Therapiewürdig, -fähig?

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von *angsthäsin* 07.09.08 - 17:02 Uhr

Eigentlich gehört mein Thema nicht hier unter Partnerschaft rein, aber ich möchte gerne "schwarz" schreiben. Außerdem weiß ich auch nicht, wo es sonst passen könnte.

Ich habe ein "Problem", das mir zunehmend zu schaffen macht / zu denken gibt.
Ich habe Angst vor der Dunkelheit bzw. wenn ich alleine in meiner Wohnung bin.
Das hört sich jetzt vermutlich dämlich an (ich bin immerhin 33 Jahre), ist aber wahr. Ich versuche mal, das möglichst kurz zu schildern.

Als Kind wohnten wir in einem Mietshaus. Der Keller war dunkel und nicht besonders heimelig, da ging ich nie gerne runter. Es war nur ein Gefühl, passiert ist da nie etwas, soweit ich mich erinnere.
Als ich circa 10 Jahre war, kauften meine Eltern ein Haus und wir zogen um. Alles war okay, bis zu dem Sommer, wo ich 15 war und nicht mehr mit meinen Eltern in den Urlaub fahren wollte. Ich sollte das Haus hüten, woran ich auch großen Spaß hatte.
Das Problem: Drei Wochen lang schlief ich quasi nur tagsüber. Ich hörte nachts JEDES Geräusch, kontrollierte schon am Spätnachmittag mit Schreckschußrevolver den Keller und ließ dann alle Rollläden runter etc. (zum Glück gab es keine Kelleraußentreppe) und verbarrikadierte mich dann mit Schreckschußrevolver und Telefon im Schlafzimmer.
Ich hatte jedes Mal Todesangst, quasi vorm "schwarzen" Mann.
Nicht besonders produktiv für diese Phobie war sicherlich, daß ich schon immer gerne Crime Shows wie Autopsie etc. geguckt und auch einige Biographien, Bücher über Serienmörder, Profiling etc. gelesen habe (mich fasziniert einfach dieser Aspekt des menschlichen Charakters).
Wie auch immer... Aufgrund dieses Sommer schafften wir uns im Herbst des gleichen Jahres einen Hund an. Damit konnte ich dann in den kommenden Jahren allein im Haus sein, ohne in totale Panik zu verfallen. Der Hund gab mir Sicherheit, weil er besser hört und sowieso jeden aufgefressen hätte, der es gewagt hätte, unbefugt das Gelände zu betreten.
Als ich mit Anfang 20 von zuhause ausgezogen bin, habe ich mir aus Prinzip heraus immer nur Wohnungen genommen, die möglichst weit oben lagen (bevorzugt Dachgeschoß, wobei mir das auch wohntechnisch gut gefällt).
Aber selbst da war ich nicht vollkommen phobiefrei. Wenn ich z.B. abends sehr spät (nach 21 Uhr) nach Hause kam und es schon dunkel war, habe ich immer noch mal alle Räume meiner Wohnung patroulliert (Wohnungstür offen, damit man schnell fliehen kann, klar ;-) ), ehe ich ins Bett gegangen bin.
Wie gesagt, das habe ich nur, wenn ich alleine lebe.
Ich bin jetzt seit 6 Jahren mit meinem Freund zusammen, da habe ich keine Probleme dieser Art.

Allerdings ich er häufiger mal für circa 5-7 Tage beruflich unterwegs und meistens nimmt er dann auch unseren Hund mit.
Und jetzt kommt das Problem: Wir wollen ein Haus kaufen.

Ich möchte das auch total gerne (freue mich auf Garten, Fläche für den Hund, eigener Herr sein etc.), aber ich weiß, daß ich dann wieder tausend Tode sterben werde, wenn mein Freund mal ein paar Nächte außer Haus ist.
Das war schon so, als ich 2005 für ein Jahr beruflich im Ausland war und dort ein Haus gemietet hatte.

Ironischerweise bin ich sonst ein ziemlich mutiger Typ. Ich habe eigentlich vor so gut wie gar nichts Angst (okay, Mäuse und Ratten finde ich nicht so prickelnd, Spinnen sind okay), stehe fest im Leben, mache meine Klappe auf, wenn was nicht paßt usw. usf.

Meine Frage(n):
- Gibt es jemandem, dem es ähnlich ging/geht?
- Was habt ihr dagegen unternommen / wie das Problem in den Griff bekommen?
- Ist das ein Fall für eine Therapie (ich bin sonst echt ziemlich normal und ohne Kindheitstrauma etc. ausgestattet)? Wie kann die mir helfen?

VG
Angsthäsin

Beitrag von rmwib 07.09.08 - 17:24 Uhr

HUHU

ich grusel mich auch im Dunkeln und geh z.B. NIE in den Keller oder auf den Dachboden. Wenn ich spät alleine nach Hause komm schau ich auch in jeden Raum und hör irgendwie jedes Knacken und Knistern...

Ich find das jetzt nicht sooooooooooooo besorgniserregend. Meine Mama hat das auch #kratz

Ich weiß nicht, ich find das nicht unbedingt einen Grund sich gleich therapieren zu lassen aber wenn DU das Gefühl hast, dass es zu übermächtig wird oder Deinen Alltag einschränkt dann geh doch ruhig mal zu einem Therapeuten und schau was man da machen kann...

GLG

Beitrag von *mir gehts auch so* 07.09.08 - 17:30 Uhr

Huhu,

ich hab das auch, sehr extrem... Ich hab das selbst, wenn mein Mann neben mir im Bett liegt. Momentan nicht, aber es gab ne Zeit, wo ich ihn regelmässig wachrütteln musste, damit er nachschauen geht, ob da jemand ist.

Ich traue mich auch nicht im Dunkeln irgendwo lang zu gehen. Auch nicht mit meinem Mann durch den Wald im Dunkeln. Da drück ich mich an ihn, hab total Angst und bei jedem Geräusch überkommt mich die Panik. Richtige Angstzustände.

Ich hab das schon, soweit ich denken kann, aber unternommen hab ich dagegen bislang nix.

Beitrag von sunny008 07.09.08 - 17:52 Uhr

ich weiß nicht. es hört sich ganz danach an, als wenn die dunkelheit dein leben ein wenig einnimmt. vielleicht ist es mal nicht schlecht mit einem psychologen darüber zu reden um die gründe zu finden , warum du angst im dunkeln hast.

vielleicht wäre es auch gut den hund deines mannes bei dir zu behalten. oder du kaufst dir ein anderes tier. dann bist du nicht alleine und hast auch gesellschaft.

ich habe auch manchmal ein wenig angst, wenn ich alleine auf der straße bin und es dunkel ist.

Beitrag von schlumpfine2304 07.09.08 - 18:30 Uhr

hallo.

vielleicht solltest du mal das gespräch mit deinen eltern suchen. vielleicht ist doch irgendwann mal was passiert, wovon du nicht weißt. vielleicht als du ein baby warst ... oder ein kleinkind ...

sowas kommt (meiner meinung nach) nicht einfach so!

lg a.

Beitrag von urbia-Team 07.09.08 - 19:10 Uhr

Hallo angsthäsin,

auch wenn der Wunsch nach Anonymität im Einzelfall verständlich ist, benutze doch bitte das jeweils richtige Forum.

Viele Grüße,

Rüdiger
urbia-Team