beim 2.Kind klappt das Stillen nicht

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von lulu2003 08.09.08 - 10:42 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich bin momentan wirklich mehr als gefrustet. Am 18.08 ist unser Luis geboren. Es ging mal wieder relativ schnell. Unser Großer war 30 Minuten nach dem Blasensprung da und Luis sogar nach 12 Minuten. Beide Kinder wollten schon im Kreißsaal nichts von meiner Brust wissen und hinterher wurde es auch nicht wirklich besser. Ob es an den schnellen Geburten liegt? Zudem muß mit Stillhütchen stillen weil ich Flachwarzen habe. Bei Raúl damals habe ich dann relativ schnell zugefüttert, aber trotzdem mindestens 3x am Tag gestillt.

Bei Luis hatte ich bedeutend mehr Milch als bei Raúl und somit war ich überglücklich und fest davon überzeugt, das diesmal das Stillen viel besser klappen würde. Tja, dem war leider nicht so. Luis hatte in der Klinik schon von 3770g auf 3430g abgenommen. Nur mühsam nahm er daheim zu und war dann endlich nach fast 14 Tagen bei 3700g. 2 Tage später war er wieder bei 3580g und hatte demnach 120g abgenommen. Ich bekam einen Riesenschreck, auch wenn die Hebamme das noch recht gelassen sah. Nur mir kam mein Kleiner so ruhig und schlapp vor. Bin dann sofort los und habe Pre Nahrung gekauft. Es fiel mir echt nicht leicht, da mir klar war das es das Ende vom Stillen bedeuten könnte. Nur mir war mein Kleiner natürlich wichtiger. Und siehe da. Nach 2 Tagen hatte er wieder zugenommen auf 3740g. Ich war überglücklich und auch Luis machte einen viel fitteren Eindruck. Nun meint die Hebamme aber ich solle erst stillen, dann abpumpen und wenn er dann noch nicht satt sein sollte halt noch zufüttern. Ich bin echt vom Stillen überzeugt und es ist natürlich das Beste für das Kind. ABER.............
ich habe nunmal noch ein Kind, das momentan eh viel zu kurz kommt und ich schon ein schlechtes Gewissen habe weil einfach zu wenig Zeit für ihn da ist. Ich kann doch nicht stundenlang mit stillen, abpumpen usw. rummachen? Gestern habe ich dann noch das große Heulen bekommen weil ich mich einfach völlig überfordert gefühlt habe. Ich kann die Hebamme ja verstehen das sie mir nahe legen möchte weiter zu stillen. Aber ich geh bald auf dem Zahnfleisch und vor allem, Luis wird definitiv an meiner Brust nicht satt. Er hat gestern abend erst an der Brust getrunken, dann habe ich abgepumpt. Links kam nur 30ml zusammen und rechts nur 10ml!! Danach hat er noch 100ml Pre Nahrung getrunken.
Ich weiß einfach momentan nicht wie es weitergehen soll. Dazu muß ich sagen das er seine Zunge immer nach hinten rollt und er dadurch mit dem Stillhütchen nicht richtig saugen kann. Ich hatte immer das Gefühl er trinkt aber es kam gar nix raus. Das ist mir aufgefallen als er die Flasche bekam und er nuckelte und nuckelte und die Milch nicht weniger wurde.

Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht oder was würdet Ihr in der Situation machen?

Liebe Grüße
Sandra+ Raúl (*21.12.03) + #baby Luis (*18.08.08)

Beitrag von seikon 08.09.08 - 11:28 Uhr

Hi du,

ich finde es toll, dass du gerne stillen möchtest.
Erst mal was zur Beruhigung :-). Es ist völlig normal, dass Babys in den ersten Tagen nach der Geburt bis zu 10% ihres Geburtsgewichtes abnehmen. Sie haben aus der Schwangerschaft noch recht viel Fruchtwasser in Magen und Darm, das in den ersten Tagen dann über Kindspech & Co. ausgeschieden wird.

Man sagt, dass ein Kind etwa nach 2 Wochen wieder sein Geburtsgewicht erreicht haben sollte. Von daher war das mit deinem Krümel noch alles im grünen Bereich.

Prinzipiell hat deine Hebamme Recht. Wenn du stillen möchtest, dann solltest du erst stillen, dann abpumpen und erst als allerletzte Option die Flasche Pre anbieten.
Wenn man dann noch ein größeres Kind hat, dann ist das schon extrem schwierig das so durchzuziehen, weil man das Große ja auch nicht vernachlässigen möchte.

