedürftig würden. Die Bundesagentur soll die Aufwendungen unmittelbar an die Krankenkasse oder das Versicherungsunternehmen zahlen, wenn die zweckentsprechende Verwendung durch die betreffende Person nicht sichergestellt ist."

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__26.html

Beitrag von nightingale1969 07.09.08 - 15:07 Uhr

Wenn der Unterhaltsvorschuss wegfällt, dann sollte eigentlich auch mehr ALG II-Anspruch da sein.

Im übrigen wäre es eine Überlegung zu klagen, denn das SGB II konstruiert einen Unterhalts"anspruch", denn es im BGB nicht gibt: Nicht leibliche Kinder eines (Ehe)-Partners haben keinen einklagbaren Unterhaltsanspruch gegen den neuen Partner der Eltern. Dass das Einkommen neuer Partner auf den SGB II-Bedarf angerechnet wird, ist nach Auffassung vieler (auch Juristen) verfassungswidrig. Zum einen aus vorgenanntem Grund, zum anderen weil es dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht. Der nicht leibliche Vater hat nämlich durch die Bedarfsgemeinschaftsnummer in den meisten Fällen dann nämlich WENIGER Selbstbehalt als der unterhaltsverpflichtete leibliche Vater.

Es klagen schon viele, damit diese Sache endgültig gekippt wird.

Gruß
Ch.

Beitrag von nightingale1969 07.09.08 - 15:02 Uhr

Kann in solchen Fällen in Frage kommen:


http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__26.html

Absatz 3.

Gruß
Ch.

Beitrag von shajenn2 07.09.08 - 23:17 Uhr

Hallo Goldtaube,
evt weist du das ja.
Wenn ich das jetzt richtig mitbekommen habe sind diese 310 Euro Freibetrag auch dafür weil er oder ein Arbeitnehmer bestimmte Kosten hat um arbeiten zu können.
Wie verhält sich das wenn diese Kosten höher sind als der Freibetrag?
Ich nehme mal als Beispiel meinen Mann
Spritkosten liegen bei mind 170 Euro
Autoversicherung bei umgerechnet auf den Monat 40 Euro
Steuer im Monat 10 Euro
Verschleiß Monat 10 Euro
Mein Haushaltsbuch sagt das er umgerechnet im Monat
64 Euro an Arbeitsmaterial verbraucht. Das sind Arbeitshandschuhe, Sicherheitsschuhe, Regen sowie Kältekleidung ( er Arbeitet als Kraftfahrer incl Beladen und Entladen in Kühlhäusern und natürlich im Freien)
Ich zähl auch darunter die Jeans die er verschleißt, und das ist wirklich ein verschleißen.
Naja summa sumarum liegt er dann bei 294 Euro.
Würden wir gerade diese 310 Euro über dem Bedarf liegen, weiß ich nicht ob ich ihm da nicht anraten würde mit seinenm Popo im Bett zu bleiben.
Für dann sage und schreibe 16 Euro mehr im Monat.
Ich mein da wundert es mich nicht das viele das Gefühl haben sie haben gleich viel wie ein ALG II Empfänger, würde in unserem Falle dann ja auch stimmen.
Gäbe es für so etwas andere Reglung?

Interessiert mich einfach nur , ein bisschen auch aus familiären Gründen da meine Cousine auch diesen Freibetrag hat, allerdings seit Feb. diesen Jahres nicht mehr 4 km zur Arbeit hat sondern 50 km einfache Strecke.

Ulrike

Beitrag von carrie23 07.09.08 - 16:49 Uhr

Auto und Schulden werden nicht angerechnet, das ist Selbstverschulden und Luxus.

Wäre ja irgendwie auch nicht ganz fair, wenn der Staat für die Schulden und das Auto deiner Freundin und deren Freund aufkommen müssten, oder?