Vielleicht kannst du deinen Großen dazu holen? Dass ihr euch zu 3. schön ins Bett kuschelt.
Du könntest dir sonst auch ein Brusternährungsset kaufen. Dabei klebst du dir ganz dünne Schläuche an den Brüsten auf. Die Enden sind an der Brustwarze. Über eine Flasche, die du dir um den Hals hängst wird dann Pre Milch zugeführt. So kannst du zum einen stillen und die Milchmenge steigern, zum andern gehst du aber auch auf Nummer sicher, dass dein Kind genug zu trinken bekommt. Und ihr könnt beide die Nähe genießen.

Ganz ganz wichtig ist jedenfalls, dass du dich selber nicht so sehr unter Druck setzt. Mach dir nicht so viele Gedanken, wie viel Milch beim abpumpen kommt.
Das sagt gar nichts über die tatsächliche Milchmenge aus.
Bei manchen Frauen kommt überhaupt keine Milch beim pumpen, und trotzdem stillen sie voll und ihr Kind entwickelt sich prächtig. Wenn du dich selber so stresst, dann kann sich das negativ auf die Milchmenge auswirken.

Das wichtigste ist doch, dass du und dein Kleiner sich dabei wohl fühlen. Und was bringt es dir denn, wenn du zwar voll stillen kannst, aber selber dabei auf der Strecke bleibst?
Ich persönlich würde wie gesagt mal dieses Brusternährungsset ausprobieren. Ich denke das ist für euch beide der beste Kompromiss. Und wenn du dann mehr Milch hast, dann kannst du die Pre Milch immer weiter reduzieren und schließlich ganz weg lassen.

Alles Gute euch dreien.

Beitrag von denise83 08.09.08 - 12:18 Uhr

Hallo Sandra,

ich kann Dich gut verstehen. Habe zwar kein "großes" Kind, aber die selben Probleme mit dem Stillen. Ich bin anfangs fast wahnsinnig geworden vor Sorge, habe geheult vor Schmerzen an der Brust, hatte dann sogar Angst den Kleinen anzulegen. Ich war also todunglücklich mit dem Stillen, obwohl ich es mir so gewünscht habe.

Habe dann auf Anraten der Hebamme, PRE Nahrung gekauft und zugefüttert. Mir ging es stündlich besser und das Baby ist auch zufrieden. Mittlerweile pumpe ich 1-2 Mahlzeiten am Tag ab und den Rest bekommt er PRE.

Ich muss sagen ich bin sehr glücklich damit.

Wenn ich in Deiner Situation wäre würde ich es genauso machen wie ich es jetzt getan habe.

Wünsche Dir alles Gute

Denise und Heikki *19.08.08

Beitrag von humor 08.09.08 - 14:48 Uhr

hallo sandra,
ich muß klein schreiben, dass baby liegt auf den arm...
meine kinder sind 17 monate auseinander. ich wollte auch voll stillen diesmal ,habe ich bei meinem sohn auch schon nicht gemacht. ich hatte wegen des ks erst nach 6 tagen richtig milch. da meine tochter auch noch einen sehr starken spuckreiz hat und sie in der klinik schon so stark abgenommen hatte (mehr als normal) musste ich dort schon zu füttern, eine spezialnahrung. nun ja, das war das ende vom allen. zuhause hat die hebamme versucht, das wir beides hinkriegen, aber sie wollte nicht mehr, Ich habe vier Wochen abgepumpt, hin und wieder gestillt,damit sie wenigstens muttermiclh bekommt zu der Flaschennahrung.
Irgendwann war das aber zuviel. Das ist mir alles über den Kopf gewachsen und ich habe aufgegeben, vorallem weil mein Großer dadurch definitiv zu kurz gekommen ist und die Wohnung noch mehr durcheinander gebracht hat als sowieso schon war.
Also, ähnliche Erfahrung, nur das ich keine Probleme mit meinen Brustwarzen hatte.
Jetzt sind 8 Wochen vergangen. Ich habe kein Problem damit mehr , nicht zu stillen, aber ärgere mich oft über die unpraktischen Flaschen und das ganze drum herum. Hätte meine Familie mich mehr unterstützt, dann hätte ich zumindest gestillt als auch Flaschenahrung anbieten können.
Vielleicht kannst du dir mehr unterstützung holen, von familiärer Seite? Das du zumindest Teilsstillst.
Wenn dir das ganze aber zuviel wird, dann still ruhig ab. Ich zumindest habe wenigstens etwas streß aus der Situation genommen.
Wünsche dir viel, viel Durchhaltevermögen...
Lg, Anna